Beach Bar

Freitag 14.07.2017
44°50,61 N   013°50,58 E     Log 2819,4  0 sm
Festland Marina Veruda Luft 28°  Betr. Std. 461,9   Steg 

Heute ist Pula-Stadt angesagt. Wir finden aber nirgends einen Parkplatz und ansonsten geht es auch nur stopp and Go. So viele Menschen, das macht keinen Spaß mehr.
Wir geben das mit Pula-Stadt auf und fahren zu Lidl, denn wir haben einen riesigen Berg an Pfandflaschen. Aber der Container ist zu. Ein Deutscher schimpft, er ist schon das zweite Mal heute hier und nichts geht. Es ist noch keine Mittagspause, dafür ist der Container voll gestopft bis unter das Dach mit Pfandflaschen und deshalb können keine mehr Angenommen werden.
Der Lkw mit dem Altcontainer muss erst kommen und die Flaschen abholen.
Na ja , dann gehen wir halt zuerst in den Baumarkt. Wolfgang braucht noch UV beständiges Sikaflex und noch ein paar Kleinigkeiten. Aber auch hier geht alles nur zäh voran.
Später wieder bei Lidl, geht immer noch nichts. Der Lkw ist jetzt zwar da, aber die Arbeitsgeschwindigkeit des Angestellten lässt zu wünschen übrig. Mittlerweile warten sehr viele Leute mit Bergen an Pfandflaschen. Vor uns ein Österreicher, der stand schon vor uns da. Wir warten und warten. Jetzt habe wir keine Lust mehr und verschenken unsere Flaschen an den Ösi. Wir gehen rein zu Lidl kaufen unsere Kleinigkeiten und fahren wieder zur Marina.
Wolfgang macht sich gleich an die Arbeit und trägt das Sikaflex an den Solarmodulen auf, damit es noch trocknen kann.

F0041-001

Danach noch einige Kleinigkeiten erledigen die man ja jeden Tag hat und dann wieder ab in den Pool. Da es schon spät ist, sind jetzt auch wieder Liegen frei und wir genießen noch mal in vollen Zügen die Atmosphäre.
Später sitzen wir im Cockpit und sind etwas traurig, dass es Morgen wieder heim geht.  Um dreiviertel zwölf fällt dem Käpten ein, wir könnten doch noch mal an die Strandbar gehen, was wir auch gemacht haben. Zu unserem Erstaunen saßen da noch eine menge Leute, meist Junge, aber da wir ja jung geblieben sind, fallen wir gar nicht auf.

F0042-001

Gegen 2:00 Morgens kommen wir dann wieder heim.




Folklore

Donnerstag 13.07.2017
44°50,61 N   013°50,58 E     Log 2819,4  0 sm
Festland Marina Veruda Luft 31° W 29° Betr. Std. 461,9   Steg 

Wie von unserer Windkarte angezeigt, kommt die Bora pünktlich am frühen Vormittag.
Wir haben uns richtig entschieden einen Tag früher an unseren Steg zu fahren.
Jetzt aber zuerst die Wäsche zu Kristina in die Wäscherei geben.
Zurück am Boot treffen wir auf Marko und Maria, die erzählen uns dass sie in Mali Lošinj waren und es einen Sturm gegeben hat. Etwas später unterhält sich Marko mit unserem Franko. Wir verstehen ja nicht viel was sie sprechen, aber die Mimik und die Handbewegungen erzählen auch von einem Sturm in dem er mit seinem Boot gewesen ist. Auch Willi und Volker haben erzählt davon, alle waren sie noch auf der anderen Seite vom Kvarner. Das Gewitter war doch nicht nur örtlich, wie vermutet, sondern im Norden allgemein.
Nun beginnt die ungeliebte Arbeit, Boot gründlich säubern und vieles mehr. Ungeliebt nur deshalb, weil wir 32° stehende Luft unter Deck haben.
Wolfgang arbeitet schon wieder den ganzen Tag an einem Gutachten, das ihm Uli geschickt hat.
Danach schleift er noch ein paar schadhafte Stellen von den kleinen Solarmodulen.
Jetzt reicht`s aber, genug für heute gearbeitet, ab in den Pool. Dieser ist sehr gut besucht, unter anderem von unseren Nachbarn. Da die Liegen alle besetzt sind, stellen wir unsere Sachen einfach an eine Säule. Wie göttlich, ist doch das Wasser im Pool.
Erfrischt gehen wir zurück zum Schiff. Dort stehen alle auf dem Steg und schauen auf den gegenüberliegenden Anleger, außer Marko, der läuft rüber.
Ein Charterboot hat mächtig Probleme beim Anlegen und hängt bereits in den Muringleinen der anderen Schiffe. Von alleine kommt der Skipper mit dem Boot nicht frei, viele Helfer versuchen das Schiff von den Murings wegzudrücken. Ein anderer erfahrener Skipper übernimmt jetzt das Schiff und steuert es erneut an den zugedachten Platz. Jetzt gibt es schon wieder Probleme, aber diesmal mit den Festmacherleinen. Mittlerweile ist auch Marko mit an Bord und hilft die Muringleinen festzuziehen, aber es klappt nicht so ganz, der Wind drückt dagegen. Jetzt kommt noch ein anderer Marinieri mit einem kleinen Boot dazu und zieht das Schiff am Bug gerade. Mit vereinten Kräften liegt das Schiff dann endlich fest. Der Skipper vom Charterboot wird heil froh sein, dass alles noch geklappt hat.

