British Bavaria

Samstag  13. Juli 2013

Marina Veruda    Luft 30°- sonnig – leichter Wind
44° 50,61 N  013° 50,57 E

Nach dem Aufstehen rufe ich als erstes mal Milan an, ob wir von seinem Lieferanten  noch Olivenöl bekommen können. Es ist leider schon zu spät dafür.

Man darf gar nicht dran denken, heute ist Aufräumtag, das bedeutet dass wir morgen wieder nach hause fahren müssen.

Da die Sonne scheint und das Bimini schön trocken ist, falten wir es als erstes zusammen und machen den Wetterschutz drüber. Dann machen wir uns unkenntlich, indem wir unsere Flaggen abnehmen.

Uns fällt ein, dass wir im Schapp noch Kettenmarkierungen liegen haben. Also breiten wir vorne am Bug unsere Badetücher aus. Nun holt Wolfgang Meter für Meter Ankerkette aus dem Ankerkasten und wir legen sie schön aufgereiht auf die Badetücher. Hier messen wir unsere Kette aus und markieren sie mit bunten Kunststoff-Clipsen. Jetzt haben wir es beim nächsten mal ankern leichter, die Kettenlänge die im Wasser ist zu bestimmen. Bei dieser Gelegenheit können wir auch gleich unsere Ankerkette und den Ankerkasten mit Frischwasser reinigen. Da ist ja wirklich viel Salz und Dreck drin. Nun wissen wir genau, dass wir 26m Edelstahl- und 40m verzinkte Kette haben.

DSC01200    DSC01199

In der Zwischenzeit ist der Segelmacher gekommen und hat unser Vorsegel und die Steuersäulenabdeckung gebracht. Er hat von unten bis oben einen neuen UV-Schutzstreifen auf das Segel genäht. Er meint, jetzt können wir es noch viele Jahre nutzen. Das Nähen war hier vor Ort günstiger als wenn wir es zuhause hätten machen lassen . Und das hin und her geschleppe von dem schweren Segel hatten wir auch nicht, vom Platz den wir im Auto gebraucht hätten gar nicht zu reden. Dann wollen wir es mal wieder auf dem Vorschiff ausrollen und schön vorsichtig hochziehen. Zum Glück hat Wolfgang heute morgen noch die Rollreffanlage zerlegt und eingefettet, das war  auch schon lange nötig.  Anschließend ziehen wir noch die Vorsegelpersenning hoch.

Dann räume ich unter Deck herum und Wolfgang macht oben alles klar.

Zuletzt füllen wir noch unseren Wassertank auf. Wohlgemerkt nur einen von den Zweien, das heißt, dass wir mit Wasser schön sparsam umgegangen sind. Allerdings habe ich auch ein Auge darauf geworfen.

Jetzt Brotzeit vorbereiten für morgen, Duschen und ab ins Volaria. Da sind leider alle Plätze belegt. Weiter hinten sehe ich unsere Stegnachbarn. Die Engländer dinieren und  ich meine, wir könnten uns doch dort mit hinsetzen. Nives die Bedienung ist schneller und setzt uns einen Tisch daneben zu einem Ehepaar aus Österreich. Wir kommen schnell ins Gespräch , das auch sehr interessant ist. Nach einer Weile bezahlen sie und gehen. Wir fragen Nives noch, was es gestern mit der vielen Polizei auf sich hatte. Sie erzählt uns, dass ein Minister, der mit Polizei und Wasser zu tun hat, hier zu Mittag gegessen hat.

Immer noch sind alle Plätze belegt. Als  neue Gäste kommen, wollen die Engländer bezahlen und gehen, doch ich bitte sie an unseren Tisch. Darüber haben sie sich sehr gefreut. Wir haben uns prächtig unterhalten, das heißt ich mal mehr und mal weniger. Wolfgang wieder eher mehr. Da konnten wir gleich unser Englisch ein bisschen auffrischen. Schade dass wir morgen schon gehen müssen, das finden auch unsere englischen Nachbarn. Wir bezahlen und gehen gemeinsam zu unseren Booten. Auch sie haben eine Bavaria, nur eine Nummer kleiner, aber genauso alt wie unser Boot, also fast das gleiche Schiff.

Good Night England.




1:0 für uns

Freitag  12. Juli 2013

Marina Veruda    Luft 30° – windig – sonnig
44° 50,61 N  013° 50,57 E

Unser Bargeld wird langsam etwas knapp, deshalb gehen wir zum neuen Geldautomaten neben dem Volaria um welches zu holen. Im Lokal ist alles brechend voll und zwar mit Polizei und vielen Leuten im Anzug von denen manche eine Anstecknadel tragen. Außen parkt eine Flotte von Polizeimotorrädern und vielen großen Autos, sieht alles recht wichtig aus.

