Erst der Jubel, dann fällt das Tor

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Samstag 02.07.2016  

44°50,61 N  013°50,58 E     Log 2507,8   0 sm     Steg

Marina Veruda   Luft 29°  W 27°      Betr. Std. 431,7   

Heute wird wie wild geputzt, am Nachmittag sind wir fertig und für´s nächsten mal, wenn wir Gäste haben, ist alles vorbereitet.

Dann ist uns aufgefallen, dass wir fast alleine am Steg liegen, alle sind weg nur das bayerische Motorboot ist noch da. So eine herrliche Aussicht hatten wir noch nie in der Marina.

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Weil wir so fleißig waren und schwitzen wie die Schw……gehen wir noch mal in den Pool. Der ist zwar offiziell noch nicht offen, denn das Schild hängt noch dran, aber irgendwer ist einfach rein zum Baden und denen sind andere gefolgt. Wir auch.
Was soll ich sagen, es war ein Traum in dem kühlen Nass, in dieser herrlichen Umgebung.

Derart abgekühlt haben wir dann noch ein bisschen herumgewurstelt, sind dann zum Duschen und anschließend ins Skuza Essen gegangen.

Vorher haben wir noch Joachim und Andrea angetroffen, die sind schon früher in die Marina gekommen, denn es soll Bora geben. Da hatten wir ja richtig Glück mit dem Wetter die letzten Tage.

Im Skuza steht natürlich auch ein Fernseher, wie zur Zeit überall.

Da hätten wir doch bald das Deutschland Spiel verpasst. Ein bisschen konnten wir sehen, denn es waren viele Köpfe im Weg, deshalb beschlossen wir nach dem Essen gleich nach hause aufs Boot zu gehen. Dort hat Wolfgang wieder die Verbindung Deutschland- Kroatien hergestellt.
Im Cockpit verfolgen wir das nervenraubende Spiel gegen die Italiener.
Die Gäste im Volaria jubeln, da wissen wir noch nichts, denn durch unsere Heimatverbindung, kommt die Übertragung ein paar Minuten später an.
Welch spannendes Spiel, dann noch Elfmeterschießen. Wieder jubeln die Gäste, wieder wissen wir noch nichts.
Wir Ahnen, dass es unsere Mannschaft ins Halbfinale geschafft hat.
Als die Gäste vom Volaria bereits gegangen sind, ertönt auch bei uns der Schlusspfiff. Super Jungs, weiter so.

Wir gehen jetzt in unsere Koje, morgen müssen wir früh raus, denn wir fahren leider wieder nach Deutschland.

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Aufregung am Nachbarsteg

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Freitag 01.07.2016  

44°50,61 N  013°50,58 E     Log 2507,8   0 sm     Steg

Marina Veruda   Luft 29°  W 27°      Betr. Std. 431,7   

Heute Morgen tragen wir schon mal einen Teil unserer Sachen ins Auto und mittags gehen wir zu Kristina unsere Wäsche holen.

Danach erledigen wir wieder Kleinkram und gegen Abend sitzen wir im Cockpit und essen.

Es herrscht ein treiben in der Marina, die Charterboote kommen alle wieder rein und auch einige Gastlieger sind am Steg vor uns. Ein sehr kleines Segelboot, möchte am vordersten Platz, wo es eigentlich recht seicht ist anlegen. Als wir plötzlich ein lautes, aufgeregtes Geschrei hören. Erst wissen wir nicht wo es herkommt. Dann sehe ich, dass der zweite Mann von dem kleinen Segelboot ins Wasser gefallen ist. Er hängt an der Seite zwischen zwei Booten und zappelt wie wild herum um wieder an Bord zu kommen. Der Skipper will ihm helfen und verliert natürlicherweise die Kontrolle über das Schiff, das beinahe gegen die abgeschräge Ufermauer knallt. Einige Leute stehen neben dran und steigen in ein Taxi, ohne Notiz davon zu nehmen. Nur ein Mann greift ein und drückt das Schiff zurück, dann eilt er auf das daneben liegende Schiff, das ihm zu gehören scheint und hilft den armen Abgestürzten aus dem Wasser zu ziehen. Beim Festmachen des Schiffes ist er auch noch behilflich. Fast überall sind die Crew`s auf ihren Booten doch keiner kam zu Hilfe und wir waren leider etwas zu weit weg, um schnell eingreifen zu können. Die müssen das Schreien doch gehört haben, denn es war doch in ihrer nächsten Nähe. Nicht auszudenken, wenn der Segler in die Schiffsschraube geraten wäre. Er wird sich aber sicherlich diverse Prellungen zugezogen haben. Ich wollte schon rüber gehen um zu fragen, ob ich helfen kann. Mit dem Fernglas habe ich aber gesehen, dass endlich jemand von der Marina kam. Die haben sich dann unterhalten und Wolfgang meinte, wenn er Hilfe bräuchte, dann würde er bestimmt welche bekommen.
Mir tat der sichtlich geschockte Segler unendlich leid. Was für ein Glück, dass nichts schlimmeres passiert ist.

Wir widmen uns jetzt unserer kleinen Backskiste, die soll noch ausgeräumt werden. Eine Arbeit die Wolfgang gerne schon hinter sich hätte.

Als der Inhalt der Backskiste verteilt im Cockpit liegt, legt sich Wolfgang in die Kiste und verschließt mit Sikaflex ein paar Kabeldurchführungen. Danach erst mal Luft holen und dann noch mal rein in die Kiste, jetzt legt er noch den mitgebrachten PVC-Belag als Schutz für den Backskistenboden rein.

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Nochmal durchatmen und die Kiste wieder einräumen. Bevor wir aber die Notpinne verstauen, probieren wir gleich mal aus, ob sie auch auf den Ruderquadranten passt.

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Wir sind froh dass das jetzt auch erledigt ist.

Das war`s erst mal für heute.

