Landgang in Osor

image_pdf

Sonntag 26.06.2016  

44°41,40 N  014°23,68E     Log 2463,7  9,1 sm  Boje

Insel Cres Ort Osor Luft 32°  W 28°      Betr. Std. 428,1

Das Gewitter war ganz in der Nähe, aber trotzdem weit genug weg, so dass wir nichts davon abbekamen, außer ein wenig Regen. Nachdem unser Verdeck geschlossen war, gab`s kostenlose Sauna. Als wir in unsere Koje gingen hat es zum Glück  aufgehört zu regnen, sodass wir die Luken wieder öffnen konnten, denn wir hatten jetzt 78% Luftfeuchtigkeit unter Deck.

Als unser Wecker klingelte, schien schon die Sonne durch die Luke und es war wieder mächtig warm. Nur schnell waschen und dann los. Es ist noch ganz still am Ankerplatz als wir losfahren. Die Wassertiefe blieb über die nächsten zwei Buchten bis fast vor zum Kap unter 10 m.

Am Kap zwischen den beiden Inseln Losinj und Cres bekamen wir sogar herrlichen Segelwind mit 6 Knoten Fahrt, ohne Welle. Die beste Segeletappe der ganzen letzten Woche. Das Landschaftsgucken kam auch nicht zu kurz. Wir überholten einen Kutter der sich mächtig anstrengen musste um seine im Schlepptau befindende Plattform ziehen zu können.  In malerischer Landschaft konnten wir fast bis zu den Leuchtbaken des Kanals segeln. Kurz vor dem Ort Osor gibt es einige Bojen etwas außerhalb der Baken. Die riesengroß sind. An einer machen wir fest, denn wir werden erst Morgen durch die Brücke fahren. Diese wird zwei mal am Tag geöffnet, einmal um 9:00 Uhr, die hätten wir sogar noch passieren können und einmal am Abend um 17:00  Uhr.
Nun freuen wir uns auf unser verspätetes Frühstück und beobachten dabei genauestens was sich um uns herum abspielt.
Danach nehmen wir ein ganz langes Warmbad und hoffen dass die Erfrischung ein bisschen anhält, denn wir wollen uns unbedingt Osor ansehen.
Mit dem Dinghi umkreisen wir erst mal unser Boot und fahren dann gemütlich an Land.

Samoa0243-001Samoa0242-006

Osor ist ein kleiner sehr alter Ort und zählt nur 200 Einwohner. Selbst jetzt im Sommer wirkt er sehr leer. Auf unserem Rundgang durch die engen Gässchen sind uns fast keine Menschen begegnet. Oben am Berg steht eine Ruine, die gerade wieder Aufgebaut wird und in der alten Kirche finden wöchentlich Konzerte statt. Schade dass wir da nicht mehr hier sind. Man hat das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein, die alten Häuser lassen es einem so erscheinen, es wirkt alles so friedlich und ruhig, ohne Hetzte und Lärm.

Nur auf der einzigen Straße die Cres und Losinj verbindet, herrscht Dauerverkehr. Verbunden sind die beiden Inseln mit einer kleinen Brücke, eben jene die wir morgen passieren wollen. Die Trennung der Inseln beträgt an der schmalsten Stelle, das ist die Fahrrinne für die Schiffe 12 m und diese ist etwa 40m lang. Hier muss man sehr aufpassen, wegen der Strömung. Außerhalb des großen Schiffsdurchlass, nutzen viele Badegäste den Sog um sich treiben zu lassen.

Am Ufer von Losinj sind einige Campingplätze direkt am Wasser, auch diese sind relativ leer.

An dem kleinen Stadthafen scheinen noch ein paar Plätze frei zu sein für Gäste. Aber die meisten Bojen sind mit Dauerliegern belegt.

Ein ständiges kommen und gehen herrscht bei den kleinen Booten die unter der Brücke durchpassen und nicht mehr als 1.50 m Höhe haben.

Samoa0243-004

Jetzt ist es 17:00 Uhr und die Drehbrücke wird wieder geöffnet.

Samoa0242-003

Hier kommen keine Elektromotoren zum Einsatz, nein die Brücke wird noch von einem Mann mit der Hand beiseite gekurbelt. Die von Süden kommenden Schiffe haben Vorfahrt. Die meisten Schiffe die jetzt durchfahren wollen sind erst kurz vorher gekommen und haben nicht lange warten müssen. Schon brav fährt immer nur ein Schiff durch den Kanal. Als das letzte von der Südseite durch ist, pfeift der Mann der für die Brücke verantwortlich ist die Boote vom Norden heran. Auch diese fahren Eines nach dem Anderen durch. Danach kurbelt der Brückenwärter, natürlich wieder von Hand, die Brücke in ihre Ausgangsstellung und gibt sie dem Straßenverkehr frei. Viele Menschen sahen sich diese kleine Attraktion an, wir auch.

Durstig und hungrig machen wir uns jetzt auf zu dem Restaurant das wir vorher entdeckt haben. Als wir es betreten, können wir durchlaufen und uns in einen herrlichen Garten setzen. Dort bestellen wir uns wieder Fisch. Das Essen ist vorzüglich und wird sehr schnell serviert, nur der Kellner, an dem sollte man noch arbeiten. Die Preise sind auch ganz in Ordnung.

Samoa0242-004

Durch den Garten auf der anderen Seite verlassen wir später das Lokal und haben einen herrlichen Blick auf das Meer.

Samoa0242-005 Samoa0243-002

Wieder zuhause, hüpfen wir gleich ins Wasser zum Erfrischen, was ja nicht wirklich geht bei 28°.

Als nächstes hängen wir noch unser Dinghi an den Geräteträger und machen dann Feierabend.

Jetzt ist es inzwischen stockdunkel und vor uns erstreckt sich ein ansichtskartentaugliches Panorama. Das Ufer und die alte Kirche sind hell erleuchtet und es wirkt feierlich.

IMG_2735-HDR

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Warmbadetag

image_pdf

Samstag 25.06.2016  

44°37,17 N  014°31,20E     Log 2454,6   15,7 sm    Ankern 5m Sand

Insel Cres Bucht Baldarin  Luft 29°  W 28°      Betr. Std. 427,1

Um 8:00 Uhr bitte ich den Käpten aufzustehen, denn in einer halben Stunde wird der Kassierer hier sein.

Wolfgang möchte jetzt noch schwimmen und meint das Boot von Kassierer ist ja noch gar nicht in Sicht. Ich lass mich überreden und gehe mit, denn es ist schon wieder sehr warm.

Mir reicht morgens immer einmal ums Boot schwimmen dann gehe ich wieder raus.

Auf einmal sehe ich den Kassierer kommen, aber nicht mit dem Boot sondern mit dem Fahrrad gleich gegenüber an Land. Schwupp ist auch der Käpten aus dem Wasser und zieht sich was an.