Da wir ja am Anfang unseres Urlaubs bei unserer Fahrt zum Hafenamt die Reisepässe vergessen hatten, holen wir das jetzt nach und gehen noch mal hin. Unterwegs in Pula treffen wir überall auf Polizei. Was das wohl alles zu bedeuten hat, wissen wir nicht.

Diesmal haben wir am Hafenamt alles dabei. Naja unser Bootsschein ist seit ein paar Wochen abgelaufen, aber das merkt die freundliche Beamtin nicht, vielleicht ist es aber auch nicht wichtig. Wir bezahlen unsere Kurtaxe und das Permit fürs ganze Jahr. Es hat sich seid dem EU-Beitritt noch nichts geändert. Auf unsere Nachfrage wegen dem verzollen sagt sie uns, wir sollen doch mal rüber zum Zoll gehen, denn sie weiß nichts weiter darüber. Also gehen wir eben mal schnell rüber zum Zoll. Dort treffen wir nur Polizeibeamte an. Ein junger Beamter sagt uns, dass das Zollamt nicht mehr hier ist, sondern irgendwo auf der anderen Seite. Das wollen wir jetzt in der Hitze aber nicht mehr suchen, stattdessen gehen wir lieber im Schatten ein Eis essen.

DSC01182 DSC01186
Das „Alte“ Zollamt                                                                 Arena

Wir schlendern noch ein bisschen durch Pula bis unser Parkticket abgelaufen ist.

Wieder in Veruda, jetzt ist es schon später Nachmittag, zerlegen wir die zweite Winsch vom Großsegel. Auch hier bleibt beim Zusammenbau kein Teil übrig und sie lässt sich wieder leicht drehen. Nach diesem Sonnenbad erfrischen wir uns mit einer kühlen Dusche.

Dann fällt uns ein, dass wir doch mal nach Pomer  ins „Istriana“ gehen könnten. Wir haben doch den vergangenen Silvester mit den Wirtsleuten  vom „Istriana“ und der Mutter beziehungsweise Schwiegermutter im Lokal Wings gemeinsam verbracht. Da es eine angenehme Bekanntschaft war, wollten wir sie mal in ihrem Lokal aufsuchen und dort auch essen.

Also begeben wir uns dort hin. Dort werden wir freundlich empfangen und bekommen einen Platz zugewiesen, weil wir nicht vorbestellt hatten. Ich sage „Wir kennen uns“ und er der Wirt lässt uns glauben dass er uns auch noch kennt. Beim Essen auswählen, empfiehlt er uns Scholle mit Kartoffeln. Wir sagen zu. Dann aber denke ich, es war die falsche Wahl. Wir mögen doch gar keinen Fisch, der zwei Augen auf einer Seite hat. Na ja bestellt ist bestellt.

Im Lokal ist sehr viel los. Die Gäste bestellen die unterschiedlichsten Gerichte. Die sehr Interessant  und frisch aussehen. Nicht zu vergleichen  mit den üblichen Lokalen, wo es immer das gleiche gibt.

Es dauert eine Weile, dann erscheint ein Angestellter mit Servierwagen  und unserem Fisch.

Der junge Angestellte zerteilt den Fisch fachgerecht für uns und serviert ihn schön angerichtet auf unseren Tellern. Um uns herum schauen die Gäste auf unser Essen. Der Fisch war für uns mal was ganz besonderes und  schmeckte außerordentlich gut. Das hätten wir jetzt eigentlich nicht erwartet.

Später dann beim Bezahlen, fragen wir noch, wo man gutes Olivenöl kaufen könnte. Milan, so heißt der Wirt meinte, morgen kommt sein Lieferant. Vielleicht können wir welches bekommen, wir sollen uns morgen früh nochmal telefonisch bei ihm melden.

Zum Schluss gebe ich ihm noch ein Foto von mir und Ana seiner Schwiegermutter, mit der Bitte es ihr zu geben. Er sieht es an und fängt an zu lachen. 1:0 für Euch. Jetzt weiß ich wieder. Nimmt einen Stuhl und setzt sich zu uns. Er lässt noch seine Frau aus der Küche kommen und wir lachen und reden noch ein bisschen, bevor wir uns herzlich verabschieden. Das war mal wieder ein schöner Abend.

Wieder in der Marina umgibt uns ein unangenehmer Geruch, etwas wie Kloake. Na dann gute Nacht.