Im Cockpit haben wir freien Rundumblick, die anderen sind noch immer weg, Joachim und Andrea sind heute Nachmittag gekommen und gleich losgefahren und unser Franco ist auch weg, der ist auf Thunfischfang.  

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Kein Pool, kein Brot, kein Urlaub

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Donnerstag 30.06.2016

44°50,61 N  013°50,58 E     Log 2507,8   3 sm     Steg

Marina Veruda   Luft 25°  W 25°      Betr. Std. 431,7   

Lautes gekreische von den Möwen durchbricht die Stille in der Bucht. Sie folgen den Fischerbooten, die jetzt wieder vom Meer zurück kehren, denn meistens fällt vom Fang was ab.

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In der Werft wird auch schon fleißig gearbeitet, genauso wie bei uns, hier wird bis zum Wachwerden gesägt.

Bevor wir dann letztendlich weiterfahren, schwimmen wir noch einmal ums Schiff. Danach führt unser Weg direkt in die Marina. Wir kommen an und Marco fährt mit Maria nach Mali Losinj. Auch die Mistral auf unserer Steuerbordseite ist unterwegs.

Zuerst suche ich meine schmutzige Wäsche zusammen die auf dem Boot bleibt, damit wir sie in die Wäscherei geben können. Kristina hat gerade Pause, als wir dort sind, die aber gleich um ist.
Von wegen, so eine halbe Stunde kann auch schon mal sehr lange ausfallen. Sie erinnert sich noch an uns, als sie ihre Wäscherei wieder aufschließt. Morgen um12:00 Uhr ist die Wäsche dann fertig.

Da unser Magen knurrt, weil wir ja noch nicht Gefrühstückt haben, testen wir noch mal das Volaria.
Super, es fängt schon damit an, dass wir sehr lange warten müssen, bis endlich eine Bedienung kommt. Ein anderer Gast möchte Bezahlen, aber die Bedienung registriert das nicht weil sie quatscht. Unseren Essenswunsch konnten wir nach längerem warten noch immer nicht aufgeben und ein anderer Gast bekommt das falsche Essen. Später bringen sie Wolfgang ein Bier, das er nicht bestellt hat.
Die Pizza die wir uns bestellt hatten, war allerdings sehr gut, trotzdem werden wir uns nicht mehr sehr oft hier aufhalten.

Ausgeruht gehen wir gleich weiter zum Grga Markt um ein Brot zu kaufen. Als wir dort ankommen, sind gerade Männer dabei den Markt leer zu räumen. Der Laden ist geschlossen.
Herje, was machen wir jetzt? Oberhalb vom Marinabüro ist auch noch ein Markt, da könnten wir noch hin. In der größten Hitze marschieren wir also los.

Aber irgendwie sind wir heute vom Pech verfolgt, denn auch dieses Geschäft wurde geschlossen, dafür ist jetzt der Grga drin, aber der ist gerade beim einräumen und macht erst Morgen auf.

Dringend brauchen wir einen Zwischenstopp. Den machen wir gleich in der gegenüberliegenden, erhöhten Skipper Bar. Hier herrscht ein angenehmes Lüftchen.

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Bei einem kühlen Getränk und guter Aussicht, lässt es sich aushalten. Interessant auch mal anderen Schiffen beim tanken zuzusehen. Wenn man das so sieht, sind wir Beide eigentlich ein ganz gutes Team.

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Nach einer Weile müssen wir aber wieder los, denn es muss noch einiges getan werden.

Zunächst bekommt unsere Samoa ihre verdiente Süßwasserdusche, dann hieven wir das Dinghi an den Steg und machen es ebenfalls sauber. Nach dem Trockenen, wird es in der Backskiste verstaut, die Persenning vom Vorsegel hochgezogen und die Flaggen eingeholt.

Jetzt freuen wir uns auf den Pool, doch da hängt ein Schild, wegen Reinigung geschlossen. So ein Pech.
Dann macht sich Wolfgang halt gleich unter der Dusche frisch während ich das Abendessen mache.

Das Handy klingelt, Alptraum.
Es gibt wieder Arbeit für zu hause.

Beim Pool sind die „Reinigungskräfte“ mit dem Bus vorgefahren worden, um dann eine lange lautstarke Party zu veranstalteten.

So langsam steigt bei mir immer mehr Wut auf, denn Wolfgang sitzt bis 24:00 Uhr am Laptop und arbeitet. Danach habe ich auch keine Lust mehr zu schreiben.

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Schnorcheln im Trüben

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Mittwoch 29.06.2016  

44°49,13 N  013°52,01 E     Log 2504,8   8,8 sm     Ankern 3,5 m Schlamm

Festland Bucht Banjole   Luft 25°  W 25°      Betr. Std. 430,8

Ein wunderbarer Morgen , den wir mit schwimmen beginnen und einem ganz langen Frühstück im Cockpit beenden. Auf geht`s nach Banjole. Mit Amwindkurs segeln wir etwas über unseren Leuchtturm Porer hinaus,

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machen eine Wende und können bis nach Banjole  segeln. Heute ist ja mal richtig viel los auf dem Meer.

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Wir müssen sehr brav gewesen sein, denn wir haben schon wieder eine freie Bucht.

Das Wetter ist uns hold und deshalb ankern wir etwas näher am Ufer.

Ich weiß ja dass wir hier trübes Wasser haben, möchte aber trotzdem mal schnorcheln gehen.

Wolfgang geht ins Dinghi und putzt die Samoa am Bug von außen. Dann dichtet er noch etwas am Ankerbeschlag und die Spülbecken ab. Er ist also recht fleißig während ich im Trüben schnorchele. Nach dem ich dem Ufer immer näher komme, wird mir unbehaglich. Unter mir sind viele große dunkle Flecken, die sich nach kurzer Zeit, im seichteren Wasser, als Steckmuscheln erkennen lassen. Es sind hunderte, so viele habe ich noch nie in so einem kleinen Umfeld gesehen. Sie waren riesig, sahen aber nicht so schön aus, wie die, die ich in anderen Buchten schon vereinzelt entdeckt hatte. 

