Lauter große Brummer

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Freitag 05.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E Log 3153,1 0 sm Ankern 9,5 m Sand
W 25,7° L 29° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Vor sieben Uhr sind unsere Musikanten schon weg. Wie schön. Ich nehme jetzt in aller Ruhe ein schönes gepflegtes Bad. Plötzlich entdecke ich um die Ecke kommend ein Schlauchboot mit stehenden Fahrer in die Bucht herein fahren. Schnell klettere ich die Badeleiter hoch und ziehe mich an, denn das ist bestimmt der Bäcker. Sieht nicht so aus als ob er schon in den anderen Buchten war. Nach und nach fährt er die Boote ab und bietet seine Waren an. Als er sich unserem Schiff nähert, kann ich das Brot schon sehen, welches schon bald in unser Eigentum übergehen wird. Am besten ich kaufe gleich zwei davon, dann gibt es heute Abend Weißwürste aus dem Glas mit frischem Weißbrot.

Es dauert nicht lange und die meisten Boote verlassen die Bucht.
Heute ist mal wieder so ein malerischer Tag. Nicht zu heiß, nur ein laues Lüftchen und nur ganz leichte Wellen. Ein perfekter Tag zum Schnorcheln. Der Wind hat auch schon nach Westen gedreht, was für mich einen kurzen Weg zum Ufer bedeutet. Also ab ins Wasser. Wolfgang vergnügt sich wieder mit putzen, wäre auch zu hause mal schön.
Das Wasser ist ein Traum. Diesmal scheine ich für die Fische ein interessantes Objekt zu sein, denn egal in welche Richtung ich mich auch bewege, immer kommen sie auf mich zu geschwommen und gucken mich an. Auch die in Grundnähe lebenden, bewegen sich erst von mir weg wenn ich sie fast berühren könnte. Welch ein Schauspiel, herrlich.

Bei meinen Fundstücken befindet sich ein weißes ziemlich glattes, hohles, zerbrechliches Objekt. Ob das ein Skelett von einem nicht so häufig vorkommenden Seeigel ist? Da muss ich später mal googln.

Verschiedene Arten von Anemonen, oder auch die Steckmuscheln sind ohne hässlichen Bewuchs und strahlen im Sonnenlicht. Das erste mal entdeckt habe ich, seit ich in Kroatien schnorchel und das sind schon 16 Jahre, ein Lebewesen, das aussieht wie ein gut durchgekochtes, gewelltes, elfenbeinfarbenes, leicht zusammen gedrücktes Knäuel aus Bandnudeln.
Auch dieses erscheint mir im besten Zustand zu sein. Überhaupt scheint die Welt hier noch in Ordnung zu sein, das glaubte ich zumindest bis ich meinen Rückweg antrat. Ich wollte meinen Augen nicht trauen, liegt doch vermutlich schon längere Zeit eine größere Autobatterie auf dem Meeresgrund. Unglaublich, wer macht denn so etwas?

Am frühen Nachmittag treffen so langsam nach und nach wieder Schiffe hier ein. Von weiten erkenne ich schon eine stattliche Yacht als Pershing.

Sie fährt in die letzte Ecke der Bucht, ankert, fährt rückwärts und möchte auch noch an Land festmachen. An sich kein Problem. Nur dass sie die bereits schon länger vor ihnen hier angekommene kroatische Segelyacht lautstark von ihrem Ankerplatz vertreibt, ist schon ein starkes Stück.

Wolfgang entschließt sich jetzt doch noch das Paddelboard aufzupumpen. Wollen wir doch mal schauen wie lange er nach der Winterpause braucht, um wieder auf dem Board stehen zu können. Überraschender Weise klappt es auf Anhieb, zwar ein klein wenig wackelig, aber er bleibt auf dem Board stehen.

Was soll ich sagen, irgendwie fühlen sich die großen Motoryachten von den kleinen Seglern angezogen. Jetzt hat soeben so ein großes Teil, eine Elegance direkt neben uns geankert und zwar so nahe, dass ich noch nicht gewagt habe es zu fotografieren. Nach dem bisschen Kette die sie gesteckt haben hoffen wir ja, dass sie nur zum Baden gekommen sind. Der Käpten hat sich gleich bei Wolfgang für die Nähe entschuldigt.

Ansonsten gab es keine weiteren besonderen Vorkommnisse, wie vorgehabt, gab es zum Abendessen unsere Weißwürste, frisches Brot und süßen Senf.

