{"id":907,"date":"2014-09-03T20:31:34","date_gmt":"2014-09-03T18:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sy-samoa.de\/?p=907"},"modified":"2016-02-22T20:04:07","modified_gmt":"2016-02-22T18:04:07","slug":"ueberfahrt-abgebrochen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sy-samoa.de\/?p=907","title":{"rendered":"\u00dcberfahrt abgebrochen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Mittwoch\u00a0 03. September 2014<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">44\u00b038,67N\u00a0\u00a0 014\u00b015,38E\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Log 2021,7\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 14,5 sm<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Insel Unije, Bucht Maracol Luft 24,5\u00b0\u00a0 Wasser 22,3\u00b0\u00a0\u00a0 Boje<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Heute sind wir schon recht fr\u00fch aufgestanden, denn wir wollen auch weiterfahren. Wolfgang geht noch Brot kaufen, w\u00e4hrend ich das Fr\u00fchst\u00fcck mache und aufr\u00e4ume.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">An unserem Steg ist heute morgen allgemein\u00a0 Aufbruchstimmung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">In der vergangenen Nacht war es verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig Windstill. Der Wetterbericht sagt nichts Neues. 12-24 Knoten Wind soll es heute aus NO geben,\u00a0 passt f\u00fcr uns ganz gut. Ab und an soll es noch ein paar B\u00f6en geben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machen wir alles Startklar. Die Segeljacken, die Rettungswesten und die Leinen zum Einpicken werden auch bereit gelegt.<br \/>\nNoch ein letzter, kleiner Plausch mit unseren Nachbarn.<br \/>\nDie Schweitzer sind bereits gestartet, denen war nicht so recht wohl bei der Sache. Ich beruhige sie und sage: \u201cWenn so viele Boote starten, dann ist es bestimmt OK.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Da die Steuerbordseite jetzt frei ist, kann ich unser Dinghi bequem zum Heck ziehen. Oje, eine Leine ist durchgerissen. Wolfgang verbindet sie wieder mit einem 8 Knoten. Ich bin ein bisschen skeptisch, ob das h\u00e4lt. Der Skipper meint ja. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nacheinander verlassen sehr viele Boote den Hafen.<br \/>\nVor uns eine ganze Karawane, wie der Auszug aus Jerusalem. Die meisten liegen schon einige Tage hier und wollen endlich weiter.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-002.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-eNLhB12H\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-909\" alt=\"F0097-002\" src=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-002-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-002-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-002.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">W\u00e4hrend der langen Ausfahrt verstauen wir unsere Fender und ziehen uns Wetterfest an. <\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-001.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-eNLhB12H\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-908\" alt=\"F0097-001\" src=\"http:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-001-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-001-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sy-samoa.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/F0097-001.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Leider gibt es doch noch ordentliche Wellen und kr\u00e4ftigen Wind. Umdrehen wollen wir nicht mehr, fahren aber mit stark gerefftem Vorsegel.<br \/>\n<\/span>An der Au\u00dfenseite der Inseln erhofften wir uns etwas Schutz vor Wind und Wellen. Allerdings blieb es bei der Hoffnung.<br \/>\n<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wir kommen aber gut voran und \u00fcberholen sogar einen \u00d6sterreicher, der vor uns gestartet ist.<br \/>\nPl\u00f6tzlich kracht es. Wolfgang ruft: \u201cDas Beiboot ist weg\u201c. In Windeseile wird der Motor gestartet und das Segel weggerollt. Wir beginnen mit unsere Dinghi-Rettungsaktion. Bei dem Wellengang und dem Wind keine leichte Aufgabe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Jetzt hei\u00dft es erst mal, das Boot zwischen den Wellen nicht aus den Augen zu verlieren. Drauf zufahren, umkreisen und es in den Windschatten vom gro\u00dfen Boot zu bringen. Nun wollen wir es bergen, aber wir schaffen es nicht. Also das ganze nochmal. Diesmal sind wir so dicht dran, dass es achterlich auf der Backbordseite am Schiff h\u00e4ngen bleibt. M\u00fchselig versucht Wolfgang das Dinghi mit dem Bootshaken hochzuziehen, w\u00e4hrend ich versuche eine Leine durch eine \u00d6se zu ziehen. Es erfordert von Wolfgang sehr viel Kraft das Beiboot zu halten, denn der Wind dr\u00fcckt es mit voller Wucht immer wieder weg. Letztendlich gelingt es uns mit vereinten Kr\u00e4ften das Boot hochzuziehen und mit zwei Leinen zu sichern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wir sind sehr stolz auf unsere Bergeaktion, vor allem bei diesem Bedingungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nun gehen wir wieder auf Kurs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Wetterverh\u00e4ltnisse haben sich inzwischen noch mehr verschlechtert. Wir haben nun B\u00f6en zwischen 35 und 40 Knoten und die Wellenberge werden auch immer h\u00f6her. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wir beschlie\u00dfen, jetzt doch lieber nach Unije an eine Boje zu gehen.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wolfgang k\u00e4mpft sich durch die Wellen und ich gehe unter Deck und gebe unseren neuen Wegpunkt im Navi ein.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wir reiten f\u00f6rmlich auf den Wellen. Die See steigt \u00fcber unseren Bug und das Wasser l\u00e4uft unter Deck. Schnell schlie\u00dfen wir den Niedergang. Uns k\u00f6nnen wir leider nicht so sch\u00fctzen und bekommen immer wieder Salzwasserduschen ab. Dass unsere Stirnb\u00e4nder nicht weggepustet werden, werfen wir sie einfach unter Deck.<br \/>\nGott sei dank, dass unser Autopilot so gut arbeitet, so kann sich Wolfgang, wenn auch nur kurz, immer mal wieder hinter der Sprayhood verstecken.<br \/>\nInzwischen sind wir patsch Nass und frieren. Bald werden wir die Bucht erreichen, aber solange m\u00fcssen wir noch durchhalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">In der Durchfahrt zwischen Losinj und Unije ist der Seegang genauso wie drau\u00dfen am offenen Meer. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Endlich sehen wir die Bucht. Nur ein paar Boote sind hier. Zu unserer Freude sind noch viele Bojen frei.<br \/>\nWir sind sehr erleichtert, dass es in der Bucht fast keinen Seegang mehr gibt, denn unser Adrenalinspiegel war doch etwas erh\u00f6ht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wolfgang steuert eine Boje an, ich versuche sie vom Bug aus einzufangen. Nicht erwischt. Beim zweiten, dritten und vierten mal auch nicht. Immer wieder treibt uns eine B\u00f6e ab. Zum andern sind die Ringe der Boje so winzig. Auch der Versuch an der daranh\u00e4ngenden d\u00fcnnen Leine erstmal festzumachen scheidert, weil diese wie festgeklebt an der Boje haftet.<br \/>\nStatt mit dem Fanghaken versuche ich die Boje jetzt mit dem kleineren Bootshaken zu erwischen. Das gelingt mir auch, nur bringe ich sie nicht hoch genug , um eine Leine durchzuziehen. Wolfgang eilt mir zu Hilfe.<br \/>\nDa die Verankerungsleine der Boje recht kurz ist, kommt soviel Druck drauf, dass sich Wolfgang an der Hand verletzt und dabei unseren Bootshaken verliert. Der schwimmt nun in der Bucht.<br \/>\nDen holen wir aber gleich mit unserem anderen Bootshaken wieder an Bord. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nochmal eine Boje ansteuern, gemeinsam ziehen wir sie hoch, stecken eine Leine durch und machen an der Seitenklampe fest.<br \/>\nJetzt erst mal Motor aus.<br \/>\nNun geht Wolfgang noch ins Wasser und befestigt an der Boje eine zweite Leine.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Er besichtigt auch noch den Block an der die Boje befestigt ist und befindet ihn f\u00fcr gut. Ist ja auch schon mal was.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Jetzt verschnaufen wir erst mal, dabei sehen wir, dass die besch\u00e4digte Abdeckung von unserer Rettungsleine davongeflogen und die Abdeckung vom Au\u00dfenborder total zerrissen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nun noch raus aus den nassen Klamotten und alles am Seezaun zum trocknen aufh\u00e4ngen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">War das ein H\u00f6llenritt, das m\u00f6chten wir aber auch nicht so oft erleben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Unsere Blicke schweifen durch die Bucht. Bei den meisten von den 24 Seglern, die auch hier Schutz suchen, h\u00e4ngt W\u00e4sche zum trocknen am Seezaun. Beim Italienischen Boot nebenan wird gerade das Vorsegel ausgerollt. Es hat einen Riss am oberen Ende. Der Skipper hat wahrscheinlich ziemlich schnell reagiert und es sofort wieder eingerollt um nicht noch einen gr\u00f6\u00dferen Schaden zu bekommen.<br \/>\nDa wir jetzt so sch\u00f6n eingesalzen sind, sind wir bestimmt sehr lange haltbar, allerdings d\u00fcrfen wir uns dann nicht mehr waschen.<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Immer wieder steuern noch durchgesch\u00fcttelte Boote auf unsere Bucht zu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Der Wetterbericht hat mal wieder kl\u00e4glich versagt. Die st\u00e4rkeren B\u00f6en, die gelegentlich und \u00f6rtlich auftreten sollten, waren bei uns den ganzen Tag\u00a0 Dauerzustand. Allerdings gab es heute keinen Regen.\u00a0\u00a0 <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch\u00a0 03. 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