Duschen im Kühlschrank

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Freitag 24.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 12° L 10° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Es ist schon der zweite Tag an dem wir vor dem Frühstück -1° Außentemperatur haben und der gefrorene Steg in der Sonne glitzert. Als Kind dachte ich immer, dass es im Süden um diese Jahreszeit schön warm ist. Wir werden aber immer wieder von der Realität eingeholt. Wobei es morgens schon etwas magisches hat, wenn das Meer noch im Schatten liegt und das Wasser dampft, dazu diese wunderbare Stille. Jeden Morgen stehe ich am Steg und genieße dieses Wunder.

Heute ist Duschtag, den haben wir schon etwas hinausgeschoben. Im Waschraum bei 3° erlaube ich mir beim Duschen das warme Wasser laufen zu lassen, was ich zu hause beim Einseifen immer abstelle. Auch hier ist alles nebelig vom Wasserdampf und die Fliesen sind A…kalt. In der Kabine ist kein trockener Fleck auf dem Fußboden und das Wasser läuft auch nur wenig in die Rinne, sondern vorne unter der Tür hinaus. Ich lege mein Badetuch auf den Boden damit ich mich trockenen Fußes wenigstens anziehen kann. Beim Haare föhnen stehe ich auf dem nassen Boden von meinem herausgelaufenen Duschwasser und friere. Alle Oberlichtfenster sind wie immer das ganze Jahr gekippt. In unserem Kühlschrank zu hause ist es wärmer. Später beim Handtuch aufhängen in der Sonne am Seezaun, fühlen sich die 3,7° an wie lauschige 20°.

Wolfgang klebt noch mal die schon wieder abgerissene Verriegelung vom Fenster in der Gästekabine. In der Mittagszeit geht auch Wolfgang duschen, er sagt: “Das fühlt sich wärmer an“. Irgendwie hat er ja recht, denn die Temperatur ist schließlich auf 10° angestiegen.
Nachdem wir allerlei Krimskrams gemacht haben, wollen wir doch noch etwas spazieren gehen. Natürlich vor zur Hafenausfahrt, wie soll es sonst sein.
Eine kleine Eidechse nutzt die warmen Sonnenstrahlen und sogar der Frühling ist schon in Sicht.

Gemütlich setzen wir uns auf eine Bank und genießen das herrliche Wetter. Von den Angestellten der Marina ist fast keiner mehr da.

Die einzigen Leute die uns über den Weg laufen sind einheimische Spaziergänger. Nur an der „Nordland“ wird noch gearbeitet. Hier wird schon die ganze Woche geschliffen und lackiert. Heute haben wir gesehen, dass wohl die Inneneinrichtung neu aufpoliert werden soll. An der „Nordland“ wird das ganze Jahr über immer irgend etwas gearbeitet. Ich glaube auf diese Angestellten ist verlass.

So nun machen wir noch die üblichen Aufräumarbeiten und dann ist Schluss für heute. Wir müssen uns jetzt seelisch auf die Heimfahrt morgen vorbereiten.

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100 Meter Leine

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Donnerstag 23.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 12 ° L 10° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Als erstes macht sich Wolfgang heute über das Solarmodul. Vorsichtig wird das flache Kabel ins innere des Schiffes gezogen und getestet, ob es überhaupt funktioniert. Es geht, das ist ja schon mal gut. Danach wird das Modul gleich aufgeklebt, diesmal mit weißem Sikaflex.

Zum Belasten des Moduls zwecks besserer Klebekraft stellt Wolfgang Wasser und Saftflaschen drauf, weil wir gerade nichts besseres zur Hand haben.

Jetzt kann es in der Sonne aushärten. In der Zwischenzeit räumen wir unsere Koje frei. Die von Arthur übernommene, gestückelte schwarze Unterlage, die zur Belüftung der Matratzen dient, wollen wir durch eine neue, weiße einteilige Unterlage ersetzen, weil die alte auch schon etwas bröselte. Die neue Matratzenunterlage haben wir an den Seiten hochgehen lassen, wie es zur besseren Durchlüftung auch gedacht ist.
Da es heute wieder ein herrlicher Tag ist, die Bordfrau aber bei dem niedrigen Wasserstand nicht über die steile Gangway kraxeln möchte, machen wir es uns im Cockpit gemütlich und genießen die Brotzeit im Freien.
Gegen Abend werden dann die Flaschen von unserem Modul wieder abgeräumt und das Ergebnis besichtigt. Es macht sich sehr gut vorne am Bug.

