Solardemontage

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Dienstag 09.06.2020
44° 49,15 N 013° 52,06 E Log 3327,1 0 sm Ankern
W 21° L21,7 ° Betr. Std. 539,5
Festland Banjole Bucht Paltana

Wieder klingelt unser Handy-Wecker. Aufstehen obwohl wir noch müde sind, das ist aber jedes Jahr so, wenn wir auf dem Slip in Schräglage schlafen. Bald wird Andraŝ seine Werkstatt aufschließen. Kurz vor 8:00 Uhr verlässt Wolfgang das Schiff um zu bezahlen und einen Teil des Trinkgeldes in Naturalien abzugeben. Diesmal war selbst eingekochtes Fleisch dabei. Mal sehen ob es ihnen schmeckt.
Als alles geregelt war und auch der neue Termin für den 2022 stand, ging es wieder ins Wasser.
Wir wünschen uns gegenseitig eine „Gesunde Zeit“.
Es ist noch immer windig und bewölkt, aber das ist uns egal, denn wir bleiben heute hier.
Jetzt freuen wir uns auf einen guten Kaffee.

Andraŝ fährt mit seinem kleinen Fischerboot nach hinten zur kleinen Marina Volme um ein Motorboot im Schlepptau abzuholen und auf seine Werft zum arbeiten zu bringen.

Wolfgang macht mal wieder was er immer im Urlaub macht, nämlich Arbeiten.
Stundenlang sitzt er am Laptop und bearbeitet ein Gutachten, damit es unser Mitarbeiter danach fertig machen kann.

Später ist auf der deutschen Yacht nebenan ein bisschen was los. Mastbesteigung ist bei ihnen angesagt. Das werden wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit Fernglas und Foto bewaffnet sitzen wir in Lauerstellung im Cockpit. Für mich immer eine spannende Sache, weil ich es wahrscheinlich nie tun würde, Wolfgang schon.

      

Später telefoniert Wolfgang mit unserem Händler wegen des kaputten Solarpanels. Er soll versuchen das Teil so gut es geht mit einem Messer herunter zu schneiden.

Auf einmal schippert Andraŝ mit einem Arbeiter in seinem Fischerboot direkt auf uns zu. Wir wundern uns etwas. Ich sage lachend zu ihnen,“ Was für ein seltener Besuch“. Bei uns angelangt, steigt der Mitarbeiter auf die Spitze von Andraŝ Bootes und überreicht mir eine Flasche Olivenöl. Andraŝ sagt, dass es ein Geschenk von seinem Vater ist. Er hat über 100 Olivenbäume und macht das Öl selbst.

Das war eine schöne Überraschung. Dann fuhren beide noch mal nach Volme zu einem Boot, um das sie sich kümmern mussten.

Nun fängt Wolfgang mit dem Ablösen des Solarpanels an, es geht besser als gedacht. In einem Stück hat er es auch herunter gebracht, dann werden wir es mal zuhause zurückschicken und prüfen lassen, ob es ein Montagefehler oder ein Konstruktionsfehler ist.

 

Die Sonne hat sich am Nachmittag auch wieder sehen lassen.

 

Sehr beeindruckend sind die Kumulus-Nimbus Wolken über Banjole.

 

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Wieder mal Werfttag

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Montag 08.06.2020
44° 49,15 N 013° 52,14 E Log 3326,7 0 sm Ankern
W 20° L21 ° Betr. Std. 539,2
Festland Banjole Bucht Paltana

Um 7:00 Uhr weckt uns das Handy. Also stehen wir auf und richten uns für den Sliptermin. Dann beobachten wir die Werft. Gleich ist das Motorboot, das vor uns dran ist, oben, danach können wir vorfahren. Es ist etwas windig, noch immer Südost wie gestern, wir haben beim Einfahren also Rückenwind, aber Wolfgang bekommt es eigentlich immer gut hin.
Die langsame Fahrt auf dem Slipwagen wird wie immer zu einem kleinen Plausch genutzt.

Auch hier hinterlässt Corona seine Spuren. Andraŝ hatte heuer bis jetzt nur wenig Aufträge, viele hatten ihren Werfttermin abgesagt. Meist waren es ältere Menschen zwischen 70-80 Jahren. Beim Segler, der nahe am Ufer ankert, ist es die erste Charter in diesem Jahr und das Hotel nebenan mit über 1300 Betten hat noch geschlossen. Es soll am Wochenende öffnen, hat aber bis jetzt nur 30 Zimmer vermietet. Es sind auch keine einheimischen Urlauber da und die Grenze zu Italien ist auch noch geschlossen.