Arbeiten mit Fett

Donnerstag  11. Juli 2013

Marina Veruda    Luft 32° – leicht bewölkt bis sonnig – schwül
44° 50,61 N  013° 50,57 E

Da wir schon gestern unser Segel abgeben konnten, haben wir für heute eigentlich gar keinen Plan.

Als erstes habe ich meinen Herd auf Hochglanz gebracht, dann meinen neuen „Made in Germany“ Wasserkessel, der die Seeluft nicht verträgt und anrostet trotz Edelstahl. Alles wird mit ako-polish wie neu, eine super Polierpaste.

Wolfgang zerlegt derweilen eine unserer Winschen. Die sollten schon längst mal auseinandergenommen werden. So wie die Teile aussahen war das wirklich schon längst überfällig. Das alte Fett musste von jedem Zahnrad und auch von den übrigen Teilen entfernt werden. Eine schmierige Angelegenheit.  Anschließend werden die gesäuberten Teile der Winsch  natürlich wieder sorgfältig mit Spezialfett und die Sperrklinken mit Waffenöl eingepinselt. So noch mal nachschauen, ob auch alle Teile verbaut sind und nichts übrig geblieben ist. Super, die erste von vier Winschen haben wir gewartet.DSC01176

Zähneputzen Zähneputzen

Da mehrere Stegnachbarn eingetroffen sind, meint mein Käpten er müsse die Toilettenpumpe wieder umbauen. Die Geräuschkulisse ist doch ein bisschen hoch. Vorher waren wir aber noch im Nautic-Shop und haben eine Dichtung für unsere Handpumpe gekauft. Nicht zu vergessen den sündhaft teuren Schrubber mit Teleskopstiel der aus Flugzeugaluminium sein soll.

Wieder an Bord macht der Käpten sich gleich an die Arbeit. Ausgebaut ist die Elektropumpe schnell. Das einbauen der Handpumpe dauert etwas länger. Es ist ja auch sehr schwül und der Käpten verliert dabei etwas Schwitzwasser. Dann kommt der Test. Unten läuft Wasser heraus. Also noch mal aufschrauben und neue Streichhölzer in die Schraubenlöcher stecken. Ja das ist ein bisschen ungewöhnlich, aber da waren schon welche drin. Vermutlich wurden schon vor unserer Zeit mal die Schrauben falsch angesetzt, dass sie nicht mehr hielten und als Dübel eben Streichhölzer eingesetzt. Noch mal ein Test, oh je jetzt läuft es oben bei der Dichtung heraus. Also oben aufschrauben, die Dichtung und den Rand schön sauber machen und wieder Verschrauben. Eine erneute Pumpprobe. Diesmal bleibt alles trocken.

Jetzt ist es Abend geworden und das Volaria füllt sich mit Gästen. Was machen wir, wir möchten noch ein wenig Wasser planschen. Also den Wasserschlauch anschließen und dem Käpten den neuen Schrubber in die Hand geben. Ich spritze und er schrubbt. Erst das Bimini und dann das restliche Schiff. Das Spritzwasser ist sehr erfrischend. Bald ist unsere Samoa von ihrer Salzkruste befreit. Der neue Schrubber hat sich bestens bewährt, mit seinen langen Borsten und seinen Schutzkanten.

Unser Schiffchen strahlt wieder schön weiß und wir strahlen auch.

Ganz in unserer Nähe blitzt und rumpelt es, sieht aus als kommt heute das schon länger erwartete Gewitter.




Heimathafen

Mittwoch  10. Juli 2013

Marina Veruda      Luft 32° – Wasser 23° – sehr sonnig
44° 50,61 N  013° 50,57 E      16,7 sm  Log 1547,6           Ab 14,10 – An 17,10

In der „Karibik“ lag seit gestern außer uns nur noch das kleine Segelboot aus den 50er Jahren über Nacht vor Anker. Alle anderen Boote hatten gestern Abend  das „Paradies“ verlassen.

Anscheinend waren sie nur zum baden da, oder hatten Angst vorm drohenden Gewitter. Doch es gab kein Gewitter, die schwarzen Wolken wurden durch den böigen Wind weggeblasen und wir hatten wieder einen sternhagelvollen Nachthimmel.

In der „Karibik“ trinkt man zwar meist Getränke mit Rum, da mussten wir leider etwas improvisieren, denn wir hatten nur Whisky. Der war aber auch nicht schlecht.

Als ich erwache, hatte der Käpten schon sein Morgenbad in der „großen Badewanne“  hinter sich gebracht.

