Werfttag

Download PDF
image_pdfimage_print

Montag 01.07.2019
44° 49,15 N 013° 52,14 E Log 3125,8 0 sm Ankern
W 24,9° L 31° Betr. Std. 506,8
Festland Banjole Bucht Paltana

Beizeiten stehen wir heute schon in den Startlöchern und beobachten die Werft. Andraŝ und Simon lassen den Slipwagen ins Wasser. Sie winken uns gleich heran, wie schon vermutet bleibt das Fischerboot noch oben, mindestens noch eine Woche wie Andraŝ uns erzählt. Ansonsten geht in der Werft alles seinen gewohnten Gang wie jedes Jahr. Wir sitzen auch wieder wie jedes Jahr unter Bäumen auf einer Bank am Kiesstrand und Frühstücken erst mal. Das anschließende spazieren gehen, fällt bei dieser Hitze aus, denn meine beiden Füße sind so geschwollen als würden sie gleich platzen.

Einen gemütlichen Schattenplatz neben Palmen haben wir dann, auf einer gepolsterten Bank im Lokal von Andraŝ und bilden uns, indem wir Apothekenhefte studieren. Abends essen wir hier auch.
Andraŝ ist sehr fleißig, tagsüber arbeitet er in seiner Werft, dann geht er nach hause, duscht, zieht sich um und arbeitet in seinem Lokal weiter und nachts um 4:00 Uhr fährt er mit seinem kleinen Fischerboot raus zum Fischen. Diese werden dann fangfrisch in seinem Lokal serviert.

Heute hat er mal einen Moment Zeit und setzt sich zu uns an den Tisch. . Eine interessante Geschichte erzählt er auch noch, die er in dieser Bucht einmal erlebt hatte. Wir wissen jetzt nicht wann es war, jedenfalls arbeiteten er und Simon wie gewohnt in der Werft an einem Schiff, als Simon zu ihm sagt: “Schau mal das Wasser kocht!“. Eine Herde kleiner Delfine hatten einen Schwarm Fische beim Jagen in die Bucht getrieben. Andraŝ erkannte die Gelegenheit, ließ sofort die Arbeit ruhen und machte sich mit Simon auf den Weg zu seinem Fischerboot, das nur wenige Meter vor der Werft im Wasser liegt. Blitzschnell fuhren sie in die Bucht und legten so schnell sie konnten sein Netz aus. Die meisten Fische entkamen bevor das Netz den Boden erreichte, aber trotzdem hatten sie noch über 250 Kilo Fisch gefangen. Dafür muss er sonst eine Woche lang jeden Tag auf´s Meer hinaus fahren. Das ist wirklich eine aufregende Geschichte, die sich wohl nicht so schnell wiederholen wird.

Jetzt muss Andraŝ wieder weiterarbeiten und wir bringen noch die Ansichtskarte für meine Mama zum Briefkasten, bevor wir wieder auf´s Boot klettern. Hoch oben auf dem Schiff, jedenfalls´s für mich hoch oben, beobachten wir noch das bunte Treiben von Urlaubsgästen, Bootsfahrern und Fischern, bevor die Sonne im Meer versinkt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Arbeitsteilung

Download PDF
image_pdfimage_print

Sonntag 30.06.2019
44° 49,15 N 013° 52,14 E Log 3125,8  3 sm  Ankern 4,5m  Schlamm
W 24,9° L 28° Betr. Std. 506,8
Festland Banjole Bucht Paltana

Wolfgang fährt nach dem Frühstück gleich noch mal zum Hafenamt, das sollte jetzt ja geöffnet haben. In der Zwischenzeit kümmere ich mich um das Chaos das bei uns unter Deck herrscht. Als Wolfgang wieder kommt, war wie vorauszusehen natürlich kein Parkplatz mehr vor unserem Steg frei. Den hätten wir aber gerne, um in zwei Wochen unsere Sachen nicht soweit zum Auto schleppen zu müssen. Es ist halt Hochsaison.