Dann verschwindet der Kassierer hinter der Mauer wo die Boote der Einheimischen liegen. Gleich darauf kommt ein Boot zum Vorschein, in dem unser Lieferant steht und rudert zu uns herüber.
Sehr pünktlich es ist genau 8:30 Uhr, das ist man hier eigentlich nicht gewohnt .

Dabei hat er ein Brot und unsere beiden Croissants, gefüllt mit Marmelade.

Samoa0240-001

Wolfgang fragt ihn ob er heute ein anderes Boot hat. Er erzählt dass mit dem anderen sein Vater beim Fischen ist. Dann geht es ans bezahlen, er rechnet zusammen und wir sind sehr erstaunt, dass es nicht mehr kostet, als im Laden. Nun verabschiedet sich unser freundlicher Lieferant. „Bis demnächst“ sagt er und rudert zu unseren Nachbarn, die warten auch schon auf ihn. Als er zurückrudert, ruft er uns zu, wir sollen die Croissants gleich essen denn sie sind noch warm.

Das waren sie tatsächlich. Welch ein super Service.

Nach dem guten Frühstück heißt es, zusammenräumen und für die weiterfahrt fertig machen.
Ich bin froh als es endlich losging, denn unter Deck bekommt man einen Hitzekoller wenn alle Luken dicht sind.

Außerhalb der Bucht weht eine leichte Brise. Wir können mit 3 Knoten Fahrt auf unser Ziel zufahren. Leider ist nach 4 Seemeilen die Brise wieder weg. Es bleibt uns nichts anderes übrig als den Motor zu starten. Nicht mal ein Fahrtwind, denn wir fahren in gleicher Geschwindigkeit und Richtung wie der restliche Wind. Dadurch ist es sehr warm an Bord bei der Überfahrt, das Display zeigt eine Meerestemperatur von 27° an. Das kann ja wohl nicht stimmen. Wieder mal sind wenig Schiffe unterwegs.

Als wir nach fast vier Stunden am Ankerplatz ankommen, wollen wir als erstes in Wasser. Es stehen jetzt sogar 28° Wassertemperatur auf der Anzeige und weil ich das nicht glaube, hole ich unser Babythermometer und messe selber nach. Unglaublich, die Anzeige stimmt. Das Wasser ist so was von genial, da werde ich nach dem Essen gleich schnorcheln gehen. Gesagt getan. Nach drei Stunden und ein bisschen Krampfig im rechten Bein komme ich wieder an Bord. Es ist fast 19:00 Uhr. Wolfgang hat in der Zwischenzeit die Buchsen an die Steuersäule gebaut.

Samoa0240-002 Samoa0240-003

Viel machen wir heute nicht mehr, denn heute müssen wir mal rechtzeitig in die Koje, denn wir wollen morgen Früh schon um 7:00 Uhr los.

Der Himmel bewölkt sich, es ist Regen angesagt, aber das war er die letzten Tage auch, wo er halt hin trifft. 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Ein rücksichtsvoller freundlicher Kassierer

image_pdf

Freitag 24.06.2016  

44°23,39 N  014°40,80E     Log 2439,0   0 sm    Boje

Insel Silba Bucht Papranica  Luft 29°  W 23°      Betr. Std. 421

Es ist schon gleich 8:00 Uhr, eigentlich wollte ich schon viel früher aufstehen, weil uns der Kassierer von der Boje gestern nicht mehr angetroffen hat und bestimmt gleich da ist. Damals hatten sie in aller Herrgotts Frühe an`s  Boot geklopft um für die vergangene Nacht zu kassieren und wir waren natürlich noch in unserer Koje.

Ein Blick durch die Badezimmer Luke, für den gewohnten Umblick und ich sehe so ein kleines Fischerboot, wie es die Einheimischen sehr häufig benutzen, an einer Boje hängen. Darin sitzt ein junger Mann und scheint zu warten, ich vermute es ist der Kassierer und wecke Wolfgang.

Er bewegt sich träge aus seiner Koje und geht an Deck um sich bemerkbar zu machen. Wie vermutet, kommt das Boot auf uns zu getuckert. Es ist der Kassierer, er ist sehr nett und entschuldigt sich, aber er hat uns ja leider gestern nicht angetroffen. Dann fragt er, ob er für uns Brot oder was anderes kaufen soll, doch wir brauchen leider nichts. Er bestellt und liefert auch essen, dazu reicht er uns einen Flyer von einem Restaurant. Wieder lehnen wir ab. Nur unsere kleine Mülltüte darf er mitnehmen.

Beim Frühstück beratschlagen wir was wir heute tun wollen, weiter fahren oder noch einen Tag bleiben. Wolfgang tendiert zum bleiben und als ich die Wassertemperatur sehe, tendiere ich auch.

Zum ersten mal heuer mache ich mich auf zum Schnorcheln. Doch ich komme nicht in meine Flossen, denn meine Füße sind wieder geschwollen. Was nun? In der kleinen Backskiste liegen noch die gelben Flossen von Arthur, die aber bestimmt drei Nummern zu groß sind. Ich probiere sie aber trotzdem mal an. Ein bisschen locker sind sie schon, aber ich ich geh mal damit los.

Samoa0239-002 - Kopie

Wolfgang geht auch schwimmen, danach zeichnet er noch die Löcher an, wo die Bananensteckerbuchsen an der Steuersäule hin sollen. Dann können wir nämlich unsere Sachen anschließen die mit Strom versorgt werden müssen und es muss nicht jedes mal ein Kabel ins Cockpit gelegt werden.  

Ja, viel haben wir heute nicht gemacht, wir haben eigentlich nur unsere Umgebung auf uns wirken lassen und das war schöner als als jeder Film.

Da sind Yachten gekommen und weitergefahren, oder die Menschen, die hier Urlaub machen und am Ufer sitzen. Dann sind da noch die Einheimischen die gewohnt ihre Arbeiten verrichten. Hier sitzen schon mal zwei bis drei Männer auf einem Haus und bereiten eine Schalung vor um ein Betondach zu machen und alles ohne Gerüst. Ganz schön gefährlich und das bei 30°.

Samoa0239-001 - Kopie

Eine Weile nachdem die Jadrolinja angekommen ist, tuckern oder rattern kleine Traktoren mit Anhängern herbei und transportieren so die eingekauften Sachen nach hause. Wieder Andere transportieren ihre Sachen von der Fähre aus mit Booten heim, die oft gut beladen sind. Es gibt ständig was zu schauen und es wird auch nicht langweilig und dann ist schon wieder Abend.

Um halb Sechs tuckert von der Südseite der Insel wieder der Kassierer auf uns zu. Außer uns ist nur noch eine kroatische Charteryacht hier. Bei denen legt er zuerst an.