Andraŝ wird sein Lokal diese Saison auch nicht öffnen, es wird sich nicht lohnen. Was wir recht schade finden.
So jetzt sind wir oben angelangt und sein Mitarbeiter beginnt sofort mit dem Kärcher zu arbeiten. Da sollten wir schnell über die Leiter vom Boot herunter, wenn wir nicht mit Spritzwasser eingenebelt werden wollen. Wolfgang bespricht noch einiges mit Andraŝ, dann lässt er sie in Ruhe arbeiten.

Aber was machen wir bloß einstweilen, die geplanten Arbeiten mit dem Laptop werden erst mal gestrichen. Erstens haben wir diesmal keinen Tisch mit Sitzbank, denn diese gehören zum Restaurant und sind schmutzig und hochgestapelt. Zum anderen reicht der Sprühnebel vom Kärcher weit nach vorne und bei dem kalten Wind hatten wir keine Lust nass zu werden. Deshalb setzen wir uns in der Nähe vom Hotel auf eine Mauer, packen unseren Kakao aus und frühstücken erst mal.

    

Dann laufen wir zu dem Rundweg am Meer und hoffen die Bäume halten den kalten Wind etwas ab. Naja, aber nur ein bisschen, auf einer Bank, die ausnahmsweise nicht verharzt ist, setzen wir uns und plaudern über dies und jenes. Ab und an kommen mal ein paar Spaziergänger und führen ihren Hund oder ihren Mann aus. Auch hier alles ruhig.
Nach ein paar Stunden laufen wir wieder mal zur Werft und fragen ob alles gut verläuft.

Die Schraube vom Propeller lässt sich nicht herausdrehen und abdrehen oder abreißen wäre ganz schlecht, denn dann müsste der Rest der Schraube herausgebohrt werden und ob es dann Ersatz gibt ist fraglich. Wenn wir alles so richtig betrachten, sieht die Zinkanode, ja gar nicht so schlecht aus und wird dieses Jahr noch gut überstehen. Da haben wir genügend Zeit bis nächstes Jahr mal nachzudenken, was wir dann machen werden. Unterdessen habe ich zuhause angerufen. Unser Enkelkind ist sehr traurig, dass sie nicht mit konnte, denn in einer Woche fängt die Schule wieder an und der für jetzt geplante Urlaub mit den anderen Großeltern in die Türkei, fiel auch dem Virus zum Opfer.

Da wir so unentschlossen hin und her laufen, meinten wir, wir könnten doch mal in die Paltana Bar, da waren wir auch noch nicht. Auch hier fast keine Gäste. Wir bestellen uns einen großen Cappuccino. Der Junge freundliche Kellner bringt sie auch gleich und es gibt auch noch ein Glas Wasser dazu, das ist hier anscheinend immer so, wenn man Kaffee bestellt. Nur wir sehen uns etwas dumm an. Der große Cappuccino ist gerade mal so groß, beziehungsweise so klein wie ein Espresso.

Die Leute vom Nebentisch gehen und der Kellner räumt die Tassen weg. Wir fragen ihn was die Gäste in den großen Kaffeetassen getrunken haben, weil wir doch auch „Groß“ bestellt hatten. Er lächelt und sagt.“ Das sind bei uns die großen Cappuccino und das größere ist Latte Macciato. Wir bestellen auch zwei Latte, wie groß dann die kleinen Cappuccino sind, wollten wir ohne Brille nicht testen. Später bezahlen wir 44 Kuna. Das können wir auch nicht so recht glauben, denn das wären ja umgerechnet gerade mal 6 €. Vielleicht ist es ja ein Corona-Rabatt, auf jeden Fall war der Kaffee gut und die Preise der Tassengröße angemessen.

Jetzt könnten die Arbeiten bei Andraŝ beendet sein. Als wir dort sind räumen sie gerade auf.

Es ist jetzt 15:30 Uhr und wir klettern wieder auf unser Boot, da sind wir wenigstens windgeschützt. Oben machen wir uns erst mal eine warme Suppe.

Gegen 17:30 Uhr nimmt Wolfgang an einer Videokonferenz zwischen den Beiräten und der Geschäftsführung seiner Arbeit teil. Danach ließen wir den Tag so langsam ausklingen.

Es fängt kräftig an zu regnen, das war ja längst überfällig. Nun gehen wir in unser schiefes Bett.