Jetzt müssen wir uns schon etwas sputen. Wolfgang möchte als erstes die neue WLAN-Antenne anbringen, dazu braucht er einen USB-Stecker. Der alte ist in der Zwischenzeit korrodiert und ein Kontakt ist abgebrochen. Jetzt sucht er in unseren Kabeln ein passendes Teil. Er wird fündig, zwickt es ab und möchte es montieren. Doch leider hat er nicht so ganz aufgepasst und einen falschen Stecker abgezwickt. Bei genauem Hinsehen brauchen wir also die USB-Kupplung und nicht den Stecker. Sowas haben wir leider nicht an Bord, also machen wir mit den anderen nötigen Arbeiten weiter, wie Persenninge abmachen, Wasser bunkern und vieles mehr.
Einige Zeit später konnten wir unser Auto doch noch in einen passenden Parkplatz fahren.

Endlich sind wir so einigermaßen fertig und starten um 16:30 Uhr Richtung Banjole.
Komischerweise hält unser Anker heute nicht. Ich will in wieder einholen, aber irgendwie geht es recht zäh und schwer. Als er endlich an der Oberfläche erscheint, hängt auch gleich das Übel mit dran. Der Anker ist auf einem abgerissenen Fischernetz gelandet und konnte daher nicht greifen und ist am Boden gerutscht. Dieses hat sich dann beim heraufziehen am Anker verhakt. Da das Teil recht groß ist, steh ich dummerweise etwas ratlos da. Wolfgang meint ich soll es wieder rein werfen, das mach ich auch. Der zweite Ankerversuch klappte wieder gut.
Das schlechte Gewissen plagte mich dann doch. Mit Recht, denn wie konnte ich nur das alte Fischernetz wieder zurück ins Wasser werfen, anstatt es morgen bei Andraŝ in der Werft zu entsorgen.
Nun gehen wir erst mal Baden, darauf haben wir uns schon so lange gefreut.
Wieder an Bord inspizieren wir mal mit dem Fernglas die Werft. Dort steht auf dem Slipwagen nur ein größeres Fischerboot. Sieht aber nicht so aus, als käme es bald wieder ins Wasser. Lassen wir uns mal überraschen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Ankommen

Download PDF
image_pdfimage_print

Samstag 29.06.2019

44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 25° L 32° Betr. Std. 506 Steg
Marina Veruda Steg

Diesmal schaffen wir es sogar eine Stunde früher loszufahren. Doch leider haben wir die Zeit wieder um München herum durch Baustellen und Unfällen verloren. Keine Zeit verloren haben wir an der Grenze nach Österreich, die war nämlich auf beiden Seiten offen. Was für eine schöne Überraschung. Nun kommen wir zügig voran, nicht mal an der slowenischen Grenze mussten wir warten. So kommen wir nach 11 Stunden Fahrt in der Marina an. Sogar ein freier Parkplatz vor unserem Steg steht uns zur Verfügung. Deshalb können wir unsere mitgebrachten Sachen bequem zum Boot schaffen.
Da wir schon morgen wegen unserem Krantermin nach Banjole fahren wollten, war unsere Überlegung, alles erst mal im Boot stehen und liegen zu lassen.
Wir fahren gleich nach Pula um unsere restlichen Einkäufe zu machen und aufs Hafenamt zu gehen wegen Permit und Kurtaxe. Bei Lidl sind wir schnell mit dem Einkauf fertig, denn zu später Stunde ist hier nicht mehr allzuviel los. Deshalb gab es aber beim Obst und Gemüse nur noch Restposten und das ist nicht alles nach unserem Geschmack.
Weiter geht’s zum Hafenmeister. Auch hier haben wir zunächst Glück, auf dem Parkplatz neben dem Hafenamt sind noch Plätze frei. Doch leider stehen wir dann vor verschlossenen Türen, obwohl im Gebäude Licht brennt und es eigentlich sowieso geöffnet haben sollte weil hier ein Port of Entry, das heißt ein Einklarierungshafenamt ist. Dieses hat das ganze Jahr über geöffnet. Nun gut, uns hilft es jetzt nicht weiter, also zurück zum Schiff. Unterwegs werden wir wegen eines Motorradunfalls umgeleitet, dabei lernen wir wieder einen neuen Teil von Pula kennen.
Zuhause werden die gekauften Sachen nur noch unter Deck gebracht. Da es hier genauso heiß wie in Deutschland ist, setzen wir uns nur noch in unser Cockpit und trinken um 23:00 Uhr bei noch 30° ein kühles Bier, bevor es in die Koje geht.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Kurzer Besuch