IMG_2630 - Kopie

Nach langer Unterhaltung kommt er schließlich auch zu uns. 

IMG_2636 - Kopie

Wieder fragt er, ob wir was brauchen, wir brauchen nichts, das haben wir vorher schon besprochen und das Brot reicht wahrscheinlich auch noch für zwei Tage.

Ich bin unter Deck und kann das Gespräch zwischen dem Kassierer und Wolfgang ganz gut verfolgen, obwohl sie versuchen sich in englisch zu unterhalten.  

Plötzlich ruft Wolfgang zu mir runter: “Brauchen wir Brot?“ Er hat sich belabern lassen und eins bestellt, aber vorher wurde noch geklärt ob es hell oder dunkel, lang, rund oder normal sein soll. Das lange ist zwar kleiner aber es ist besser meint der Kassierer. Was wir morgen um 8:30 Uhr bekommen werden, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Ist eine Überraschung. Dann bezahlt Wolfgang die Bojengebühr und der freundliche Kassierer tuckert wieder davon.

Wolfgang sagt:“ Wir hätten auch Hörnchen haben können“ ich antworte: „Warum hast du keine bestellt?“ „Ich war schon überfordert mit der Entscheidung, welche Form das Brot haben soll“.

Der Kassierer kommt noch mal in unsere Richtung, ich winke ihn noch mal heran und Wolfgang bestellt noch die Hörnchen.

Dann fährt er weiter, diesmal nur gleich gegenüber an die kleine Anlegestelle der Einheimischen. Kurz darauf sehen wir ihn am Ufer mit einem großen orangenen Sack in der Hand. Er liest am Ufer Müll auf.

Samoa0239-003

Nach nicht allzu langer Zeit ist sein Sack voll, dann steigt er in sei Boot und fährt davon. Ganz schön fleißig der Junge. Das hat noch kein Kassierer gemacht, die waren immer gleich weg, wenn sie fertig waren.

Nach dem abendlichen Bad im Meer, lasse ich meine Haare auf dem Vorschiff vom warmen Wind trockenen. Wolfgang hat es da besser, seine Haare sind mit einmal rubbeln trocken. Dafür putzt er noch die Scheiben vom Sprayhood und die Luken.

Jetzt ist es dunkel und wir genießen den Abend, bis unsere einzigen Nachbarn von ihrem Landgang zurück kehren und um 22:30 Uhr noch meinen ihren Motor für eine halbe Stunde laufen lassen zu müssen.

Als es dann endlich einigermaßen still wurde und auch die Nachbarn verstummten, hörte man noch verschiedenes Vogelgezwitscher und einen Schnarchbär neben mir auf der Sitzbank.  

Es ist heute sehr schwül und die Moskitos greifen kräftig an.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Das Labyrinth von Silba

image_pdf

Donnerstag 23.06.2016

44°23,39 N  014°40,80E     Log 2439,0   15,2 sm    Boje

Insel Silba Bucht Papranica  Luft 29°  W 23°      Betr. Std. 421

Es war wieder eine ruhige Nacht und heute Morgen strahlt die Sonne.

Weiter vorne in der Bucht hat heute Nacht ganz still und heimlich eine Waldbeerenfarbene Motoryacht geankert.

Einmal ums Boot schwimmen zum wachwerden wie mein Käpten sagt, frühstücken und das Schiff fertig machen zum auslaufen.

Beim hinausfahren der Bucht, sehen wir dass die Waldbeerenyacht sogar ihren eigenen aufblasbaren Pool dabei hat.

Samoa0238-001

Beim Segeln werden wir von einem Trimaran mit Hightech Segel überholt

Samoa0238-002

und von einem kleinen Motorboot das ein Smily Gesicht hinter sich her zieht, wie einen Luftballon.

Samoa0238-003

Wir segeln noch, aber immer langsamer, bis gar nichts mehr geht. Also den größten Teil der Strecke wieder motoren.

Die letzten 5 sm können wir mit 3,5 Knoten sanft dahinsegeln. Als wir das Bojenfeld erreichen ist es leer und wir haben die schwere Entscheidung zu treffen, welche Boje wir denn nehmen. Danach eine Abkühlung im Meer nehmen, eine Kleinigkeit essen, wieder ins Meer zum waschen und für den Landgang fertig machen.

Den kurzen Weg mit dem Dinghi ans Ufer und dann den langen Weg entlanglaufen wollen wir nicht, sondern wir ziehen den längeren Weg übers Meer vor, dafür weniger laufen. 

Ich bin ja skeptisch, ob unser Johnson das durchhält, doch der Käpten ist optimistisch, also starten wir. Im Bojenbereich war das Wasser ruhig, aber als wie außerhalb der Landzunge fahren wird das Wasser auf einmal sehr wellig. Oh je, lieber Johnson, mach bitte nicht schlapp. Tapfer kämpft er sich vorwärts. Unser vorhaben bis zum Fähranleger zu fahren haben wir schnell verworfen und haben uns die nächst beste Stelle gesucht um an Land zu kommen. Die Wellen klatschen kräftig und laut ans Ufer, trotzdem sind einige Schwimmer weiter draußen im Wasser, die meisten aber sitzen am Ufer oder sind gerade mal mit den Beinen im Wasser. Hier zwischen den Badegästen an einem kleinen Betonsteg gehen wir ans Ufer. Das Dinghi heben wir an den Kiesstrand und binden es noch an einem Baum fest. Wir wissen ja nicht wie weit das Wasser noch an den Strand kommen kann. Nun müssen wir doch noch etwas laufen.

Unterwegs kommt mir alles mögliche durch den Kopf. Was ist wenn die Wellen noch stärker werden? Dann laufen wir den Weg zurück zum Schiff und lassen das Dinghi hier meint der Käpten. Aber wie kommen wir von Land aus auf`s Schiff? Schwimmen sagt der Käpten. Aber unser Rucksack mit den eingekauften Sachen? Dann schwimmen wir zum Boot, holen Fender, binden sie zusammen und holen so den Rucksack rüber zum Schiff und Morgen holen wir dann das Dinghi auf dem gleichen Weg wieder ab. Wir könnten auch am Strand warten, bis das Meer wieder ruhig ist meine ich. Der Käpten ist jetzt etwas   genervt. Jetzt gehen wir erst mal Essen und schauen dann weiter.