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Sonntagsmarkt

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Sonntag 07.06.2020
44° 49,13 N 013° 52,03 E Log 3326,7 2,4 sm
W 21° L 24° Betr. Std. 538,8

Bucht Paltana


Zu allererst fahren wir nach Pula auf den Markt, der ist auch Sonntag morgens geöffnet. Die Marktstände sind nicht mal zur Hälfte belegt und die Händler bemühen sich um jeden Kunden. Die Frischhaltefolie, die vor jedem Stand in Folienbreite aufgespannt ist, wird wahrscheinlich nicht wirklich vor Tröpfcheninfektionen schützen. Sie verhindert aber, dass interessierte Kunden wie ich, die Waren zur Prüfung anfassen können. Bei unserem Händler mit dem Öl gibt es keine Folie, da ist alles wie immer. Er hat das Olivenöl von der Insel Cres, das holen wir immer hier, wenn wir in der Ölmühle keines bekommen. Jetzt nur noch ein paar Tomaten und Zwiebeln besorgen und unser Proviant ist komplett. Das geht alles recht flott, denn wegen Corona ist hier, wie überall, wenig los.
Zurück in der Marina machen wir dann das Boot klar zum Auslaufen und verabschieden uns von Anne und Willi.
Am frühen Nachmittag starten wir zur kurzen Fahrt nach Banjole in die Paltana-Bucht.
Neben dem Südwind, den wir direkt auf die Nase bekommen, haben wir es mit einem ungemütlichen Seegang zu tun. Wegen der kurzen Strecke haben wir auf unsere Segel verzichtet und sind froh, dass wir die geschützte Bucht unter Motor schnell erreichen.
Nach dem Ankern geht Wolfgang in das 21° warme Wasser wie er sagt und wäscht sich dann. Ich war vorher lieber schnell noch in der Marina duschen.

Wolfgang bearbeitet dann mit drei verschiedenen Gewindeschneidern zwei Löcher in unserem Schiebeschott, um einen Griff sauber anschrauben zu können. Das ging in dem 15 mm dicken Plexiglas recht gut.

Jetzt lässt sich das Schiebeschott wesentlich besser bedienen. Das hätten wir schon viel früher tun sollen.

Ansonsten beobachten wir erst mal die Lage am Ufer. Auch hier ist alles Menschenleer. Kein einziger Badegast und das Hotel scheint auch noch geschlossen zu haben.

Der Wind nimmt noch mehr zu und wir werden etwas herumgeschaukelt. Der Himmel ist total zugezogen und wir werden wohl noch ein Gewitter bekommen. Aber jetzt gibt es erst mal was warmes zu essen, danach bereite ich noch den Proviant für morgen vor.

Um uns herum fängt es an zu blitzen und wir gehen ins Bett.

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Alles bei Lidl

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Samstag 06.06.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 21° L 24° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Guten Morgen Sonnenschein, der Kaffee läuft auch schon. Auf meiner Pantryablage ist unter der Stempelkanne eine Pfütze aus Kaffee, denn die Kanne hat einen Riss bekommen und läuft aus. So ein Sch….. Zuhause hätte ich noch eine Neue.
Wir füllen das heiße Gebräu in einen Topf um und Frühstücken. Danach wird als erstes der Winterdreck vom Boot geschrubbt. Zuvor Treffen wir noch unsere Bootsnachbarn Anne und Willi aus Österreich. Wir plaudern eine Weile, dann geht es an die Arbeit.

Nach dem Schrubben können wir auch gleich die beiden Wassertanks füllen und das Vorsegel hochziehen. Dabei bremst uns immer wieder mal eine Windböe aus.
In unserem Arbeitseifer hatten wir gar nicht bemerkt, dass die Santa Maria ihren Liegeplatz nebenan, für eine kurze Ausfahrt verlassen hatte.

Jetzt sollten wir so langsam unsere Einkäufe tätigen und aufs Hafenamt fahren.

Zuerst fahren wir zu Grga, weil wir glauben, wir hätten dort letztes Jahr so eine Stempelkanne wie unser Auslaufmodell gesehen. Leider Fehlanzeige.

Weiter geht’s zur Ölmühle, die hat heute geschlossen, erst am Montag wieder. Im Konzum in Banjole könnte es auch so eine Kaffekanne geben. Fehlanzeige, da gibt es nur welche für Espresso und Zigaretten für Werner gibt es auch keine. Also jetzt zum Hafenamt. Wolfgang fragt den freundlichen Beamten wie es mit den Gebühren aussieht, die sollten doch wieder günstiger werden, doch der weis davon noch nichts.