Download PDF
image_pdfimage_print

Dienstag 09.04.2019

44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 21° Betr. Std. 506 Steg
Marina Veruda Steg

Da wir beruflich in Bologna waren, bot es sich an, anschließend mal auf unserem Boot nach dem Rechten zu sehen.
Wir haben den Temperaturfühler für die Lichtmaschine montiert, das Landstromladegerät umprogrammiert um es perfekt auf die Lithiumbatterie abzustimmen und auch das Solarladegerät angepasst. Zu unserem Leidwesen mussten wir auch feststellen dass unsere WLAN-ANTENNE wegen eingedrungenem Wasser defekt war. Wir nehmen sie erst mal mit nach hause.
Den Motor haben wir auch mal etwas warm laufen lassen, den vorderen Wassertank gleich aufgefüllt und das Vorsegel angeschlagen.

Jetzt können wir beruhigt wieder nach hause fahren.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Stadtbummel

Download PDF
image_pdfimage_print

Samstag 13.10.2018
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 21° Betr. Std. 505,5 Steg
Marina Veruda Steg

 

Dieses Wochenende sind zehn Eigner von unserem Steg angereist um ihr Schiff für den Winter vorzubereiten, danach werden wir uns wahrscheinlich erst nächstes Jahr wiedersehen. Hoffentlich bei bester Gesundheit.
Da wir die letzten Tage so fleißig waren, hatten wir so richtig viel Zeit um noch mal nach Pula zu fahren.
Da die Messe von letzter Woche bereits abgebaut wurde, können wir den Parkplatz wieder nutzen. Etwas irritiert hat uns allerdings die geöffnete Parkschranke und wir konnten kein Parkticket kaufen. Ein paar Autos standen hier auch, also was sollen wir tun? Wenn wir später aber nicht mehr herausfahren können? Wolfgang meint wir lassen es mal darauf ankommen, denn der Kassenautomat ist mit einem Gitter abgeschlossen und ein Elektriker arbeitet daran.
Also marschieren wir erst mal los Richtung Innenstadt. Auf den Weg dorthin, in der beginnenden Autofreien Zone findet wieder ein Flohmarkt statt, da sind wir schon öfter durchgelaufen. Meist werden sehr, sehr alte Sachen, Kriegsorden, Schallplatten und Bücher angeboten. Für uns war auch diesmal nichts dabei.

Wir schlendern weiter zum Markt, der findet hier jeden Tag statt. Den finde ich so herrlich, dass ich am liebsten von all den Obst und Gemüsesorten etwas einkaufen möchte. Habe mich dann aber auf Mangold beschränkt, denn wir müssen es ja morgen lange Zeit nach hause im Auto transportieren.
An einem Stand bleibe ich aber noch hängen, denn hier gibt es Chili-Knoblauchsträuße mit Lorbeerblattgrün. Mann kann ihn auch das ganze Jahr über verwenden, erklärt mir die Marktfrau. Ich entscheide mich erst mal nur für ein kleines Gebinde. Zwetschgen gibt es auch noch in Hülle und Fülle, doch ich habe die nächsten Tage leider keine Zeit sie zu verarbeiten. Wie schade.

Dafür setzen wir uns in eine der vielen Kaffeebars und genießen bei sommerlichen Temperaturen ein Eis.

Marco und Maria von unserem Nachbarboot grüßen beim Vorbeilaufen, sie schlendern auch ein bisschen durch die Stadt. Beim Eis essen reift bei mir die Entscheidung, doch noch mal zurück zum Markt zu gehen. Dort kaufe ich noch einen Knoblauchzopf, ein Chilisträußchen und frisch getrocknete Lorbeerblätter.
Auf dem Rückweg zum Auto, kommen wir an einem Jeansladen vorbei, hier hatte Wolfgang schon mal eine Hose gekauft und war sehr zufrieden. Er schaut mich fragend an. Ich meine nur, lass uns rein gehen, zu hause hast du ja doch wieder keine Zeit. Nach kurzer Zeit verlassen wir wieder mit einer Einkaufstüte in der Hand den Laden.
Da Wolfgang noch am Kai entlang laufen möchte, bringen wir unsere Habseligkeiten erst mal zum Auto.
Unterwegs fällt uns in einer Seitenstraße ein Banner mit Werbung für das Olivenölmuseum auf. Da könnten wir später, wenn es noch geöffnet hat, mal rein gehen. Aber erst mal sind die Fischerboote dran. Bei einem der Großen wird gerade der frische Fang in einen LKW verladen, danach wird das große Netz über eine Rolle wieder fein säuberlich bereit gelegt. Die Mannschaft muss dabei recht ordentlich zupacken.

