{"id":886,"date":"2014-09-01T23:21:19","date_gmt":"2014-09-01T21:21:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-samoa.de\/?p=886"},"modified":"2016-02-16T16:18:46","modified_gmt":"2016-02-16T14:18:46","slug":"bettnaesser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sy-samoa.de\/?p=886","title":{"rendered":"Bettn\u00e4sser"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Montag\u00a0 01. September 2014<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">44\u00b032,00N\u00a0\u00a0 014\u00b028,02E\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Log 2007,3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 0 sm<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Insel Losinj,\u00a0 Stadt Mali Losinj\u00a0\u00a0 Luft 23\u00b0\u00a0 Wasser 22\u00b0\u00a0\u00a0 Stadthafen <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nachdem wir gestern, eigentlich schon heute, sehr m\u00fcde in unsere Koje gehen wollten, noch eine \u00fcble \u00dcberraschung. Am Kopfteil von meiner Kojenseite ist es gut feucht. Es tropft aus dem Scharnier von unserer Luke. Um nachzusehen ob wir die Tropfstelle beheben k\u00f6nnen, m\u00fcssten wir die Luke \u00f6ffnen und das wollen wir bei dem Regen auch nicht. Also muss erst mal ein Handtuch zum Tropfwasser auffangen gen\u00fcgen. In der W\u00e4rme ist erst mal nicht an Schlaf zu denken. Sp\u00e4ter l\u00e4sst der Regen nach und wir k\u00f6nnen endlich unsere Luke \u00f6ffnen. Jetzt k\u00f6nnen wir auch einschlafen.<br \/>\nIn den fr\u00fchen Morgenstunden werden wir von einem <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Gewitter geweckt. Wolfgang geht an Deck um nach dem Rechten zu schauen. Zur Sicherheit h\u00e4ngt er ein paar Fender um. Dann meint er, der Wind hat sich gedreht und wir sollten noch etwas weiter vom Steg weg.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Also rauf an Deck, die Festmacherleinen lockern, dann aufs Vorschiff und die Muringleine fester ziehen. Es regnet wieder, schnell huschen wir unter Deck. Nun beobachten wir noch eine ganze Weile unsere Instrumente. Es gibt wieder B\u00f6en mit 42 Knoten Wind. Heftig, heftig, gut dass wir hier sind. Eine knappe Stunde sp\u00e4ter, gehen wir wieder etwas beruhigter in unsere Koje.<br \/>\nEs ist schon bald Mittag als wir endlich aufstehen. Am Steg ist es auch noch recht ruhig. Doch so langsam kommt immer mal jemand von den anderen Schiffen um Brot zu kaufen, genauso wie Wolfgang.<br \/>\nIm Regen kommt er mit frischem Brot zur\u00fcck.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Da das Wetter im Moment keinen trockenen Landgang zul\u00e4sst, poliere ich halt unser Schiff unter Deck, von oben wird es ja zur Zeit\u00a0 gratis mit Regenwasser vom Salz befreit.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">St\u00e4ndig kommen noch Segler und suchen Schutz im Hafen.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">An eine Weiterfahrt ist aus Sicherheitsgr\u00fcnden erst mal heute und morgen nicht zu denken.<br \/>\nAls n\u00e4chstes <\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">nimmt sich Wolfgang die tropfende Luke in unserer Kabine vor. Am Scharnier sind zwei kleine Schrauben locker und da l\u00e4uft das Wasser rein. Jetzt sollte das \u00dcbel erst mal beseitigt sein. Das gleiche gilt f\u00fcr die Luke im Salon, denn da hat es auch angefangen rein zu tropfen.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">In einer Regenpause kommt dann der Kassierer.<br \/>\nDie Frau vom Nachbarboot holt ihr Geld heraus, denn sie glaubt beim Bezahlen an der Reihe zu sein. Der Kassierer\u00a0unterh\u00e4lt sich in der zwischenzeit mit dem Herrn vom gegen\u00fcberliegenden Boot, gibt aber unser Boot in seinem Handterminal ein. Durch die Unkonzentration vom Kassierer leider falsch. Wir wollten auch heute wieder kein Wasser, sondern nur Strom. Daraufhin fragt er uns,ob wir auch\u00a0 Morgen noch bleiben werden. Wolfgang bejaht. Als Deal weil er seine Eingabe angeblich nicht mehr \u00e4ndern kann, will er Morgen nur den Liegeplatz, ohne Strom berechnen. Das w\u00e4re f\u00fcr uns dann 35 Kuna g\u00fcnstiger. Damit k\u00f6nnen wir leben.<\/span><\/p>\n<p>Im Wetterbericht gibt es noch\u00a0 i<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">mmer schlecht Wetterwarnungen.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wolfgang h\u00f6rt st\u00e4ndig gespannt Funknachrichten. Auf einmal kommt ein Mayday von Radio Split, irgendwo da drau\u00dfen braucht jemand Hilfe. N\u00e4heres k\u00f6nnen wir nicht erfahren, hoffentlich ist nichts schlimmes passiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><a href=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-001.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-9OY07JQl\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-889\" alt=\"F0094-001\" src=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-001-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-001-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-001.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Am sp\u00e4teren Nachmittag hat der Regen aufgeh\u00f6rt und es ist Windstill. Deshalb machen wir jetzt einen Landgang. Ausger\u00fcstet mit Segeljacken und Regenschirm begeben wir uns zu Lidl, um unseren vollen Sack mit Pfandflaschen abzugeben.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Mittlerweile ist auch wieder Leben in den Gassen.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Abends, heute mal etwas fr\u00fcher als sonst, gehen wir noch mal essen. Dort\u00a0k\u00f6nnen wir von der offenen Terrasse aus, in den beeindruckenden Abendhimmel blicken.