Vom Parkplatz neben dem Hafenamt, der sehr leer ist können wir mal ein Foto von der Arena ohne Autos und Touristen machen.

Hier wollen wir auch in der Kaffeebar ein Eis essen. Der Wirt sitzt alleine auf einem Stuhl und wartet auf Gäste. Er freut sich auf uns, denn wir sind momentan die Einzigen .

Anschließend noch mal zu Grga, der hatte auch oft die Zigaretten die wir wollen. Zwei Stangen bekommen wir nicht, nur einzelne Schachteln und auch nur 10 Stück, aber das macht nichts, wir nehmen sie natürlich trotzdem mit für unseren Werner.

Das wichtigste zum Schluss, unsere Lebensmittel, dafür gehen wir zum Lidl in der Nähe unserer Marina. Während ich Brot einpacke und mich dann bei Obst und Gemüse aufhalte, schaut sich Wolfgang anderweitig um. Dann sagt er: “ Schau mal, da, die haben eine Stempelkanne“. Ein Wunder, da gehen wir doch schnell hin, bevor sie noch jemand anders einpackt und eine kleine Kaffeemühle ähnlich wie es sie früher gab, haben sie auch. So eine suche ich schon lange für meine Kräuter zuhause. An der Kasse hatten sie sogar die gesuchten Zigaretten, zwar wieder lose, aber was soll´s, jetzt sind es zwei Stangen. Zufrieden mit dem Einkauf fahren wir zurück zum Schiff.

Dort verstauen wir die Sachen und gehen anschließend essen. Im Volaria stehen sich die beiden Kellner die Füße in den Bauch und freuen sich als sie uns sehen. Wolfgang freut sich wie sein Schnitzel, denn das ist doppelt so groß wie sonst.

Auch hier sind wir noch lange die einzigen Gäste. Sehr viele werden es heute nicht mehr, vom Boot aus, haben wir den vollen Überblick.

Tiefenentspannt sitzen wir heute Abend im Cockpit, trinken einen Aperol und genießen die Abendstimmung.

  

Anschließend gehen wir mal bald schlafen.

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Grenzöffnung

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Freitag 05.06.2020

44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm

W 20° L 20° Betr. Std. 537,7

Marina Veruda Steg

Einmal mussten wir Kroatien ausfallen lassen, weil sich dieser Corona Virus, der die Krankheit Covid 19 auslöst, auf der ganzen Welt breit gemacht hat und dadurch in Europa wie fast überall auf der Welt die Grenzen geschlossen wurden. Deutschland gehört glücklicherweise zu den Ländern, in denen die Auswirkungen der Pandemie bisher gut beherrschbar waren, was andere Länder nicht behaupten konnten. Mit einer sehr hohen Zahl von Infizierten und Toten hat es Italien, England, Spanien und besonders die USA schwer getroffen.

Etwa drei Monate hatten wir Ausgangsbeschränkungen, Absage von Großveranstaltungen und die Schließung von Schulen und Gaststätten. Nur Menschen mit systemrelevanten Berufen konnten weiterarbeiten. Auch Einkaufen oder Arztbesuche waren natürlich nur mit Mund und Nasenschutz erlaubt.
Viele, die eine Nähmaschine besaßen, haben diese Schutzmasken genäht und auch an andere Menschen verteilt, denn diese Schutzausrüstung war auf der ganzen Welt Mangelware. Nicht einmal Krankenhäuser, Ärzte und Pflegepersonal hatten ausreichend Schutzkleidung.
Es gab Besuchsverbote für andere Haushalte, Krankenhäuser und Pflegeheime.
Viele Menschen mussten Kurzarbeiten oder wurden ins „Home Office“ verbannt. Die Schüler mussten zuhause lernen und bekamen die Aufgaben per Internet oder wie unserer Enkeltochter Isabella, per E-Mail zugeschickt. Es war sehr viel, was die Kinder ohne Unterstützung durch die Lehrer zu hause lernen mussten. Wir hatten das Glück, unsere Enkelin in dieser Zeit bei uns aufnehmen zu können, wo sie auch das Haus verlassen und sich an der frischen Luft aufhalten konnte, ohne auf viele Menschen zu treffen. Die paar Menschen, die sich bei uns am Ortsrand verirrten konnten sich großzügig aus dem Weg gehen. Isabellas Mama die Arbeiten musste, war sehr erleichtert ihr Kind in „Sicherheit“ zu wissen.

Nun war die Zahl der Infizierten bei uns, wie überall in Europa stark gesunken, deshalb wurden die Einschränkungen stufenweise gelockert. Auch Grenzöffnungen wurden nach und nach beschlossen, teils mit Auflagen. So konnten zum Beispiel Menschen die nachweislich eine Wohnung oder ein Boot mit Liegeplatz in Kroatien haben, einreisen. Das wollten wir natürlich nutzen. Die Marina schickte uns die benötigten Formulare per Mail zu. So konnten wir am 05. Juni 2020 um 10:00 Uhr mit Mundschutz und Desinfektionsmitteln im Gepäck nach Kroatien aufbrechen. Kurzfristig hatten die Österreicher sogar an diesem Tag ihre Grenze ohne Kontrolle wieder geöffnet.

Ein Lichtblick für den Tourismus, doch viele Deutsche haben noch Bedenken und wollen doch lieber im eigenen Land Urlaub machen. Da wir ja mit dem Auto reisen, werden wir nur wenig und in ausreichendem Abstand, Kontakt zu Menschen haben.

In Deutschland war so wenig Verkehr auf den Straßen, wie schon seit Jahren nicht mehr. Selbst um München herum, wo wir immer Staus hatten, war es, ich sage mal „leer“. An den Autobahnrastplätzen war es auch „leer“ und wir durften die sonst kostenpflichtigen Sanitäranlagen gratis benutzen.
In Österreich merkte man gar nicht dass man die Grenze passiert hat und im übrigen Land war es so ruhig wie in Deutschland.

Am Karawankentunnel standen wir dann plötzlich. Vor unserer Nase die Schranke, die sich nicht öffnete, weil die dahinter wartenden Autos im Stau standen. Wir dachten es gibt wieder Blockabfertigung. Dann ging es langsam wieder los. Wir zahlen und fahren durch die geöffnete Schranke langsam weiter. Kurz vor dem Tunnel, nur vier Autos vor uns, schaltet die Ampel wieder auf rot. So ein Pech. Komisch ist nur, dass auf der anderen Straßenseite immer mal wieder ein Auto erscheint. Das kommt bei einer Blockabfertigung niemals vor, außer es käme ein Geisterfahrer.

Als die Ampel wieder auf grün umschaltet, fahren noch immer vereinzelt Autos in die Gegenrichtung aus dem Tunnel. Von Slowenien kommend, zahlen die Autofahrer ihre Gebühr und fahren ohne Verzögerung durch.
Auf unserer Seite aber wurde die Straße auf eine Spur verengt. Hier standen Grenzbeamte und schauten sich die langsam an ihnen vorbeifahrenden Autos und ihre Insassen an. Kontrolliert wurden wir nicht. Dann ging es recht zügig weiter. Nach etwa 100 Kilometern kamen wir wieder in einen Stau. Auf den Warntafeln standen erst 4, dann 5, dann 9 und schließlich waren es 20 Kilometer Stau. In langsamen Schritttempo kamen wir voran. In den Verkehrsmeldungen hörten wir wiederholt etwas von A1, mehr verstanden wir leider nicht. Das konnte sich nur um einen Unfall handeln. Dann kamen auch schon von hinten mit lauten Sirenen die Polizeiautos vorbeigefahren. Es waren mindesten 10 oder mehr. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kamen in kurzen Abständen Rettungswagen, das könnten so 8-10 gewesen sein. Nun ertönt hinter uns erneut eine Sirene. Ein Abschleppwagen mit kleinem Radlader fährt an uns vorüber.

Nach etwa eineinhalb Stunden kommen wir an den Unfallort. Ein LKW durchbrach die Leitplanken, geriet auf die gegenüberliegende Straßenseite und kippte um. Dabei rammte er einige Autos und verlor seine gesamte Ladung. Riesige Säcke und große Kanister in Metallgittern wurden schon auf andere LKW verladen. Das war ein heftiger Unfall, da stehen wir schon lieber im Stau als im Krankenwagen abtransportiert zu werden.
Nach nur 10 Kilometern, ein erneuter Unfall auf der anderen Straßenseite. Hier sind einige Pkw´s in das Stauende gekracht. Dann haben wir endlich wieder freie Fahrt bis zur slowenischen Grenze. Hier stehen nur zwei kleine Reihen Autos. Aber das dauert. Bei jedem Auto werden die Pässe kontrolliert. Als wir endlich neben den Beamten stehen, schauen sie auf unsere Pässe und das vorsorglich gleich mit hin gereichte Formular von der Marina. Wir konnten unsere Reise fortsetzen und erreichten unser Ziel gegen 22:00 Uhr. Es ist angenehm warm und Windstill. Müde verstauen wir noch unsere Sachen. Um 2:00 Uhr fallen wir dann in unsere Kojen.