Noch ein Stück weiter am Kai entlang ist eine Werft, in der ein großes Stahlschiff liegt. Auf seinen dicken Festmacherleinen, sitzen viele Möwen aufgereiht wie Perlen an der Schnur.

Dem ganzen Kai entlang liegen Schiffe.

Von einem Ausflugsboot, kommt ein Mann über die Straße zu uns herüber und will uns einen Bootsausflug verkaufen. Wir müssen leider ablehnen. Wobei ein Ausflug nach Brijuni schon interessant wäre, denn diese Inselgruppe wurde zum Nationalpark erklärt und man darf nur mit dem Ausflugsboot hineinfahren. Heute sind die Ausflugsboote schon weg und wir morgen.
So, jetzt suchen wir die Seitenstraße mit dem Olivenölmuseum. Es hat noch geöffnet. Als wir eintreten stehen wir in einem Verkaufsraum mit allen möglichen Sachen. Verschiedenes Olivenöl wohin man schaut, aber auch Keramikwaren und vieles aus Lavendelblüten.Beim umschauen, werden wir von einer Mitarbeiterin gefragt, ob wir das Museum auch besuchen wollen und wenn ja, ob mit oder ohne Audioguide und ob es mit verkosten des Olivenöls sein darf. Ja das wollen wir. Im Museum selbst sind fast nur Informationstafeln mit Fotos und Plakaten, seit wann, durch wen und wie das Olivenöl in Istrien angebaut wurde.

Zwischendurch kam die Junge Frau und nahm uns mit in einen Raum zur Verkostung des Öls. Sie hielt in englisch und deutsch einen sehr interessanten Vortrag darüber, wie man gutes Olivenöl erkennt und über einiges mehr. Wir durften gutes reines und Discounter Öl probieren und so die Qualität riechen und schmecken lernen. Öl braucht etwa 28° um den Geruch voll entfalten zu können. Es sollte leicht, bis bitter und würzig bis scharf nach Gras, Apfel, Tomate, Essig usw. schmecken, aber nicht ölig, oder gar ranzig.
Der Vortrag war das Beste am ganzen Museum und wir sind jetzt deutlich klüger. Unser Olivenöl aus unserer Ölmühle in Banjole ist eines der besten in ganz Istrien. Das freut uns ganz besonders. Ich erwerbe im Laden noch eine Keramikschale. Jedes Teil wurde in Handarbeit hergestellt und ist somit ein Unikat, so versichert mir es die Dame aus dem Laden.

Ein Paar Stufen weiter unterhalb des Museums ist ein Lokal, das uns schon beim vorbeilaufen aufgefallen ist und da setzen wir uns jetzt außen hin, trinken etwas und verzehren einen Burger, der schmeckt noch besser als der letzte Woche auf der Messe. Dazu wurden noch kleine Kartoffelspalten mit Schale in einem kleinen Zinkeimerchen gereicht. Das Essen war hervorragend.
Satt und etwas schlapp machen wir uns nun auf den Weg zu unserem Auto. Es stand noch immer auf seinem Platz unterhalb der Arena. Vom Parkplatz rausfahren konnten wir auch und gekostet hat das Parken diesmal nichts.