Ab und an wedeln ein paar Anemonen aus ihren schmutzig wirkenden Röhren. Plötzlich befinde ich mich in einem großen Schwarm, größerer Fische. Welche es waren kann ich nicht erkennen. Möglicherweise ist dies der Platz, den das Glasbodenboot immer anfährt und da werden die Fische angefüttert. Ein bisschen weiter steht ganz still eine Sepia auf dem Meeresboden, getarnt wie ihre Umgebung und hofft nicht entdeckt zu werden. Ich werde ihr nichts tun, denn ich esse keine.

Einige Meter weiter krabbelt eine mit Pflanzenbewuchs getarnte Seespinne unter einen Stein um sich zu verstecken. Nun bin ich fast an der Kaimauer wo die Fischkutter immer festmachen. Hier umschwimmen mich zwei andere Fischschwärme, die aber noch etwas wachsen müssen, um Bratpfannengröße zu erreichen. Jetzt trete ich meinen Rückweg an. Da treffe ich doch tatsächlich nochmal eine Sepia, oder ist es vielleicht die gleiche, die sich umgezogen hat.

Damit mein Muschelnetz nicht ganz leer ist, tauche ich nach kleinen, der Umgebung angepassten Muschelchen.

Auf dem Boot fragt mich Wolfgang warum ich die Unterwasserkamera nicht mitgenommen habe. Ich hatte nicht daran gedacht, schade.

Nun schwimmt Wolfgang mit der Kamera noch mal los und will sich von den vielen Steckmuscheln selbst überzeugen.

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Bevor er zurückkommt hat er gleich noch unseren Anker, wie er sich eingegraben hat, fotografiert. So sollte es immer sein.

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Gegen Abend setzen wir uns ins Beiboot und fahren mal zu der kleinen Marina und schauen mal, wo das Boot von unserem Sreto liegt. Wir finden es, ganz friedlich liegt es an seinem Steg.

Nun schippern wir vorbei, an den zwei neuen Stegverlängerungen der Marina vor zur Werft. Dort binden wir unser Dinghi an und gehen zu Andras essen. Das Restaurant ist recht gut angelaufen, es sind viele Gäste da, wir natürlich auch. Man erkennt uns gleich wieder, freundlich werden wir bedient und bekommen wieder sehr guten Fisch.

Beim nach hause fahren, ist das Wasser spiegelglatt und die Luft lau und schwül.

Die Moskitos warten schon.

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Nochmal Portic

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Dienstag 28.06.2016  

44°46,60 N  013°55,01 E     Log 2496,1   3,2 sm  Ankern 6,5 m Schlamm

Festland Bucht Portic Luft 25°  W 25°      Betr. Std. 430,2

Gestern Nacht hatten wir Glück, denn von den 35-45 Knoten Wind haben wir nur knapp 30 abbekommen. Das allerdings hat auch gereicht.
Unser Ankerplatz vor dem Hotelstrand war gut gewählt,

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die Ankerkette lang genug und unser Anker hielt wie festgewachsen. Im allgemeinen haben wir gut abgewettert.  Bereits nach Mitternacht hat der Wind deutlich nachgelassen und wir gingen todmüde in unsere Koje.

Heute morgen sah die Welt wieder ganz anders aus. Die Sonne schien und das Wasser war ziemlich ruhig. Vom Wetterbericht her, bekommen wir heute NW Wind, da können wir wieder in die Bucht von gestern Abend fahren. Eile haben wir aber keine.

Am Ufer ist hier allerhand los, ist auch kein Wunder, denn Hotel`s und Ferienwohnungen reihen sich hier aneinander. Nebenan sind auch noch ein FKK und ein normaler Campingplatz. Für`s Vergnügen ist auch gesorgt. Bei U-Boot oder Inselbahnfahren, Wasserrutschen, Bars, Cafes und vieles mehr, ist für jeden was dabei. Dabei spielt Wassersport natürlich auch eine große Rolle, unter anderem ist das „mit dem Jetski durchs Wasser düsen“ hier sehr beliebt.

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Auf Mittag starten wir wieder in die ruhigere Bucht nach Portic, dabei fahren wir an einem kleinen Inselchen vorbei. Darauf steht aber ein komisches Schaf, dachten wir anfangs. Bei näherem ran fahren war es gar kein Schaf sondern eine einsame Kuh, die ihren Po in den Wind, oder in die Sonne streckte.

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Kühe haben wir in Kroatien noch nie auf Inseln gesehen.

Auf fast allen Inselchen findet man schöne Ecken zum Baden, die meist von Urlaubern mit dem Schlauchboot, oder von Kanuten angefahren werden.

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Langsam fährt Wolfgang jetzt zwischen zwei Gefahrenzeichen auf die Einfahrt der Bucht zu, als von rechts ein kleiner Katamaran mit zwei Seglern voll auf uns zu düst. Er hat Vorfahrt, aber entweder weiß er es nicht, oder er hat Angst vor größeren Schiffen, denn er verringert seine Fahrt, wie wir auch.

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Ich winke ihm zu dass er weiterfahren soll, er bedankt sich, grüßt und kreuzt dann am Bug vorbei.

In der Bucht sind nur ein Segler, kleine Motorboote und Badegäste. Heute fahren wir mal ein bisschen weiter rein in die Bucht.

Schwimmen ist heute nicht als erstes angesagt wie sonst, sondern Bimini schrubben, denn da hat uns nämlich kurz vor unserer Weiterfahrt eine Möwe deftig draufgekackt.

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Aber dann, ab ins Wasser. Die 28° Wassertemperatur in Osor werden wir wohl nicht mehr so schnell erreichen.

Arbeiten sind heute keine geplant, aber neue Überlegungen für Arbeiten zuhause. Da finden wir immer wieder noch was.

Außerdem gibt es wieder viel zu sehen und die Sicht reicht sogar bis zum Velebitgebirge.