Nun ruft er mal schnell den Segelmacher an und erklärt ihm unsere Situation. Wir sollen Bescheid geben wenn wir wieder in der Marina sind. Das ist ein Wort.

Es dauert nicht lange und die ersten Boote liegen schon im türkisen Wasser vor Anker.

Bei uns wird umgeplant. Wir machen uns zwar keinen Stress, aber wir werden noch heute nach Veruda fahren. Aber erst werden wir noch mal den Kopf unter Wasser stecken. Leider können wir nicht filmen, die Batterien der Unterwasserkamera waren zwar frisch aufgeladen, aber es ging trotzdem  nicht. Na dann muss es halt ohne Filmkamera gehen. Aber ohne noch mal einen Schnorchelgang gemacht zu haben möchte ich dann doch nicht wegfahren. Es ist einfach zu schön. Auch heute habe ich wieder ein paar Fischschwärme als kurze Begleitung. Leider wird am Meeresgrund vor der  Strandkneipe durch die vielen Anker doch etliches kaputt gemacht. Schade.

Nach meiner wunderschönen Tour, klaren wir unsere Samoa auf und nehmen Abschied von der Badebucht. Wir werden bestimmt mal wiederkommen, es ist ja nicht weit.

Nach dem Start probiert der Käpten aus, wie der Motor mit dem neuen Propeller läuft. Dann setzen wir das Großsegel und die Genua, dieses mal aber mal wieder vollständig. Wir fahren schönen Halbwindkurs. So viele Segler wie heute hatten wir noch an keinem Tag gesehen. Manchmal glaubten wir schon, dass wir die einzigen sind in dieser Ecke .

Als wir in die Nähe unseres Leuchtturms kommen, fahren wir hart am Wind, aber sehr hart. Eine ganze Weile noch segeln wir am Turm vorbei, Richtung Italien. Na ja nur Richtung. Weit genug draußen kommt dann eine Wende, Richtung Veruda. Auch heute machen wir gute Fahrt zwischen 5-8 Knoten. Kurz vor der Hafeneinfahrt bergen wir dann unsere Segel und Motoren bis in die Marina. Der Käpten fährt uns erstklassig vor unseren Steg. Beim Leinen festmachen, kann ich leider nicht auf den Steg springen, sondern muss hinauf krabbeln. Wir haben nämlich Niedrigwasser. Aber auch hier klappt alles prima. Nun nehmen wir noch unsere Genua ab, tragen sie vor auf die Straße und legen das riesige Tuch ordentlich zusammen. Jetzt verstauen wir es erst mal im Kofferraum unseres Autos. Dann ruft Wolfgang nochmal beim Segelmacher an. Der kommt noch vorbei, denn er ist gerade hier in der Marina. Mit einem halben Hitzeschlag und hochroten Köpfen setzen wir uns ins Cockpit unseres Schiffes und trinken erst mal was kühles. Lange müssen wir auf den Segelmacher gar nicht warten. Wolfgang zeigt ihm alles. Er meint wir können das Segel gerne wieder anschlagen und unsere drei Tage noch ausnutzen. Das Segel selbst ist nicht kaputt sondern nur der UV-Schutz. Dann können wir es am Samstag bringen und er repariert es bis zum nächsten Mal. Denn er hätte am Wochenende viel mit kaputten Segeln von Chartergästen zu tun. Doch Wolfgang lässt sich nicht darauf ein, sondern gibt ihm obendrein noch die Abdeckung von unserem Steuerstand mit. Wir werden sehen ob es bis Samstag Abend klappt. Es wäre uns schon am liebsten, wenn wir das Boot in einsatzbereitem Zustand zurücklassen könnten.

Jetzt aber freuen wir uns beide auf eine kühle Dusche und ein Essen im Volaria.

Worauf wir uns nicht freuen sind sie plagenden Stechfliegen. Zwei Tage hatten wir Ruhe vor den Viechern.




Ein bisschen Karibik

Dienstag  09. Juli 2013

Insel Levan       Luft 31° – Wasser 24° – sonnig – Anker 4m Sand,Fels
44° 47,97 N 013° 58,85 E 19,9 sm Log: 1530,9 Ab 9.30 – An 12,35

Heute Morgen hat es mal kurz geregnet und die Böen haben auch nicht wirklich nachgelassen. Das kalte Wasser kann uns auch nicht festhalten. Der Entschluss steht fest, wir segeln über unseren „kleinen Atlantik“, den Kvarner. Der Wind ist günstig, denn er kommt aus NO und wir rauschen mit  gerefften Vorsegel und einen entspannten Raumwindkurs. Dabei erreichen wir heute einen Spitzenwert, von kurz mal 8,8 Knoten Fahrt. Ansonsten kommen wir mit 5-7 Knoten auch gut voran. Unterwegs müssen wir leider feststellen, dass unser Vorsegel oben am Achterliek etwas aufgerissen ist.