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Duschen im Kühlschrank

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Freitag 24.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 12° L 10° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Es ist schon der zweite Tag an dem wir vor dem Frühstück -1° Außentemperatur haben und der gefrorene Steg in der Sonne glitzert. Als Kind dachte ich immer, dass es im Süden um diese Jahreszeit schön warm ist. Wir werden aber immer wieder von der Realität eingeholt. Wobei es morgens schon etwas magisches hat, wenn das Meer noch im Schatten liegt und das Wasser dampft, dazu diese wunderbare Stille. Jeden Morgen stehe ich am Steg und genieße dieses Wunder.

Heute ist Duschtag, den haben wir schon etwas hinausgeschoben. Im Waschraum bei 3° erlaube ich mir beim Duschen das warme Wasser laufen zu lassen, was ich zu hause beim Einseifen immer abstelle. Auch hier ist alles nebelig vom Wasserdampf und die Fliesen sind A…kalt. In der Kabine ist kein trockener Fleck auf dem Fußboden und das Wasser läuft auch nur wenig in die Rinne, sondern vorne unter der Tür hinaus. Ich lege mein Badetuch auf den Boden damit ich mich trockenen Fußes wenigstens anziehen kann. Beim Haare föhnen stehe ich auf dem nassen Boden von meinem herausgelaufenen Duschwasser und friere. Alle Oberlichtfenster sind wie immer das ganze Jahr gekippt. In unserem Kühlschrank zu hause ist es wärmer. Später beim Handtuch aufhängen in der Sonne am Seezaun, fühlen sich die 3,7° an wie lauschige 20°.

Wolfgang klebt noch mal die schon wieder abgerissene Verriegelung vom Fenster in der Gästekabine. In der Mittagszeit geht auch Wolfgang duschen, er sagt: “Das fühlt sich wärmer an“. Irgendwie hat er ja recht, denn die Temperatur ist schließlich auf 10° angestiegen.
Nachdem wir allerlei Krimskrams gemacht haben, wollen wir doch noch etwas spazieren gehen. Natürlich vor zur Hafenausfahrt, wie soll es sonst sein.
Eine kleine Eidechse nutzt die warmen Sonnenstrahlen und sogar der Frühling ist schon in Sicht.

Gemütlich setzen wir uns auf eine Bank und genießen das herrliche Wetter. Von den Angestellten der Marina ist fast keiner mehr da.

Die einzigen Leute die uns über den Weg laufen sind einheimische Spaziergänger. Nur an der „Nordland“ wird noch gearbeitet. Hier wird schon die ganze Woche geschliffen und lackiert. Heute haben wir gesehen, dass wohl die Inneneinrichtung neu aufpoliert werden soll. An der „Nordland“ wird das ganze Jahr über immer irgend etwas gearbeitet. Ich glaube auf diese Angestellten ist verlass.

So nun machen wir noch die üblichen Aufräumarbeiten und dann ist Schluss für heute. Wir müssen uns jetzt seelisch auf die Heimfahrt morgen vorbereiten.

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100 Meter Leine

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Donnerstag 23.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 12 ° L 10° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Als erstes macht sich Wolfgang heute über das Solarmodul. Vorsichtig wird das flache Kabel ins innere des Schiffes gezogen und getestet, ob es überhaupt funktioniert. Es geht, das ist ja schon mal gut. Danach wird das Modul gleich aufgeklebt, diesmal mit weißem Sikaflex.

Zum Belasten des Moduls zwecks besserer Klebekraft stellt Wolfgang Wasser und Saftflaschen drauf, weil wir gerade nichts besseres zur Hand haben.

Jetzt kann es in der Sonne aushärten. In der Zwischenzeit räumen wir unsere Koje frei. Die von Arthur übernommene, gestückelte schwarze Unterlage, die zur Belüftung der Matratzen dient, wollen wir durch eine neue, weiße einteilige Unterlage ersetzen, weil die alte auch schon etwas bröselte. Die neue Matratzenunterlage haben wir an den Seiten hochgehen lassen, wie es zur besseren Durchlüftung auch gedacht ist.
Da es heute wieder ein herrlicher Tag ist, die Bordfrau aber bei dem niedrigen Wasserstand nicht über die steile Gangway kraxeln möchte, machen wir es uns im Cockpit gemütlich und genießen die Brotzeit im Freien.
Gegen Abend werden dann die Flaschen von unserem Modul wieder abgeräumt und das Ergebnis besichtigt. Es macht sich sehr gut vorne am Bug.