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Durch den Kanal

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Montag 27.06.2016  

44°48,45 N  013°56,33 E     Log 2492,9   29,2 sm  Ankern 6m Sand

Festland Ort Medulin Bucht Bijeca   Luft 26°  W 26,6°      Betr. Std. 429,5

Heute geht es durch den Kanal, wir sind schon ein bisschen aufgeregt, das heißt ich mehr als Wolfgang.

Wir machen uns soweit startklar, essen noch ein Brot und warten auf 9:00 Uhr. Inzwischen sind noch ein paar Schiffe gekommen, die auch durch wollen.

Dann löse ich schon mal eine der beiden Bojenleinen und behalte den Brückenwärter im Auge.

Jetzt hält er die Autos an. Wolfgang startet den Motor während ich die Boje losmache. Es ist ruhiges Wasser und wir können uns treiben lassen, wie die anderen Boote auch.

Pünktlich 9:00 Uhr öffnet sich langsam die Brücke. Alle sind in Startposition. Jetzt ist sie offen und das erste Schiff fährt los. Als viertes von sechs Schiffen sind wir an der Reihe.

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Am Ufer sitzen viele Schaulustige und winken uns zu. Wir genießen den Augenblick, denn schnell sind wir auf der anderen Seite. Hier warten schon die Schiffe die von Norden kommen. Als alle vom Süden durch waren, können auch sie passieren. Am Anfang fahren die Schiffe hintereinander wie in einer Karawane, dann fährt fast jedes Schiff in eine andere Richtung.

Wir wollen über den Kvarner. Die Segel sind gesetzt, gut Fahrt machen wir auch, nur die Windrichtung passt noch nicht. Wir müssen kreuzen. Es dauert eine ganze Weile bis wir erst mal an Unije vorbei sind.

Wir haben Jugo. Jetzt kommen auch schon die ersten Wellen mit Schaumkronen. Der Wind kommt aus WSW. Hoch am Wind segeln wir mit 6 Knoten Fahrt zügig dahin, nur die Richtung passt noch immer nicht. Der Leuchtturm an dem wir vorbei müssen ist noch weit entfernt. Ich habe das Gefühl wir erreichen ihn nie.

Nach zwei Stunden dreht sich der Wind etwas zu unseren Gunsten. Nun kommt auch so langsam der Leuchtturm in Sicht. Diesmal passieren wir ihn östlich.

Es lässt sich wieder besser segeln, die Wellen sind jetzt angenehmer.

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Unser Ziel können wir dennoch  noch nicht ganz genau ansteuern. Wir werden weiter östlich rauskommen und dann noch mal ein bisschen kreuzen müssen. Nicht mehr weit von der Bucht Portic werden die Wellen auf einmal deutlich größer.

In gerade mal fünf ein halb Stunden sind wir von Osor aus über den Kvarner gefahren. Wir hatten auch die ganze Zeit ca. 6 Knoten Fahrt. Unterwegs haben wir nur ganz wenige Schiffe angetroffen.

Als wir in die Bucht kamen lagen da auch nur ein Katamaran und drei Segler. Wir setzen uns  mitten in die Bucht und ruhen uns erst mal aus.

Es kommen noch mehr Segler. Nur einer nach dem anderen verlassen die Bucht wieder. Ich bekomme ein flaues Gefühl in der Magengegend. Wolfgang holt sich den neuen Wetterbericht, der ist etwas anders als der von heute Morgen. Wir werden starken NO Wind mit Böen bis zu 35 Knoten bekommen. Hierfür ist die Bucht nicht sehr geeignet. Was machen wir jetzt? Schnell entscheiden wir uns die Bucht zu verlassen und uns in die zwei Seemeilen entfernte Bucht Bijeca zu verlegen. Hier haben wir Land vor uns und die Wellen können sich nicht so aufbauen. Auf dem Weg dorthin werden wir ganz schön durchgeschaukelt.

In der westlichen Seite der Bucht ankern schon einige Schiffe, wir ankern lieber am Ostufer. Auf 6m Wassertiefe hält der Anker im Sand sehr gut. Wolfgang gibt ordentlich Kette und hängt den Fanghaken ein.

Die Böen werden richtig heftig. Ein deutscher Segler quält sich zu uns. Auf der anderen Seite meint ein Segler wegfahren zu müssen und setzt sein Großsegel. Ich dachte ja, er will es als Stütze benutzen weil er motort. Es dauert nicht lange und er ist wieder in der Bucht, er ist sehr unschlüssig wo er jetzt ankern will, denn dauernd fährt er hin und her.

Es wird etwas kühl, als die Sonne hinter dem Berg versinkt.

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Landgang in Osor

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Sonntag 26.06.2016  

44°41,40 N  014°23,68E     Log 2463,7  9,1 sm  Boje

Insel Cres Ort Osor Luft 32°  W 28°      Betr. Std. 428,1

Das Gewitter war ganz in der Nähe, aber trotzdem weit genug weg, so dass wir nichts davon abbekamen, außer ein wenig Regen. Nachdem unser Verdeck geschlossen war, gab`s kostenlose Sauna. Als wir in unsere Koje gingen hat es zum Glück  aufgehört zu regnen, sodass wir die Luken wieder öffnen konnten, denn wir hatten jetzt 78% Luftfeuchtigkeit unter Deck.

Als unser Wecker klingelte, schien schon die Sonne durch die Luke und es war wieder mächtig warm. Nur schnell waschen und dann los. Es ist noch ganz still am Ankerplatz als wir losfahren. Die Wassertiefe blieb über die nächsten zwei Buchten bis fast vor zum Kap unter 10 m.