Beim zurückfahren zur Marina, haben wir uns zuerst etwas verfahren. So konnten wir gleich einen neuen Teil von Pula kennenlernen.
Am Schiff wurden die restlichen Sachen erledigt und verstaut. Frisch geduscht haben wir uns am Abend auf dem Weg zum Škuža gemacht. Dort haben wir in dem ziemlich leeren Restaurant, Orada bestellt. Wieder bekam jeder von uns zwei Fische, wie auch schon im vergangenen Jahr zu Saisonende. „Weil sie nicht so groß sind“ sagt der Kellner. Nach dem Essen brachte er uns auch noch einen Schnaps. Im Hochsommer wird man nicht so verwöhnt.
In zwei Wochen wird das Škuža bis März für seine Gäste wieder die Türen schließen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Länger gebraucht als gedacht

Download PDF
image_pdfimage_print

Freitag 12.10.2018
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 21° Betr. Std. 505,5 Steg
Marina Veruda Steg

 

Der Herbst in seiner schönsten Farbe.

Vor ein paar Jahren hatte ich mal einen „Bohnenbaum“, üppig beladen mit grünen „Bohnen“ gesehen. Aber keiner wusste, war das für ein Baum war. Heute Morgen vielen mir die langen Schoten an ein paar Bäumchen auf, die eine rotbraune Färbung trugen und genauso aussahen wie damals beim „Bohnenbaum“. Bei genauerem hinsehen, erkannte ich dass es ein Oleander war. Noch nie hatte ich je solche Schoten aus den abgestorbenen Blüten herauswachsen sehen. Auch hier scheint es nur in einer besonderen Blütenperiode vorzukommen.

Auch heute lädt das wunderschöne Wetter zum Genießen ein, aber für uns ist es heute in den Hintergrund geraten. Denn die gechlorten Wassertanks mussten abgelassen und gereinigt werden. Was hinterher wieder sehr gut aussieht.

Der Abwassertank wurde auch noch mit durchgespült und dann wurde das abgenommene Segel von gestern und der Rest wieder zurück in die Backskiste geschlichtet.

An den hinteren Stegen wurden die zurückgekommenen Yachten auf Beschädigungen überprüft, unter anderem auch die Segel, die im leichten Wind flattern.

Bevor Beschädigungen bei unseren Lukenabdichtungen entstehen, haben wir uns kurzfristig entschlossen, die Lukenscheiben mit Acrylglasreiniger zu putzen, den Rahmen mit Bootsreiniger und die Abdichtungen einzufetten, damit alles wieder Tipp Topp ist. Nur dass diese Arbeit so zeitintensiv sein würde hatten wir jetzt nicht erwartet. Es musste auch noch das Boot unter Deck auf Vordermann gebracht werden, noch ein Fender gereinigt, das Schiff noch mal mit Wasser abgespritzt und rundherum alles kontrolliert werden und noch viele Kleinigkeiten mehr.

Jetzt ist es schon wieder dunkel und wir sind noch nicht fertig. Der Loggeber in unserer Kabine muss wieder ausgebaut und der chlorgefüllte Boiler muss auch noch mal ausgepustet werden.

Nach dieser getanen Arbeit haben wir zu nichts mehr Lust, außer auf eine wohlverdiente Flasche Wein.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Servicearbeiten im Herbst

Download PDF
image_pdfimage_print

Donnerstag 11.10.2018
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 22° Betr. Std. 505,5 Steg
Marina Veruda Steg

Also das an Deck frühstücken, wie die letzten zwei Tage in der Bucht, ist hier in der Marina aus klimatischen Gründen nicht zu empfehlen.
Wichtig ist, dass wir jetzt so schnell wie möglich unser Chlor in die Leitungen und Wassertanks bekommen, denn es sollte ja einen Tag stehen und arbeiten können.

Den Kraftstoffvorfilter kaufte Wolfgang noch schnell im Service, denn da hatten wir keinen Ersatz dabei.
Außer dass wir viel von unserem sauberen Diesel mit dem alten Filter entsorgen mussten und fast keine Rückstände darin zu finden waren, erwies sich der Einbau als etwas schwieriger als erwartet und dauerte gefühlte Stunden. Alles roch nach Sprit und die Werkzeugteile mussten gründlich gesäubert werden.
Was wir zu unserem Erstaunen super schnell erledigt hatten, war das Vorsegel bergen und das fein säuberliche zusammenlegen auf dem Vorschiff. Flaggen und Stahlseile entfernen, Persenning für das Großsegel anbringen und noch ein paar Kleinigkeiten säubern und verräumen. Wir lagen sehr gut in der Zeit. Lagen. Kurz vor dem Duschen will ich noch schnell die Visitenkarte von Stefano zu Andrea und Charlie bringen. Das mit dem schnell hat ja nicht so geklappt. Irgendwann bin ich dann weiter, bin aber nicht weit gekommen, weil dann stand da Helga vor ihrem Schiff und die hatte auch viel zu erzählen. Mein Füße waren so langsam platt vom stehen, als ich mich entfernen konnte. Aber gleich darauf traf ich Fritz, Helgas Mann, der wusste auch noch so einiges.
Endlich unter der Dusche, doch als ich heraustrat, wer kam da zur Türe herein. Helga. Jetzt musste ich mich mit dem Haare föhnen aber beeilen. Nicht dass ich was gegen das Plaudern hätte und mit so netten Leuten schon gar nicht, aber wir hatten den ganzen Tag noch nichts gegessen und richtig Hunger und dunkel war es auch schon.
Ja und den Rest vom Einmotten machen wir Morgen.