F0040-001

Willi erzählt, dass es schon vorher weiter hinten an einem Steg ähnliche Schwierigkeiten gab. Er sagt, da fahren sie ohne Fender und ohne die Leinen bereit gelegt zu haben an den Steg, das kann ja nicht gut gehen, gerade wenn es schnell gehen muss bei diesem Wind. Zusätzlich erfahren wir noch, dass es in Mali Lošinj ganz schön Bruch gegeben hat.
So ein Gewitter wie das letzte, scheint also nicht an der Tagesordnung zu sein, denn sonst würden nicht so viele davon sprechen. Wenn wir so darüber Nachdenken, was überall so passiert ist, haben wir in unserer Bucht ja richtig Glück gehabt, wenn man bedenkt dass Mali Lošinj einen Stadthafen und eine Marina hat.

Jetzt hoffen wir dass es klappt und wir noch einen Platz im Škuža bekommen, aber erst mal unterwegs im Grga stoppen und nach Zigaretten fragen. Also Pall Mall  blau, bekommen wir wieder nicht, deshalb gibt es wie üblich Marlboro Gold. Aber das wir sicher nichts ausmachen, oder Werner?
Ich will gerade den Laden verlassen, da sehe ich wie ein Krabbenfischer ein kleineres Segelboot in das Hafenbecken schleppt. Hört das denn nicht endlich auf.
Im Škuža ist es übervoll, bis auf einen kleinen Tisch direkt am Eingang, den nehmen wir doch gleich.
Hoffentlich haben sie noch das Spanferkel, das es nur an besonderen Tagen gibt. Hatten sie und ich freu mich drauf, dazu einen Bauernsalat mit Bröckerla. Wolfgang will nur eine Pizza, selber schuld.

F0040-002

Einen Großteil vom Salat lasse ich mir einpacken, zu schade ihn wegzuwerfen.
Wir bekommen noch einen Schnaps und dann wollen wir gemütlich nach hause gehen.
Gleich neben dem Škuža ist eine Menschenansammlung und wir bleiben auch stehen. Eine Folkloregruppe tanzt und singt.

F0040-003

Das ist ja toll, da setzen wir uns doch auch zu den anderen Menschen und hören und schauen. Als die Gruppe sich dann verabschiedet, tritt noch ein Chor mit zwei Frauen und fünf Männern auf und singt auch Volkslieder, aber ohne irgend ein Instrument.

F0040-004

Das war sehr beeindruckend. Wir bleiben bis zum Schluss. Nächsten Donnerstag wollen sie wiederkommen, doch da sind wir leider nicht mehr hier.
Nun gehen wir halt doch nach hause, es ist schon spät.
Nicht zu spät ist es für die Bora, die wird jetzt im Laufe der nächsten Zeit erst so richtig zulegen. Was jetzt etwas stört, sind die vielen Leinen die an den Masten klappern.




Verfrüht in die Marina

Mittwoch 12.07.2017
44°50,61 N   013°50,58 E     Log 2819,4  3,5 sm
Festland Marina Veruda Luft 30° W 29° Betr. Std. 461,9   Steg  Getankt 99 Ltr.

Heute Morgen ist wieder alles gut, nur ein bisschen zu wenig geschlafen haben wir.
Als allererstes fahren wir mit dem Dinghi um unser Schiff, ob alles in Ordnung ist. Vor allem vorne am Bug, wo der Anker möglicherweise aufgeschlagen hat. Es ist nichts zu sehen und an der Seite wo das Geisterschiff an uns längsseits vorbeigerauscht ist, auch nicht. Da atmen wir erst mal auf und können beruhigt einkaufen fahren.
Nach dem Einkauf machen wir noch eine kleine Runde vor zur Marina, wo der kleine Japaner fest am Steg liegt. Freudigerweise steht der Mast noch, aber im inneren dürfte alles platsch nass sein und das wird dauern es wieder trocken zu bekommen.
An Bord genießen wir noch ein wenig die Aussicht, bevor wir uns endlich aufraffen und das Boot zur Weiterfahrt aufklaren. Eigentlich wollten wir ja erst Morgen in die Marina fahren, aber da ist wieder Bora angesagt und wir haben dann möglicherweise Stress beim Anlegen und das wollen wir uns nicht unbedingt antun.
Bevor wir an den Steg fahren, wollen wir noch tanken. Wir müssen warten, endlich fährt das Motorboot auf der langen Seite weg, doch dann, das darf doch nicht wahr sein, fährt ein Jetskifahrer hin und blockiert die ganze Seite. Er hat drei 30 Liter Kanister dabei, die der Tankwart füllen muss und die er natürlich voll wieder mitnimmt. Ein sehr gewagtes Unterfangen, kann man nur hoffen, dass er mit dieser Last nicht kippt.
Dann können wir hinfahren und tanken, wir nehmen auch gleich noch Benzin für den Außenborder mit, damit Isabella beim nächsten Mal den Turbo anlassen kann.