Das Restaurant in dem wir vor zwei Jahren essen waren, haben wir schnell gefunden. Der Kellner steht vor der Tür, weil das Lokal leer ist.
Wir sind die einzigen Gäste und er bietet uns alles mögliche zusätzlich zu unserem bestellten Essen an. Wir wollen doch Beide nur einen von den leckeren Grilltellern. Ich lass mich doch noch zu einem Salat überreden.
Er stellt uns schon mal die Teller hin. Er fragt sogar ob wir etwas gegen Moskitos zum einreiben wollen. Doch wir haben selber etwas dabei.
Dann bringt er uns die Grillplatte. Wir sehen uns ein bisschen verdutzt an. Es ist angerichtet wie für eine Person. Der hat uns falsch verstanden. Wir wollten beide je einen Grillteller haben und er bringt uns einen zusammen. Deshalb hat er auch noch zusätzlich was angeboten. Wir sagen mal nichts und teilen eben alles. Mal sehen was er berechnet.

Nach dem Essen bietet er uns noch einen Nachtisch an. Wir lehnen ab doch er meint, wir könnten zum Beispiel Palatschinken auch teilen und jeder kann einen essen. Nein wir wollen keinen. Jetzt warten wir auf die Rechnung. Es war tatsächlich nur ein Essen berechnet. Jetzt müssen wir lachen, der denkt bestimmt wir können uns nicht mehr leisten, als Wolfgang dann auch noch den Rest von meinem Wasser austrinkt, aus der Karaffe natürlich. Da ist der Kellner aber selber Schuld, wenn er nicht mehr Umsatz macht.

Nach dieser geteilten Mahlzeit suchen wir den Laden in dem wir das letzte mal auch waren. Vorab finden wir einen kleinen Kiosk der auch Brot hat und mehr brauchen wir auch nicht. Das nehmen wir aber erst auf dem Rückweg mit, wenn wir vom kleinen Hafen zurück sind.

Den konnten wir uns das letzte Mal nicht ansehen, weil es damals bereits dunkel wurde und wir noch einen steinigen Weg zurück zum Schiff laufen mussten.

Silba ist wirklich ein sehr schöner Ort mit seinen engen verwinkelten Gassen, doch ich habe andere Gedanken und kann mich diesmal nicht so recht an der Schönheit erfreuen.

Samoa0238-007

Der kleine Hafen hat auch was für sich, es gibt außer den Fischerbooten, die weiter hinten  ihre Ecke haben,

Samoa0238-006

auch die Möglichkeit mit einem Segler hier einen Platz an einem der beiden Stege zu erhaschen. Viele Plätze gibt es allerdings nicht.

Samoa0238-004

Außerhalb des kleinen Hafens sind auch noch ein Paar Bojen ausgelegt. Wolfgang läuft alle Stege ab, während ich warte.

Samoa0238-005

Als wir zurück laufen wollen, meint Wolfgang wir können doch um das Haus herum laufen. Was vorerst keiner von uns bemerkte, war dass wir einen ganz anderen Weg eingeschlagen haben. Wir laufen und laufen und laufen, ständig sind wir woanders. Wir finden unseren Weg nicht mehr. Den Kirchturm können wir auch nicht sehen, weil die meisten Grundstücke eine hohe Mauer oder riesige Pflanzen haben.

Wir laufen Wege nach links, mal nach rechts, oder nach oben, immer falsch. Jetzt folgen wir nur noch einen Weg der bergab geht, dann kommen wir ans Wasser und können uns hoffentlich wieder orientieren. Oh mei, sind wir weit gelaufen, als wir zum Wasser sehen können, entdecken wir unser Dinghi.

Wir sind fix und alle und haben Durst, außerdem sind in der Wärme unsere Finger schon ganz aufgequollen. Was machen wir jetzt. Ich würde ja lieber zum Schiff fahren und morgen Aufbackbrötchen in den Ofen schieben, doch der Käpten möchte gerne frisches Brot. Also den ganzen Weg noch einmal. Er bietet mir an, dass er das Brot holt und ich auf ihn warten kann.
Das kommt ja gar nicht in Frage, dann ist er auch noch weg.
Den Weg kennen wir ja jetzt.
Im Kiosk kaufen wir ein, jetzt steht aber an erster Stelle was zu trinken.

Ein paar Meter weiter kann man Eis kaufen, da setzen wir uns erst mal hin, bestellen was Gutes und fahren einen Gang runter.

Samoa0238-008

Ausgeruht und gestärkt geht es nun wieder abwärts zu unserem Boot. Mittlerweile sind keine Badegäste mehr da. Unseren Rucksack verstauen wir in eine vor Spritzwasser geschützte Tasche, die zu unserem Dinghi gehört.

Die Wellen preschen noch immer gegen das Ufer. Jetzt setzen wir unser Beiboot ins Wasser und steigen beziehungsweise krabbeln ins Boot. Wolfgang startet den Motor. Er springt gleich beim ersten mal an.

Lieber Johnson, du weist wir haben noch eine schöne Wegstrecke, also halte wieder durch.

Jetzt fahren wir auf einen herrlichen Sonnenuntergang zu.

Die Rückfahrt haben wir nicht mehr so extrem empfunden und als die Sonne weg war, waren wir sicher an unserem Schiff gelandet, das sich ruhig an seiner Boje hin und her bewegt.

Wir müssen feststellen, dass wir zu wenig mit dem Beiboot unterwegs sind, und deshalb unsicher sind was man ihm zutrauen kann.

Eigentlich hat ja alles gut funktioniert, nur das mit dem weniger Laufen war ja wohl nix.

Der Mond glitzert heute ganz orange aufs Meer.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Der brotlose Brotshop

image_pdf

Mittwoch 22.06.2016  

44°34,35 N  014°24,67 E     Log 2423,8   9,8 sm    Ankern 8m Sand

Insel Losinj  Bucht Artaturi  Luft 29°  W 23,3°      Betr. Std. 423,4

Gleich in der Früh wollten wir los und Brot kaufen, doch wer kommt mal wieder nicht aus seiner Koje? Richtig, der Käpten und als er dann endlich erwacht, muss er noch ums Boot schwimmen zum richtig Wachwerden.

Endlich sitzen wir im Beiboot, unser Johnson springt auch gleich an. Nach ein paar Metern Fahrt geht er jedoch wieder aus. Dieses Spiel treibt er mit uns einige Male bis wir an der Mole gelandet sind, das heißt, zwei Meter vorher versagt er abermals, jetzt nehmen wir die Paddel zur Hand.

Unterwegs noch mal Müll entsorgen und weiter geht´s zum Laden.

Samoa0236-001

Das darf nicht wahr sein, es gibt kein Brot mehr, das heißt es gab heute noch gar kein Brot. Vielleicht gibt es Mittag eins, vielleicht auch nicht. Toastbrot in der Tüte bietet man uns an, aber das wollen wir nicht. Da nehmen wir lieber die letzten zwei Krapfen und zwei Joghurts mit. Hätten wir das gewusst, das kein Brot da ist, wären unsere Aufbackbrötchen zum Einsatz gekommen.