Später beschäftigen wir uns mit unserer 100 Meter Rolle Leine und teilen sie auf.

Es sollen zwei Festmacher Leinen von 18 Metern und eine 60 Meter Landleine entstehen. In jede Leine spleiße ich gleich ein Auge und bringe am Ende der Leinen noch überall einen Takling an. Eigentlich ist es ja eine Gemeinschaftsarbeit, ich arbeite und Wolfgang überwacht. Das Zurückmelken müssen wir aber zusammen erledigen und hoffentlich reißen wir beim Niedergang nicht den Haltegriff ab, an dem wir die Leinen mit dem Schmetterlingsknoten befestigen um mit viel Kraft ziehen zu können.

Jetzt muss ich uns schon mal loben, ein Fachmann hätte die Leinen auch nicht viel besser hinbekommen.

Spaß gemacht hat es obendrein und die Zeit ist auch vergangen. Es ist schon nach Mitternacht.

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Total bekloppt

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Mittwoch 22.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W ° L 8° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Als ich zu meinen morgendlichen Waschgang spazierte, bemerkte ich dass die Scheiben von unserem Auto zugefroren waren. Wie kalt es war wissen wir allerdings heute nicht, weil unsere neu eingelegten Batterien im Außentemperaturfühler, die Wolfgang erst am Sonntag ersetzt hat schon wieder leer waren. Sie waren wohl schon etwas älter.
Gegen Mittag begibt sich Wolfgang ausgerüstet mit Putzmittel, Lappen, Bürsten und Verdünnung an Deck. Er hat den Sikaflex-Resten den Kampf angesagt. Es müssen ja nur die Seitenstreifen wieder weis und sauber werden, denn auf den anderen Teil soll ja das neue Modul kommen. Es ist sehr frisch draußen, aber die Sonne lacht auch heute wieder.
Ich verzichte erst mal auf den Sonnenschein und backe ein Brot. In den Wartezeiten möchte ich meine Schubfächer auswischen. Da entdecke ich, dass die Antirutschmatten bröseln und sich so langsam auflösen. In einer Bank von unserer Sitzgruppe müsste ich noch einen Rest von einer besseren Matte haben. Das sollte für meine sieben Fächer reichen.
Als das Brot fertig ist, hole ich Wolfgang unter Deck zum späten Mittagessen und um sich aufzuwärmen. Er berichtet, dass es sehr mühselig und aufwendig ist die beiden kleinen Streifen sauber zu bekommen.
Tapfer geht er nach dem Essen wieder nach oben und macht weiter. Gegen Abend ist er soweit fertig.

Jetzt kann er seine Löcher für das neue Modul bohren. An Deck ist der Bohrstaub schnell zusammengekehrt. Aber wie sieht es unter dem Loch, hinter der Deckenverkleidung aus?
Wolfgang weiß Rat. In unserer Koje wo das Modul hinter einer unserer Deckenlampen angeschlossen werden soll, führt er ein Videoendoskop ein und sucht nach Bohrstaub. Er findet das Häufchen.

Nur wie bekommt man es weg? Der Staubsaugerschlauch ist ja zu dick. Wir überlegen. Der Schlauch von der Luftpumpe ist nach Besichtigung nicht flexibel genug. Da kommt Wolfgang unser gelber Wasserschlauch zwischen die Finger. Der ist genau richtig. Nun schneidet er ein Stückchen davon ab und testet die Flexibilität im Lampenloch. Er meint das könnte klappen. Noch den Staubsauger unter unserer Koje holen und lost geht’s. Mit dem Videoendoskop wird der Wasserschlauch zu dem Häufchen gelotst.

Dann den Staubsauger noch hinhalten und Stückchen für Stückchen das Häufchen einsaugen. Natürlich wir alles in Bild und Video festgehalten. Man könnte meinen es wird eine Operation durchgeführt. Wenn das jemand sieht denkt er mit recht, die sind total bekloppt. Kein Mensch säubert sein Schiff zwischen den Deckenverkleidungen, außer uns.
So jetzt ist der Dreck weg, dann kann es ja das selbstgebackene Brot geben. Ist es doch jedes mal eine neue Herausforderung, wie es wird. Wir sind immer noch am Experimentieren. Heute sind wir sehr zufrieden. Außen ist es schön knusprig und innen ist es schön weich. Unser Sonnenblumenbrot ist dieses mal am besten gelungen und schmecken tut es auch.

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Sisyphus-Arbeit

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Dienstag 21.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W ° L 10° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute nehme ich mir mal die Schaps vor, in denen wir unseren Proviant gebunkert haben, um zu sehen, ob der Bestand noch mit meinem Proviantbuch übereinstimmt. Dabei nehme auch gleich ältere Kandidaten heraus, damit alles wieder auf dem neuesten Stand ist.
Wolfgang widmet sich inzwischen unserer Antenne, die schon wieder mal nicht funktioniert. Wir bekommen keinen Internetanschluss. Im neuen Antennenadapter ist schon wieder Wasser eingedrungen, deshalb sägt Wolfgang ein Stück von der Antenne ab, damit sie sich auch ohne den undichten Adapter montieren lässt. Als alles wieder zusammengesetzt ist, funktioniert es wieder.
Nun gehen wir an Deck, um unsere Sisyphus-Arbeit von gestern fortzusetzen, also weitere Module abkratzen. Im strahlenden Sonnenschein sind nach vier Stunden die restlichen Module abgehebelt. Den geriffelten Belag vom Boot, kratzen wir vorsichtig mit kleinen Schraubenziehen, Zentimeter für Zentimeter vom Sikaflex frei, wobei immer noch Reste in den kleinen Ecken des Belages haften. Ärgerlich war noch, dass wir die gute Edelstahl Spachtel und ein Universal Messer dabei aufgearbeitet haben. Kreuzlahm beschließen wir, unseren Dreck auf dem Boot zusammen zu kehren und morgen weiter zu machen.

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Solarmodule am Vorschiff

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Montag 20.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E  Log 3324,4 0sm
W ° L 9° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute waren wir mal wieder Langschläfer. Wir haben nicht mal gemerkt, dass es draußen bereits hell geworden ist, weil wir gestern unsere Lukenabdeckungen nicht mehr abgenommen haben.
Beide freuen wir uns jetzt erst mal auf frisch gemahlenen Kaffee. An Deck bläst die Bora, darum haben wir es auch nicht so eilig mit dem Frühstück, oder sagen wir, wir genießen einfach diese Ruhe. Später ist Wolfgang verschwunden, er sitzt mit dem Rücken zum Wind oben an Deck, die Kapuze von seiner Jacke über den Kopf gezogen und versucht mühsam die erste der kleinen Solarmodule mit der Spachtel herunter zu hebeln.

Die kleinen Module haben unserer Meinung nach leider nicht sehr lange gehalten. Wir hatten sie am 31.05.2013 aufgeklebt und auch gleich in Betrieb genommen. Die lackierte Oberfläche und die Sikaflex-Fugen hatten wir über die Jahre schon mehrfach nachgebessert und in die mit Epoxydharz vergossenen Module, war auch schon vereinzelt Feuchtigkeit eingedrungen, was wir repariert hatten. Aber in den letzten beiden Jahren haben sie dann deutlich an Leistung verloren, deshalb haben wir als Ersatz ein neues biegsames Modul mitgebracht. Doch vorher sind wir noch eine ganze Zeit damit beschäftigt, die Fläche wieder sauber zu bekommen ohne dabei die Oberfläche vom Boot zu beschädigen. Nach sieben Modulen in Sisyphus-Arbeit geben wir für heute klein bei. Es ist kalt bei dem Wind und wir verkriechen uns unter Deck.
Mit im Gepäck haben wir eine ganze Rolle von 100 Meter, 16er Handy Elastic Leine, eine 18 Meter Quadratgeflochtene Leine für unsere Fender und eine 18 Meter, 18er Handy Elastic Leine. Die letzte teilt Wolfgang in zwei gleiche Teile, aus der sollen angepasste Festmacher Leinen für unseren Steg werden.
Eine nimmt er sich gleich vor, er möchte ein Auge hinein spleißen.

Bei der zweiten Leine lege ich Hand an, natürlich unter Anleitung vom Käpten. Um beide Leinenenden wickel ich noch ein gewachstes Takelgarn. Auf unser Ergebnis denke ich, können wir stolz sein. Die Leinen sind richtig gut geworden.

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Anreise ohne Hindernis

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Sonntag 19.01.2020
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W ° L 5° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Die Anreise gestern war perfekt. Nirgends Stau oder sonstige Hindernisse. Der Schnee im Alpenland und Österreich hielt sich auch in Grenzen und an selbiger in Slowenien winkten uns die Grenzbeamten durch. Kurz nach 19:00 Uhr steht unser Auto mutterseelenalleine auf dem Parkplatz vor unserem Steg. Wolfgang kümmert sich um das Schiff und ich hole unsere Sachen aus dem Auto. Die Gangway geht sehr steil runter aufs Schiff und wir müssen uns mit unseren Landbeinen erst wieder daran gewöhnen. Schnell ist auch alles verstaut. Unser kleiner Heizer wird jetzt erst mal eine ganze Weile arbeiten müssen, bis das ausgekühlte Boot wieder mollig warm geworden ist.

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Markt in Pula

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Donnerstag 17.10.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 20 ° L 20° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute ist unser Markttag, da freue ich mich schon drauf. Aber zuvor fahren wir an der Tankstelle vorbei und hoffen dass es Frostschutz für unseren Bootsmotor gibt. Gibt es, er ist zwar schon mit Wasser vorgemischt, aber wir können ihn verwenden. Es wird ja hier wahrscheinlich nicht so sehr viel Frost geben, aber dennoch wollen wir lieber auf der sicheren Seite stehen. Was ist, wenn doch.
Wir fahren weiter und parken wieder am Hafenamt. Von dort aus laufen wir im Sonnenschein zum Markt.
Josef sagte uns, dass es auf der einen Seite in der Markthalle wo das Fleisch zu kaufen ist, es einen Stand mit Käse gibt. Der heißt „Vesna Käse“. Wir finden den Stand auch sofort und es gibt wirklich eine leckere Auswahl. Die Endscheidung ist schwer, da wir nur so viel kaufen wollen, wie wir später auch aufessen. Unsere Wahl fällt dann auf einen mit dreierlei Milch hergestellten Käse. Nämlich mit Kuh-, Ziegen- und Schafsmilch. Zuhause werden wir dann testen. Nach der Markthalle finden wir auch gleich den Stand mit dem Olivenöl. Der Händler ist wieder sehr nett und verkauft uns natürlich gerne ein paar Flaschen davon. Wir hatten hier schon mal welches gekauft und es war auch sehr gut. Wir wollen uns heute den Weg zur Ölmühle sparen und zum anderen können wir jetzt mal die beiden Öle von der Mühle und dem Markt zu hause verkosten, welches uns denn tatsächlich besser schmeckt. Denn die Preisunterschiede der Öle sind doch deutlich.

Weiter geht es zu den Obst- und Gemüseständen. Wolfgang warnt mich schon und sagt: “Kauf nicht so viel!“ Der kennt mich schon, aber ich bin tapfer und kaufe nur was ich mir auch vorgenommen habe. Aber ich muss zugeben, das zusammenreißen ist schon schwer. Also bleibt es bei Mangold, Knoblauch, Kartoffeln mit roter Schale und Flaschentomaten. Schnell gehen wir weiter, sonst überlege ich es mir doch noch mal und es geht auch Obst mit nach Deutschland.
Auf dem Weg zum Auto, treffen wir auf viele Reisegruppen, die in verschiedenen Sprachen die Sehenswürdigkeiten von Pula erklären. Wir habe uns schon überlegt, ob wir uns nicht heimlich einer deutschsprachigen Gruppe anschließen sollten. Wäre aber heute dumm gewesen, denn wir haben einiges zu schleppen.

Wieder in der Marina, bin ich allen kleinen Booten neidisch, die jetzt aus dem Hafen fahren, wir fahren auch, aber morgen früh nach hause. Ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass in der Marina letzte Woche, die Oliven von den kleinen Bäumchen geerntet wurden. Die waren aber schon blau. Wenn sie noch grün sind, bekommt man beim Pressen weniger Öl heraus, aber es schmeckt besser.
Unseren Steg haben sie auch erneuert. Der noch gar nicht so alte, aber marode Kunststoffbelag wurde jetzt durch Holzplanken ersetzt.

Wolfgang hat noch die leicht nässenden Seeventile gereinigt und abgedichtet. Danach haben wir noch den Frostschutz für alle Fälle in den Motor gefüllt und uns dann auf den Weg zum Škuža gemacht.

Dort entschieden wir uns wieder für Fisch, denn zu hause schmeckt er einfach nicht so gut wie hier am Meer. Wir albern ein bisschen mit dem Kellner und bestellen noch einen „Palatschinken Škuža“ als Nachtisch. Als er gebracht wurde empfingen wir ihn mit einem „wow“. So toll angerichtet haben wir diese Nachspeise noch nicht gesehen. Nach der guten Mahlzeit plaudern wir noch etwas mit dem Kellner und verabschieden uns bis nächstes Jahr.
Abendstimmung in der Hafeneinfahrt.

Auf dem Rückweg, setzen wir uns auf eine Bank und wollen Fische füttern. Ich zerrupfe einige alte Brotscheiben und werfe sie ins Wasser, doch es kommen keine Fische. Wolfgang meint ich soll damit aufhören, wenn keine Fische da sind. Das will ich aber nicht. Entweder es gibt das Brot morgen noch mal bei uns, oder ich werfe weiter ins Wasser. Weil es so viel Brot ist sagt Wolfgang: „Du machst ja eine Brotsuppe!“ Wir müssen lachen.
Am Boot tragen wir dann noch ein paar Sachen zum Auto.

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Tankpflege

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Mittwoch 16.10.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 20 ° L 20° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

In weiser Voraussicht haben wir gestern im dunkeln noch unsere Seitenteile vom Verdeck angebracht, denn später begann es in Strömen zu regnen. Dieses Wetter hielt fast die ganze Nacht an. Heute morgen haben wir aber wieder strahlenden Sonnenschein, nur etwas Wind ist uns geblieben.
Als ich von den Sanitäranlagen komme, sehe ich, wie ein Mann Anleitungen zur Rückengymnastik bekommt. Es sieht jedenfalls so aus. Der Therapeut oder Trainer steht seinem Schützling etwa vier Meter entfernt gegenüber, erklärt alles mit ruhiger Stimme und macht dann vor, wie er sich bewegen soll. Ich kann vom Boot aus, die ganze Gymnastik beobachten. Da könnte man das Ein oder Andere nachmachen, würde bei meinen Rückenschmerzen bestimmt auch Sinn ergeben.
Währenddessen kommt der Segelmacher mit Kollege oder Angestellten, der neulich bei uns war, mit dem Auto angefahren und parkt vor der Santa Maria. Sie werden sichtlich schon vom Verantwortlichen, der sich um alles kümmert, wenn der Eigner nicht da ist, erwartet. Bei der Santa Maria wurden jetzt auch für den Winter überall die Abdeckungen angebracht. Aber irgendetwas scheint damit nicht ganz in Ordnung zu sein. Zumal sie ja auch noch recht neu sind. Mit dem Segelmacher werden auf allen Decks lautstark und gestikulierend die Probleme erörtert. Da scheint einiges im Argen zu liegen, manches ist auch von uns aus zu erkennen. Da wird er wohl nachbessern müssen.

Ja, und wir beginnen jetzt mit den Trinkwassertanks, die müssen wieder leer gemacht und trocken gewischt werden. Den Boiler noch mal leer pusten und den Schmutzwassertank spülen. Wir freuen uns, dass wir Erfolg sehen. Alle Tanks sind schön sauber. Da hat sich die Mühe gelohnt.
Ansonsten noch ordentlich unter Deck sauber machen und das war es dann für heute.

Zum Abschluss wollen wir nochmal zum Trockendock laufen und Schiffe angucken. Dort haben wir wieder unseren Spaß. Da es bereits dunkel ist, werden gleich die Aufpasser von der Marina mit dem Auto um uns „herumschleichen“ und schauen was wir da so treiben. Ist ja auch gut so, da können wir annehmen, dass sich auch gekümmert wird.

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Kettenpflege

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Dienstag 15.10.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 20 ° L 20,5° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute ist es eher grau in grau und es gibt Ostwind. Zwar nicht sehr stark, aber unser Segel hätten wir heute wohl nicht so leicht bergen können wie gestern. Hätte leicht sein können, dass da ein Teil im Wasser gelandet wäre. Da hatten wir ein gutes Näschen. So jetzt erst mal Refko den Segelmacher anrufen, damit wir das nicht vergessen. Der soll nach langem überlegen, doch ein neues Sprayhood machen. Dazu hätte er die Wintermonate genügend Zeit. Am Telefon sagt er dann, dass er jetzt nicht in Pula ist, aber vielleicht heute Nachmittag oder morgen. Genau mit so einer exakten Terminangabe haben wir gerechnet.
Als nächstes muss mal wieder der Warmwasserboiler leer gepustet werden, damit das anschließend eingefüllte Chlor auch dort in voller Konzentration ankommt.
Danach macht sich Wolfgang dran, am Anker noch zwei der fünf Kettenglieder zwischen Anker und „Banane“ abzusägen, damit der Anker an der Bugrolle nicht so sehr hin- und herschwingt.

Und wo „gesägt“ wird da fallen bekanntlich auch Späne. Das große alte Schneidbrett, das Wolfgang untergelegt hat, ist samt Spänen in den Ankerkasten gefallen. Fazit, wenn wir die Metallspäne nicht herausbekommen, wird unsere Kette Flugrost ansetzen. Also wird die Kette erst mal schön in Schleifen auf einen Teppichrest auf dem Vorschiff ausgelegt. Danach sehen wir erst mal, was für ein Dreck so im Ankerkasten liegt. Wolfgang legt sich auf den Bauch um an den Wust heranzukommen. Da liegen unter anderem jede Menge farbige, abgeplatzte Kettenmarkierungen. Bei dieser Gelegenheit wird wenigstens mal wieder alles sauber gewischt.
Die Kette hängen wir dann Stückchenweise über den Seezaun und Wolfgang spritzt sie mit dem Wasserschlauch ab. Das gesäuberte Stück Kette lasse ich dann wieder in den Ankerkasten gleiten. So verfahren wir mit unserer 78 Meter langen Kette bis alles sauber ist. Das hat eine ganze Weile gedauert und anstrengend war es auch, aber gelohnt hat es sich alle mal. Nun putzt Wolfgang noch die Flugrostflecken vom Ankerkasten und dem angrenzenden Vorschiff. Ich darf dafür danach das Deck abspritzen. 

Plötzlich erscheint der Angestellte vom Segelmacher am Boot. Wir bitten ihn herüber zu uns und Wolfgang erklärt ihm in englisch genau wie wir unser Sprayhood gerne hätten. Ein paar Kleinigkeiten von unseren Vorstellungen müssen wir überdenken. Dann erscheint plötzlich noch Refko, der war nur zwei Boote weiter hinten. Wir sollen ihnen eine E-Mail schreiben, dass sie uns ein Preisangebot machen können. Und schon sind sie wieder fort. Das ging zu unserem Erstaunen aber schnell heute.
Als Belohnung für unsere Arbeit und natürlich auch gegen den Hunger gibt es danach Salat im Cockpit.
Ausgeruht wird sich natürlich noch nicht, es sind noch jede Menge Kleinigkeiten zu erledigen. Erst die Dunkelheit zwingt uns zum Rückzug, nach unten in unseren gemütlichen Salon.

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Delfinhochsprung

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Montag 14.10.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 6,7sm
W 20 ° L 20,5° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Nur 13,1° betrug die Außentemperatur als ich heute Morgen aufgestanden bin. Das hielt aber die Männercrew nebenan nicht vom Morgenschwimmen ab, bevor sie später weiterfahren.
Kassierer kam die Tage auch keiner. Das ist einer der Vorteile hier im Spätherbst.
Wenig los ist heute auch an Land, denn auch hier müssen unter der Woche viele arbeiten.
Das Wetter ist etwas diesig, aber die Sonne strahlt trotzdem bei wolkenlosem Himmel. Plötzlich bemerkt Wolfgang dicht am Boot einen bunten Vogel vorbeifliegen, der nach der Beschreibung so aussah wie meine, die ich gestern gesehen habe. Er meint es könnte schon ein Eisvogel sein. Doch leider macht auch dieser sich rar.
Vom Familienboot sind die beiden kleinen lautstarken Mädchen mit dem Paddelboard unterwegs, machen mal an einer Boje fest, albern herum, aber ohne ins Wasser zu fallen, bevor sie wieder zu ihrem Boot zurückkehren und mit ihren Eltern auch die Bucht verlassen.
Jetzt ist es außer dem Gezwitscher der Vögel still um uns herum und wir saugen die Ruhe förmlich auf, denn auch wir werden bald zusammenpacken und weiterfahren.
Wehmütig verlassen wir am frühen Nachmittag diese herrliche Bucht, mit dem Wissen, dass sich unsere Bootssaison so langsam dem Ende nähert und fahren erst mal aufs Meer. Hier hissen wir noch mal die beiden Segel und gleiten mit sanfter Fahrt so dahin.

Wie aus dem Nichts entdecke ich plötzlich weit auseinandergezogen viele Delfine. Drei Kleine in einer Gruppe, springen voller Lebenslust immer wieder weit aus dem Wasser. Wolfgang geht unter Deck um seine teure Kamera zu holen. Ich rufe zu ihm.“Du musst dich beeilen, sonst sind sie weg!“ Dann kommt er nach oben mit seinem langen Teleobjektiv. Jetzt muss er aber erst noch alles scharf einstellen und das kann schon dauern. Nur leider warten die Delfine nicht darauf. Schwer enttäuscht keine Fotos von den springenden Delfinen zu haben, schaue ich ihnen noch lange hinterher, in der Hoffnung, sie könnten ja ihre Richtung noch mal ändern. Doch sie tun es leider nicht. Wir haben schon viele Delfine gesehen, aber noch nie, so hoch aus dem Wasser springende. Schade.
Wir segeln noch eine Weile in dem glitzernden Wasser weiter.

Es ist noch immer diesig und man hat keine sehr weite Sicht. Nach etwa einer Stunde wenden wir und fahren richtung Küste.

Wolfgang begutachtet noch die Segel, ob vielleicht etwas repariert werden sollte, kann aber nichts gravierendes finden. Ist ja auch gut.

Dafür finde, beziehungsweise entdecke ich am Heck, dicht unter dem vorbei fliesendem Wasser, hunderte dieser durchsichtigen Quallen, die Wolfgang gestern aus dem Wasser getrieben haben.
In der Hafeneinfahrt müssen wir nur unseren großen Fender und die Leinen anbringen. Die restlichen Fender liegen noch festgebunden über dem Seezaun und brauchen nur zurück geschubst werden. Am Steg wartet schon der junge Marinieri um uns beim Anlegen zu helfen. Schnell sind wir fertig. Da es Windstill ist, wollen wir noch das Vorsegel für die Wintermonate herunter nehmen. Wir legen es grob auf dem Vorschiff zusammen, tragen es dann auf den Steg um es dort ordentlich gefaltet in den Segelsack zu verstauen. Danach verräumen wir noch ein paar Sachen in die Backskiste und gehen dann unter Deck. Es wird schon wieder dunkel.

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