Am Kap zwischen den beiden Inseln Losinj und Cres bekamen wir sogar herrlichen Segelwind mit 6 Knoten Fahrt, ohne Welle. Die beste Segeletappe der ganzen letzten Woche. Das Landschaftsgucken kam auch nicht zu kurz. Wir überholten einen Kutter der sich mächtig anstrengen musste um seine im Schlepptau befindende Plattform ziehen zu können.  In malerischer Landschaft konnten wir fast bis zu den Leuchtbaken des Kanals segeln. Kurz vor dem Ort Osor gibt es einige Bojen etwas außerhalb der Baken. Die riesengroß sind. An einer machen wir fest, denn wir werden erst Morgen durch die Brücke fahren. Diese wird zwei mal am Tag geöffnet, einmal um 9:00 Uhr, die hätten wir sogar noch passieren können und einmal am Abend um 17:00  Uhr.
Nun freuen wir uns auf unser verspätetes Frühstück und beobachten dabei genauestens was sich um uns herum abspielt.
Danach nehmen wir ein ganz langes Warmbad und hoffen dass die Erfrischung ein bisschen anhält, denn wir wollen uns unbedingt Osor ansehen.
Mit dem Dinghi umkreisen wir erst mal unser Boot und fahren dann gemütlich an Land.

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Osor ist ein kleiner sehr alter Ort und zählt nur 200 Einwohner. Selbst jetzt im Sommer wirkt er sehr leer. Auf unserem Rundgang durch die engen Gässchen sind uns fast keine Menschen begegnet. Oben am Berg steht eine Ruine, die gerade wieder Aufgebaut wird und in der alten Kirche finden wöchentlich Konzerte statt. Schade dass wir da nicht mehr hier sind. Man hat das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein, die alten Häuser lassen es einem so erscheinen, es wirkt alles so friedlich und ruhig, ohne Hetzte und Lärm.

Nur auf der einzigen Straße die Cres und Losinj verbindet, herrscht Dauerverkehr. Verbunden sind die beiden Inseln mit einer kleinen Brücke, eben jene die wir morgen passieren wollen. Die Trennung der Inseln beträgt an der schmalsten Stelle, das ist die Fahrrinne für die Schiffe 12 m und diese ist etwa 40m lang. Hier muss man sehr aufpassen, wegen der Strömung. Außerhalb des großen Schiffsdurchlass, nutzen viele Badegäste den Sog um sich treiben zu lassen.

Am Ufer von Losinj sind einige Campingplätze direkt am Wasser, auch diese sind relativ leer.

An dem kleinen Stadthafen scheinen noch ein paar Plätze frei zu sein für Gäste. Aber die meisten Bojen sind mit Dauerliegern belegt.

Ein ständiges kommen und gehen herrscht bei den kleinen Booten die unter der Brücke durchpassen und nicht mehr als 1.50 m Höhe haben.

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Jetzt ist es 17:00 Uhr und die Drehbrücke wird wieder geöffnet.

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Hier kommen keine Elektromotoren zum Einsatz, nein die Brücke wird noch von einem Mann mit der Hand beiseite gekurbelt. Die von Süden kommenden Schiffe haben Vorfahrt. Die meisten Schiffe die jetzt durchfahren wollen sind erst kurz vorher gekommen und haben nicht lange warten müssen. Schon brav fährt immer nur ein Schiff durch den Kanal. Als das letzte von der Südseite durch ist, pfeift der Mann der für die Brücke verantwortlich ist die Boote vom Norden heran. Auch diese fahren Eines nach dem Anderen durch. Danach kurbelt der Brückenwärter, natürlich wieder von Hand, die Brücke in ihre Ausgangsstellung und gibt sie dem Straßenverkehr frei. Viele Menschen sahen sich diese kleine Attraktion an, wir auch.

Durstig und hungrig machen wir uns jetzt auf zu dem Restaurant das wir vorher entdeckt haben. Als wir es betreten, können wir durchlaufen und uns in einen herrlichen Garten setzen. Dort bestellen wir uns wieder Fisch. Das Essen ist vorzüglich und wird sehr schnell serviert, nur der Kellner, an dem sollte man noch arbeiten. Die Preise sind auch ganz in Ordnung.

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Durch den Garten auf der anderen Seite verlassen wir später das Lokal und haben einen herrlichen Blick auf das Meer.

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Wieder zuhause, hüpfen wir gleich ins Wasser zum Erfrischen, was ja nicht wirklich geht bei 28°.

Als nächstes hängen wir noch unser Dinghi an den Geräteträger und machen dann Feierabend.

Jetzt ist es inzwischen stockdunkel und vor uns erstreckt sich ein ansichtskartentaugliches Panorama. Das Ufer und die alte Kirche sind hell erleuchtet und es wirkt feierlich.

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Warmbadetag

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Samstag 25.06.2016  

44°37,17 N  014°31,20E     Log 2454,6   15,7 sm    Ankern 5m Sand

Insel Cres Bucht Baldarin  Luft 29°  W 28°      Betr. Std. 427,1

Um 8:00 Uhr bitte ich den Käpten aufzustehen, denn in einer halben Stunde wird der Kassierer hier sein.

Wolfgang möchte jetzt noch schwimmen und meint das Boot von Kassierer ist ja noch gar nicht in Sicht. Ich lass mich überreden und gehe mit, denn es ist schon wieder sehr warm.

Mir reicht morgens immer einmal ums Boot schwimmen dann gehe ich wieder raus.

Auf einmal sehe ich den Kassierer kommen, aber nicht mit dem Boot sondern mit dem Fahrrad gleich gegenüber an Land. Schwupp ist auch der Käpten aus dem Wasser und zieht sich was an.

Dann verschwindet der Kassierer hinter der Mauer wo die Boote der Einheimischen liegen. Gleich darauf kommt ein Boot zum Vorschein, in dem unser Lieferant steht und rudert zu uns herüber.
Sehr pünktlich es ist genau 8:30 Uhr, das ist man hier eigentlich nicht gewohnt .

Dabei hat er ein Brot und unsere beiden Croissants, gefüllt mit Marmelade.