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-004.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-9OY07JQl\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-892\" alt=\"F0094-004\" src=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-004-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-004-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-004.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Sp\u00e4ter ist es<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> sehr windig und kalt geworden und wir sind froh unsere Windgesch\u00fctzten Jacken anzuhaben. Manchen Menschen scheint dieser Wind aber nicht so viel auszumachen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-003.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-9OY07JQl\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-891\" alt=\"F0094-003\" src=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-003-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-003-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0094-003.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Am Hafenbecken rennt eine junge Familie mit ihren beiden kleinen Jungs auf den Steg wo die kleinen Boote festgemacht sind. Ich ahne nichts gutes. Sie fahren tats\u00e4chlich mit einem kleinen Schlauchboot aus dem Hafen. Die Kinder haben noch nicht mal eine Rettungsweste an. Mir bleibt fast das Herz stehen, wenn ich den Wellengang sehe. Drau\u00dfen ist es noch deutlich schlimmer. Wie unvern\u00fcnftig doch manche Menschen sind. Man kann nur hoffen, dass sie gut nachhause kommen und nicht von einer der starken B\u00f6en erfasst und umgeworfen werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Da es uns jetzt zu st\u00fcrmisch wird, laufen wir am mittlerweile \u00fcberbelegten Hafen entlang zur\u00fcck zu unserem Schiff.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Dort nehme ich gerne die helfende Hand vom K\u00e4pten um aufs Boot zu gelangen.<br \/>\nBei einer erneuten Bootskontrolle f\u00e4llt Wolfgang auf, dass von unserem Dinghi ein Paddel lose herunterh\u00e4ngt. Wir m\u00fcssen es herauf holen. Wolfgang tut sich schwer das Beiboot mit dem Bootshaken etwas hochzuziehen, weil viel Wasser ins Boot gelaufen ist.\u00a0 Auf dem Bauch liegend fasse ich das Paddel, entriegel es und hole es nach oben. Das zweite noch feste Paddel holen wir zwischen einer kurzen B\u00f6enpause\u00a0 genauso herauf und verstauen sie sicherheitshalber jetzt in der Backskiste.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Da wir noch einen neuen, guten Ersatzfender haben, pumpen wir ihn auf und Wolfgang h\u00e4ngt ihn zus\u00e4tzlich noch an die Steuerbordseite.<br \/>\nDie franz\u00f6sich, schweizerdeutsche Crew, k\u00fcmmert sich sehr wenig um ihr Schiff.<br \/>\nEin Nachbar gegen\u00fcber hat das auch schon bemerkt und fragt, ob sie denn \u00fcberhaupt Fender auf unserer Seite dran haben.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Inzwischen ist es noch ungem\u00fctlicher geworden. Die Schiffe reiben auf beiden Seiten an den quietschenden Fendern.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Pl\u00f6tzlich meint Wolfgang:\u201c Ich muss r\u00fcber zum Nachbarboot, dort f\u00e4llt gleich die Gangway ins Wasser\u201c und st\u00fcrzt los. Kurz darauf kommt die Crew zur\u00fcck. Die weiblichen Crewmitglieder tun sich sehr schwer um auf ihr Boot zu kommen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Boen haben jetzt 39 Knoten Wind\u00a0 erreicht. St\u00e4ndig schauen die Skipper nach, ob an ihren Booten noch alles in Ordnung ist.<br \/>\nEiner der franz\u00f6sischen Nachbarn klopft an unser Boot und macht uns verst\u00e4ndlich, dass unser Generator sich in seinen Bootsleinen verfangen hat. Damit er nicht besch\u00e4digt wird, h\u00e4ngt Wolfgang ihn auf die andere Seite. Diese Crew k\u00fcmmert sich wenigstens.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nun folgt noch eine gute Tat\u00a0 von der Crew an der Steuerbordseite. Sie h\u00e4ngen jetzt die \u00e4u\u00dferen Fender, die eh nicht gebraucht werden, weil neben ihnen der Steg zuende ist, auf unsere Seite um.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Es ist Unruhe an Bord. Immer und immer wieder geht Wolfgang an Deck um nach dem Rechten zu schauen. Auch auf den anderen Schiffen wird\u00a0 immer wieder kontroliert, ob noch alles passt. Ich lenke mich ab und schreibe Logbuch, aber immer in alarmbereitschaft, falls mich der K\u00e4pten braucht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wolfgang bindet noch den Gro\u00dfbaum fest, dass er nicht dauernd hin und her schl\u00e4gt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Masten klappern und der Wind pfeift unerm\u00fcdlich zwischen den Wanten. Das Meer ist aufgepeitscht,\u00a0dementsprechend schaukeln auch die Schiffe hin und her.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag\u00a0 01. September 2014 44\u00b032,00N\u00a0\u00a0 014\u00b028,02E\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Log 2007,3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 0 sm Insel Losinj,\u00a0 Stadt Mali Losinj\u00a0\u00a0 Luft 23\u00b0\u00a0 Wasser 22\u00b0\u00a0\u00a0 Stadthafen Nachdem wir gestern, eigentlich schon heute, sehr m\u00fcde in unsere Koje gehen wollten, noch eine \u00fcble \u00dcberraschung. Am Kopfteil von meiner Kojenseite ist es gut feucht. Es tropft aus dem Scharnier von unserer Luke. 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