Gegen Mittag kommen wir bei unserem Ziel an.

Kaum zu glauben, es scheint das Paradies zu sein. Kein Vergleich zu den vergangenen Tagen. Das Areal erstrahlt in unterschiedlichen blau Tönen. Unser Anker muss auch heute ein zweites Mal geworfen werden, denn die kleinen Sandflächen zwischen dem felsigen Untergrund zu treffen, erfordert ein bisschen Glück. Wie gewohnt erkundet der Käpten als erstes das Wasser und sieht auch gleich nach dem Anker. Alles bestens. Auch heute erfreuen wir uns einer gut gekühlten Wassermelone. Gestärkt hole ich mir aus der Backskiste meine Schnorchel-Utensilien und begebe mich in das prächtig blaue Wasser. Schöner als erwartet, präsentiert sich die Unterwasserwelt. Einmal schnell zugepackt und auf unserem Speiseplan, könnte heute Seespinne stehen. Das sind essbare Krabben mit langen Beinen. Doch leider habe ich schon was anderes, Glück gehabt. Schade dass ich meine Unterwasserkamera nicht dabei hatte. Ich fand auch eine der seltenen Steckmuscheln, die noch lebte, also lasse ich sie in ihrem Element. Immer wieder erhielt ich Begleitung von unterschiedlichen Fischen. Beim Finden von außerordentlich schönen Muscheln, hatte ich bis jetzt noch nicht sehr viel Glück. Dieses kleine Paradies entschädigt dafür auf andere Art. Auf der kleinen Insel ist eine Art Strandkneipe, die ist großartig in die Landschaft integriert. Das ist zwar kein Geheimtipp, aber auf jeden Fall ein Tipp. Am Nachmittag treffen sich hier viele Urlauber aus der Umgebung, dazu benutzen sie die  unterschiedlichsten Wasserfahrzeuge. Teils wird man beim Anblick der kleinen Boote in die 50er Jahre zurückversetzt, aber im nächsten Moment düst schon wieder ein Jetski oder ein modernes Motorboot vorbei. Aber die Landschaft, einfach herrlich.

IMG_0014k IMG_0018k

 




Kreuzen, Kreuzen, Kreuzen

Montag  08. Juli 2013

Insel Cres, Bucht Ustrine   Luft 28° – Wasser 16° – viel Wind – Anker 14m – Grund unbekannt
44° 44,90 N, 014° 23,10 E   16 sm Log: 1511,0    Abfahrt 14.00 – Ankunft 18.00

In der letzten Nacht sind wir mal kurz aufgestanden, um unser Bimini mit Leinen zu sichern, da es durch den Wind abzuheben drohte.

Eigentlich sollte der Wind nachlassen, aber er tut es nicht. Wir warten bis Mittag und entscheiden dann wohin wir fahren wollen. Zur Auswahl steht eine Bucht auf Losinj oder auf der Insel Cres die Bucht Ustrine. Weil wir diesmal nicht so weit nach Süden fahren wollen, fällt die Wahl auf Ustrine. Heute ziehen wir uns gleich etwas wärmer an. Dann lichten wir den Anker. Wegen des vielen Windes setzen wir auch heute nur einen Teil des Vorsegels und des Großsegels. Wegen des NO Windes führt unsere erste Richtung direkt auf die Insel Losinj zu. Dann eine Wende und die Fahrt geht weiter zwischen der Insel Unije und der Insel Losinj. Wegen des Düseneffektes haben wir hier  zum Wind auch noch viel Welle. Als wir außerhalb der beiden Inseln sind, fahren wir noch eine ganze Weile gerade aus.Womöglich schaffen wir es dann mit nur noch einer Wende die Einfahrt der Bucht zu erreichen.

Auch heute wieder sehr sportliches Segeln. Die Gischt spritzt uns nur so ins Gesicht. Nach einer Zeit ist die nächste Wende angesagt. Da wir aber beim Wendemanöver etwas gepatzt haben, eine Vorschot hatte sich am Mast verfangen, reicht unsere errechnete Strecke nicht bis zur Bucht. Jetzt müssten wir noch zwei mal Kreuzen. Uns ist die Lust etwas vergangen. Hart am Wind fahren und nur 5-6 Knoten Fahrt zu machen und das bei Starker Welle direkt von vorne, mit Gischt vermischt, ist dann doch kein so großer Spaß. Deshalb beschließen wir, die Segel einzuholen und den Rest des Weges mit Motor zu fahren. Der starke Wind weht auch in der Bucht. Dort liegen schon zwei Segler und ein Kat vor Anker. Wir fahren zwischen den beiden Seglern durch und werfen dann unseren Anker. Er hält leider nicht. Also  das Ganze nochmal. Wieder rutscht er über den Grund. Jetzt setzt sich auch noch der Kat, der ja einen guten Platz hatte, in die Ecke wo wir jetzt eigentlich ankern wollten. Ein neuer Versuch, wieder rutscht der Anker. Die starken Böen machen es uns nicht leichter. Der nächste Versuch, in tieferem Wasser scheint Erfolg zu haben. Wir geben ca. 50 m Kette, denn diesmal kann der Käpten nicht nachsehen, ob der Anker hält. Und in der Nacht möchten wir doch gerne ruhig schlafen. Nun entschließt sich der Käpten doch mal nachzuschauen ob er was sehen kann. Das ändert sich aber schlagartig, als er ins nasse Element steigt. Das schöne blaue Wasser ist nämlich erstaunlich frisch. Zur Kontrolle werfen wir unser Badethermometer hinein, worauf gleich mehrere Fische ins Thermometer beißen, wenn das eine Angel gewesen wäre… Die Anzeige bestätigt, dass die Wassertemperatur nur bei 16° liegt. Deshalb wird daraus doch nur eine Katzenwäsche und er kommt gleich wieder an Bord. Der Wind lässt nicht nach in der Bucht, die auch Lothar, Wolfgangs Bruder, von einem „SCH“ önen Erlebnis kennt. ( Lothar, das Wetter ist fast wie damals)

Eigentlich wollten wir hier unsere Bratwürste grillen. Doch bevor sie noch ins Meer geblasen werden, brate ich sie lieber in der Pfanne.

Nach dem Abendessen säubert Wolfgang noch die Solarzellen und die Luken mit Frischwasser.

DSC01142

Mal sehen was die Nacht bringt. Wir haben jetzt recht kühlen Wind.




Ein Tag zum Entspannen

Sonntag  07. Juli 2013

Unije Bucht Podkujini  Luft  29°- Wasser 23° sonnig – viel Wind – Anker 8m Sand
44° 39,41 N-014° 15,42 E- Log 1495,1

Durch die starken Böen, sind wir gezwungen ein paar Mal in der Nacht nach dem Rechten zu sehen.

Wolfgang hängt noch die Ankerkette mit einer Leine hoch damit es nicht so laut rumpelt, wenn die Kette über den Grund gezogen wird. Tagsüber soll es genauso sein wie in der Nacht. Viel Wind und Böen. Wir wollten aber ohnehin einen Tag hier verbringen. Time out, fast bis Mittag. Wieder relaxen, dann das Klo von Handpumpe auf Elektroantrieb umbauen. Das war ein ausdrücklicher Wunsch meines Käptens. Es funktioniert bis jetzt ganz gut, nur recht laut ist dieses Ding. Jetzt weiß jeder am Ankerplatz wann wir aufs Klo müssen. Der Wind lässt nicht nach, aber ich möchte doch so gerne schnorcheln. Also Augen zu und rein ins kalt Bad. Meine erst ein Jahr alte Edelstahl Grillzange ist schon total verrostet, das werde ich mal bei Obi reklamieren.

Wie nicht anders erwartet, habe ich in dem klaren Wasser gute Sicht. Und die Hoffnung auf ein paar schöne Fundstücke ließ mich mal wieder die Zeit vergessen. Nach 1,5 Stunden und etwas krampfig vor Kälte trete ich mit ganz wenig Ausbeute meinen Rückweg an. Schön ist die Unterwasserwelt immer wieder. Da war der eine Taschenkrebs der sich schnell versteckt hat und glaubte ich hätte ihn nicht gesehen. Dabei esse ich doch solche Tiere nicht, also im Moment noch nicht.

Heute Abend  haben wir 12 Boote die über Nacht bleiben. So eine friedliche Ankerbucht ist immer wieder ein schöner Anblick.

IMG_0004

Der Wind könnte heute Nacht noch etwas zunehmen, soll morgen dann aber nachlassen.

 




Sportliches Segeln

Samstag  06. Juli 2013

Unije Bucht Podkujni  Luft  29°- Wasser 23° sonnig – Anker 8m Sand

44° 39,41 N-014° 15,42 E- 30,8 Sm Log 1495,1

Das war wieder eine fast schlaflose Nacht. Auf dem Trockendock ist es sehr schwül, zum anderen schlafen wir verkehrt herum in unserem Bett, denn das ganze Schiff steht etwas schräg nach hinten, also Rutschgefahr. Dann wieder die Blutsauger, das ändert sich als Wolfgang die elektrische Insektenabwehr in die Steckdose steckt. Das sind noch Überbleibsel von Meggi und Artur.

Pünktlich um 8.00 Uhr erscheinen die Leute von der Werft. Wolfgang bezahlt unsere Rechnung und macht gleich den neuen Termin für 2015 aus. Dann geht es wieder langsam abwärts ins nasse Element. Es ist recht Böig.

Wir gehen noch mal vor Anker und frühstücken erst mal, bevor wir das ganze Schiff aufklaren.

Heute möchte der Käpten in See stechen. Es sind 10-16 Knoten Wind vorausgesagt.

Gleich nachdem wir die Bucht verlassen haben, setzen wir das Vorsegel nur zum Teil, denn die 16 Knoten Wind sind schon überschritten. Im Moment ist es noch sehr warm, was sich aber bald ändern wird. Wir machen gute Fahrt, so an die 7 Knoten.

Nun wird der Wind etwas stärker und wir nehmen auch an Fahrt zu. Mit unserem Halbwindkurs umrunden wir den Leuchtturm und setzen an zum Schlag über den Kvaner. Jetzt nehmen auch die Wellen zu. Wir reiten förmlich über die heranrollenden Wellen und das mit einer Geschwindigkeit von Teilweise bis 8,4 Knoten. Bei dem nun anliegenden Amwindkurs müssen wir das Vorsegel noch weiter reffen, denn der Wind nimmt ständig zu. Ich muss mal in unsere Nasszelle, was ein schwieriger Akt ist. Dafür können wir ein Lob an unseren neuen Badezimmerteppich aussprechen, der ist nämlich bei dieser turbulenten Fahrt schön auf seinen Platz liegen geblieben. Das empfand ich als äußerst angenehm. Wieder oben angelangt picke ich mich wieder ein. Das machen wir sicherheitshalber schon die ganze Fahrt über. Von dem vielen eintauchen in die Wellen, werden wir ständig mal mehr und mal weniger geduscht. Diese Segeltour macht uns etwas mürbe, wohl weil uns der nötige Schlaf fehlt.

DSC01135

Dafür brauchen wir nur einmal eine Wende kurz vor der Einfahrt zwischen Unije und Losinj zu machen. Jetzt wird der Seegang auch merklich ruhiger. Nach 5 Stunden wirklich strammen Segelns, werfen wir unseren Anker auf 8 m Wassertiefe in den Sand.

Heute gibt es kein Anlegebier, sondern eine gut gekühlte leckere Melone. Auch am Ankerplatz ist es etwas böig. Am Ufer grasen zwischen den Felsen wieder die für diese Bucht fast schon typischen Ziegen.

 




Auf dem Trockenen

Freitag  05. Juli 2013

Banjole  Werft

Bald aufstehen, alles verstauen und die Werft im Auge behalten. Es gibt gut Wind in der Bucht, zu viel für unseren Geschmack. Uns ist ein bisschen flau in der Magengegend.

Gegen halb Zehn holen wir den Anker ein und warten auf das Zeichen vom Werftbesitzer. Dann kommt das Handzeichen.

Wolfgang fährt schön langsam hin zum Slipwagen. Wegen der 12 Kn Seitenwind, müssen wir ihn  leicht schräg anfahren. Ein bisschen eingelenkt und wir sind drin. Ein Lob vom Chef der Werft und von der Crew. Motor aus. Das andere erledigen die Leute von der Werft. Erst mal geht es ganz langsam aus dem Wasser, dann werden wir gut abgestützt. Zum Schluss gibt es noch Landstrom und eine Leiter für uns. Ich für meinen Teil werde unser Schiff heute nur einmal über diesen Weg verlassen, so eine Leiter ist für mich schon ein beängstigendes Gerät. Jetzt geben wir die Samoa in die Hände der Werftarbeiter. Wir schauen erst mal aus Entfernung etwas zu, bevor wir Eis essen gehen. Dann zieht es Wolfgang wieder zum Ort des Geschehens. Die Leute leisten gute Arbeit, also können wir uns wieder entfernen.

Samoa0031-001

Samoa0024-001

Es gibt einen neuen Wanderweg, die Bucht entlang auf die andere Seite und zurück . Auch mit Abkürzungen. Wir wählen die lange Route. Sie führt an der Küste entlang.

 

 

Der schmale Weg mitten durch die Natur ist schon sehr beeindruckend und erst der Blick auf das offene Meer ist bei diesem Sonnenschein überragend.

Samoa0025-001

Weiter führt der Weg an einem alten Schützen- Bunker vom Krieg vorbei,

Samoa0028-001

dann kommen wir auf die andere Seite der Landzunge. Hier hat man einen schönen Ausblick auf die Bucht Cintinera mit ihren Booten und dem treiben am Ufer. Leider gibt es auf unserem Wanderweg nur wenig Schatten. Eine geeignete Stelle im Schatten zum Rasten gibt es auch nicht, also geht es weiter. Vorbei an einem Affen hinter Gittern der Wein verkaufen möchte.

DSC01094

Wolfgang meint wir sollten ein Stück zurück gehen und eventuell abkürzen. Also tun wir das was der Käpten vorschlägt. Wir laufen weiter über einen schmalen Trampelpfad, bis wir wieder auf dem alten Weg gelandet sind. Plötzlich huscht eine etwa 80 cm lange schwarze Schlange über den Weg und verschwindet sofort wieder im Gebüsch. Ein paar schöne große Schmetterlinge flattern auch vorbei. Nun endlich ein Schattenplatz zum verweilen.

Wieder zurück in der Werft montiert Wolfgang gemeinsam mit dem Chef den neuen Propeller. Ich sitze auf der Bank im Schatten und lese. Danach gehen wir noch Brot kaufen. Als wir zurückkehren strahlt unsere Samoa wieder wie neu. Wir werden sogar angesprochen, ob Bavaria jetzt solche Yachten baut. Gemeint ist mit integriertem Solar im Seitenstreifen. Voller Stolz kann ich verneinen und sagen, dass es Eigenleistung ist. Es scheint wir haben gute Arbeit geleistet. Denn dem Chef der Werft ist das auch schon aufgefallen. Uns wird wieder einmal gesagt, dass wir ein sehr schönes Schiff haben. Das macht uns natürlich sehr stolz.

DSC01116

Nun gehen wir zu „Suzi“ Essen, das ist eine Konoba an der Bucht Cintinera. Das Abendessen war üppig und sehr schmackhaft.  Zum Glück müssen wir wieder ein bisschen laufen.

Zurück in der Werft sitzen wir noch ein bisschen am Wasser, bevor ich mich an den Aufstieg zum Schiff wage, es sind immerhin 13 Stufen. Der Käpten darf mir wieder etwas behilflich sein. Von hier oben haben wir einen guten Überblick.

DSC01132

Der Himmel ist jetzt total bewölkt und es ist wieder sehr schwül und vampirreich.

 

PS. Wir wissen noch nicht ob wir morgen Internetverbindung haben werden.




Segel ausprobiert.

Donnerstag  04. Juli 2013

Banjole Bucht Paltana       Luft 32° – Wasser 25°- sonnig

Heute Nacht konnten wir wegen der Schwüle und den Vampiren, trotz Einbalsamierung fast nicht schlafen.

Geregnet hat es nicht, aber der Himmel hängt voller Wolken und es geht ein bisschen Wind.

Am frühen Nachmittag sind die Wolken fast wieder verschwunden. Wir verschwinden auch mal kurz aus der Bucht um unsere Segel mal wieder auszurollen. Wir haben guten Halbwindkurs und Segeln mit ca. 5-6 Knoten dahin. Mit nur einer Wende segeln wir zurück.

DSC01078

Die Wellen und der Wind nehmen ein klein wenig zu. Weiter wegfahren wollten wir nicht, weil wir morgen doch den Servicetermin in der Werft haben. Wieder in der Bucht, ankern wir fast am gleichen Platz.

Obwohl  die Bucht groß und noch reichlich Ankerfläche vorhanden ist, meint anscheinend ein älteres italienisches Seglerpaar, dass bei uns der beste Platz ist. Dieser nackerte Italiener hat unmittelbar neben unserem Heck seinen Anker geworfen und sich nur ganz wenig zurückfallen lassen. Sieht aus als wohnt er in unserer Garage neben dem Haus. Wenn der Wind zunehmen sollte, können wir nicht mal mehr Kette stecken, denn dann hängen wir an ihm dran. Allerdings könnten wir  dann mit ihnen anstoßen und ein Gläschen miteinander trinken.

Jetzt am Abend ist das Wasser wieder spiegelglatt.