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Neue Nachbarn

Download PDF
image_pdfimage_print

Mittwoch 10.10.2018
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 2,7 sm
W 20° L 22° Betr. Std. 505,5 Steg
Marina Veruda Steg

 

In der Nacht war eine Zeitlang der Geräuschpegel etwas erhöht. Hat doch anfangs im Ort Vinkuran, auf der nordöstlichen Seite der Bucht ein Hund gebellt, was nachts weit zu hören war. Das kommt ja auch ab und an mal vor, nur dann setzte das Gebelle in sämtlichen Ecken ein, von großen und kleinen Hunden, wie an den Stimmlagen zuhören war. Als hätten sie sich gut unterhalten, also praktisch ein Ferngespräch. Später war dann alles gebellt und es herrschte wieder Ruhe.
Nochmal konnten wir am Morgen unser Frühstück im herrlichsten Sonnenschein genießen.
Da aber der Wind wieder über die Bucht fegte, hatten wir es auch nicht so eilig mit dem Weiterfahren. Deshalb rief ich als nächstes eine alte Bekannte, unsere Diakonischwester Ruth an und gratulierte ihr zu ihrem achtzigsten Geburtstag. Sie freute sich sehr, von uns aus dem Ausland zu hören. Wir genossen noch eine lange Zeit, nur einfach so dazusitzen, zu quatschen und uns vom Wind hin und her schaukeln zu lassen.
Nachmittags lösten wir dann doch schweren Herzen unsere Leine von der Boje und fuhren aber erst noch eine Runde in der Bucht, bevor wir sie verließen.
Zunächst fuhren wir aber noch mal sehr langsam hinaus aufs Meer, nicht sehr weit, Wolfgang wollte nur mal testen, wie heiß wohl die Lichtmaschine werden würde, wenn unsere neue Batterie halb entladen Strom zieht. Sie wurde schon ganz schön warm, also sollten wir jetzt nicht schneller fahren, solange wir noch keinen Temperaturfühler installiert haben.
Das Anlegen am Steg hat auch wieder prima geklappt, auch ohne Hilfe.
Das wurde auch von unseren neuen Nachbarn lobend erwähnt, die uns kurz darauf angesprochen haben. Mit ihnen haben wir uns eine ganze Weile sehr gut und interessant unterhalten.
Dann gingen sie Anlegebier trinken und wir machten unseren Ölwechsel, solange der Motor noch war warm war.

Der Ölfilter wurde gleich mit gewechselt. Entsorgen konnten wir das Altöl und den Filter wieder gleich gegenüber in einem großen dafür aufgestellten Fass. Das hat alles problemlos funktioniert.
Morgen gehen die Wintervorbereitungen dann weiter.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wir bleiben noch

Download PDF
image_pdfimage_print

Dienstag 09.10.2018
44° 49,72 N 013° 51,13E Log 3122,8 0 sm
W 19,5° L 22° Betr. Std. 504,5 Boje
Festland Bucht Soline

Im dunkeln kam gestern Nacht noch eine Yacht mit österreichischer Flagge an, und hatte heute Morgen als wir aufgestanden sind bereits ihre Boje wieder verlassen. Vielleicht wollten sie die Bojengebühr unterschlagen.
Bei uns kam gestern keiner zum Bojen kassieren, mal sehen ob das heute anders ist.
Segeln waren wir diesmal nicht, weil der Wind etwas aufgefrischt hat und Lust zum kreuzen, so richtig dick eingepackt hatten wir auch nicht. Wir blieben lieber noch in der fast leeren Bucht und ließen uns vom Wind hin und her drehen. Das ist fast wie fernsehen, nur schöner.