Unser big Nachbar bleibt auf seinem jetzigen Ankerplatz, schön in unserer Nähe.

Wir haben schon überlegt, ob wir sie zum Weißwurstessen einladen sollten, dann hätten sie wenigstens etwas Unterhaltung. Denn der ältere Skipper und seine deutlich jüngere Bootsmitfahrerin hatten sichtlich nicht viel gemeinsamen Gesprächsstoff und das Essen schmeckte ihnen getrennt zu unterschiedlichen Zeiten anscheinend auch besser. Schade dass man so eine schöne Bucht bei herrlichen Wetter nicht gemeinsam genießen kann.

Durch das warme Wasser und die am Abend abkühlenden Temperaturen steigt die Luftfeuchtigkeit deutlich an und an Deck wird in der Nacht alles Nass.

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Ruhe nach dem Sturm

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Donnerstag 04.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E Log 3153,1 0 sm Ankern 9,5 m Sand
W 25,7° L 30° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Heute Morgen ist es noch recht still auf dem Bojenfeld, den meisten Bootsfahrern hat heute Nacht die Bora einen Teil ihres Schlafes geraubt, der jetzt nachgeholt wird.
Der Himmel ist zugezogen und der Wind hat im Moment deutlich nachgelassen.
Vereinzelt verlassen am Vormittag ein paar Schiffe die Bucht.
Hier ein paar Kleine.

Dem Frieden ist noch nicht so recht zu trauen, denn es sind noch örtlich Gewitter gemeldet und mehr Wind soll es auch wieder geben. Gegen Mittag verlässt ein kleiner Trimaran mit vier Erwachsenen die Bucht, das war sicher sehr ungemütlich heute Nacht in ihrer winzigen Schlupfkabine.

Noch übler mag es den beiden Erwachsenen und den beiden Kindern im Schlauchboot ergangen sein. Ich möchte gar nicht daran denken, wie man sich auf so einem offenen Boot bei dem Sturm fühlt, denn hier gibt es nichts wo man reinkriechen könnte.

Putzig anzusehen waren die Kinder in dem kroatischen Segelboot neben uns. Die vier Erwachsenen ließen sie so einiges machen, wobei der Große von den Jungs eher wehleidig ist und sich überall zurückzuhalten schien. Einer der Kleinen, etwa drei oder vier Jahre alt turnt ohne Angst und Schrecken auf dem Boot herum. Der andere Kleine ist immer in seiner Nähe. Beim Boot aufklaren zur weiterfahrt, zieht der Winzling die großen Fender alleine mit einem Ruck über den Seezaun. Den Anker holt er auch recht sorgfältig und langsam alleine nach oben, nur beim letzten Stück hilft dann ein erwachsenes Crewmitglied. Der Kleine war so süß anzusehen mit seinem Rettungskragen und Schrittgurt wie er auf dem Schiff alles unter Kontrolle hatte. Aus dem Jungen wird bestimmt mal ein guter Bootsfahrer und Segler.
Es ist der kleine Junge mit dem grünen T-Shirt.

Die Wolken verziehen sich so ganz langsam, nur der abgeschwächte Wind bleibt und wird uns noch den ganzen Tag bis zum Abend begleiten.
Wolfgang, darf sich wie die Tage zuvor mal wieder um etwas geschäftliches kümmern und später kümmert er sich um unsere schmutzigen Acrylfenster mit verschiedenen Putzmitteln, doch der Erfolg hält sich in Grenzen.

In der Zwischenzeit kommt ein österreichischer Segler in die Bucht und ankert hinter uns mit Ankerboje. Oh je Blinki ist wieder da. Nach genaueren hinsehen, ist das Schiff doch ein klein wenig anders, als das von Blinki und vor allem auch die Crew, die würde ich sofort wiedererkennen. Möglicherweise gab es die blinkenden Ankerbälle in Österreich mal im Angebot.

Es dauert nicht lange und eine vier Mann starke Crew ankert mit ihrem Schiff sehr nahe vor unserem. Ausgerüstet mit drei oder vier Angeln die auch gleich in Betrieb genommen werden. Kaum hängt das Schiff fest, schlüpfen die beiden Herren in ihren tarnfarbenen Neoprenanzug und hüpfen ins Wasser zum Tauchen. Nach einer Weile kommen sie zurück und einer verarbeitet etwas am Heck des Schiffes. Danach gibt es lautstarke Musik für die gesamte Bucht und das noch für den restlichen Tag und damit der Strom dazu auch reicht, läuft gleich noch der Motor eine lange Zeit mit. Genau so stellt man sich Erholung in einer Bucht vor.