Wolfgang meint:“ verhungern tun wir schon nicht, dann gibt es halt Sauerbraten zum Frühstück“.

Wieder an der Mole, geht das Theater mit dem Johnson erneut los.

Nach dem Frühstück, geht Wolfgang ans Werk und zerlegt den Johnson mal wieder.

Samoa0236-002

Während er den Vergaser reinigt und noch eine verstopfte Düse findet, backe ich uns ein Brot. Ein Oliven, Tomatenbrot. Diese schöne Backmischung aus dem Glas, war ein Weihnachtsgeschenk von unserer lieben Inge und für genau diesen Zweck gedacht.

Samoa0237-001

Es duftet jetzt im ganzen Boot. 

Zwischenzeitlich schauen wir mal was das Aufladen unserer Batterien macht, denn heute haben wir ordentlich Sonne. Bereits um 14:30 Uhr waren unsere Bordbatterien voll aufgeladen, obwohl ich Strom für meinen Mixer gebraucht habe. Handys, Laptop, Fotoapparat alles aufgeladen. Super, Energiemäßig sind wir jetzt gut versorgt.

Auch unser Johnson läuft wieder, Wolfgang meint, er ging noch nie so gut wie jetzt.

Samoa0236-003

Na hoffentlich.

Mein mediterranes Brot ist auch fertig. Als ich es aus dem Ofen nehme, drehe ich es gleich mal um, wie die Unterseite aussieht. Was soll ich sagen, so ein schönes Brot hatte ich noch nie.

Samoa0236-004

Immer hatte ich das Problem, dass die Unterseiten meiner Brote eher an Briketts erinnerten, wenn ich welche in meinem kleinen Gasofen an Bord gemacht habe.

Auch das Schwimmen kam heute nicht zu kurz, denn das Meer hat sich um 2°   

mehr erwärmt und hatte heute gute 23,3 °.

Uns mag man, denn schon wieder ist uns ein Segler, dieses mal ein Italiener auf die Pelle gerückt, obwohl auch heute noch viel Platz außen herum war.

Es soll heute wieder NO Wind geben, da müssen wir noch mehr Kette stecken, aber dann rücken wir noch näher an das kleine Boot hinter uns. Abwarten.

Wolfgang spleißt sich noch je ein Auge in zwei Leinen die er für unser Dinghi benötigt.

So und jetzt gibt es unser Mediterranes Brot, mit Tomate Mozzarella und anderen Leckereien, dazu genießen wir noch einen hervorragenden Weißwein, den uns Salvatore geschenkt hat.

Samoa0236-005

Wir lassen es uns gut gehen.

Das Brot schmeckt genauso gut wie es riecht. Ich habe noch eine Scheibe Brot vom Grga Markt und probiere mal zum Vergleich. Daran haben sich dann die Fische erfreut.

Gerade fertig mit dem Essen, kommt auch schon der Wind. Überall wir aufgeräumt, bei uns natürlich auch. Das Beiboot wird heute das erste Mal seinen Platz am Geräteträger einnehmen.

Nun  meint Wolfgang: “ ich geh jetzt vor und lasse noch mehr Kette rein, mal schaun was der Italiener macht“. Die Fangleine für den Anker hängt er auch gleich noch mit ran, damit der Anker nicht so ruckelt.

In der Bucht sind heute bereits sehr viele Ankerlieger als noch ein kleines rotes Segelboot hereinkommt. Als es sich vor den einen Deutschen setzen will, werden sie verscheucht. Jetzt versuchen sie ihr Glück auf der anderen Seite. Kommen aber wieder herüber und ankern in guter Entfernung nicht weit hinter uns. Es ist eine junge Italienische Familie mit einem ganz kleinem Baby, das die Mutter in einem Tragegurt am Bauch mit herumträgt. Sie steht mit dem Kind am Bug und bedient mit dem Fuß den Anker. Sie liegen jetzt gut wie wir meinen. Direkt vor dem Berg, doch ihnen gefällt der Platz nicht, denn sie holen den Anker erneut auf, um ihn doch auf der anderen Seite der Bucht wieder ins Wasser zu lassen.

Samoa0236-006

Später hören wir das Baby weinen. Sicher ist es müde, wie mein Käpten.

Unser Italiener hat inzwischen auch gemerkt, dass wir nun noch dichter vor seinem Bug sitzen und reagiert auch wie erwartet, er gibt mehr Ankerkette und vergrößert so etwas den Abstand.

Der Wind wird kräftiger, es ist stockdunkel als noch ein Segler in unsere Mitte will. Dieser fährt ziemlich weit nach vorne, wo die vielen kleinen Bojen hängen und das Wasser seichter wird. An drei dieser kleinen Bojen haben heute Abend schon unverständlicherweise Segler festgemacht und nicht mal ein Ankerlicht eingeschaltet.

So langsam taucht der Mond hinter dem Berg auf und erhellt glücklicherweise unser Ankerfeld, wenn nicht noch Wolken aufziehen.

Ein Einhandsegler mit starken Nerven ankert etwas weiter hinter uns, aber unsere Nerven und bestimmt auch von anderen Seglern, werden strapaziert mit seinem Leinengeschlage an den Mast.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Aufgepumpt

image_pdf

Dienstag 21.06.2016  

44°34,35 N  014°24,67 E     Log 2423,8   9,8 sm    Ankern 8m Sand

Insel Losinj Bucht Artaturi Luft 22° W 22° Betr. Std. 423,4

Besonders gut geschlafen habe ich ja nicht, dieses mal aber nicht wegen des Wetters, sondern wegen der „Ane“ dem Segler von nebenan. Des öfteren habe ich in der Nacht nachgeschaut, ob sie noch ausreichend Abstand zu uns haben. Heute Morgen lag sie quer, ganz nah an unserem Heck.

Zum Glück sind sie vor uns gestartet. Beim Ankereinholen hatte der Skipper bestimmt auch ein bisschen Bedenken, ob sie gut an uns vorbeikommen. Das kamen sie auch, aber ihnen ist natürlich auch nicht entgangen, dass wir sie keine Sekunde aus den Augen ließen.

Als vorletzter verließen wir die Bucht und wollten gerne segeln. Wir sind sportlich und haben natürlich die Segel gesetzt, obwohl nicht viel Wind da war. Da gab es noch einige Boote die auch versuchten zu segeln. Tapfer warteten wir und warteten, die Schiffe schienen an der selben Stelle zu bleiben. Bis wir uns dann gar nicht mehr bewegten, dann musste doch wieder der Motor zu Hilfe genommen werden. Ein paar hartgesottene hielten durch, die hatten einen Spinnaker angeschlagen, damit ging es ein ganz klein wenig besser. Wir haben aber keinen.

Über drei Stunden haben wir für 8 sm gebraucht.

In der bewohnten Bucht Artaturi sind nur zwei Segler, wir haben also wieder freies Feld zum Ankern.

Danach gönnen wir uns mal wieder ein kühles Bad.

Um unsere Vitaminreserven aufzustocken, gab es noch einen Obstsalat aus überreifen Früchten, der sehr gut schmeckte, aber leider auch die Wespen anzog.

Gestärkt wollen wir endlich unser Dinghi aus der Backskiste holen und aufpumpen. Wenn da nicht das lästige ausräumen vorher wäre. Die ganzen Fender, Kanister, Wasserschläuche und was sonnst noch alles so drin gebunkert ist in unserer Garage muss raus, denn dann erst kommen wir an unser Schlauchboot.

Samoa0235-004

Als nächstes schleppen wir das gute Stück auf Vorschiff und pumpen es auf.

Jetzt muss es nur noch ins Wasser, dazu hängt es Wolfgang an das Spinnakerfall und ich lasse es vom Cockpit aus ins Wasser.

Samoa0235-003

Damit sind wir aber noch nicht fertig, denn wir haben jetzt ja eine Vorrichtung für unser Dinghi am Geräteträger. Nur wie die ganze Sache aussehen soll, davon haben wir überhaupt noch keinen Plan. Wolfgang hat ja schon vor ein paar Tagen Rollen und Leinen montiert. Irgendwie muss das Beiboot jetzt seine richtige Position am Geräteträger erhalten.

Samoa0235-005

Gar nicht so einfach, erst sind die Leinen zu lang, dann hängt es schief und instabil ist es auch noch. Nach reiflichen Überlegen und ausprobieren, hängt es gar nicht mal so schlecht.

Samoa0235-006

Zur Begutachtung von der Wasserseite aus, schickt mich Wolfgang ins kühle Nass. Ich schwimme ums halbe Schiff um die Konstruktion, von allen Seiten gut sehen zu können. Zu meiner Überraschung sieht die Sache gar nicht mal so schlecht aus.

Mir ist kalt und ich möchte wieder an Bord, doch ich muss jetzt erst mal warten bis der Käpten mit dem Ablassen und Lösen des Beibootes vom Geräteträger fertig ist.

Na endlich, ich erfriere gleich.

Nach so vielen Herumgewurschtel brauchen wir erst mal eine Pause. Dazu sitzen wir im Cockpit und genießen die Bucht, die uns immer wieder gefällt.

IMG_2626-Pano IMG_2622 Samoa0235-001

Nach dem Abendessen wollen wir an Land. Diesmal von der kleinen Slipstelle aus, denn ganz in der Nähe habe ich eine große Mülltonne gesehen. Nach dem Müll abladen, sollten  wir eigentlich ziemlich schnell auf der Straße entlang, zu dem kleinen Laden kommen. Doch der Weg scheint endlos zu sein.

Samoa0235-008 Samoa0235-007

Der Ort sieht vom Wasser aus, wesentlich schöner aus, überall hängen Schilder an den Gartenzäunen, dass noch Apartments frei sind. Heuer fehlen überall die Touristen.

Der Laden ist weg, wir gehen den Weg etwas zurück und bemerken, dass wir daran vorbeigelaufen sind. Unter Laden stellt man sich auch etwas anderes vor und kein garagenähnliches Gebäude mit zugehängtem torgroßen Gartenzäunen. Der Laden hatte natürlich schon geschlossen. Na ja, jetzt wissen wir wenigstens die Öffnungszeiten für morgen.

Samoa0235-009 Samoa0235-010

Wir paddeln durch das stille Meer zurück zu unserer Samoa.

Das erste Mal dass es am Abend schwül ist, seit wir hier sind, was auch Moskitos bedeutet.

Die letzten beiden Tage hatten wir wenig Wolken und konnten uns an einem prächtig leuchtenden Mond erfreuen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Leinen sortieren

image_pdf

Montag 20.06.2016  

44°39,710 N  014°15,913 E     Log 2414   0 sm    Ankern 11m

Insel Unije  Bucht Vognisca  Luft 22°  W 21°      Betr. Std. 421,6

In der Nacht, kurz vor 1:00 Uhr kam der große Regen, der anhielt bis heute Morgen. Ein paar mal sind wir aus unserer Koje gesprungen, weil plötzlich der Ankeralarm zu piepsen begann. War aber nicht wirklich was, womöglich ist ein Fischschwarm unter dem Boot, beim Echolot vorbei geschwommen. Der große vorhergesagte Wind blieb glücklicherweise aus, der hat sich woanders ausgetobt.

Heute Morgen ist es ruhig und friedlich, dass man sogar die Vögel zwitschern hört. Also hängen wir noch einen Tag hier an. An nichts böse denkend, schaut Wolfgang nach den E-Mails. Einen ganzen Tag haben wir es geschafft, nichts für zuhause erledigen zu müssen. Wenn das so weitergeht, müssen wir noch vier Wochen Urlaub anhängen.

Dann bemerkt Wolfgang, dass wir irgendwie zu wenig Strom aufladen. Also geht er auf Fehlersuche. Mit dem Messgerät findet er die Ursache des Problems. Eine Kabelverbindung hatte sich gelockert, so dass eines der neuen Solarmodule nichts liefern konnte. Wieder neu verbunden, ist der Blick auf die  Anzeigetafel gleich viel erfreulicher.

Auf Mittag zu gibt es wieder mehr Wind, diesmal aus ESE mit 17 Knoten, das wäre ja auch nicht schlimm, wenn nicht soviel Schwell in die Bucht drücken würde.

Schwimmen gehen ist nicht, zu frisch, außerhalb unserer Abdeckung ist es uns auch etwas zu ungemütlich. Irgendeine Tätigkeit werden wir schon finden. Auf die glorreiche Idee die kleine Backskiste auszuräumen und die Leinen auszumisten, ist Wolfgang gekommen. Da sind schon einige Leinen dabei, die wir gegen neue austauschen sollten, andere sind gar nicht so schlecht, aber wofür wir sie letztendlich verwenden wollen wissen wir noch nicht. Gummibänder mit Haken, wie man sie in jedem Baumarkt bekommt, brauchen wir hier auch nicht, die sind zuhause eher mal zu gebrauchen.

Samoa0234-002

Ganz hinten zieht Wolfgang etwas sehr schweres aus der Kiste, das war das letzte mal noch nicht da, als wir die Kiste ausgeräumt haben,das muss uns jemand rein gelegt haben. Aber was ist das bloß? Ich weiß es nicht. Nach näherem betrachten glaubt Wolfgang dass es ein Ankergewicht ist, nur wie wird es angewendet? Damit beschäftigen wir uns aber ein anderes Mal.

Samoa0233-001

So, die Leinen sind in drei Kategorien sortiert, in Müll, für zuhause mitnehmen und Brauchbares fürs Schiff.

Dass ja noch einige Schiffe hier im laufe des Tages ankern wollen ist uns schon bewusst, aber dass sich jemand so dicht an uns heften muss, dass er uns das Fleisch vom Grill nehmen könnte, ist schon etwas seltsam. Zumal der meiste Teil der Bucht noch nicht belegt war. Norddeutsche, von denen hätte man das am wenigsten vermutet.

Wolfgang möchte später noch Fender raus hängen. Da werden sie bestimmt Augen machen. Aber sollte der Wind wieder erwarten stärker werden, knallen wir in ihr Charterboot, denn wir haben von gestern noch sehr viel Kette gesteckt und die bleibt auch drin. Das nächste was Nervt, ist das Leinengeschlage an den Mast. Hat man dem Skipper nicht beigebracht, dass man das recht einfach beheben kann?

Und dann spielt er auch noch Erklärbär, bei seiner Crew.

Jetzt möchte Wolfgang die Situation doch etwas entschärfen und holt etwas Ankerkette ein, in der Hoffnung dass es wirklich weitgehend Windstill bleibt.

Im Moment sieht es ja so aus.

PS. Lieber Schwager Robert, wir wünschen Dir alles Gute und viel Gesundheit zu Deinem Geburtstag.  Liebe Grüße Elke und Wolfgang

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Regenradar

image_pdf

Sonntag 19.06.2016  

44°39,710 N  014°15,913 E     Log 2414   19,8 sm    Ankern 11m

Insel Unije  Bucht Vognisca  Luft 22,8°  W 21,7      Betr. Std. 421,6

Als wir am späten Vormittag losfuhren, schien die Sonne und das Meer war ziemlich glatt,

doch gegen Nachmittag war bereits wieder mal Regen gemeldet.

 Mit 5 Knoten Fahrt und wenig Welle, können wir in etwa 4 Stunden noch rechtzeitig vor dem Regen über dem Kvarner sein.

Doch nach einiger Zeit gefiel uns die Färbung des Himmels, die aus Richtung Westen kam nicht so sehr. Eine große dunkle Wand schiebt sich auf uns zu und wir werden beim Segeln immer langsamer, der Wind klinkt sich aus. Wolfgang blickt immer wieder auf das Radar. Dann sagt er: „schau mal neben uns regnet es“. Im Radar kann man deutlich sehen wo sich das Regengebiet befindet, wie groß das Gebiet etwa ist und in welche Richtung es zieht. Da es seitlich von uns liegt, betrifft es uns noch nicht.

So langsam nimmt er Wind wieder zu, doch er hat sich auch gedreht und kommt jetzt fast von achtern, das heißt für uns aus der falschen Richtung. Was uns auch überhaupt nicht gefällt ist, dass das Regengebiet sich jetzt auf uns zu bewegt. Es ist schon eine schöne Zusatzfunktion des Radargerätes, dass man damit nicht nur Küstenlinien und Boote sehen kann, sondern auch Schlechtwetterzonen.

Samoa0232-002

Das Segeln geht uns jetzt zu langsam, deshalb starten wir den Motor, wir wollen gerne vor dem Regen in der Bucht sein. Doch plötzlich fängt es etwas an zu tröpfeln, dank unserem Bimini werden wir aber nicht nass. Wir schließen den Niedergang vorsichtshalber mit  unserem halben Steckschott und schieben den Deckel zu.

Dann kommt mir wieder eine Idee, man könnte den Niedergang um einen Wasserfesten Vorhang erweitern, damit würde es nicht ins Boot regnen, wir könnten aber wenn es nötig ist beim segeln, trotzdem schnell mal unter Deck gelangen.

Nach fast vier Stunden Fahrt sind wir in der Bucht. Nur zwei Segler liegen vor Anker, wir haben also genügend Platz.

Gegen Abend Regnet es wieder, schnell montieren wir die Seitenteile, danach ruft Wolfgang erneut den Wetterbericht ab. Es wird kräftig Wind und örtlich auch Gewitter geben. Wehrend wir über das Wetter meckern,  meckern am Ufer die Ziegenböcke.

Samoa0232-001

Vorab haben wir aber einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Wolfgang steckt noch mehr Kette und sichert die Ankerkette mit einer Leine. Mal sehen was die Nacht bringt.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Besuch an Bord

image_pdf

Samstag 18.06.2016  

44°46,64N   013°55,11 E     Log 2394,2   12,4 sm    Ankern 8m

Festland Bucht Portic Luft 24°  W 21,7      Betr. Std. 418,4

Den Morgen kann man auch so beginnen. Entweder schrubben oder die Anweisung dazu geben. Hier wurde deutlich Angewiesen.

Wir haben noch allerhand zu erledigen, das Boot aufklaren, den Sand den der Jugo überall auf das Boot geblasen hat wieder abwaschen, Wassertank füllen usw. usw.

Dann warten wir noch dringend auf einen Anruf, für die hoffentlich vorerst letzte Bürotätigkeit. Wir warten und warten, dann gehen wir halt vorher noch einkaufen. Danach  warten wir  immer noch, bis Wolfgang selbst anruft. Nach längerem hin und her, können wir jetzt alles abschließen.

Das machen wir auch mit unserem Stromkabel, dann heißt es Muringleinen los.

Nach dem Segelsetzen machen wir gute 5 Knoten Fahrt mit Raumwindkurs.

IMG_2602

Nach dem Leuchtturm wollen wir entscheiden wohin wir heute segeln, das ist windabhängig.

Das Handy klingelt, wir gehen beim Segeln aber nicht ran. Außerdem wollen wir jetzt nicht wirklich wissen wer das ist.

IMG_2604

Der Wind ist uns hold Richtung Portic und genau dahin segeln wir jetzt. Um 15:40  Ankern wir ziemlich weit außen in 8 m Wassertiefe.

Danach schaut Wolfgang, wer der Anrufer war. Unser guter Josef hat gehört dass wir hier in Kroatien sind und wollte sich einfach mal melden. Er hat sich ein Boot gekauft und ist gerade auf einer kleinen Insel was Essen. Wie lustig, die kleine Insel ist direkt neben unserer Ankerbucht. Nach dem Essen will er mal zu uns fahren. Also halten wir Ausschau nach einem kleinen Motorboot. Mit dem Fernglas schaue ich nach jedem Motorboot das sich auf uns zu bewegt und wir raten ob es Josef ist oder nicht, denn wir kennen sein Boot ja noch nicht. Er unseres aber auch nicht. Ein paar mal Fehlanzeige, dann bewegt sich eines auf direktem Kurs auf uns zu. Das könnte er sein, aber da sitzen zwei Männer am Bug. Also wieder Fehlanzeige, aber halt, der Skipper den man ein bisschen hinter seinem Steuer herauslugen sieht, das könnte doch Josef sein.