Später beschäftigen wir uns mit unserer 100 Meter Rolle Leine und teilen sie auf.

Es sollen zwei Festmacher Leinen von 18 Metern und eine 60 Meter Landleine entstehen. In jede Leine spleiße ich gleich ein Auge und bringe am Ende der Leinen noch überall einen Takling an. Eigentlich ist es ja eine Gemeinschaftsarbeit, ich arbeite und Wolfgang überwacht. Das Zurückmelken müssen wir aber zusammen erledigen und hoffentlich reißen wir beim Niedergang nicht den Haltegriff ab, an dem wir die Leinen mit dem Schmetterlingsknoten befestigen um mit viel Kraft ziehen zu können.

Jetzt muss ich uns schon mal loben, ein Fachmann hätte die Leinen auch nicht viel besser hinbekommen.

Spaß gemacht hat es obendrein und die Zeit ist auch vergangen. Es ist schon nach Mitternacht.

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Total bekloppt

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Mittwoch 22.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W ° L 8° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Als ich zu meinen morgendlichen Waschgang spazierte, bemerkte ich dass die Scheiben von unserem Auto zugefroren waren. Wie kalt es war wissen wir allerdings heute nicht, weil unsere neu eingelegten Batterien im Außentemperaturfühler, die Wolfgang erst am Sonntag ersetzt hat schon wieder leer waren. Sie waren wohl schon etwas älter.
Gegen Mittag begibt sich Wolfgang ausgerüstet mit Putzmittel, Lappen, Bürsten und Verdünnung an Deck. Er hat den Sikaflex-Resten den Kampf angesagt. Es müssen ja nur die Seitenstreifen wieder weis und sauber werden, denn auf den anderen Teil soll ja das neue Modul kommen. Es ist sehr frisch draußen, aber die Sonne lacht auch heute wieder.
Ich verzichte erst mal auf den Sonnenschein und backe ein Brot. In den Wartezeiten möchte ich meine Schubfächer auswischen. Da entdecke ich, dass die Antirutschmatten bröseln und sich so langsam auflösen. In einer Bank von unserer Sitzgruppe müsste ich noch einen Rest von einer besseren Matte haben. Das sollte für meine sieben Fächer reichen.
Als das Brot fertig ist, hole ich Wolfgang unter Deck zum späten Mittagessen und um sich aufzuwärmen. Er berichtet, dass es sehr mühselig und aufwendig ist die beiden kleinen Streifen sauber zu bekommen.
Tapfer geht er nach dem Essen wieder nach oben und macht weiter. Gegen Abend ist er soweit fertig.

Jetzt kann er seine Löcher für das neue Modul bohren. An Deck ist der Bohrstaub schnell zusammengekehrt. Aber wie sieht es unter dem Loch, hinter der Deckenverkleidung aus?
Wolfgang weiß Rat. In unserer Koje wo das Modul hinter einer unserer Deckenlampen angeschlossen werden soll, führt er ein Videoendoskop ein und sucht nach Bohrstaub. Er findet das Häufchen.

Nur wie bekommt man es weg? Der Staubsaugerschlauch ist ja zu dick. Wir überlegen. Der Schlauch von der Luftpumpe ist nach Besichtigung nicht flexibel genug. Da kommt Wolfgang unser gelber Wasserschlauch zwischen die Finger. Der ist genau richtig. Nun schneidet er ein Stückchen davon ab und testet die Flexibilität im Lampenloch. Er meint das könnte klappen. Noch den Staubsauger unter unserer Koje holen und lost geht’s. Mit dem Videoendoskop wird der Wasserschlauch zu dem Häufchen gelotst.

Dann den Staubsauger noch hinhalten und Stückchen für Stückchen das Häufchen einsaugen. Natürlich wir alles in Bild und Video festgehalten. Man könnte meinen es wird eine Operation durchgeführt. Wenn das jemand sieht denkt er mit recht, die sind total bekloppt. Kein Mensch säubert sein Schiff zwischen den Deckenverkleidungen, außer uns.
So jetzt ist der Dreck weg, dann kann es ja das selbstgebackene Brot geben. Ist es doch jedes mal eine neue Herausforderung, wie es wird. Wir sind immer noch am Experimentieren. Heute sind wir sehr zufrieden. Außen ist es schön knusprig und innen ist es schön weich. Unser Sonnenblumenbrot ist dieses mal am besten gelungen und schmecken tut es auch.

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Sisyphus-Arbeit

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Dienstag 21.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W ° L 10° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute nehme ich mir mal die Schaps vor, in denen wir unseren Proviant gebunkert haben, um zu sehen, ob der Bestand noch mit meinem Proviantbuch übereinstimmt. Dabei nehme auch gleich ältere Kandidaten heraus, damit alles wieder auf dem neuesten Stand ist.
Wolfgang widmet sich inzwischen unserer Antenne, die schon wieder mal nicht funktioniert. Wir bekommen keinen Internetanschluss. Im neuen Antennenadapter ist schon wieder Wasser eingedrungen, deshalb sägt Wolfgang ein Stück von der Antenne ab, damit sie sich auch ohne den undichten Adapter montieren lässt. Als alles wieder zusammengesetzt ist, funktioniert es wieder.
Nun gehen wir an Deck, um unsere Sisyphus-Arbeit von gestern fortzusetzen, also weitere Module abkratzen. Im strahlenden Sonnenschein sind nach vier Stunden die restlichen Module abgehebelt. Den geriffelten Belag vom Boot, kratzen wir vorsichtig mit kleinen Schraubenziehen, Zentimeter für Zentimeter vom Sikaflex frei, wobei immer noch Reste in den kleinen Ecken des Belages haften. Ärgerlich war noch, dass wir die gute Edelstahl Spachtel und ein Universal Messer dabei aufgearbeitet haben. Kreuzlahm beschließen wir, unseren Dreck auf dem Boot zusammen zu kehren und morgen weiter zu machen.

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Solarmodule am Vorschiff

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Montag 20.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E  Log 3324,4 0sm
W ° L 9° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute waren wir mal wieder Langschläfer. Wir haben nicht mal gemerkt, dass es draußen bereits hell geworden ist, weil wir gestern unsere Lukenabdeckungen nicht mehr abgenommen haben.
Beide freuen wir uns jetzt erst mal auf frisch gemahlenen Kaffee. An Deck bläst die Bora, darum haben wir es auch nicht so eilig mit dem Frühstück, oder sagen wir, wir genießen einfach diese Ruhe. Später ist Wolfgang verschwunden, er sitzt mit dem Rücken zum Wind oben an Deck, die Kapuze von seiner Jacke über den Kopf gezogen und versucht mühsam die erste der kleinen Solarmodule mit der Spachtel herunter zu hebeln.

Die kleinen Module haben unserer Meinung nach leider nicht sehr lange gehalten. Wir hatten sie am 31.05.2013 aufgeklebt und auch gleich in Betrieb genommen. Die lackierte Oberfläche und die Sikaflex-Fugen hatten wir über die Jahre schon mehrfach nachgebessert und in die mit Epoxydharz vergossenen Module, war auch schon vereinzelt Feuchtigkeit eingedrungen, was wir repariert hatten. Aber in den letzten beiden Jahren haben sie dann deutlich an Leistung verloren, deshalb haben wir als Ersatz ein neues biegsames Modul mitgebracht. Doch vorher sind wir noch eine ganze Zeit damit beschäftigt, die Fläche wieder sauber zu bekommen ohne dabei die Oberfläche vom Boot zu beschädigen. Nach sieben Modulen in Sisyphus-Arbeit geben wir für heute klein bei. Es ist kalt bei dem Wind und wir verkriechen uns unter Deck.
Mit im Gepäck haben wir eine ganze Rolle von 100 Meter, 16er Handy Elastic Leine, eine 18 Meter Quadratgeflochtene Leine für unsere Fender und eine 18 Meter, 18er Handy Elastic Leine. Die letzte teilt Wolfgang in zwei gleiche Teile, aus der sollen angepasste Festmacher Leinen für unseren Steg werden.
Eine nimmt er sich gleich vor, er möchte ein Auge hinein spleißen.

Bei der zweiten Leine lege ich Hand an, natürlich unter Anleitung vom Käpten. Um beide Leinenenden wickel ich noch ein gewachstes Takelgarn. Auf unser Ergebnis denke ich, können wir stolz sein. Die Leinen sind richtig gut geworden.

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