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Wolfgang fragt ihn ob er heute ein anderes Boot hat. Er erzählt dass mit dem anderen sein Vater beim Fischen ist. Dann geht es ans bezahlen, er rechnet zusammen und wir sind sehr erstaunt, dass es nicht mehr kostet, als im Laden. Nun verabschiedet sich unser freundlicher Lieferant. „Bis demnächst“ sagt er und rudert zu unseren Nachbarn, die warten auch schon auf ihn. Als er zurückrudert, ruft er uns zu, wir sollen die Croissants gleich essen denn sie sind noch warm.

Das waren sie tatsächlich. Welch ein super Service.

Nach dem guten Frühstück heißt es, zusammenräumen und für die weiterfahrt fertig machen.
Ich bin froh als es endlich losging, denn unter Deck bekommt man einen Hitzekoller wenn alle Luken dicht sind.

Außerhalb der Bucht weht eine leichte Brise. Wir können mit 3 Knoten Fahrt auf unser Ziel zufahren. Leider ist nach 4 Seemeilen die Brise wieder weg. Es bleibt uns nichts anderes übrig als den Motor zu starten. Nicht mal ein Fahrtwind, denn wir fahren in gleicher Geschwindigkeit und Richtung wie der restliche Wind. Dadurch ist es sehr warm an Bord bei der Überfahrt, das Display zeigt eine Meerestemperatur von 27° an. Das kann ja wohl nicht stimmen. Wieder mal sind wenig Schiffe unterwegs.

Als wir nach fast vier Stunden am Ankerplatz ankommen, wollen wir als erstes in Wasser. Es stehen jetzt sogar 28° Wassertemperatur auf der Anzeige und weil ich das nicht glaube, hole ich unser Babythermometer und messe selber nach. Unglaublich, die Anzeige stimmt. Das Wasser ist so was von genial, da werde ich nach dem Essen gleich schnorcheln gehen. Gesagt getan. Nach drei Stunden und ein bisschen Krampfig im rechten Bein komme ich wieder an Bord. Es ist fast 19:00 Uhr. Wolfgang hat in der Zwischenzeit die Buchsen an die Steuersäule gebaut.

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Viel machen wir heute nicht mehr, denn heute müssen wir mal rechtzeitig in die Koje, denn wir wollen morgen Früh schon um 7:00 Uhr los.

Der Himmel bewölkt sich, es ist Regen angesagt, aber das war er die letzten Tage auch, wo er halt hin trifft. 

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Ein rücksichtsvoller freundlicher Kassierer

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Freitag 24.06.2016  

44°23,39 N  014°40,80E     Log 2439,0   0 sm    Boje

Insel Silba Bucht Papranica  Luft 29°  W 23°      Betr. Std. 421

Es ist schon gleich 8:00 Uhr, eigentlich wollte ich schon viel früher aufstehen, weil uns der Kassierer von der Boje gestern nicht mehr angetroffen hat und bestimmt gleich da ist. Damals hatten sie in aller Herrgotts Frühe an`s  Boot geklopft um für die vergangene Nacht zu kassieren und wir waren natürlich noch in unserer Koje.

Ein Blick durch die Badezimmer Luke, für den gewohnten Umblick und ich sehe so ein kleines Fischerboot, wie es die Einheimischen sehr häufig benutzen, an einer Boje hängen. Darin sitzt ein junger Mann und scheint zu warten, ich vermute es ist der Kassierer und wecke Wolfgang.

Er bewegt sich träge aus seiner Koje und geht an Deck um sich bemerkbar zu machen. Wie vermutet, kommt das Boot auf uns zu getuckert. Es ist der Kassierer, er ist sehr nett und entschuldigt sich, aber er hat uns ja leider gestern nicht angetroffen. Dann fragt er, ob er für uns Brot oder was anderes kaufen soll, doch wir brauchen leider nichts. Er bestellt und liefert auch essen, dazu reicht er uns einen Flyer von einem Restaurant. Wieder lehnen wir ab. Nur unsere kleine Mülltüte darf er mitnehmen.

Beim Frühstück beratschlagen wir was wir heute tun wollen, weiter fahren oder noch einen Tag bleiben. Wolfgang tendiert zum bleiben und als ich die Wassertemperatur sehe, tendiere ich auch.

Zum ersten mal heuer mache ich mich auf zum Schnorcheln. Doch ich komme nicht in meine Flossen, denn meine Füße sind wieder geschwollen. Was nun? In der kleinen Backskiste liegen noch die gelben Flossen von Arthur, die aber bestimmt drei Nummern zu groß sind. Ich probiere sie aber trotzdem mal an. Ein bisschen locker sind sie schon, aber ich ich geh mal damit los.

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Wolfgang geht auch schwimmen, danach zeichnet er noch die Löcher an, wo die Bananensteckerbuchsen an der Steuersäule hin sollen. Dann können wir nämlich unsere Sachen anschließen die mit Strom versorgt werden müssen und es muss nicht jedes mal ein Kabel ins Cockpit gelegt werden.  

Ja, viel haben wir heute nicht gemacht, wir haben eigentlich nur unsere Umgebung auf uns wirken lassen und das war schöner als als jeder Film.

Da sind Yachten gekommen und weitergefahren, oder die Menschen, die hier Urlaub machen und am Ufer sitzen. Dann sind da noch die Einheimischen die gewohnt ihre Arbeiten verrichten. Hier sitzen schon mal zwei bis drei Männer auf einem Haus und bereiten eine Schalung vor um ein Betondach zu machen und alles ohne Gerüst. Ganz schön gefährlich und das bei 30°.

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Eine Weile nachdem die Jadrolinja angekommen ist, tuckern oder rattern kleine Traktoren mit Anhängern herbei und transportieren so die eingekauften Sachen nach hause. Wieder Andere transportieren ihre Sachen von der Fähre aus mit Booten heim, die oft gut beladen sind. Es gibt ständig was zu schauen und es wird auch nicht langweilig und dann ist schon wieder Abend.

Um halb Sechs tuckert von der Südseite der Insel wieder der Kassierer auf uns zu. Außer uns ist nur noch eine kroatische Charteryacht hier. Bei denen legt er zuerst an.

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Nach langer Unterhaltung kommt er schließlich auch zu uns. 

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Wieder fragt er, ob wir was brauchen, wir brauchen nichts, das haben wir vorher schon besprochen und das Brot reicht wahrscheinlich auch noch für zwei Tage.

Ich bin unter Deck und kann das Gespräch zwischen dem Kassierer und Wolfgang ganz gut verfolgen, obwohl sie versuchen sich in englisch zu unterhalten.  

Plötzlich ruft Wolfgang zu mir runter: “Brauchen wir Brot?“ Er hat sich belabern lassen und eins bestellt, aber vorher wurde noch geklärt ob es hell oder dunkel, lang, rund oder normal sein soll. Das lange ist zwar kleiner aber es ist besser meint der Kassierer. Was wir morgen um 8:30 Uhr bekommen werden, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Ist eine Überraschung. Dann bezahlt Wolfgang die Bojengebühr und der freundliche Kassierer tuckert wieder davon.

Wolfgang sagt:“ Wir hätten auch Hörnchen haben können“ ich antworte: „Warum hast du keine bestellt?“ „Ich war schon überfordert mit der Entscheidung, welche Form das Brot haben soll“.

Der Kassierer kommt noch mal in unsere Richtung, ich winke ihn noch mal heran und Wolfgang bestellt noch die Hörnchen.

Dann fährt er weiter, diesmal nur gleich gegenüber an die kleine Anlegestelle der Einheimischen. Kurz darauf sehen wir ihn am Ufer mit einem großen orangenen Sack in der Hand. Er liest am Ufer Müll auf.

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Nach nicht allzu langer Zeit ist sein Sack voll, dann steigt er in sei Boot und fährt davon. Ganz schön fleißig der Junge. Das hat noch kein Kassierer gemacht, die waren immer gleich weg, wenn sie fertig waren.

Nach dem abendlichen Bad im Meer, lasse ich meine Haare auf dem Vorschiff vom warmen Wind trockenen. Wolfgang hat es da besser, seine Haare sind mit einmal rubbeln trocken. Dafür putzt er noch die Scheiben vom Sprayhood und die Luken.

Jetzt ist es dunkel und wir genießen den Abend, bis unsere einzigen Nachbarn von ihrem Landgang zurück kehren und um 22:30 Uhr noch meinen ihren Motor für eine halbe Stunde laufen lassen zu müssen.

Als es dann endlich einigermaßen still wurde und auch die Nachbarn verstummten, hörte man noch verschiedenes Vogelgezwitscher und einen Schnarchbär neben mir auf der Sitzbank.  

Es ist heute sehr schwül und die Moskitos greifen kräftig an.

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Das Labyrinth von Silba

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Donnerstag 23.06.2016

44°23,39 N  014°40,80E     Log 2439,0   15,2 sm    Boje

Insel Silba Bucht Papranica  Luft 29°  W 23°      Betr. Std. 421

Es war wieder eine ruhige Nacht und heute Morgen strahlt die Sonne.

Weiter vorne in der Bucht hat heute Nacht ganz still und heimlich eine Waldbeerenfarbene Motoryacht geankert.

Einmal ums Boot schwimmen zum wachwerden wie mein Käpten sagt, frühstücken und das Schiff fertig machen zum auslaufen.

Beim hinausfahren der Bucht, sehen wir dass die Waldbeerenyacht sogar ihren eigenen aufblasbaren Pool dabei hat.

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Beim Segeln werden wir von einem Trimaran mit Hightech Segel überholt

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und von einem kleinen Motorboot das ein Smily Gesicht hinter sich her zieht, wie einen Luftballon.

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Wir segeln noch, aber immer langsamer, bis gar nichts mehr geht. Also den größten Teil der Strecke wieder motoren.

Die letzten 5 sm können wir mit 3,5 Knoten sanft dahinsegeln. Als wir das Bojenfeld erreichen ist es leer und wir haben die schwere Entscheidung zu treffen, welche Boje wir denn nehmen. Danach eine Abkühlung im Meer nehmen, eine Kleinigkeit essen, wieder ins Meer zum waschen und für den Landgang fertig machen.

Den kurzen Weg mit dem Dinghi ans Ufer und dann den langen Weg entlanglaufen wollen wir nicht, sondern wir ziehen den längeren Weg übers Meer vor, dafür weniger laufen. 

Ich bin ja skeptisch, ob unser Johnson das durchhält, doch der Käpten ist optimistisch, also starten wir. Im Bojenbereich war das Wasser ruhig, aber als wie außerhalb der Landzunge fahren wird das Wasser auf einmal sehr wellig. Oh je, lieber Johnson, mach bitte nicht schlapp. Tapfer kämpft er sich vorwärts. Unser vorhaben bis zum Fähranleger zu fahren haben wir schnell verworfen und haben uns die nächst beste Stelle gesucht um an Land zu kommen. Die Wellen klatschen kräftig und laut ans Ufer, trotzdem sind einige Schwimmer weiter draußen im Wasser, die meisten aber sitzen am Ufer oder sind gerade mal mit den Beinen im Wasser. Hier zwischen den Badegästen an einem kleinen Betonsteg gehen wir ans Ufer. Das Dinghi heben wir an den Kiesstrand und binden es noch an einem Baum fest. Wir wissen ja nicht wie weit das Wasser noch an den Strand kommen kann. Nun müssen wir doch noch etwas laufen.

Unterwegs kommt mir alles mögliche durch den Kopf. Was ist wenn die Wellen noch stärker werden? Dann laufen wir den Weg zurück zum Schiff und lassen das Dinghi hier meint der Käpten. Aber wie kommen wir von Land aus auf`s Schiff? Schwimmen sagt der Käpten. Aber unser Rucksack mit den eingekauften Sachen? Dann schwimmen wir zum Boot, holen Fender, binden sie zusammen und holen so den Rucksack rüber zum Schiff und Morgen holen wir dann das Dinghi auf dem gleichen Weg wieder ab. Wir könnten auch am Strand warten, bis das Meer wieder ruhig ist meine ich. Der Käpten ist jetzt etwas   genervt. Jetzt gehen wir erst mal Essen und schauen dann weiter.

Das Restaurant in dem wir vor zwei Jahren essen waren, haben wir schnell gefunden. Der Kellner steht vor der Tür, weil das Lokal leer ist.
Wir sind die einzigen Gäste und er bietet uns alles mögliche zusätzlich zu unserem bestellten Essen an. Wir wollen doch Beide nur einen von den leckeren Grilltellern. Ich lass mich doch noch zu einem Salat überreden.
Er stellt uns schon mal die Teller hin. Er fragt sogar ob wir etwas gegen Moskitos zum einreiben wollen. Doch wir haben selber etwas dabei.
Dann bringt er uns die Grillplatte. Wir sehen uns ein bisschen verdutzt an. Es ist angerichtet wie für eine Person. Der hat uns falsch verstanden. Wir wollten beide je einen Grillteller haben und er bringt uns einen zusammen. Deshalb hat er auch noch zusätzlich was angeboten. Wir sagen mal nichts und teilen eben alles. Mal sehen was er berechnet.

Nach dem Essen bietet er uns noch einen Nachtisch an. Wir lehnen ab doch er meint, wir könnten zum Beispiel Palatschinken auch teilen und jeder kann einen essen. Nein wir wollen keinen. Jetzt warten wir auf die Rechnung. Es war tatsächlich nur ein Essen berechnet. Jetzt müssen wir lachen, der denkt bestimmt wir können uns nicht mehr leisten, als Wolfgang dann auch noch den Rest von meinem Wasser austrinkt, aus der Karaffe natürlich. Da ist der Kellner aber selber Schuld, wenn er nicht mehr Umsatz macht.

Nach dieser geteilten Mahlzeit suchen wir den Laden in dem wir das letzte mal auch waren. Vorab finden wir einen kleinen Kiosk der auch Brot hat und mehr brauchen wir auch nicht. Das nehmen wir aber erst auf dem Rückweg mit, wenn wir vom kleinen Hafen zurück sind.

Den konnten wir uns das letzte Mal nicht ansehen, weil es damals bereits dunkel wurde und wir noch einen steinigen Weg zurück zum Schiff laufen mussten.

Silba ist wirklich ein sehr schöner Ort mit seinen engen verwinkelten Gassen, doch ich habe andere Gedanken und kann mich diesmal nicht so recht an der Schönheit erfreuen.

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Der kleine Hafen hat auch was für sich, es gibt außer den Fischerbooten, die weiter hinten  ihre Ecke haben,

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auch die Möglichkeit mit einem Segler hier einen Platz an einem der beiden Stege zu erhaschen. Viele Plätze gibt es allerdings nicht.

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Außerhalb des kleinen Hafens sind auch noch ein Paar Bojen ausgelegt. Wolfgang läuft alle Stege ab, während ich warte.

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Als wir zurück laufen wollen, meint Wolfgang wir können doch um das Haus herum laufen. Was vorerst keiner von uns bemerkte, war dass wir einen ganz anderen Weg eingeschlagen haben. Wir laufen und laufen und laufen, ständig sind wir woanders. Wir finden unseren Weg nicht mehr. Den Kirchturm können wir auch nicht sehen, weil die meisten Grundstücke eine hohe Mauer oder riesige Pflanzen haben.

Wir laufen Wege nach links, mal nach rechts, oder nach oben, immer falsch. Jetzt folgen wir nur noch einen Weg der bergab geht, dann kommen wir ans Wasser und können uns hoffentlich wieder orientieren. Oh mei, sind wir weit gelaufen, als wir zum Wasser sehen können, entdecken wir unser Dinghi.

Wir sind fix und alle und haben Durst, außerdem sind in der Wärme unsere Finger schon ganz aufgequollen. Was machen wir jetzt. Ich würde ja lieber zum Schiff fahren und morgen Aufbackbrötchen in den Ofen schieben, doch der Käpten möchte gerne frisches Brot. Also den ganzen Weg noch einmal. Er bietet mir an, dass er das Brot holt und ich auf ihn warten kann.
Das kommt ja gar nicht in Frage, dann ist er auch noch weg.
Den Weg kennen wir ja jetzt.
Im Kiosk kaufen wir ein, jetzt steht aber an erster Stelle was zu trinken.

Ein paar Meter weiter kann man Eis kaufen, da setzen wir uns erst mal hin, bestellen was Gutes und fahren einen Gang runter.

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Ausgeruht und gestärkt geht es nun wieder abwärts zu unserem Boot. Mittlerweile sind keine Badegäste mehr da. Unseren Rucksack verstauen wir in eine vor Spritzwasser geschützte Tasche, die zu unserem Dinghi gehört.

Die Wellen preschen noch immer gegen das Ufer. Jetzt setzen wir unser Beiboot ins Wasser und steigen beziehungsweise krabbeln ins Boot. Wolfgang startet den Motor. Er springt gleich beim ersten mal an.

Lieber Johnson, du weist wir haben noch eine schöne Wegstrecke, also halte wieder durch.

Jetzt fahren wir auf einen herrlichen Sonnenuntergang zu.

Die Rückfahrt haben wir nicht mehr so extrem empfunden und als die Sonne weg war, waren wir sicher an unserem Schiff gelandet, das sich ruhig an seiner Boje hin und her bewegt.

Wir müssen feststellen, dass wir zu wenig mit dem Beiboot unterwegs sind, und deshalb unsicher sind was man ihm zutrauen kann.

Eigentlich hat ja alles gut funktioniert, nur das mit dem weniger Laufen war ja wohl nix.

Der Mond glitzert heute ganz orange aufs Meer.

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