Als wir uns erkennen, winken wir uns zu. Die machen da wohl einen Betriebsausflug, denn statt seiner Frau und den beiden Mädels, sitzen zwei Freunde von ihm mit im Boot.

Jetzt machen sie erst mal längs an unserer Yacht fest. Dann kommt die sonderbare Mannschaft an Bord. Nach einer Bootsbesichtigung gibt es noch einen Kaffee.

Samoa0230-004

Es folgt eine sehr lustige Unterhaltung. Die führen wir dann auf dem Boot von Josef fort, denn schließlich will er uns ja auch noch sein neu erworbenes Motorboot vorführen.

IMG_2610

Ein sehr schmuckes Schiff, wir wünschen ihm und seiner Familie eine schöne Zeit damit und immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.
Bevor sie weiterfahren, nehmen sie nach dem kühlen Bier noch ein kühles Bad. Danach lösen wir ihre Leinen von unserem Schiff und winken ihnen noch nach.

Samoa0230-003 Samoa0230-002

Das war mal eine toller Zufall.

Um den Tag komplett zu machen, feuert Wolfgang noch den Grill an, darauf warten wir schon eine ganze Woche.

Samoa0230-005

Die Badegäste am Ufer und die  kleinen Boote haben jetzt die Bucht verlassen. Zum Übernachten liegen jetzt nur noch Segler hier und das sind nicht wenige.

Samoa0230-001

Bestrahlt werden wir von einem wunderschönen Vollmond.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Neue Luken

image_pdf

Freitag 17.06.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2381,9  0sm    Steg

Marina Veruda   Luft 24°  W 23,3

Der Wind ist noch immer da, dafür hat sich aber der Wasserstand wieder ziemlich normalisiert.

Wir sitzen gemütlich im Cockpit beim Frühstück, als eine Dame von der Marina mit ihrem Fahrrad angedüst kommt. Nicht dass sie es noch hingeworfen hat und eilt auf unseren Steg. Sie schaut sich gleich das erste Motorboot gegenüber von uns an und telefoniert. Sofort ist noch ein Marinieri und ein Mann vom Zoll vor Ort. Der Marienieri springt auf das Motorboot, öffnet den Reißverschluss vom Verdeck und geht hinein. Kommt aber gleich wieder raus, hat aber ein kleineres Täschchen in der Hand. Hüpft wieder auf den Steg und gibt das Täschchen dem Zollbeamten. So schnell wie die Herrschaften gekommen sind, genauso schnell waren sie wieder verschwunden. Jetzt können wir spekulieren. Möglicherweise liegt das Schiff noch immer unverzollt hier in Kroatien. Das würde dann aber sehr teuer kommen. Nachverzollen mit 25%, Anmelden und Strafe, da kommt ganz schön was zusammen.

So, nachdem wir heute eh noch nicht rausfahen, meint Wolfgang, wir könnten doch die neuen Luken einbauen. Die liegen schon seit geraumer Zeit unter unserer Koje. Es regnet nicht und sollten wir beim Einbau was beschädigen, können wir es gleich besorgen. Sollten sie undicht sein, würden wir es auch bald wissen, denn der nächste Regen ist schon angekündigt.

Zuerst nehmen wir uns die in unserer Kabine vor. Luke öffnen, kleine Abdeckteile vorsichtig lösen und genauso vorsichtig die Luke abnehmen und durch die geöffnete Luke den Lukendeckel herunterreichen und auf den Fussboden für die weitere Verarbeitung legen.

Samoa0229-004

Von dem Deckel müssen wir nämlich den zweiteiligen Rahmen abschrauben und ihn für das neue Glas wiederverwenden.

Samoa0229-001

Der Rahmen wird abmontiert und gesäubert, jetzt kann er an dem neuen Glas verbaut werden. Ist aber leider nicht so einfach wie es aussieht. In der Gebrauchsanweisung steht nämlich nicht, wie man die beiden Rahmenteile wieder dicht zusammen bekommt. Die klaffen ein paar mm auseinander. Wolfgang überlegt, holt dann eine Leine und zurrt sie um den Rahmen. Mit Hilfe eines großen Schraubenziehers zwirbelt er die Leine, Stück für Stück, immer ein bisschen mehr zusammen, während ich mich gleichzeitig fest mit beiden Händen oben auf den Rahmen stemme.

Samoa0229-002

Was soll ich sagen, es funktioniert, der Schlitz ist jetzt zu.

Nun das Teil einbauen und aufpassen dass nichts abgebrochen wird.

Wow, Die Luke ist so klar, dass man glauben könnte ist wäre offen. Genial.

Samoa0229-003

Das gleich Spiel machen wir mit der Luke im Salon. Hat aber alles trotzdem ganz schön lange gedauert.

Kurzerhand lassen wir alles Stehen und Liegen und gehen in den neuen Pool zum Abkühlen.

Als uns dann fröstelt gehen wir zurück aufs Schiff.

Wolfgang spleißt ein Auge in die Leine, die wir für unseren Dingihalter brauchen und ich putze unsere beiden alten Lukenscheiben. Eine werden wir für den Notfall an Bord lassen und die andere kommt mit nach hause, die möchte ich in Ebay verkaufen.

Während unseres Tuns, klingelt das Handy.

Jetzt raste ich aber langsam aus, seit über einer Woche sind wir nun schon hier und es vergeht kein Tag wo keine Büroarbeit geleistet werden muss. Dass zuhause das Geschäft weiterläuft ist natürlich wichtig, aber an der Organisation müssen wir noch arbeiten, damit wir nur die wirklich wichtige Sachen aus der Ferne machen müssen und dafür dann auch die nötigen Informationen bereit liegen.

Während Wolfgang über drei Stunden am Laptop sitzt, beobachte ich oben an Deck mein Umfeld.

Unsere Italiener schrubben ihr Schiff bis in den kleinsten Winkel. So viel putzen haben wir sie noch nie gesehen. Hoffentlich machen sie es für sich.

Als es dann schon dunkel war, steht er lange am Steg und betrachtet sein Schiff von der Seite, bevor er für eine kurze Weile unter Deck geht. Dann geht er wieder auf den Steg, stellt sich direkt vor das Heck seines Schiffes und steht da als wenn er eine Andacht hält.

Ein sehr merkwürdiges Verhalten von unserem Italiener.

Ich für meinen Teil bekomme an Deck schon langsam Frostbeulen, während ich darauf warte, dass Wolfgang endlich fertig wird. Weit nach 23:00 Uhr ist es dann soweit. Na dann Gute Nacht, ich schreibe jetzt etwas angesäuert meinen Bericht.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar