Privater Pool

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Donnerstag 11.07.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3182,5 0 sm
W 25,7° L 24.4° Betr. Std. 514,1 Steg

Marina Veruda Steg

Heute haben wir wieder genug zu tun. Wolfgang fängt damit an unsere Wäsche zu Kristina zu bringen. Dann machen wir weiter, indem wir den kleinen Mustoladen besuchen und neue Segelhandschuhe für mich kaufen. Stolz bringe ich meine Errungenschaft auf unser Schiff.

Wieder plauschen wir mit unseren Nachbarn, als auf einmal Anne von der Cara auf dem Steg erscheint, gefolgt von ihrem Mann. Wie schön die beiden zu sehen. Wir hatten uns schon Sorgen gemacht, weil das Schiff unserer beiden leidenschaftlich segelnden Rentner noch immer mutterseelenalleine an seinem Steg steht. Anne hatte sich auf dem Schiff am Bein verletzt, was anfänglich harmlos aussah, dann aber eine längere Schonzeit forderte. Sie darf jetzt zwar noch immer kein Wasser an die Verletzung bringen, aber ansonsten geht es wieder gut, sagt sie.
Der Himmel ist wieder blau und der Wind ist auch erst mal weg. Da zieht es heute viele Boote aufs Meer.
Auch die kleine vollbeladene Sirocco macht sich auf dem Weg. Sie wollen heute über Nacht draußen bleiben. Also dann mal Tschüss, bis zum nächsten mal.

Die große Santa Maria im neuen Outfit, verfolgt das kleine Schiff bis zum Hafenausgang.

Unsere italienischen und slowenischen Nachbarn sind auch alle unterwegs.

Wir aber werden erst mal mit den Außenarbeiten, wie Persennig an Vorsegel hochziehen, beginnen. Jetzt möchte auch unser neuer Stegnachbar von Platz eins aufs Meer. Man oh man, hatte er doch erst vorgestern die Muring von den Slowenen in seinen Antrieb gebracht, so hat er auch heute bei Windstille, Schwierigkeiten beim Ablegen. Wenn er nicht aufpasst wickelt er seine eigene Muringleine um seinen Antrieb. Diese, das heißt beide Murings, hat er mit Fender und langen schwimmenden Leinen versehen. Das Boot treibt aber weg, in unsere Richtung. Da kriegt er gerade noch die Kurve und kann ohne Schaden zu verursachen weiterfahren.
Wir nutzen mal die Gelegenheit des fast leeren Steges und zeigen mal wie nahe Boot, Parkplatz und Restaurant beieinander liegen.

Wir räumen weiter auf. Dann blasen wir unseren neuen Kugelfender auf, der schon ein paar Jahre in der Backskiste liegt und binden ihn an´s Heck unseres Schiffes. Viele verschiedene Arbeiten füllen unseren Tag.
Gegen Abend kommt als erstes unser neuer Nachbar mit dem Motorboot zurück. Wieder ein Desaster, diesmal beim Anlegen.
Der arme Mann tut uns gänzlich leid, er müht sich so sehr ab, während die beiden älteren Jungs und die Frau, nicht wirklich Interesse am Bootfahren zu haben scheinen. Nett und freundlich sind sie aber alle.

Aufräumen ist bei uns jetzt abgehakt, wir gehen schwimmen in den Pool. Die wenigen Leute, die im Wasser sind, verschwinden auch noch, als wir kommen. Wir hoffen, dass sie nicht wegen uns geflüchtet sind, auf jeden Fall haben wir den großen Pool eine Zeitlang für uns alleine. Später kommen noch mal ein paar Kinder, aber erst, als wir zum Duschen gehen.

Am Abend platziert sich ein Rabenvogel direkt auf der Windfahne eines Nachbarseglers und lässt sich vom Wind hin und her drehen.

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Windiger Pool

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Mittwoch 10.07.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3182,5 0 sm
W 25,7° L 24.4° Betr. Std. 514,1 Steg

Marina Veruda Steg


Wieder mal viel Wind, darum verkriechen sich die meisten Bootfahrer den halben Tag erst mal an Bord ihrer Schiffe, genauso wie wir.
Dann möchte man aber doch mal raus ans Licht. Das Haare stylen kann man sich heute allerdings wieder schenken. Also schlendern wir ungekämmt los zum einkaufen. Ein Brot, ein bisschen Ziegenkäse und noch mal Zigaretten, das war´s dann schon.
Der Grga in der Marina hat seine Öffnungszeiten deutlich reduziert. Bereits um 16:00 Uhr machen die ihren Laden dicht. Da brauchen sie sich auch nicht zu wundern, wenn die Leute gleich woanders hingehen.
Ein Stockwerk tiefer im Marinabüro sollte die Mittagspause jetzt auch vorbei sein. Hier geben wir die unterschriebenen Unterlagen zurück, die uns die Marina nach Deutschland geschickt hat. Wenn wir mit den Datenschutzvereinbarungen einverstanden sind, erhalten wir regelmäßig eine E-Mail wie es unserem Boot geht, auch mit Fotos. Das neue, junge Mädchen im Büro war sehr nett. Unseren Mario, der ja in Rente ist, vermissen wir aber schon ein bisschen, mit ihm hielten wir oft einen kleinen Plausch.
Die alte verwahrloste Tankstelle neben dem Büro, wird wieder auf- und umgebaut. Die Arbeit ist auch schon weit fortgeschritten, so dass sie sicher bald in Betrieb geht.

Schön entwickelt hat sich inzwischen auch die kleine Oase.

Unterwegs reift in uns der Wunsch nach einer Pizza. Mittags sind im Volaria noch nicht viele Gäste, aber auffallende.
Eine junge, kleine, schlanke Frau erregt viel aufsehen mit ihrem hautengen, figurbetonten pinkfarbenen Minikleid. Mit ihrer übergroßen, viereckigen Brille die aussah wie die Frontscheibe eines Reisebusses und ihrer auf dem Stuhl zusammengesackten Haltung erschien sie aber eher wie eine Karikatur. Das Auffallen ist ihr aber gelungen.

Bei der Sirocco sind bereits die Gäste angekommen. Nun ist das kleine Boot ganz schön voll. Aber wie heißt es so schön: „Platz ist in der kleinsten Hütte“
Viel Platz haben wir heute im Pool. Bei dem kalten Wind, möchten nur ein paar Leute, meist Kinder in das lauwarme Nass. Wir, das heißt eher ich, gehören auch dazu. Nach ein paar Runden schwimmen geht’s dann doch lieber zum lauschigen Boot zurück
Abends essen wir dann unsere restliche Pizza, die wir uns einpacken haben lassen. Komisch, so ein Tag vergeht recht schnell, auch wenn man nicht viel macht. Aber schön ist es trotzdem.

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Der superschnelle Segelmacher

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Dienstag 09.07.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3182,5 0 sm
W 27,8° L 29° Betr. Std. 514,1 Steg
Marina Veruda Steg

Noch gestern Abend haben wir unsere ganzen Reißverschlüsse auch vom Bimini angesehen und da besteht schon Bedarf, den ein oder anderen auch noch nachnähen zu lassen. Zuerst aber müssen wir das Sprayhood abmontieren, das Mittelteil und das Bimini machen wir danach auch gleich mit ab. Das ist eine sehr anstrengende Aktion und dauert an.
Überpünktlich, kurz vor 8:00 Uhr ist der Segelmacher zur Stelle und wir sind mit dem Bimini noch nicht ganz fertig. Dann übergeben wir ihm die drei Teile, mit der Bitte um Durchsicht und Reparatur. Er nimmt die Teile und verspricht sie heute Abend wieder vorbeizubringen.
Nun haben wir Ruhe und Zeit für unser Frühstück.
Danach nutzt Wolfgang die Gelegenheit der abgebauten Verdeckteile, um drumherum mal wieder alles gründlich sauberzumachen und ich schreibe mal wieder.
Unser Boot sieht so oben ohne, jetzt etwas gewöhnungsbedürftig aus.

Aber es ist ja hoffentlich wirklich nur bis heute Abend. Ohne Verdeck ist es in der Sonne kaum auszuhalten und wir verbringen einen Teil der Zeit lieber unter Deck.

Der Himmel ist bereits wieder mit dicken Wolken verhangen und sieht gefährlich nach Regen und Gewitter aus. Deshalb möchten wir vorab noch die Gelegenheit nutzen und in den Pool zu gehen. Gerade als wir mit unseren Badesachen das Boot verlassen wollen, steht plötzlich der Segelmacher vor unserem Schiff und bringt die ausgebesserten Abdeckungen wieder vorbei. Er meint, wir sollten doch mal über ein neues Sprayhood nachdenken. Das Alte ist doch schon sehr verschlissen und er hat es nicht imprägniert, weil es die vorherige Reinigung möglicherweise nicht überstanden hätte.
Erst gestern haben wir uns größere Gedanken darum gemacht und müssen ihm leider recht geben. Doch nach der kleinen Reparatur, sollte es heuer und nächstes Jahr schon noch halten. Mal sehen. Wir bezahlen dem Segelmacher 80 € und er verlässt uns wieder.

So bald hätten wir nicht mit ihm gerechnet. Es ist gerade mal 13:00 Uhr.
Jetzt ist Baden natürlich erst mal gestrichen.
Wichtig ist jetzt erst alles wieder aufzubauen und die Spannungen an den Verdecken wieder richtig einzustellen. Was für eine schweißtreibende Angelegenheit.

Nach Fertigstellung unserer Arbeit, kommen wir das erste mal mit den neuen Eignern der Sirocco, ins Gespräch. Das heißt eigentlich nur mit René, denn seine Frau Eveline und sein vierzehn jähriger Sohn haben sich unter Deck verkrümelt. Da unsere Plauderei etwas länger gedauert hat, fällt das ursprünglich geplante Baden aus, denn der Himmel öffnet jetzt seine Pforten und bringt auch Gewitter mit.
Jetzt werden wir für unser sofortiges Verdeck aufbauen durch ein trockenes Cockpit belohnt und dem Segelmacher sei Dank für seine schnelle Arbeit.
Gegen Abend lässt das Gewitter und der Regen erst mal nach, aber dem Himmel nach zu urteilen, nicht für sehr lange.
Gegessen haben wir schon an Bord, aber für ein Eis laufen wir noch mal nach Pješčana Uvala. Unterwegs treffen wir die Crew der Sirocco, die bereits wieder auf dem Rückweg ist.
Heute probieren wir mal von der neuen Bar das Eis, dazu setzen wir uns ans Meer.
Ich finde es schmeckt sehr lecker, Wolfgang hingegen meint, es schmeckt ihm etwas zu wässrig. Kommt vielleicht auch auf die Sorte an.
Noch nicht lange sitzend, fängt es an so leicht zu tröpfeln. Also begeben wir uns mal lieber auf den Rückweg. Gerade am Boot angekommen, wird es schon wieder richtig nass von oben.
Im Cockpit spielen wir heute mal Rummikub und wieder mal verliere ich, wie meistens.
Als wir später in unsere Koje gehen ist noch alles windstill, aber es soll heute Nacht Bora mit Böen bist zu 55 Knoten geben.

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Die Luft ist raus

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Montag 08.07.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3182,5 0 sm
W 27,8° L 30° Betr. Std. 514,1 Steg
Marina Veruda Steg

 

Heute Morgen ruft Wolfgang als erstes den Segelmacher an. Denn an unseren Verdeckteilen, sind ein Reißverschluss und einige Nähte verschlissen, das sollte repariert werden, bevor da mal der Wind einen Angriffspunkt findet und alles aufreißt. Das hatten wir mal bei Sturm auf unserem kleinen Motorboot mitgemacht. Deshalb wollen wir, wenn es möglich ist, jetzt lieber gleich alles wieder in Ordnung gebracht haben.
In zwei Stunden will der Segelmacher bei uns am Boot vorbeikommen.
Wir sind derweilen unter Deck. Wolfgang schraubt den Deckel vom Wantenpütting an Steuerbord ab, denn da ist Wasser auf unser Maskottchen gelaufen. Plötzlich ertönt ein lautstarkes Pfeifen an Bord. Erst glauben wir, dass sich unser Gaswarner eingeschaltet hat. Der war es zum Glück aber nicht, doch wo kommt das pfeifen her. Vielleicht von einem anderen Boot. Wir eilen an Deck und finden auch gleich das Übel. Das Pfeifen kommt von unserem Vorschiff. Dort hat Wolfgang unser aufgeblasenes Paddelboard festgebunden, von ihm ist eine Naht aufgeplatzt, an der die Luft unter lautstarken Pfeifen entweicht.

So ein Mist. Das Board ist noch nicht alt und wurde wenig benutzt und strapaziert haben wir es auch nicht. Wolfgang schreibt gleich den Händler an, ob das Bord noch in der Gewährleistung ist, oder was wir jetzt tun können oder sollen. Kann er es professionell reparieren oder wird es mit unserem Reparaturset funktionieren?
Müssen wir es mit nach Hause nehmen und einschicken, oder geht es vor Ort beim Händler? Fragen über Fragen.
In drei Wochen kommen wir mit unseren Kindern. Da sollte es wieder in Ordnung sein. Dummerweise braucht das zusammengelegte Board auch sehr viel Platz im Kofferraum von unserem Auto, den wir aber für unser Gepäck benötigen würden.
Inzwischen kommt wie versprochen, pünktlich der Segelmacher. Wir erklären ihm unser Anliegen. Heute hat er keine Zeit mehr dafür. Außerdem ist es besser wenn es noch drauf bleibt, weil heute wieder mit Bora und Gewitter zu rechnen ist. Er will aber gleich morgen Früh zwischen 8:00 und 9:00 Uhr kommen und es abholen. Wir sollen es morgen Früh schon mal abmachen.
Nun überlegen wir, was wir als nächstes tun werden. Da noch einiges gekauft werden muss, machen wir uns gleich auf den Weg. Unser schöner Parkplatz findet auch gleich einen Abnehmer.
Zunächst fahren wir zur Ölmühle um Olivenöl zu kaufen. Am Anfang des Zufahrtsweges ist eine große Baustelle und das schöne neue Verkaufshäuschen das hier stand, wurde neben der Pressanlage aufgestellt.
Die nette Verkäuferin will uns diesmal unsere mitgebrachten, sauberen, dunklen Glasflaschen nicht abfüllen. Sie hätten im Moment keine großen Tanks mit Öl.
Es bleibt uns nichts anderes übrig, als die vorrätigen Plastikflaschen zu nehmen. Das hätten wir geklärt, doch welches Öl war es wieder?
Das mit der reinen Olivensorte „Buža“. Oder das mit gemischten Oliven. Wir dürfen verkosten. Nun haben wir die Qual der Wahl. Beide Sorten sind gut. Wir entscheiden uns für das etwas mildere Buža. Das kostet jetzt 120 Kuna. 20 Kuna mehr als im letzten Jahr.
Das sind umgerechnet 17 €, für den Liter Öl.
Danach geht es weiter nach Banjole zur Werft. Leider finden wir keinen mehr vor, auch Andraŝ nicht. Die waren heute wohl schneller fertig mit den Booten.
Auf einmal kommt der Vater von Andraŝ die Treppe des Lokals herunter. Ihm erklären wir kurz unser Anliegen und zeigen im ein Foto von dem tiefen Kratzer, der hier auf der Werft mit der Poliermaschine entstanden sein muss. Er kann natürlich leider nichts machen und sagt uns nur, dass Andraŝ heute wieder um 18:Uhr im Lokal, oder morgen Früh wieder in der Werft ist. Er wird ihm sicher vorab schon mal berichten.
In Banjole gehen wir noch in den Konzum um Zigaretten zu kaufen, leider bekommen wir nur eine Stange von der gewünschten Sorte.
Unterwegs halten wir am Straßenrand an einem Verkaufsstand an. Dort kaufen wir prächtige, riesige, sonnengereifte Tomaten und herrliche Zwetschgen. Wenn wir schon nach hause fahren würden, dann hätte ich noch bei den übergroßen, roten Zwiebeln zugeschlagen.
Nächster Stopp ist der Baumarkt in Pula. Hier besorgen wir uns Sikaflex und eine „Pistola“ dazu, um unser Boot vor dem Regen an dem Püttingbeschlag wieder dicht zu bringen.
Einen Verbindungsstecker für unsere Antenne haben sie hier aber leider nicht. In der selben Straße wie der Baumarkt ist aber ein großes Elektrogeschäft. Vielleicht haben wir da mehr Glück. Beim durchsuchen der vielen Verkaufsständer werden wir tatsächlich fündig, sogar mit genug Verlängerungskabel.
Jetzt dürften wir alles besorgt haben.
Wie ein Wunder ist in der überfüllten Marina direkt vor unserem Steg wieder ein Parkplatz für uns frei.
Noch immer ist es schwül und heiß. Es hilft aber nichts, wir müssen uns ran halten und unsere undichte Stelle in Ordnung bringen. Nachdem Wolfgang das Sikaflex aufgetragen hat, sollte es noch genug Zeit haben zum Trocknen.
Da wir schon triefen vor lauter Hitze, hilft jetzt nur noch eins, der Pool. Das Wasser dürfte sogar noch wärmer sein als gestern.
Von Südosten her verdunkelt sich wieder der Himmel. Nach und nach gehen die Badegäste, wir bleiben noch, aber immer wieder richtung Himmel schauend. Als es auch uns zu finster wird, machen wir uns auf den Weg zum Schiff.
Unerwartet verzogen sich die dunklen Wolken und die Sonne kam wieder hervor. Aber sehr lange hat es nicht gedauert und die Wolken waren wieder da, diesmal aber gleich mit einem heftigen Gewitter. Zum Glück hat der Segelmacher unser Verdeck heute noch hier gelassen.
Während des Gewitters bereite ich das Abendessen und Wolfgang kann dank des neuen Verbindungssteckers die Antenne wieder anbringen.
Den restlichen Tag lassen wir wieder gemütlich im Cockpit ausklingen.

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Perfektes Timing

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Sonntag 07.07.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3182,5 10,5 sm
W 27,8° L 30° Betr. Std. 514,1 Steg
Marina Veruda Steg

Heute schläft der Käpten mal wieder recht lange, ich hingegen sitze schon um 7:00 Uhr im Cockpit und genieße den ruhigen Morgen, schreibe an unserem Logbuch und bereite das Frühstück.
Es ist bereits am Morgen so schwül, dass man ins Wasser hüpfen und es gar nicht mehr verlassen möchte, ansonsten war am Ankerplatz alles gut. Wir standen jetzt wie vom Wetterbericht vorausgesagt mit unseren Booten in NW Richtung.
Von einem Boot weiter hinten in der Bucht trieb ein aufgeblasener Hai vom Wind beflügelt, an uns vorbei. Sein Jäger auf einem Paddelboard blieb ihm auf den Fersen und hatte ganz schön zu tun um das Tier wieder einzufangen und zurück zu bringen.

Der Wetterbericht verspricht für morgen Bora und mal wieder örtliche Gewitter. Dafür ist diese Bucht gänzlich ungeeignet.
Viele der Schiffe sind schon weitergefahren, nur Tagesgäste kommen wieder in Schaaren angefahren.
Darunter ein deutscher, mit seinem kleinen Motorboot, der meint, er müsse kurz vor unserem Schiff seinen Anker werfen und sich direkt vor unserem Bug auspendeln lassen. Genau wie gestern, wäre in angemessenen Abstand noch genügend Platz.

Wir nehmen jetzt noch ein Bad und klaren dann unser Schiff für die Weiterfahrt auf. Gegen 12:30 Uhr wollen wir Portić verlassen. Wie erwartet kommen wir beim Ankerheben, dem deutschen Motorboot immer näher und haben fast Kontakt. Die Teenagerin sieht es und ruft: “Papa, Papa“, der kommt auch gleich angelaufen. Mit Rückwärtsfahren und Bugstrahlruder klären wir die Situation. Außerhalb der Bucht erwartet uns kräftiger Wind und jede menge Welle. Wir stampfen mit unserer Samoa kräftig in die Wellen und machen dabei Fahrt bis zu 8 Knoten. Mit Am-Wind-Kurs brettern wir bis zu unserem Leuchtturm Porer, fallen dann etwas ab und können direkt bis zu unserer Hafeneinfahrt fahren. Am Steg erwartet uns schon ein Marinieri der uns beim Anlegen helfen will.
Die Gegensätze von Meer und Hafen können nicht unterschiedlicher sein. War auf dem Meer doch viel Wind und Welle, ist es hier am Steg windstill und das Wasser dadurch auch spiegelglatt. Nach nur zwei Stunden Fahrt in diesem auf und ab der Wellen, sind wir jetzt etwas müde. Deshalb haben wir keine Lust auf irgendwelche Aktivitäten, sondern schnappen uns nur unsere Badesachen und schlendern zum Pool. Das Wasser dort ist auch pitsch-warm, aber trotzdem erholsam. Danach gönnen wir unserem Boot eine kleine Dusche mit Süßwasser aus dem Schlauch.
Gegen Abend gehen dann auch wir duschen und machen uns landfein, wir wollen aber nur ins Volaria. Wegen der außerordentlichen Schwüle werden wir keinen Meter mehr laufen als wir müssen. Dort bestellt sich Wolfgang ein istrisches Schnitzel und ich einen Grillteller. Schnell haben wir erkannt dass das Essen schon lange nicht mehr so hervorragend geschmeckt hat.
Ich frage die Bedienung, ob sie wohl einen neuen Koch haben. Sie antwortet.: „Ja, das Lokal ist alles neu, Besitzer, Chef und Leute. Aber schon seit Mai.“
Vom Volaria aus sehen wir, dass der Himmel immer dunkler wird und schon einige Blitze am Horizont erscheinen. Wir bezahlen dann mal.
Unsere paar Meter zum Schiff haben wir schnell zurückgelegt und dort fangen wir gleich an unser Verdeck anzubringen. Mittlerweile sind wir von Blitzen eingekreist und plötzlich fangen vom Norden her, die Leinen an den Schiffen nach der Reihe an, gegen die Masten zu klappern. Als das Klappern bei uns angekommen ist, bricht so richtig das Gewitter aus und es gießt in Strömen.
Geschützt sitzen wir auf unserem schaukelnden Boot und schauen dem Gewitter vom Cockpit aus zu. Als es um 23:30 Uhr etwas ruhiger wird, verkriechen wir uns in unsere Koje.

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Aufregung in der Bucht

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Samstag 06.07.2019

44° 46,64 N 013° 55,06 E Log 3171,9  18,9 sm  Ankern 8 m
W 27° L 29° Betr. Std. 513,3
Festland Bucht Portić

 

Der NO Wind lässt noch etwas auf sich warten, darum haben wir es mit der Weiterfahrt nicht ganz so eilig. So nach und nach räumen die Boote von vorne her das Ankerfeld.
Nach einem gemütlichen Frühstück und anschließendem Baden, ist unsere Zeit für die Weiterfahrt auch gekommen.
Wir verabschieden uns noch vom Dickschiff nebenan, bevor wir Richtung Kvarner fahren. Noch immer ist es ziemlich Windstill und wir müssen erst mal motoren.


Kurz vor dem kleinen Leuchtturm Galijola, da sind wir schon etwa zwei Stunden unterwegs, setzen wir seit einer Woche das erste mal die Segel. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 4 Knoten Fahrt und wenig Welle, haben wir eine schöne Fahrt über den Kvarner. Unterwegs begegnen wir einem Trimaran

zwei großen Containerschiffen, die aber außerhalb unserer Reichweite waren und einem Delfinpärchen, die auch weiter entfernt an unserem Schiff vorbei kreuzen. Jede Menge Segler sind auch unterwegs, von denen jetzt auch einige die Segel gesetzt haben, was ja in der letzten Woche mangels Wind, kaum möglich war. Nach viereinhalb Stunden erreichen wir die volle Badebucht Portić.
Wir ergattern wie wir glauben noch einen guten Ankerplatz. Doch hier ändert sich ständig die Situation. Es ist ein ständiges kommen und gehen in der Bucht.
Am späten Nachmittag fährt ein Segler mit deutscher Crew in die Bucht und ankert an unserer Backbordseite, obwohl in der momentanen Lage noch genügen Platz in angemessener Entfernung gewesen wäre.
Wir sind gerade am Essen und uns gefällt die Lage nicht besonders. Wenn Wind kommt und wir alle anfangen uns zu drehen, wird es nicht lange dauern und wir werden aneinander geraten.
Die Crew bemerkt unser ständiges beobachten ihres Schiffes und unser Gerede. Jetzt geht der eine Mann der aussieht und spricht wie Heinz Erhard, vor an den Bug und starrt bei seinem Anker längere Zeit ins Wasser. Was er da zu sehen glaubt, können wir nicht erahnen. Dann besprechen die beiden männlichen Cremitglieder etwas und kommen Beide auf ihr Vorschiff. Jetzt spricht Wolfgang sie an und ist dabei außerordentlich freundlich und gibt ihnen zu verstehen, dass sie doch deutlich zu nahe an unserem Schiff sind und wir Probleme bekommen werden. Er gibt ihnen sogar einen Rat, wie sie ihren Anker erneut gefahrlos setzen können. Erneut stiert, ich sage jetzt mal Heinz, am Bug zu seinem Anker ins Wasser. Ob er ihm zuflüstert, dass sie hier wegfahren sollen?
Auf jeden Fall holen sie ihren Anker hoch, fahren erst mal in die Richtung die Wolfgang ihnen vorgeschlagen hat, ändern aber kurz vor dem Ankermanöver noch mal den Kurs, um dann doch wieder zu nahe an ein anderes Schiff zu geraten. Der nächste Segler ruft zu ihnen rüber. „Ihr kommt zu nahe an unser Schiff“. Dann korrigieren sie erneut, aber sie fahren viel zu schnell und reißen ihren Anker beim Rückwärtsfahren gleich wieder raus. Diese Mannschaft hat offensichtlich noch wenig Erfahrung, doch dann würde ich noch mehr Abstand zu anderen Schiffen wahren. Sie tun es nicht, denn jetzt gibt es erst mal professionellen Unterricht im Dinghifahren für die beiden Jungs, wobei der eine gleich zu seinem Vater sagt.: „Ich kann das schon“.
Nun gut, jetzt sind sie erst mal aus unserer Reichweite und wir beobachten das bunte Treiben rund um uns herum.


Aus der Entfernung kommt ein leuchtend rotes Gefährt auf uns zu. Macht Geräusche wie ein Jetski, sieht aber aus wie ein Quad mit hochgeklappten Rädern. Dieses schwimmende Etwas ist ein Quadski, wir haben bisher noch keines gesehen. Die beiden Fahrer machen eine Runde in der Bucht und führen so ihr Fahrzeug gleich mal bei der Allgemeinheit vor.

Nun gehen so langsam die Badegäste an Land und die mit kleinen Booten nach Hause und zurückbleiben die Nachtlieger.
Es ist Windstill, aber hinter den Hügeln beginnt es kräftig zu Blitzen. Langsam kommt Wind auf. Das Ankerfeld gerät in Bewegung. Mittlerweile ist es dunkel und der Wind kommt wegen des Gewitters aus einer ganz anderen Richtung. Das Gewitter blieb außerhalb unserer Reichweite, aber der Wind kam näher. Unsere deutschen Nachbarn machen sich wieder bemerkbar. Der Motor vom Schiff läuft und Heinz mit einer Stirnlampe ausgestattet hat den Anker wieder mal herausgeholt. Jetzt kämpfen sie mit den Wellen und rammen rückwärtsfahrend fast unser Boot. Rechtzeitig bemerkt aber Heinz, dass sein Skipper wieder mal deutlich zu schnell fährt. Anschließend rammen sie fast das hinter ihnen ankernde Boot. Ein Geschrei und hantieren. Es dauert eine ganze Weile bis Heinz und seine Mannschaft wieder am Anker hängen. Heinz blickt erneut lange Zeit in die Dunkelheit aufs Wasser zu seinem Anker.
Weiter hinten im Ankerfeld, verlässt noch schnell ein kleines Boot eines Einheimischen die Bucht. Diese wohnen möglicherweise in der Nähe und wollen dann doch lieber zu hause sein.
Ein anderer Segler verlässt auch seinen Platz und ankert erneut weiter vorne. Zum Schluss kommt noch ein Motorboot zu uns in die Bucht und braucht lange Zeit, bis er auch endlich einen passenden Platz gefunden hat.
Bei uns ist jetzt alles gut. Der Anker hält und wir haben um uns herum genügend Platz. Bis um halb Zwei in der Nacht, beobachten wir noch unser Umfeld, bevor auch wir ins Bett gehen. Das Barometer ist deutlich gesunken, der Wind hat wieder etwas abgenommen und ist jetzt gleichbleibend.

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Lauter große Brummer

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Freitag 05.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E Log 3153,1 0 sm Ankern 9,5 m Sand
W 25,7° L 29° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Vor sieben Uhr sind unsere Musikanten schon weg. Wie schön. Ich nehme jetzt in aller Ruhe ein schönes gepflegtes Bad. Plötzlich entdecke ich um die Ecke kommend ein Schlauchboot mit stehenden Fahrer in die Bucht herein fahren. Schnell klettere ich die Badeleiter hoch und ziehe mich an, denn das ist bestimmt der Bäcker. Sieht nicht so aus als ob er schon in den anderen Buchten war. Nach und nach fährt er die Boote ab und bietet seine Waren an. Als er sich unserem Schiff nähert, kann ich das Brot schon sehen, welches schon bald in unser Eigentum übergehen wird. Am besten ich kaufe gleich zwei davon, dann gibt es heute Abend Weißwürste aus dem Glas mit frischem Weißbrot.

Es dauert nicht lange und die meisten Boote verlassen die Bucht.
Heute ist mal wieder so ein malerischer Tag. Nicht zu heiß, nur ein laues Lüftchen und nur ganz leichte Wellen. Ein perfekter Tag zum Schnorcheln. Der Wind hat auch schon nach Westen gedreht, was für mich einen kurzen Weg zum Ufer bedeutet. Also ab ins Wasser. Wolfgang vergnügt sich wieder mit putzen, wäre auch zu hause mal schön.
Das Wasser ist ein Traum. Diesmal scheine ich für die Fische ein interessantes Objekt zu sein, denn egal in welche Richtung ich mich auch bewege, immer kommen sie auf mich zu geschwommen und gucken mich an. Auch die in Grundnähe lebenden, bewegen sich erst von mir weg wenn ich sie fast berühren könnte. Welch ein Schauspiel, herrlich.

Bei meinen Fundstücken befindet sich ein weißes ziemlich glattes, hohles, zerbrechliches Objekt. Ob das ein Skelett von einem nicht so häufig vorkommenden Seeigel ist? Da muss ich später mal googln.

Verschiedene Arten von Anemonen, oder auch die Steckmuscheln sind ohne hässlichen Bewuchs und strahlen im Sonnenlicht. Das erste mal entdeckt habe ich, seit ich in Kroatien schnorchel und das sind schon 16 Jahre, ein Lebewesen, das aussieht wie ein gut durchgekochtes, gewelltes, elfenbeinfarbenes, leicht zusammen gedrücktes Knäuel aus Bandnudeln.
Auch dieses erscheint mir im besten Zustand zu sein. Überhaupt scheint die Welt hier noch in Ordnung zu sein, das glaubte ich zumindest bis ich meinen Rückweg antrat. Ich wollte meinen Augen nicht trauen, liegt doch vermutlich schon längere Zeit eine größere Autobatterie auf dem Meeresgrund. Unglaublich, wer macht denn so etwas?

Am frühen Nachmittag treffen so langsam nach und nach wieder Schiffe hier ein. Von weiten erkenne ich schon eine stattliche Yacht als Pershing.

Sie fährt in die letzte Ecke der Bucht, ankert, fährt rückwärts und möchte auch noch an Land festmachen. An sich kein Problem. Nur dass sie die bereits schon länger vor ihnen hier angekommene kroatische Segelyacht lautstark von ihrem Ankerplatz vertreibt, ist schon ein starkes Stück.

Wolfgang entschließt sich jetzt doch noch das Paddelboard aufzupumpen. Wollen wir doch mal schauen wie lange er nach der Winterpause braucht, um wieder auf dem Board stehen zu können. Überraschender Weise klappt es auf Anhieb, zwar ein klein wenig wackelig, aber er bleibt auf dem Board stehen.

Was soll ich sagen, irgendwie fühlen sich die großen Motoryachten von den kleinen Seglern angezogen. Jetzt hat soeben so ein großes Teil, eine Elegance direkt neben uns geankert und zwar so nahe, dass ich noch nicht gewagt habe es zu fotografieren. Nach dem bisschen Kette die sie gesteckt haben hoffen wir ja, dass sie nur zum Baden gekommen sind. Der Käpten hat sich gleich bei Wolfgang für die Nähe entschuldigt.

Ansonsten gab es keine weiteren besonderen Vorkommnisse, wie vorgehabt, gab es zum Abendessen unsere Weißwürste, frisches Brot und süßen Senf.

Unser big Nachbar bleibt auf seinem jetzigen Ankerplatz, schön in unserer Nähe.

Wir haben schon überlegt, ob wir sie zum Weißwurstessen einladen sollten, dann hätten sie wenigstens etwas Unterhaltung. Denn der ältere Skipper und seine deutlich jüngere Bootsmitfahrerin hatten sichtlich nicht viel gemeinsamen Gesprächsstoff und das Essen schmeckte ihnen getrennt zu unterschiedlichen Zeiten anscheinend auch besser. Schade dass man so eine schöne Bucht bei herrlichen Wetter nicht gemeinsam genießen kann.

Durch das warme Wasser und die am Abend abkühlenden Temperaturen steigt die Luftfeuchtigkeit deutlich an und an Deck wird in der Nacht alles Nass.

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Ruhe nach dem Sturm

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Donnerstag 04.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E Log 3153,1 0 sm Ankern 9,5 m Sand
W 25,7° L 30° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Heute Morgen ist es noch recht still auf dem Bojenfeld, den meisten Bootsfahrern hat heute Nacht die Bora einen Teil ihres Schlafes geraubt, der jetzt nachgeholt wird.
Der Himmel ist zugezogen und der Wind hat im Moment deutlich nachgelassen.
Vereinzelt verlassen am Vormittag ein paar Schiffe die Bucht.
Hier ein paar Kleine.

Dem Frieden ist noch nicht so recht zu trauen, denn es sind noch örtlich Gewitter gemeldet und mehr Wind soll es auch wieder geben. Gegen Mittag verlässt ein kleiner Trimaran mit vier Erwachsenen die Bucht, das war sicher sehr ungemütlich heute Nacht in ihrer winzigen Schlupfkabine.

Noch übler mag es den beiden Erwachsenen und den beiden Kindern im Schlauchboot ergangen sein. Ich möchte gar nicht daran denken, wie man sich auf so einem offenen Boot bei dem Sturm fühlt, denn hier gibt es nichts wo man reinkriechen könnte.

Putzig anzusehen waren die Kinder in dem kroatischen Segelboot neben uns. Die vier Erwachsenen ließen sie so einiges machen, wobei der Große von den Jungs eher wehleidig ist und sich überall zurückzuhalten schien. Einer der Kleinen, etwa drei oder vier Jahre alt turnt ohne Angst und Schrecken auf dem Boot herum. Der andere Kleine ist immer in seiner Nähe. Beim Boot aufklaren zur weiterfahrt, zieht der Winzling die großen Fender alleine mit einem Ruck über den Seezaun. Den Anker holt er auch recht sorgfältig und langsam alleine nach oben, nur beim letzten Stück hilft dann ein erwachsenes Crewmitglied. Der Kleine war so süß anzusehen mit seinem Rettungskragen und Schrittgurt wie er auf dem Schiff alles unter Kontrolle hatte. Aus dem Jungen wird bestimmt mal ein guter Bootsfahrer und Segler.
Es ist der kleine Junge mit dem grünen T-Shirt.

Die Wolken verziehen sich so ganz langsam, nur der abgeschwächte Wind bleibt und wird uns noch den ganzen Tag bis zum Abend begleiten.
Wolfgang, darf sich wie die Tage zuvor mal wieder um etwas geschäftliches kümmern und später kümmert er sich um unsere schmutzigen Acrylfenster mit verschiedenen Putzmitteln, doch der Erfolg hält sich in Grenzen.

In der Zwischenzeit kommt ein österreichischer Segler in die Bucht und ankert hinter uns mit Ankerboje. Oh je Blinki ist wieder da. Nach genaueren hinsehen, ist das Schiff doch ein klein wenig anders, als das von Blinki und vor allem auch die Crew, die würde ich sofort wiedererkennen. Möglicherweise gab es die blinkenden Ankerbälle in Österreich mal im Angebot.

Es dauert nicht lange und eine vier Mann starke Crew ankert mit ihrem Schiff sehr nahe vor unserem. Ausgerüstet mit drei oder vier Angeln die auch gleich in Betrieb genommen werden. Kaum hängt das Schiff fest, schlüpfen die beiden Herren in ihren tarnfarbenen Neoprenanzug und hüpfen ins Wasser zum Tauchen. Nach einer Weile kommen sie zurück und einer verarbeitet etwas am Heck des Schiffes. Danach gibt es lautstarke Musik für die gesamte Bucht und das noch für den restlichen Tag und damit der Strom dazu auch reicht, läuft gleich noch der Motor eine lange Zeit mit. Genau so stellt man sich Erholung in einer Bucht vor.

Abends ist es windstill und es kühlt deutlich ab. Wie schön, wir können mal wieder so richtig durchatmen.

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Blinki fährt weiter

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Mittwoch 03.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E  Log 3153,1  0 sm  Ankern 9,5 m  Sand
W 25,7° L 29° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Heute früh als wir noch im Bett sind, nähert sich vorsichtig am Bug von Samoa, ein Schiff.

Es sind die Österreicher, sie holen ihren Anker ein und retten Blinki. Etwas weiter in der Mitte der Bucht, werfen sie den Anker erneut, aber diesmal ohne Blinki.
Wolfgang geht noch vor dem Frühstück schwimmen. Nun fährt auch das Schiff von den Österreichern mit Blinki aus der Bucht, sie werden wir wohl nicht mehr wiedersehen.
Wir wollen noch einen Tag in der Bucht bleiben.
Um halb zehn kommt ein Mann mit einem Schlauchboot in die Bucht und möchte Waren verkaufen. Viel verkauft er nicht, denn er hat nur noch Käse und Apfelstrudel, nicht einmal mehr Brot. Wir kaufen ihm zwei Stück Apfelstrudel ab.
Tagsüber haben wir noch leichten Wind und es ist wieder sehr heiß. Das ein oder andere Schiff verlässt die Bucht, dafür kommen wieder andere, wie es halt immer so ist.
Wolfgang kontrolliert unsere Solaranlage, denn irgendwo scheint Leistung zu fehlen. An einem Modul war der Anschluss oxidiert. Er hat mit Löten alles wieder in Ordnung gebracht.
Am späten Nachmittag fährt eine Charteryacht etwas zu schnell in die Bucht und einer von der österreichischen Crew will gleichzeitig den Anker ins Wasser lassen. Dieser knallt ordentlich gegen den Bug. Da das aber offensichtlich niemanden stört, wiederholen die ausgeschlafenen Kerlchen diesen Vorgang mehrfach. Danach nehmen alle ein Bad.
Kurze Zeit später wollen sie wieder weiterfahren. Das Anker einholen klappt auch nicht auf Anhieb. Erst nach einem kräftigen Schluck aus der Bierdose, konnte der Anker in die vorgesehene Position gebracht werden, natürlich nicht ohne vorher lautstark an den Rumpf zu donnern.
Jetzt am Abend ziehen leichte Wolken auf und hinter der westlichen Seite der Bucht erscheint in regelmäßigen Abständen ein Wetterleuchten. Der Wind macht sich auch wieder bemerkbar, hält sich aber noch in Grenzen. Noch rechtzeitig kommt in der Dunkelheit ein winziges Segelboot in unsere Bucht und kann noch einen sicheren Ankerplatz finden.

Wir gehen schon mal in unsere Koje um etwas zu schlafen, denn heute Nacht könnte es ungemütlich werden.

Nachts um halb zwei beginnt die Bora mit Karacho in unsere Bucht zu blasen. Blitzartig ist leben auf allen Booten. Jeder schaut nach dem Rechten. Unser Adrenalinspiegel ist jetzt deutlich erhöht. Hoffentlich hält unser Anker und auch der von den anderen Booten. Insgesamt scheinen die Abstände gut zu passen. Die Bora erreicht Böen über 30 Knoten Wind. Es fängt an zu tröpfeln, schnell befestigen wir unsere Seitenteile am Bimini. Müde und in ständiger Lauerstellung sitzen wir nun in unserem Cockpit. Nach einer Stunde hat die Bora soweit nachgelassen, dass wir uns wieder in unser Bett legen können.

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Ohne Wind mit viel Sonne über den Kvarner

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Dienstag 02.07.2019
44° 39,77 N 014° 15,89 E  Log 3153,1  27,3 sm Ankern 9,5 m  Sand
W 25,7° L 31° Betr. Std. 511,4
Insel Unije Bucht Vognišća

Pünktlich um 8:00 Uhr geht es wieder mit dem Slipwagen zurück ins Wasser und wir machen uns gleich weiter auf den Weg über den Kvarner. Leider müssen wir die gesamte Strecke motoren, denn es weht nur ein winziges Lüftchen, das zum Segeln leider nicht ausreicht. Dazu brennt die Sonne vom Himmel. Den vielen Bootsfahrern die unseren Weg kreuzen, wird es sicherlich genauso ergehen.

Nach viereinhalb Stunden ankern wir in Unije, in der Bucht Vognišća. Sie ist die einzige der drei Buchten, wo noch keine gebührenpflichtigen Bojen verankert sind.
Unser Anker hat sich auf einem guten Platz in 9,5 Metern schön im Sand eingegraben.

Jetzt freue ich mich auf eine schöne Schnorcheltour. In der NO Seite der Bucht ist eine sandige Ausbuchtung, dort ist es besonders schön. Umgeben von Fischen, finde ich im glasklaren Wasser eine besonders schöne lila bis rosa farbene Muschel, die noch lebte. Ich sah sie an und erfreute mich an ihr und legte sie vorsichtig zurück an ihren Platz.
Wolfgang hat inzwischen seine Ersatzteile aufgeräumt und ein bisschen am Boot geputzt. Bei einem Badeaufenthalt mussten wir feststellen, dass in der Werft, unser Boot auf der Backbordseite wahrscheinlich mit der Poliermaschine beschädigt worden ist.
Nahe unseres Ankerplatzes hat inzwischen ein österreichischer Segler seinen Anker platziert und ihn mit einem blinkenden Ankerball markiert. Etwas zu nahe an unserem Boot, wie wir meinen.
Noch ist alles spiegelglatt und windstill, es soll aber heute Nacht Bora geben. Einige Segler gesellen sich noch in guten Abstand zu anderen Booten in die Bucht.

Die Ziegenherde die immer abends am Ufer ihren Rundgang macht, ist heute ganz schön klein.

Gegen Abend kommen die Schiffe so langsam in Bewegung und um 22:00 Uhr macht sich die Bora bemerkbar. Nun fängt auch Blinki, der Ankerball an, ständig am Heck unseres Bootes herumzutanzen. In der Dunkelheit jetzt gut zu erkennen, ist Blinki mal auf der Backbordseite und gleich danach wieder auf der Steuerbordseite, mal hinten am Heck oder vorne am Bug zu finden.
Sorge um Blinki machen sich jetzt die Eigentümer. Sie suchen ihn ständig mit ihrer Taschenlampe, denn er könnte unter unser Schiff kommen und sich verhaken, dabei könnte ihr Anker herausgezogen werden. Wir sehen die Sache mit Blinki eher gelassen.

Nach zwei Stunden lässt die Bora, die zum Glück nicht sehr stark war, wieder etwas nach. Wir gehen jetzt in unsere Koje und überlassen Blinki seinem Schicksal. Mittlerweile ist es bereits Mitternacht durch und wir sind müde.

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