Abends ist es windstill und es kühlt deutlich ab. Wie schön, wir können mal wieder so richtig durchatmen.

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Blinki fährt weiter

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Mittwoch 03.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E  Log 3153,1  0 sm  Ankern 9,5 m  Sand
W 25,7° L 29° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Heute früh als wir noch im Bett sind, nähert sich vorsichtig am Bug von Samoa, ein Schiff.

Es sind die Österreicher, sie holen ihren Anker ein und retten Blinki. Etwas weiter in der Mitte der Bucht, werfen sie den Anker erneut, aber diesmal ohne Blinki.
Wolfgang geht noch vor dem Frühstück schwimmen. Nun fährt auch das Schiff von den Österreichern mit Blinki aus der Bucht, sie werden wir wohl nicht mehr wiedersehen.
Wir wollen noch einen Tag in der Bucht bleiben.
Um halb zehn kommt ein Mann mit einem Schlauchboot in die Bucht und möchte Waren verkaufen. Viel verkauft er nicht, denn er hat nur noch Käse und Apfelstrudel, nicht einmal mehr Brot. Wir kaufen ihm zwei Stück Apfelstrudel ab.
Tagsüber haben wir noch leichten Wind und es ist wieder sehr heiß. Das ein oder andere Schiff verlässt die Bucht, dafür kommen wieder andere, wie es halt immer so ist.
Wolfgang kontrolliert unsere Solaranlage, denn irgendwo scheint Leistung zu fehlen. An einem Modul war der Anschluss oxidiert. Er hat mit Löten alles wieder in Ordnung gebracht.
Am späten Nachmittag fährt eine Charteryacht etwas zu schnell in die Bucht und einer von der österreichischen Crew will gleichzeitig den Anker ins Wasser lassen. Dieser knallt ordentlich gegen den Bug. Da das aber offensichtlich niemanden stört, wiederholen die ausgeschlafenen Kerlchen diesen Vorgang mehrfach. Danach nehmen alle ein Bad.
Kurze Zeit später wollen sie wieder weiterfahren. Das Anker einholen klappt auch nicht auf Anhieb. Erst nach einem kräftigen Schluck aus der Bierdose, konnte der Anker in die vorgesehene Position gebracht werden, natürlich nicht ohne vorher lautstark an den Rumpf zu donnern.
Jetzt am Abend ziehen leichte Wolken auf und hinter der westlichen Seite der Bucht erscheint in regelmäßigen Abständen ein Wetterleuchten. Der Wind macht sich auch wieder bemerkbar, hält sich aber noch in Grenzen. Noch rechtzeitig kommt in der Dunkelheit ein winziges Segelboot in unsere Bucht und kann noch einen sicheren Ankerplatz finden.

Wir gehen schon mal in unsere Koje um etwas zu schlafen, denn heute Nacht könnte es ungemütlich werden.

Nachts um halb zwei beginnt die Bora mit Karacho in unsere Bucht zu blasen. Blitzartig ist leben auf allen Booten. Jeder schaut nach dem Rechten. Unser Adrenalinspiegel ist jetzt deutlich erhöht. Hoffentlich hält unser Anker und auch der von den anderen Booten. Insgesamt scheinen die Abstände gut zu passen. Die Bora erreicht Böen über 30 Knoten Wind. Es fängt an zu tröpfeln, schnell befestigen wir unsere Seitenteile am Bimini. Müde und in ständiger Lauerstellung sitzen wir nun in unserem Cockpit. Nach einer Stunde hat die Bora soweit nachgelassen, dass wir uns wieder in unser Bett legen können.

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Ohne Wind mit viel Sonne über den Kvarner

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Dienstag 02.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E  Log 3153,1  27,3 sm Ankern 9,5 m  Sand
W 25,7° L 31° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Pünktlich um 8:00 Uhr geht es wieder mit dem Slipwagen zurück ins Wasser und wir machen uns gleich weiter auf den Weg über den Kvarner. Leider müssen wir die gesamte Strecke motoren, denn es weht nur ein winziges Lüftchen, das zum Segeln leider nicht ausreicht. Dazu brennt die Sonne vom Himmel. Den vielen Bootsfahrern die unseren Weg kreuzen, wird es sicherlich genauso ergehen.

Nach viereinhalb Stunden ankern wir in Unije, in der Bucht Vognišća. Sie ist die einzige der drei Buchten, wo noch keine gebührenpflichtigen Bojen verankert sind.
Unser Anker hat sich auf einem guten Platz in 9,5 Metern schön im Sand eingegraben.

Jetzt freue ich mich auf eine schöne Schnorcheltour. In der NO Seite der Bucht ist eine sandige Ausbuchtung, dort ist es besonders schön. Umgeben von Fischen, finde ich im glasklaren Wasser eine besonders schöne lila bis rosa farbene Muschel, die noch lebte. Ich sah sie an und erfreute mich an ihr und legte sie vorsichtig zurück an ihren Platz.
Wolfgang hat inzwischen seine Ersatzteile aufgeräumt und ein bisschen am Boot geputzt. Bei einem Badeaufenthalt mussten wir feststellen, dass in der Werft, unser Boot auf der Backbordseite wahrscheinlich mit der Poliermaschine beschädigt worden ist.
Nahe unseres Ankerplatzes hat inzwischen ein österreichischer Segler seinen Anker platziert und ihn mit einem blinkenden Ankerball markiert. Etwas zu nahe an unserem Boot, wie wir meinen.
Noch ist alles spiegelglatt und windstill, es soll aber heute Nacht Bora geben. Einige Segler gesellen sich noch in guten Abstand zu anderen Booten in die Bucht.

Die Ziegenherde die immer abends am Ufer ihren Rundgang macht, ist heute ganz schön klein.

Gegen Abend kommen die Schiffe so langsam in Bewegung und um 22:00 Uhr macht sich die Bora bemerkbar. Nun fängt auch Blinki, der Ankerball an, ständig am Heck unseres Bootes herumzutanzen. In der Dunkelheit jetzt gut zu erkennen, ist Blinki mal auf der Backbordseite und gleich danach wieder auf der Steuerbordseite, mal hinten am Heck oder vorne am Bug zu finden.
Sorge um Blinki machen sich jetzt die Eigentümer. Sie suchen ihn ständig mit ihrer Taschenlampe, denn er könnte unter unser Schiff kommen und sich verhaken, dabei könnte ihr Anker herausgezogen werden. Wir sehen die Sache mit Blinki eher gelassen.

Nach zwei Stunden lässt die Bora, die zum Glück nicht sehr stark war, wieder etwas nach. Wir gehen jetzt in unsere Koje und überlassen Blinki seinem Schicksal. Mittlerweile ist es bereits Mitternacht durch und wir sind müde.

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Werfttag

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Montag 01.07.2019
44° 49,15 N 013° 52,14 E Log 3125,8 0 sm Ankern
W 24,9° L 31° Betr. Std. 506,8
Festland Banjole Bucht Paltana

Beizeiten stehen wir heute schon in den Startlöchern und beobachten die Werft. Andraŝ und Simon lassen den Slipwagen ins Wasser. Sie winken uns gleich heran, wie schon vermutet bleibt das Fischerboot noch oben, mindestens noch eine Woche wie Andraŝ uns erzählt. Ansonsten geht in der Werft alles seinen gewohnten Gang wie jedes Jahr. Wir sitzen auch wieder wie jedes Jahr unter Bäumen auf einer Bank am Kiesstrand und Frühstücken erst mal. Das anschließende spazieren gehen, fällt bei dieser Hitze aus, denn meine beiden Füße sind so geschwollen als würden sie gleich platzen.

Einen gemütlichen Schattenplatz neben Palmen haben wir dann, auf einer gepolsterten Bank im Lokal von Andraŝ und bilden uns, indem wir Apothekenhefte studieren. Abends essen wir hier auch.
Andraŝ ist sehr fleißig, tagsüber arbeitet er in seiner Werft, dann geht er nach hause, duscht, zieht sich um und arbeitet in seinem Lokal weiter und nachts um 4:00 Uhr fährt er mit seinem kleinen Fischerboot raus zum Fischen. Diese werden dann fangfrisch in seinem Lokal serviert.

Heute hat er mal einen Moment Zeit und setzt sich zu uns an den Tisch. . Eine interessante Geschichte erzählt er auch noch, die er in dieser Bucht einmal erlebt hatte. Wir wissen jetzt nicht wann es war, jedenfalls arbeiteten er und Simon wie gewohnt in der Werft an einem Schiff, als Simon zu ihm sagt: “Schau mal das Wasser kocht!“. Eine Herde kleiner Delfine hatten einen Schwarm Fische beim Jagen in die Bucht getrieben. Andraŝ erkannte die Gelegenheit, ließ sofort die Arbeit ruhen und machte sich mit Simon auf den Weg zu seinem Fischerboot, das nur wenige Meter vor der Werft im Wasser liegt. Blitzschnell fuhren sie in die Bucht und legten so schnell sie konnten sein Netz aus. Die meisten Fische entkamen bevor das Netz den Boden erreichte, aber trotzdem hatten sie noch über 250 Kilo Fisch gefangen. Dafür muss er sonst eine Woche lang jeden Tag auf´s Meer hinaus fahren. Das ist wirklich eine aufregende Geschichte, die sich wohl nicht so schnell wiederholen wird.

Jetzt muss Andraŝ wieder weiterarbeiten und wir bringen noch die Ansichtskarte für meine Mama zum Briefkasten, bevor wir wieder auf´s Boot klettern. Hoch oben auf dem Schiff, jedenfalls´s für mich hoch oben, beobachten wir noch das bunte Treiben von Urlaubsgästen, Bootsfahrern und Fischern, bevor die Sonne im Meer versinkt.

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Arbeitsteilung

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Sonntag 30.06.2019
44° 49,15 N 013° 52,14 E Log 3125,8  3 sm  Ankern 4,5m  Schlamm
W 24,9° L 28° Betr. Std. 506,8
Festland Banjole Bucht Paltana

Wolfgang fährt nach dem Frühstück gleich noch mal zum Hafenamt, das sollte jetzt ja geöffnet haben. In der Zwischenzeit kümmere ich mich um das Chaos das bei uns unter Deck herrscht. Als Wolfgang wieder kommt, war wie vorauszusehen natürlich kein Parkplatz mehr vor unserem Steg frei. Den hätten wir aber gerne, um in zwei Wochen unsere Sachen nicht soweit zum Auto schleppen zu müssen. Es ist halt Hochsaison.

Jetzt müssen wir uns schon etwas sputen. Wolfgang möchte als erstes die neue WLAN-Antenne anbringen, dazu braucht er einen USB-Stecker. Der alte ist in der Zwischenzeit korrodiert und ein Kontakt ist abgebrochen. Jetzt sucht er in unseren Kabeln ein passendes Teil. Er wird fündig, zwickt es ab und möchte es montieren. Doch leider hat er nicht so ganz aufgepasst und einen falschen Stecker abgezwickt. Bei genauem Hinsehen brauchen wir also die USB-Kupplung und nicht den Stecker. Sowas haben wir leider nicht an Bord, also machen wir mit den anderen nötigen Arbeiten weiter, wie Persenninge abmachen, Wasser bunkern und vieles mehr.
Einige Zeit später konnten wir unser Auto doch noch in einen passenden Parkplatz fahren.

Endlich sind wir so einigermaßen fertig und starten um 16:30 Uhr Richtung Banjole.
Komischerweise hält unser Anker heute nicht. Ich will in wieder einholen, aber irgendwie geht es recht zäh und schwer. Als er endlich an der Oberfläche erscheint, hängt auch gleich das Übel mit dran. Der Anker ist auf einem abgerissenen Fischernetz gelandet und konnte daher nicht greifen und ist am Boden gerutscht. Dieses hat sich dann beim heraufziehen am Anker verhakt. Da das Teil recht groß ist, steh ich dummerweise etwas ratlos da. Wolfgang meint ich soll es wieder rein werfen, das mach ich auch. Der zweite Ankerversuch klappte wieder gut.
Das schlechte Gewissen plagte mich dann doch. Mit Recht, denn wie konnte ich nur das alte Fischernetz wieder zurück ins Wasser werfen, anstatt es morgen bei Andraŝ in der Werft zu entsorgen.
Nun gehen wir erst mal Baden, darauf haben wir uns schon so lange gefreut.
Wieder an Bord inspizieren wir mal mit dem Fernglas die Werft. Dort steht auf dem Slipwagen nur ein größeres Fischerboot. Sieht aber nicht so aus, als käme es bald wieder ins Wasser. Lassen wir uns mal überraschen.

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Ankommen

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Samstag 29.06.2019

44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 25° L 32° Betr. Std. 506 Steg
Marina Veruda Steg

Diesmal schaffen wir es sogar eine Stunde früher loszufahren. Doch leider haben wir die Zeit wieder um München herum durch Baustellen und Unfällen verloren. Keine Zeit verloren haben wir an der Grenze nach Österreich, die war nämlich auf beiden Seiten offen. Was für eine schöne Überraschung. Nun kommen wir zügig voran, nicht mal an der slowenischen Grenze mussten wir warten. So kommen wir nach 11 Stunden Fahrt in der Marina an. Sogar ein freier Parkplatz vor unserem Steg steht uns zur Verfügung. Deshalb können wir unsere mitgebrachten Sachen bequem zum Boot schaffen.
Da wir schon morgen wegen unserem Krantermin nach Banjole fahren wollten, war unsere Überlegung, alles erst mal im Boot stehen und liegen zu lassen.
Wir fahren gleich nach Pula um unsere restlichen Einkäufe zu machen und aufs Hafenamt zu gehen wegen Permit und Kurtaxe. Bei Lidl sind wir schnell mit dem Einkauf fertig, denn zu später Stunde ist hier nicht mehr allzuviel los. Deshalb gab es aber beim Obst und Gemüse nur noch Restposten und das ist nicht alles nach unserem Geschmack.
Weiter geht’s zum Hafenmeister. Auch hier haben wir zunächst Glück, auf dem Parkplatz neben dem Hafenamt sind noch Plätze frei. Doch leider stehen wir dann vor verschlossenen Türen, obwohl im Gebäude Licht brennt und es eigentlich sowieso geöffnet haben sollte weil hier ein Port of Entry, das heißt ein Einklarierungshafenamt ist. Dieses hat das ganze Jahr über geöffnet. Nun gut, uns hilft es jetzt nicht weiter, also zurück zum Schiff. Unterwegs werden wir wegen eines Motorradunfalls umgeleitet, dabei lernen wir wieder einen neuen Teil von Pula kennen.
Zuhause werden die gekauften Sachen nur noch unter Deck gebracht. Da es hier genauso heiß wie in Deutschland ist, setzen wir uns nur noch in unser Cockpit und trinken um 23:00 Uhr bei noch 30° ein kühles Bier, bevor es in die Koje geht.

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Kurzer Besuch

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Dienstag 09.04.2019

44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 21° Betr. Std. 506 Steg
Marina Veruda Steg

Da wir beruflich in Bologna waren, bot es sich an, anschließend mal auf unserem Boot nach dem Rechten zu sehen.
Wir haben den Temperaturfühler für die Lichtmaschine montiert, das Landstromladegerät umprogrammiert um es perfekt auf die Lithiumbatterie abzustimmen und auch das Solarladegerät angepasst. Zu unserem Leidwesen mussten wir auch feststellen dass unsere WLAN-ANTENNE wegen eingedrungenem Wasser defekt war. Wir nehmen sie erst mal mit nach hause.
Den Motor haben wir auch mal etwas warm laufen lassen, den vorderen Wassertank gleich aufgefüllt und das Vorsegel angeschlagen.

Jetzt können wir beruhigt wieder nach hause fahren.

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Stadtbummel

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Samstag 13.10.2018
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 21° Betr. Std. 505,5 Steg
Marina Veruda Steg

 

Dieses Wochenende sind zehn Eigner von unserem Steg angereist um ihr Schiff für den Winter vorzubereiten, danach werden wir uns wahrscheinlich erst nächstes Jahr wiedersehen. Hoffentlich bei bester Gesundheit.
Da wir die letzten Tage so fleißig waren, hatten wir so richtig viel Zeit um noch mal nach Pula zu fahren.
Da die Messe von letzter Woche bereits abgebaut wurde, können wir den Parkplatz wieder nutzen. Etwas irritiert hat uns allerdings die geöffnete Parkschranke und wir konnten kein Parkticket kaufen. Ein paar Autos standen hier auch, also was sollen wir tun? Wenn wir später aber nicht mehr herausfahren können? Wolfgang meint wir lassen es mal darauf ankommen, denn der Kassenautomat ist mit einem Gitter abgeschlossen und ein Elektriker arbeitet daran.
Also marschieren wir erst mal los Richtung Innenstadt. Auf den Weg dorthin, in der beginnenden Autofreien Zone findet wieder ein Flohmarkt statt, da sind wir schon öfter durchgelaufen. Meist werden sehr, sehr alte Sachen, Kriegsorden, Schallplatten und Bücher angeboten. Für uns war auch diesmal nichts dabei.

Wir schlendern weiter zum Markt, der findet hier jeden Tag statt. Den finde ich so herrlich, dass ich am liebsten von all den Obst und Gemüsesorten etwas einkaufen möchte. Habe mich dann aber auf Mangold beschränkt, denn wir müssen es ja morgen lange Zeit nach hause im Auto transportieren.
An einem Stand bleibe ich aber noch hängen, denn hier gibt es Chili-Knoblauchsträuße mit Lorbeerblattgrün. Mann kann ihn auch das ganze Jahr über verwenden, erklärt mir die Marktfrau. Ich entscheide mich erst mal nur für ein kleines Gebinde. Zwetschgen gibt es auch noch in Hülle und Fülle, doch ich habe die nächsten Tage leider keine Zeit sie zu verarbeiten. Wie schade.

Dafür setzen wir uns in eine der vielen Kaffeebars und genießen bei sommerlichen Temperaturen ein Eis.

Marco und Maria von unserem Nachbarboot grüßen beim Vorbeilaufen, sie schlendern auch ein bisschen durch die Stadt. Beim Eis essen reift bei mir die Entscheidung, doch noch mal zurück zum Markt zu gehen. Dort kaufe ich noch einen Knoblauchzopf, ein Chilisträußchen und frisch getrocknete Lorbeerblätter.
Auf dem Rückweg zum Auto, kommen wir an einem Jeansladen vorbei, hier hatte Wolfgang schon mal eine Hose gekauft und war sehr zufrieden. Er schaut mich fragend an. Ich meine nur, lass uns rein gehen, zu hause hast du ja doch wieder keine Zeit. Nach kurzer Zeit verlassen wir wieder mit einer Einkaufstüte in der Hand den Laden.
Da Wolfgang noch am Kai entlang laufen möchte, bringen wir unsere Habseligkeiten erst mal zum Auto.
Unterwegs fällt uns in einer Seitenstraße ein Banner mit Werbung für das Olivenölmuseum auf. Da könnten wir später, wenn es noch geöffnet hat, mal rein gehen. Aber erst mal sind die Fischerboote dran. Bei einem der Großen wird gerade der frische Fang in einen LKW verladen, danach wird das große Netz über eine Rolle wieder fein säuberlich bereit gelegt. Die Mannschaft muss dabei recht ordentlich zupacken.

Noch ein Stück weiter am Kai entlang ist eine Werft, in der ein großes Stahlschiff liegt. Auf seinen dicken Festmacherleinen, sitzen viele Möwen aufgereiht wie Perlen an der Schnur.

Dem ganzen Kai entlang liegen Schiffe.

Von einem Ausflugsboot, kommt ein Mann über die Straße zu uns herüber und will uns einen Bootsausflug verkaufen. Wir müssen leider ablehnen. Wobei ein Ausflug nach Brijuni schon interessant wäre, denn diese Inselgruppe wurde zum Nationalpark erklärt und man darf nur mit dem Ausflugsboot hineinfahren. Heute sind die Ausflugsboote schon weg und wir morgen.
So, jetzt suchen wir die Seitenstraße mit dem Olivenölmuseum. Es hat noch geöffnet. Als wir eintreten stehen wir in einem Verkaufsraum mit allen möglichen Sachen. Verschiedenes Olivenöl wohin man schaut, aber auch Keramikwaren und vieles aus Lavendelblüten.Beim umschauen, werden wir von einer Mitarbeiterin gefragt, ob wir das Museum auch besuchen wollen und wenn ja, ob mit oder ohne Audioguide und ob es mit verkosten des Olivenöls sein darf. Ja das wollen wir. Im Museum selbst sind fast nur Informationstafeln mit Fotos und Plakaten, seit wann, durch wen und wie das Olivenöl in Istrien angebaut wurde.

Zwischendurch kam die Junge Frau und nahm uns mit in einen Raum zur Verkostung des Öls. Sie hielt in englisch und deutsch einen sehr interessanten Vortrag darüber, wie man gutes Olivenöl erkennt und über einiges mehr. Wir durften gutes reines und Discounter Öl probieren und so die Qualität riechen und schmecken lernen. Öl braucht etwa 28° um den Geruch voll entfalten zu können. Es sollte leicht, bis bitter und würzig bis scharf nach Gras, Apfel, Tomate, Essig usw. schmecken, aber nicht ölig, oder gar ranzig.
Der Vortrag war das Beste am ganzen Museum und wir sind jetzt deutlich klüger. Unser Olivenöl aus unserer Ölmühle in Banjole ist eines der besten in ganz Istrien. Das freut uns ganz besonders. Ich erwerbe im Laden noch eine Keramikschale. Jedes Teil wurde in Handarbeit hergestellt und ist somit ein Unikat, so versichert mir es die Dame aus dem Laden.

Ein Paar Stufen weiter unterhalb des Museums ist ein Lokal, das uns schon beim vorbeilaufen aufgefallen ist und da setzen wir uns jetzt außen hin, trinken etwas und verzehren einen Burger, der schmeckt noch besser als der letzte Woche auf der Messe. Dazu wurden noch kleine Kartoffelspalten mit Schale in einem kleinen Zinkeimerchen gereicht. Das Essen war hervorragend.
Satt und etwas schlapp machen wir uns nun auf den Weg zu unserem Auto. Es stand noch immer auf seinem Platz unterhalb der Arena. Vom Parkplatz rausfahren konnten wir auch und gekostet hat das Parken diesmal nichts.

Beim zurückfahren zur Marina, haben wir uns zuerst etwas verfahren. So konnten wir gleich einen neuen Teil von Pula kennenlernen.
Am Schiff wurden die restlichen Sachen erledigt und verstaut. Frisch geduscht haben wir uns am Abend auf dem Weg zum Škuža gemacht. Dort haben wir in dem ziemlich leeren Restaurant, Orada bestellt. Wieder bekam jeder von uns zwei Fische, wie auch schon im vergangenen Jahr zu Saisonende. „Weil sie nicht so groß sind“ sagt der Kellner. Nach dem Essen brachte er uns auch noch einen Schnaps. Im Hochsommer wird man nicht so verwöhnt.
In zwei Wochen wird das Škuža bis März für seine Gäste wieder die Türen schließen.

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Länger gebraucht als gedacht

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Freitag 12.10.2018
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3122,8 0 sm
W 20° L 21° Betr. Std. 505,5 Steg
Marina Veruda Steg

 

Der Herbst in seiner schönsten Farbe.

Vor ein paar Jahren hatte ich mal einen „Bohnenbaum“, üppig beladen mit grünen „Bohnen“ gesehen. Aber keiner wusste, war das für ein Baum war. Heute Morgen vielen mir die langen Schoten an ein paar Bäumchen auf, die eine rotbraune Färbung trugen und genauso aussahen wie damals beim „Bohnenbaum“. Bei genauerem hinsehen, erkannte ich dass es ein Oleander war. Noch nie hatte ich je solche Schoten aus den abgestorbenen Blüten herauswachsen sehen. Auch hier scheint es nur in einer besonderen Blütenperiode vorzukommen.

Auch heute lädt das wunderschöne Wetter zum Genießen ein, aber für uns ist es heute in den Hintergrund geraten. Denn die gechlorten Wassertanks mussten abgelassen und gereinigt werden. Was hinterher wieder sehr gut aussieht.

Der Abwassertank wurde auch noch mit durchgespült und dann wurde das abgenommene Segel von gestern und der Rest wieder zurück in die Backskiste geschlichtet.

An den hinteren Stegen wurden die zurückgekommenen Yachten auf Beschädigungen überprüft, unter anderem auch die Segel, die im leichten Wind flattern.

Bevor Beschädigungen bei unseren Lukenabdichtungen entstehen, haben wir uns kurzfristig entschlossen, die Lukenscheiben mit Acrylglasreiniger zu putzen, den Rahmen mit Bootsreiniger und die Abdichtungen einzufetten, damit alles wieder Tipp Topp ist. Nur dass diese Arbeit so zeitintensiv sein würde hatten wir jetzt nicht erwartet. Es musste auch noch das Boot unter Deck auf Vordermann gebracht werden, noch ein Fender gereinigt, das Schiff noch mal mit Wasser abgespritzt und rundherum alles kontrolliert werden und noch viele Kleinigkeiten mehr.

Jetzt ist es schon wieder dunkel und wir sind noch nicht fertig. Der Loggeber in unserer Kabine muss wieder ausgebaut und der chlorgefüllte Boiler muss auch noch mal ausgepustet werden.

Nach dieser getanen Arbeit haben wir zu nichts mehr Lust, außer auf eine wohlverdiente Flasche Wein.

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