F0038-001

Am Transitsteg fragt man: “Marina?“ Wir geben ein ja zu verstehen und fahren weiter.
Die unangenehme Überraschung am Steg, unsere Nachbarboote, sozusagen unsere Stütze, sind nicht da und von den Marinieris auch keiner. Jetzt müssen wir schnell, na ja nicht ganz so schnell, weil ja fast kein Wind weht, festmachen. Ist ja auch kein Problem, wenn wir nicht so abartig schwitzen würden. Nach unserem Anlegemanöver, haben wir erst mal keine Lust mehr was zu tun, sondern gehen schnurstracks zum Pool und auch gleich rein. Dort bleiben wir bis wir aufgeweicht sind und gehen etwas abgekühlt, weil das Wasser dort auch gute Badetemperaturen hat, wieder zurück um unser Dinghi zu schrubben, Leinen abnehmen, Persenninge anbringen und noch so einige Kleinigkeiten zu erledigen.
In der Zwischenzeit ist die Mistral, mit Volker, Mine und ihren Enkeln auf unserer Steuerbordseite angekommen.
Dann endlich Duschen, lange unter dem Wasser stehen und dann feststellen, dass sich das Schwitzen zügig wieder einstellt.
Nun ist auch die Cara, von gegenüber mit Willi und Anne noch gekommen. Die Glücklichen, die waren wieder fünf Wochen unterwegs.
Noch etwas Laufen und zwar ins Škuža zum Essen. Dort stehen jetzt am Ufer vier riesige, beleuchtete Blumentöpfe.

F0038-003

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass unsere kleine Wespe seit der Überfahrt über dem Kvarner nicht mehr an Bord ist. Irgendwie schade.




Gewittersturm-Windstärke 9

Dienstag 11.07.2017
44°49,18 N   013°52,03 E     Log 2815,9  10,9 sm
Festland Bucht Paltana Luft 30° W 27,4° Betr. Std. 460,0   Ankern 4,5 m Schlamm


Heute Nacht um 4:00 Uhr werden wir von dem vielen Wind geweckt. Ich eile nach draußen, um nach dem Rechten zu sehen. Ich war noch nicht mal richtig oben, rufe ich zu Wolfgang, “Ein Schiff ist aber sehr nahe!“ Er antwortet mir:“ der hat es schon selber gemerkt und fährt gerade weg von uns.“ In den meisten Booten ist Licht, alle schauen nach der Lage. Noch ein kurzer Rundumblick, alles gut, wir gehen wieder schlafen.

Am Morgen ist es etwas windig und unser Ausflug in die Karibik, der heute noch geplant war, fällt aus.
Ja wer kommt denn da? Elke, eine Segelyacht fährt an unserem Schiff vorbei.

F0035-001

Nicht vorbei fährt unser kleiner Japaner, ein kleines rotes Segelschiff, was kein Japaner ist, sondern ein slowenisches Schiff, mit einer drei Mann Crew. Dieses Schiffchen hat in seinem Segel einen großen schwarzen Punkt und deshalb nenn ich es einen Japaner. Es fällt uns immer wieder auf, weil es auch da ankert, wo wir gerade sind.

F0035-003

Das alte Brot das schon ein paar Schimmelflecken hat, verfüttere ich an die Fische. Die haben immer Hunger.

F0036-001

Bevor wir raus fahren, noch mal einen kleinen Eindruck von der Bucht.

F0036-003 F0036-002

Es ist früher Nachmittag.
Gleich außerhalb der Bucht möchte heute mal der Käpten die Segel setzten, also steuer ich. Gar nicht so einfach, denn wir haben ordentliche Wellen.
Der Käpten lobt mich und sagt ich mache das prima, lässt mich weiter fahren und macht die Segelwenden selber.
Kurz vor dem Leuchtturm, sage ich zu Wolfgang: “Guck mal da, der kleine Japaner“. Er segelt dicht an Land, wir aber wollen sicherheitshalber immer um den Leuchtturm herum fahren, außerdem können wir unter Segel so unser Ziel besser anpeilen.
Nach zweieinhalb Stunden kommen wir in der Bucht Paltana an und wer legt gerade seine Sonnenschutz über den Mast. Richtig unser kleiner Japaner, er muss kurz vor uns geankert haben.
Wir ankern mit genügend Abstand hinter drei anderen Booten. Zwei Italienern und einer deutschen Ketsch.
Das ist gut so, denn da können wir nackig im 27,4° warmen Wasser baden. Danach sitzen wir wieder im Cockpit und freuen uns, wie schön wir es doch haben. Vor uns hält kurz ein Ausflugsboot und lässt seine Badegäste noch mal eine Runde Schwimmen bevor es wieder am Kai anlegt und alle Gäste aussteigen müssen.

F0035-004 F0035-005Gegen 19:30 Uhr verdunkelt sich der Himmel, an allen Seiten fängt es an zu blitzen.
Wir verstauen schon mal alles und bringen unsere seitlichen Verdeckteile an. Gerade fertig, da fängt es auch schon an zu regnen.
Die beiden Mannschaften von den italienischen Booten beeilen sich, um noch trocken mit dem Dinghi an Land und ins Restaurant zu kommen.
Mich fragt der Käpten, warum ich den Tisch zusammenklappe und fest mache. Na weil ich das bei Gewitter immer so mache und gehe unter Deck.
Als ich wieder nach oben gehe merke ich, dass das Gewitter heftiger geworden ist und möchte von Wolfgang die Wasserflaschen zum wegräumen haben. Der aber steht breitbeinig und ernst am Steuer und sagt:“ Gerade ist eine italienische Yacht in totaler Schräglage an uns „vorbeigeflogen“.
Das Meer hat sich aufgetan und das Wasser prescht mit 45 Knoten Wind über uns herüber. Wolfgang hat den Motor gestartet und konnte so etwas ausweichen, als das vor uns ankernde Schiff jeden Halt verloren hatte und auf uns zu kam. Alle ankernden Boote wurden durch diese Windböen mehr oder weniger versetzt. Auch unser Anker ist gerutscht, hat aber im Vergleich zu den anderen noch am besten gehalten. Wir liegen jetzt dicht an den großen Fischerbooten, die an Bojen Hängen. Ein Schlauchboot treibt mit großer Geschwindigkeit an uns vorüber. Plötzlich hebt auch unseres ab. Wolfgang schreit: “schnell zieh es her“, was ich auch tue, während er versucht unser Schiff von den anderen fern zu halten. Dicht neben uns taucht eine leere Boje auf, vielleicht können wir an ihr festmachen. Aber so schnell wie sie hier war, war sie auch schon wieder weg. Nun binde ich nach Anweisung und mit Hilfe vom Käpten das Dinghi an unserem Heck irgendwie fest. Dann hole ich noch mit Mühe, die kreuz und quer hängenden Paddel und bringe sie in der Backskiste in Sicherheit.
Währenddessen kommen in einem mini Dinghi zwei Leute über das tobende Wasser gefahren. Es ist ein Teil der Crew, von der Italienischen Yacht die sich losgerissen hat. Sie schaffen es auf ihr Boot zu kommen und es an der Boje, an der wir kurz zuvor vorbeigetrieben sind, fest zu machen. Unsere Schiffe werden herumgeschüttelt. Weiter vorne ist noch eine Yacht, wann die gekommen ist, haben wir nicht gesehen.
Gut dass ich mehr Kette reingelassen hatte als ich müsste und Wolfgang gleich am Anfang den Kettenfanghaken hin gemacht hat. Unser Anker hat sich bewährt, aber  trotzdem wurde unser Boot um etwa eine Bootslänge versetzt.
Der Wind lässt etwas nach. Ich suche den kleinen Japaner. Er ist weg, wo ist er bloß? Wir entdecken ihn gekentert, weiter hinten, hängen geblieben an zwei festgemachten Motorbooten in der kleinen Marina.

F0037-001

Mein Gott, was ist mit den drei Menschen, die in dem Boot waren. Wolfgang sieht Leute am Steg, vermutlich wurde ihnen gleich Hilfe zu teil. Furchtbar, wenn ich nur daran denke, dass die drei jungen Leute,  höchstwahrscheinlich Schutz vor dem Gewitter unter Deck, was ja sehr klein ist, gesucht haben. Dann sich bei diesem tobenden Gewitter der Anker gelöst hat und sie von den über 40 Knoten starken Böen übers Wasser geschleudert wurden, bis sie am Ende mit ihrem Boot gekentert in den Motorbooten hängengeblieben sind. Hoffentlich geht es ihnen gut.
Der Wind lässt noch mehr nach aber wir wissen, wenn er dreht und das Gewitter noch mal zurück kommen sollte, werden wir den Italienern an der Boje zu nahe kommen. Also beschließt der Käpten, Anker auf und weiter vor in der Bucht zu fahren.
Eine der Yachten
 die vor uns lag, steuert an uns vorbei, auf das losgerissene Dinghi zu.
Bei uns muss das schützende Verdeck aufgemacht werden, damit der Käpten sieht wo er hinfahren muss.
Bei laufendem Motor geht er aufs Vorschiff und löst den Kettenhagen, geht zurück zum Steuer und ich hole den Anker auf. Jetzt fährt er los, irgend etwas schlägt ein paar mal ans Boot, möglicherweise habe ich den Anker nicht weit genug aus dem Wasser geholt, aber das werden wir erst Morgen wissen.
Unsere Bootshaken hängen auch querab am Schiff.
Der Regen wird wieder stärker.
Nun setze ich erneut den Anker, wieder mit langer Kette und Wolfgang hängt erneut den Kettenfanghaken ein. Unterdessen versuche ich das Verdeck wieder zu schließen, aber es gelingt mir auf dem nassen, schaukelnden Schiff nicht. Erst als Wolfgang mithilft, können wir das Verdeck wieder dicht machen. Als nächstes lösen wir unser hochgezogenes, festgebundenes Dingi, hängen es am Geräteträger an und ziehen es hoch.
Nun begutachten wir die Lage. Wir sind jetzt weit genug von den anderen Schiffen entfernt. Die Ketsch hat auch erneut ihren Anker gelegt. Die beiden Italiener mit ihren abgetriebenen Schiff fahren zurück an Land.
Jetzt ziehen wir erst mal unsere tropfnassen Sachen aus und hoffen, dass das Gewitter nicht zurückkommt.
Feucht nass ist es auch in unserem Bett. Von unserer Luke hat sich eine Schraube gelockert und da wird es wohl hereinregnet haben. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und Wolfgang macht einen Blick aus dem Lukenfenster unserer Koje. Da sieht er, dass der kleine Japaner wieder aufgerichtet und am Steg festgebunden wurde.

F0037-003

Unterdessen sieht der Himmel aus, als ob nichts gewesen wäre.

F0037-002

Kurz vor Mitternacht hat sich wieder alles beruhigt.
Der Spuk war nach etwa eineinhalb Stunden für uns vorbei.
Letztendlich können wir sagen, wir sind ein eingespieltes Team, trotzdem wünschen wir uns ein Gewitter dieser Art nicht noch mal.




Schneller Schwede

Montag 10.07.2017
44°46,66 N   013°55,03 E     Log 2805,1  21,6 sm
Festland Bucht Portić Luft 30° W 27,4° Betr. Std. 459,5   Ankern 7 m

Wir kommen natürlich erst um 7:30 Uhr los, weil der Käpten wie immer ein bisschen herumgratscht.

Segeln können wir bereits außerhalb der Bucht. Kaum sind wir auf dem Kvarner, pfeifen wir mit 8 Knoten Fahrt so dahin. Danach wird es etwas weniger, aber immer noch ganz ordentlich.
Nach etwa 8 sm sichten wir einen Frachter, der höchstwahrscheinlich unseren Weg kreuzt.
Vorsichtshalber schaut Wolfgang aufs Radar und wirklich, es wird auch gar nicht mehr so lange dauern, bis wir auf Kollisionskurs sind. Normalerweise haben wir Vorfahrt, nur diesen Koloss kann man bis zu unserem Zusammentreffen schlecht abbremsen und das weiß der Käpten vom Frachter auch. Also was bleibt uns übrig, wenn wir nicht in den Frachter rein brettern wollen: Kurs ändern. Nach ein paar Minuten quert er in nur 200 m Entfernung unseren Bug und fährt Richtung Rijeka.

F0033-001

Da ist so viel Platz auf dem Meer, aber wir müssen so einen großen Pott in unserer Fahrtrichtung antreffen, das ist schon das zweite Mal.
Solche Fähnchen mit Kanister schwimmen auch oft im Wasser, auf alles muss man achten.

F0034-001

Schon seit der Nordspitze von Unije segelt eine Yacht sehr weit hinter uns, nur so als kleiner Stecken sichtbar. Wir haben guten Wind, zumindest die meiste Strecke. Aber jetzt kommt die Yacht immer näher und wird als schwedischer Katamaran erkennbar. Als er uns dicht vor unserem Ziel auch noch überholt, sehen wir dass er sogar nur von Einhand gesegelt wird.
Größer als unsere Yacht ist er auch nicht, deshalb kann ich das nicht so ganz verstehen. Wolfgang meint der hat als Katamaran bessere Voraussetzungen und ein Quergelattetes High-Tech Großsegel hatte er auch. Na gut, ist ja möglich.

F0033-003

Gegen Mittag erreichen wir die Bucht Portić. Sie ist gut besucht, aber es ist noch genügend Platz für uns. Diesmal Ankern wir in Ufernähe an der Nordseite.

Hier hat man gut geschützt vor der Sonne eine Strandbar hin gebaut. Bei den vielen Badegästen ist sie natürlich auch gut besucht.

F0033-005

Auch hier treffen wir natürlich wie überall Stehpaddler an, diesmal werden gleich noch Kinder mit transportiert.

F0033-004

Trotz der vielen Menschen, wirkt die Bucht idyllisch.




Segelboot mit Kräutergarten

Sonntag 09.07.2017
44°39,33 N   014°15,46 E     Log 2783,6  12 sm
Insel Unije Bucht Podkujni  Luft 30° W 27,4° Betr. Std. 458,7   Ankern 11 m Sand

Heute Nacht um 4:00 Uhr unterbrechen wir mal kurz unseren Schlaf, weil Wolfgang den Fanghaken an die Ankerkette machen möchte. Es ist Wind aufgekommen und dabei hat die Ankerkette geruckelt. Dafür schlafen wir am Morgen länger und stehen erst auf als es uns zu heiß wird.
Noch vor dem Frühstück fahren wir mit unserem Dinghi an Land. Wir wollen in dem kleinen Laden Brot kaufen, aber wo ist er nur. Es gibt vom Wasser aus nur zwei Wege nach Norden und wir nehmen zuerst den Falschen, obwohl wir schon mal hier waren.
Nachdem wir fündig wurden, kaufen wir verschiedenes Brot.
Wolfgang vor der etwas anderen Ladentür.

F0032-001

Unser Weg zurück zum Wasser.

F0032-003 F0032-002

Jetzt freuen wir uns auf unseren Kaffee. Dieses dicke runde Etwas, was wie ein riesiges  Brötchen aussieht, wiegt 600g und ist ein Vollkornbrot. Es ist total weich, schöne Körner und schmeckt wirklich lecker. Besser können es die Bäcker in Deutschland auch nicht machen. Hier in Kroatien haben wir das erste Mal so ein Brot gesehen.

F0032-004 F0032-005Gestärkt fahren wir weiter.
In Ufernähe sieht man noch gelegentlich eines von den älteren Häusern, dieses ist anscheinend noch bewohnt.

F0032-006

Unterwegs sticht uns dieses Boot in die Augen, auch solche schöne Segelfarben gibt es.

F0032-008

Dann kreuzt uns noch ein Segler, hier sind die Probleme mit dem Blumen gießen gelöst. Der Segler nimmt sie einfach mit an Bord.

F0032-007

Nach einer Stunde motoren und einer Stunde segeln sind wir heute schon bald in unserer Bucht. Schön dass wir so zeitig hier sind, da kann ich noch mal Schnorcheln gehen bei  27,4° lockt das Wasser. Es ist auch sehr klar. Fische schwimmen hier in Ufernähe nicht sehr viele herum, aber zwei neugierige Doraden begleiten mich ein Stück.

Digital Video Camera Digital Video Camera Digital Video Camera

Wovon es hier unter Wasser viele gibt, sind Seeigel, nur schöne Skelette von ihnen sind leider nicht zu finden. Dann entdecke ich ein sehr großes in lila. Ich freue mich riesig. Als ich es hochhole, ist er zwar nicht zerbrochen, aber es war noch ein Teil von Innereien drin und die Stacheln waren auch noch größtenteils dran. Das würde ich vom Käpten aus nicht mit an Bord bringen dürfen, denn das würde spätestens morgen zu stinken beginnen.

Was wir heute Abend vermissen, sind die Ziegen, die jedes Jahr, früh und abends am Ufer spazieren gehen.
Am Himmel hat sich alles zugezogen und es ist sehr schwül geworden, die Luft steht überall und die Sichtweite verringert sich. Es riecht nach Regen.
Weiter vorne in der Bucht, riecht man nicht, sondern hört schon eine lange Zeit recht lautstark, eine Bayern Crew.




Ein einsamer Delfin

Samstag 08.07.2017
44°34,32 N   014°24,44 E     Log 2771,7  37,8 sm
Insel Lošinj  Bucht Artaturi Luft 30° W 26° Betr. Std. 457,3   Ankern 9 m Sand

Wir stehen mal wieder nicht auf, obwohl wir doch heute weiterfahren wollen. Es ist windstill  und wunderschön am Morgen, aber es hilft nichts, wir müssen aufklaren sonst wird es heute nichts mehr.
Hier ist, wie gesagt kein Wind, mal sehen wie es ist, wenn wir um die Insel herumgefahren sind. Genauso, also bleiben die Segel erst mal verstaut. Ab und an sieht man mal einen Segler, aber auch diese fahren mit Motor, wie auch sonst.
Wir lassen Molat, Ist und Skarda im Kielwasser von unserem Schiff. In der Höhe von Premuda kommt uns ein Katamaran entgegen der den wenigen Wind mit einem Spinnaker einfängt, so gut es geht.

F0029-001

Meistens haben die Spinnaker leuchtend bunte Farben, dieser ist hingegen schwarz wie ein Müllsack.

Eine kurze Weile später sichtet Wolfgang einen einsamen Glücksboten der Meere.

2017-07-08

So schnell wie der Delfin zu sehen war, war er auch schon wieder weg.

Ziemlich am Ende der Insel, liegt der Ort Premuda, davor gibt es einige Festmacherbojen, die in der Durchfahrt zwischen Insel und dem Riff ausgelegt sind.

F0029-002

Als wir aus dem Windschatten der Insel kommen, erhalten wir die Chance doch noch unsere Segel setzen zu können. Die Windrichtung NW ist für uns nicht gerade optimal, aber wir kommen ganz gut voran.
An der Insel Ilovic kommen wir mit unserem Kurs nicht ganz vorbei und müssen eine Wende machen. Mit der nächsten Wende zurück segeln wir ziemlich weit an der Insel Lošinj hoch. Aber auch hier reicht es nicht bis zu unserer Bucht. Da es nicht mehr sehr weit ist und das Kreuzen doch einige Zeit in Anspruch nehmen würde, entscheiden wir uns für die restliche Strecke, den Motor einzuschalten.
Die Bucht Artaturi ist schon gut besucht.
Als wir uns für ein Ankerplätzchen entschieden haben, lasse ich den Anker ab. Um uns herum, alles gut wie es scheint, nur dem kleinen Motorböötchen wären wir bei Wind, eventuell etwas zu nahe. Diese Überlegung fertig zu denken, nimmt uns ein in gut ausreichender Entfernung wie wir meinen, Slowenischer Segler ab, in dem er lautstark brüllt und uns zu verstehen gibt, wir liegen auf seinem Anker.
Quatsch, soviel Ankerkette wird er kaum an Bord haben, dass wir ihn behindern könnten.
Um die ganze Situation zu entschärfen, holen wir unseren Anker wieder ein und werfen ihn erneut auf der anderen Seite der Bucht und denken uns nur „Du Blödmann“.

Jetzt ist ein Bad mit 26° sehr willkommen, nach fast sieben Stunden haben wir es uns verdient.
Der Mond hat in den letzten zwei Wochen stetig zugenommen und strahlt nun mit voller Kraft.

F0030-001

Ob wir in Sachen Zunehmen mithalten können wird die Waage zuhause zeigen, aber strahlen können wir auch bei einem Glas Whiskey in der lauen Sommernacht.

F0030-002

Nun ist es dunkel und es kehrt fast überall Ruhe ein in der Bucht.
Gegen 22:30 Uhr nähert sich in falscher Lichterposition noch ein Segler, der auch noch einen Platz für die Nacht sucht.




Schnorchelparadies

Freitag 07.07.2017
44°12,98 N 014°51,72 E Log 2734,0 0 sm
Insel Molat Bucht Podgarbe Luft 27° W 26° Betr. Std. 452,4 Ankern 9 m Sand
Frühzeitig aufstehen, denn ich will einmal schnorcheln und Wolfgang will in der noch windstillen Morgenluft seine Drohne fliegen lassen. Danach gibt es Frühstück und anschließend starten wir wieder.
Wolfgang steht an Deck, startet sein Flugobjekt und fliegt über die wunderschöne Bucht. Bei dem glasklaren Wasser ist es schwer zu erkennen, dass die Felsen tatsächlich unter Wasser sind.

DCIM100MEDIADJI_0066.JPG

Relativ klar zu sehen ist dieser große schwarze Fisch mit den gelben Flossen.

DCIM100MEDIADJI_0079.JPG

Wie im Paradies liegt unser Schiff im Wasser.

2017-07-07
Paradiesisch ist auch die Unterwasserwelt. Wieder entdecke ich einen neuen Fisch, etwa 8 cm groß, leicht durchsichtig in korallenrot mit schwarzem Kopf und schwarzen vorderen Flossen. Er sitzt regungslos auf einem Fels.
Die Kamera habe ich auch wieder dabei und auch auf Fotografie gestellt. Nur leider bin ich irgendwie unter Wasser auf den Filmknopf gekommen und dann lief sie ununterbrochen weiter und alle Aufnahmen, die ich gemacht zu haben glaubte, waren verwackelte Filmszenen. Ich habe einfach kein Glück oder ich muss noch viel lernen.
Später kommt Wolfgang angeschwommen und will mich holen, denn es ist schon spät geworden.
Beim Frühstück entscheiden wir uns um, da es in den nächsten Tagen noch wenig Wind geben soll, werden wir hier noch einen Tag anhängen.
Zwischendurch nähe ich mein Fliegengitter in den Rahmen, den mir Wolfgang gebogen hat. Er putzt währenddessen außen am Boot herum.
Es ist wieder aufgetaucht, das Fillyseepferdchen, es hat sogar schon Freundschaft mit Menschen geschlossen.

F0026-001
Nach getaner Arbeit möchte ich noch mal Schnorcheln. Wolfgang macht mir die Unterwasserkamera fertig und bemerkt dabei, wenn man auf Foto stellt, das Gehäuse dann schließt, sie aber automatisch wieder auf Film umstellt. Man muss also nochmal umstellen, das ist alles. Ob die Fotos jetzt allerdings klar werden ist fraglich, denn jetzt haben wir Welle in der Bucht. Ich probiere einfach mal aus.
Ein Seestern leuchtet mit seiner roten Farbe schon von weitem.

Digital Video Camera

Abalonen glänzen im Wasser

Digital Video Camera

und dicke runde Seeigel gibt es hier auch einige,

Digital Video Camera

Fische sowieso.

Digital Video Camera
Was ich sehr seltsam finde ist das verhalten der Seegurken. Normalerweise liegen sie nur irgendwo am Meeresgrund herum, so auch noch heute morgen. Jetzt aber recken sich dreiviertel von diesen Seegurken in die Höhe, drücken eine Art Stacheln heraus, diese sieht man sonst nur als dicke dunkel Punkte auf ihren Langen dicken Körpern.

Digital Video Camera

Einige sondern etwas rauchartiges ab. Wahrscheinlich machen das alle, die sich in die Höhe recken. Meine Vermutung geht in Richtung Fortpflanzung. Hoffentlich pflanzt sich keine auf mir fort, sollte ich zufällig etwas davon abbekommen. Sicher habe ich ein seltenes Schauspiel erleben dürfen.
Wieder sind es leichte Muskelkrämpfe die mich zur Rückkehr zum Boot zwingen. Wolfgang meint, ich war schon wieder Ewigkeiten unterwegs.
Er hat seit langem mal wieder am Funkgerät gehorcht und wollte mit einem Funker, der aus Saudi-Arabien deutlich zu hören war, Kontakt herstellen. Aber das wollten sehr viele andere auch und da ist er leider nicht durchgedrungen.
Schon wieder ist fast ein Tag vorbei.
Am Abend kommt noch ein Fischer in die Bucht, der seine Netze auslegt.

F0026-002

Da ich ja nicht gerne etwas wegwerfe, habe ich aus älteren kroatischen Weißbrot heute mal Semmelknödel probiert, dazu Schweinebraten mit Karottengemüse.
Unser neues Haustier hat auch davon gekostet. Die kleine Wespe saß die ganzen 37 sm bei uns auf dem Schiff und schaut hauptsächlich zu Essenszeiten bei uns vorbei, aber noch nie war sie aggressiv. Hoffen wir dass es so bleibt.




Der zufriedene Käpten

Donnerstag 06.07.2017
44°12,98 N   014°51,72 E     Log 2734,0  37 sm
Insel Molat Bucht Podgarbe Luft 28° W 25° Betr. Std. 452,4   Ankern 9m Sand

Heute Morgen ist es windstill. Ich möchte gerne früher losfahren, der Käpten hat keine Eile, weil ja kein Lüftchen geht. Nach dem Frühstücken verlassen wir die Soline. Draußen am Meer weht nur eine ganz leise Brise, wir versuchen aber trotzdem mal unser Glück und setzen Segel. Über eine Stunde dümpeln wir mit 1,5- 2,2 Knoten Fahrt so dahin. Ist schon sehr langsam, also doch Motoren.
Mit solchen Schiffen werden Baumaschinen und Material zu den Inseln transportiert.

F0024-001

Nach zwei Stunden probieren wir es erneut. Jetzt haben wir schon deutlich mehr Speed. Wir fahren an der westlichen Seite der Insel Iž entlang. Im südlichen Teil dieser Küste hat man viele Fischfarmen verankert.
Zum Einen helfen die unseren Fischbedarf zu decken und der Überfischung des Meeres entgegen zu wirken, auf der anderen Seite wird der Meeresgrund, durch das Futtermittel und die Fischausscheidungen stark überdüngt, was die Flora und Fauna im Wasser aus dem Gleichgewicht bringt.

F0025-001

So, aber jetzt zieht unser Schiff ab. Zuerst überholen wir einen Segler der weit vor uns war und unter Motor fährt und dann noch eine Hallberg, die etwa die gleiche Größe hat wie unser Schiff und auch unter Vollbesegelung fährt.
Teilweise erreichen wir über 8, sogar mal kurz 9 Knoten Fahrt. Wer bei diesem Spiel nicht mit macht ist der Wind, der wechselt ständig seine Richtung. Wir kommen zwar noch immer sehr flott voran, müssen aber dafür sehr oft kreuzen.
Je weiter wir in den Norden kommen, desto mehr Segler, die auch segeln sind unterwegs, das heißt gut aufpassen.
Kurz vor unserer Bucht Podgarbe liegt der Ort Molat, ein kleines aber nettes Örtchen.

F0024-002

Nach sieben Stunden erreichen wir mit einem sehr zufriedenen Käpten und einer sonnenverbrannten, überhitzten, total erschöpften Crew die Ankerbucht.
Unser Anker hat sich hier wieder super im Sand eingegraben.
Die Bucht mit ihrem türkisfarbenen Wasser einfach wunderschön. Hier leben anscheinend Fillyseepferchen unter Wasser. Dicht am großen Motorboot hat sich ganz leise eins an die Oberfläche gewagt.

F0024-003




Der Steirische Winnetou

Mittwoch 05.07.2017
43°55,49 N   015°21,66 E     Log 2697,1   0 sm
Insel Pašman Bucht Soline Luft 28° W 23° Betr. Std. 449,7   Boje 154 Kuna

Gestern Nacht und heute morgen alles Windstill.

Wir bleiben noch einen Tag, deshalb möchte ich gleich meine Fliegengitter außen an den großen Luken anbringen. Oben an Deck erwartet mich eine unangenehme Überraschung. Ein paar große Flecken von Möwenkaka, die hat man ja immer ein mal, aber die vielen größeren Spinnen die da so lagen, dazu diese wie Erdkrusten aussehenden kleinen Brocken, ist schon sonderbar. Mit Besen will ich diesen Tieren zu Leibe rücken, aber sie waren schon Tod, was man auf den ersten Blick nicht gleich sehen konnte. Über Bord werfe ich das Ganze natürlich trotzdem.
Seltsam, seltsam.
Unser Frühstück heute müssen wir nach unten in den Salon verlegen. Wespenalarm.
Diese kleine Art von Wespen sind überhaupt nicht aggressiv, aber lästig.
Normalerweise sind die Tierchen bald verschwunden wenn sie merken dass es nichts zu holen gibt, diese aber wollen nicht weichen, selbst am Nachmittag ist noch immer eine da. Jetzt fragen wir uns, ob diese Erdkrusten von heute Morgen eventuell ein Wespennest im Mast war und die Spinnen Beute für die Jungtiere. Wer weiß, wer weiß.
Wolfgang setzt sich unterdessen oben aufs Schiff und schabt einen Teil der alten abblätternden Lackreste von den kleinen Solarpaneelen.

F0023-001

Die müssen wieder neu lackiert werden.
Danach biegt er mir eine Form aus flexiblen Draht für unsere längliche schmale Luke. Gesponsert wurde er von Isabella, die hat dafür ihren Sonnenschutz vom Auto geopfert. Jetzt muss ich nur mal schauen ob ich noch Fliegengitter zum annähen an Bord habe.
Es ist schon Abend und die defekte Leine von der Boje wurde natürlich wie erwartet nicht repariert.
Das ist mal ein Prachtstück von Schiff. Das Hobby vom Eigner dürfte Putzen und Polieren sein.

F0022-001

Die Kassierer machen sich auch wieder auf den Weg.
Wir natürlich auch und zwar zur Konoba, um Fisch zu essen.
Dort angekommen suchen wir nach einem Platz, direkt am Meer ist zwar schön, aber um diese Zeit noch etwas zu sonnig. Wir schauen uns um, ob der ausgesuchte Tisch frei ist, er war frei, da ruft ein Österreicher, “Hier auch, wenn ihr wollt“. Gerne nehmen wir das Angebot an. Die Herrn Österreicher heißen, Miki und Raini der Steierer. Zwei Freunde die mit ihrem gecharterten Motorboot unterwegs sind. Mit Raini dem Alleskönner hatten wir etwas Verständigungsprobleme. Ansonsten war es ein recht unterhaltsamer und lustiger Abend.
Zum Schluss zu wird Raini etwas sentimental und fängt an Winnetou Melodie zu summen und weil es nicht ganz astrein war, spielte Miki die Musik auf seinen Handy ab. Jetzt gucken und amüsieren sich auch die Leute am Nebentisch.
Die Beiden ließen sich dann mit dem Kassiererboot zu ihrem Schiff zurück fahren. Ihr Dinghi holen sie morgen. Vor einigen Tagen, da war noch ein Freund, also eine Landratte dabei und dieser ließ beim umsteigen aufs Motorboot, etwas die Gewichtsverteilung außer acht. Der Skipper aber auch, denn der wurde samt Sonnenbrille und Außenborder versenkt, indem das Dinghi Übergewicht bekam und kippte. Seitdem haben sie keinen funktionierenden Außenborder mehr und müssen Paddeln, nur mit einem Paddel geht es etwas schwer. Eins davon hatten sie nämlich bei dem Abgang gleich mit verloren.

Etwas später zahlen wir auch und nehmen noch unser Brot mit das wir gestern bestellt haben. Das Wasser ist spiegelglatt als wir zurück zum Boot schippern.