Da kam am späten Vormittag eine Charteryacht mit vier jungen Männern und wollten an die Boje. Nicht so ganz leicht bei Wind, diese zu erwischen. Ist auch zwei mal fehlgeschlagen. Danach hatte Einer die Boje mit dem Bootshaken erwischt, dumm war nur, dass sein Kollege zu lange gebraucht hat um die Leine einzufädeln. Der Wind hatte die Boje samt Bootshaken, mit dem der eine junge Mann die Boje hochgezogen hatte, mit sich gerissen und der Bootshaken lag im Wasser. Jetzt musste dieser erst mal wieder mühselig aus dem Wasser gefischt werden. Danach standen alle vier hinten am Heck und versuchten ihr Glück erneut. Die Boje war gefangen, nur wie bekommt man sie jetzt nach vorne zum Bug? Kurzerhand haben sie es aufgegeben und die Boje am Heck hängen lassen. Ist halt etwas ungewöhnlich, dieser Anblick.
Unsere deutschen Bojennachbarn waren mal wieder mit ihrem Hund im Dinghi zum Gassi gehen unterwegs. Das Bootfahren auch im flotteren Stil schien ihm sehr zu gefallen.

Einige Zeit später haben dann die vier Bojenkünstler die Bucht wieder Richtung Marina verlassen.
Nachmittags lässt auch der Wind wieder deutlich nach.
Zur selben Zeit wie gestern, kamen drei Einheimische Frauen mit ihren beiden Hunden ans Ufer und setzten sich auf einen der älteren kleinen Stege.

Die älteste, sehr dünne Frau rauchte gleich eine Zigarette und unterhielt sich mit ihrer lauten, tiefen Stimme kurz mit einem Fischer. Danach zog sie genau wie gestern ihr Kleid aus und ging nackt nur mit Taucherflossen ins Wasser. Tauchte kurz ins Wasser ein, zog ihre Flossen an und kraulte an uns vorbei. Ziemlich weit entfernt, dreht sie dann um und kam brustschwimmend, dann wieder kraulend zurück zu ihrem Steg. Dort gab ihr die junge Frau ein Handtuch und sie trocknete als erstes ihre dünnen, langen Haare ab. Als sie sich wieder angezogen hatte, rauchte sie erneut eine Zigarette. Respekt vor dieser alten Dame, wie sie recht flott im kühlen Wasser ihre Bahn gezogen hat. Vermutlich macht sie das jeden Tag. Ein schönes Ritual und dann soll noch mal einer sagen rauchen schadet.
In der Zwischenzeit machen sich unsere deutschen Nachbarn auch klar um weiterzufahren.
Nun bearbeitet mich Wolfgang, auch mal ins Wasser zugehen und bringt gleich unsere Handtücher mit. Er geht als erster rein, während ich zunächst mal mit den Füßen teste und dann entscheide, dass es mir doch zu kalt ist. Lange bleibt er auch nicht drin, als ich ihm sage:“ Schau mal, eine kleine Qualle wie in Pješčana uvala“. Diese Gelegenheit nutzt er, um schnell aus dem Wasser zu kommen, ich glaube aber das war ein guter Aufhänger, wegen der Kälte.
Viel gemacht haben wir heute nicht, nur ein paar Fender geputzt.
Jetzt am Abend ist unsere Samoa das einzige Schiff an der Boje. Es ist wieder sehr still geworden, das Meer ist spiegelglatt und gelegentlich hüpft immer mal wieder ein Fisch neben unserem Boot aus dem Wasser. Vom Land ertönt wieder Vogelgezwitscher und wir genießen mit allen Sinnen diese herrliche Umgebung. Was für ein Traum.

Nun trinken wir noch einen Cognac gegen die kühlen, nächtlichen Temperaturen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Wir starten doch noch mal

Download PDF
image_pdfimage_print

Montag 08.10.2018
44° 49,72 N 013° 51,13E Log 3122,8 7,4 sm
W 19,5° L 21° Betr. Std. 504,5 Boje Tanken 101,44 Ltr.
Festland Bucht Soline

Heute Morgen war noch alles bewölkt. Mal sehen wie sich das Wetter entwickelt. Wir werden erst mal los laufen um Brot zu kaufen. Noch auf dem Steg treffen wir die Österreicher von dem kleinen Motorboot und wenn ich sage klein, dann meine ich das auch. Wir stellen uns mal eben bei ihnen vor. Sie, ein Pärchen in unserem Alter und ihr großer Hund. Ihr Boot hat nur eine winzige Schlupfkabine und an Deck ist auch wenig Platz. Für die drei aber anscheinend doch genügend, denn sie bleiben bis Freitag. Nach dem kleinen Plausch laufen wir weiter.
Der Grga Markt in der Marina hat jetzt auch geschlossen, macht aber nichts, gehen wir halt nach Pješčana uvala. Dort kaufen wir heute etwas mehr Brot ein, denn wenn wir noch mal raus fahren wollen, werden wir zu keinem Laden kommen. Wegen der zwei oder drei Tage wollen wir unser Dinghi nicht erst aufpumpen.
Wieder an Bord gibt es erst mal Frühstück, in der Zwischenzeit kommt auch die Sonne heraus und der Wetterbericht ist vielversprechend. Also packen wir alles seetauglich ein und werfen die Leinen los. Ingrid wünscht uns noch einen schönen Tag.
Zunächst steuern wir aber erst die Tankstelle an. Der Zeitpunkt ist gerade günstig. Es sind keine wartenden Schiffe hier und windstill ist es auch fast. So ist unser Schiff wieder schön vollgetankt und für den Winter gerüstet, damit sich kein Kondenswasser im Tank bilden kann. Dann geht es aber los, nur noch schnell die Fender verräumen, raus aus der Bucht und hoch mit den Segeln.
Mit schönem Amwindkurs haben wir mit nur knapp 8 Knoten Wind, stolze fünf bis sechs Knoten fahrt und fahren der Sonne auf dem glitzernden Meer entgegen.

Nach etwa vier Seemeilen wenden wir und fahren zurück bis zur Bucht Soline. An der sind wir all die Jahre immer vorbei gefahren, weil sie zu nah an unserer Marina liegt, welch eine Schande. Aber heute werden wir es nachholen. Zu unserem Erstaunen ist sie viel, viel größer als wir erwartet haben. Wir haben immer nur einen kleinen Teil gesehen, dabei eröffnet sie sich uns nach der schmalen Durchfahrt eine weite, herrliche Naturlandschaft. Jetzt im Herbst sind so gut wie keine Touristen hier. Wir und noch ein deutscher Segler sind die einzigen die hier in dieser Idylle an einer der etwa 100 neu verlegten Bojen hängen.

Zum Glück hat Willi neulich noch von dieser Bucht begeistert gesprochen. Weit fahren wollten wir eh nicht, nur einfach noch mal raus aus dem Hafen, da hat es sich ja nahezu angeboten.
Für mich ist das Wasser allerdings nicht mehr so Badetauglich wie für Wolfgang.

Der ging nach anfänglichem Luftanhalten noch mal schwimmen und hat versucht auch nach dem Bojenblock zu tauchen. Er konnte den Block in zehn Meter Wassertiefe in dem leicht trüben Wasser aber nicht ausmachen.

Hier schwimmt ganz kurz ein seltener Delfin in Badehose, knapp unter der Wasseroberfläche an unserem Boot vorbei.


Auch einige Einheimische fanden die Wassertemperaturen für kurze Zeit badetauglich.

Am Ufer hört man in dieser Stille viele Vögel zwitschern, sie erinnern uns an die Abende die wir mit unserem kleinen Motorboot in Deutschland gelegentlich in den Seitenarmen des Mains verbracht haben.
Nur Abends ist es zeitweise etwas lauter, wenn die vielen Fischer mit ihren kleinen Booten ihre Netze auslegen. Ab und an steht auch mal ein einsamer Angler am Ufer.
Am Abend dürfen wir uns noch an einem schönen Sonnenuntergang erfreuen.

Das Meer ist spiegelglatt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar