Kein Strom

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Freitag 19.06.2020
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3380,3 0 sm Steg
Wasser   Luft 24 ° Betr. Std. 545
Marina Veruda

Wieder bald Aufstehen, denn heute ist Segelmacher Tag. Außerdem müssen wir auf und ausräumen. Taschen werden gepackt und der erste Sack mit Schmutzwäsche ins Auto verfrachtet.
Auf dem Steg begegnen uns Anne und Willi, von den beiden können wir uns auch gleich verabschieden, denn sie fahren jetzt für ein paar Tage nach hause, in ihren österreichischen „Zweitwohnsitz“.

Da ich noch frische Eier übrig habe, möchte ich sie zur besseren Lagerung auf der Heimfahrt, noch kochen. Derweilen benutzt Wolfgang den Föhn und möchte mit der warmen Luft, die Scheibe von der Nasszelle etwas erwärmen und ein klein bisschen Formen. Hier tropft manchmal etwas Wasser durch. Plötzlich ist der Strom weg. Erst denken wir es liegt am Anschluss vom Landstrom, denn das kommt hier gelegentlich mal vor. Das dauert aber meist nur einen kurzen Moment dann ist der Strom wieder da. Heute nicht, am Landstromkabel liegt es auch nicht. Dass wir unseren Stromanschluss mit Föhn, Herd und zufällig eingeschalteten Warmwasserboiler überlastet haben, ist klar.
Die Sicherung am Inverter hat ausgelöst. Aber auch nach dem Wiedereinschalten der Sicherung gibt es keinen Landstrom. Jetzt beginnt die Fehlersuche.

Nach öffnen des Inverters kann man sehen, dass die Kabel an der Überlastsicherung durchgeschmort sind. Aber leider kommt man da ganz schlecht hin, sodass der Inverter ausgebaut und komplett zerlegt werden muss. Nachdem das defekte Kabel ausgebaut ist, bemerken wir, dass wir diesmal leider die Schachtel mit den Flachsteckern nicht dabei haben.

So langsam kennen wir uns in Pula ja aus und Wolfgang weiß wo er hingehen muss.
Ich warte an Bord auf den Segelmacher.
Es dauert nicht lange und Wolfgang kommt mit einem strahlenden Gesicht und seinen benötigten Teilen zurück.

Jetzt zwängt er sich wieder unter den Naviplatz, denn da ist der Inverter platziert. Nun werden erst mal die beiden vorbereiteten Kabel angebracht und dann geht das Gefummel erst so richtig los. Der Inverter muss jetzt wieder zusammengeschraubt und auf seinen alten Platz gebracht werden. Hoffentlich fallen keine von den Mini-Schräubchen aus Wolfgangs Hand in den dunklen Untergrund, denn dann finden wir sie nicht mehr. Dieser beengte Platz in dem man nur mit einer Hand arbeiten kann, ist schon eine Herausforderung.

Ich sitze auf der Bank und warte, ab und zu reiche ich Wolfgang ein Werkzeug, ansonsten kann ich im Moment nichts tun. Ohne Strom kein Staubsauger, keine Pumpe für Frischwasser und einiges mehr.
Wir hoffen beide, dass er es hinbekommt. Es ist schon seltsam, dass solche Sachen immer einen Tag vor der Heimreise passieren.
Nach etwa sechs Stunden und etwa 3,50 € Materialkosten hat Wolfgang es in Ordnung gebracht. Hätten wir das machen lassen müssen, hätte es wahrscheinlich ein Vermögen gekostet.

Endlich können wir mit den anderen Sachen weiter machen. Um 18:00 Uhr sind wir fast fertig, als plötzlich Refko der Segelmacher mit seinem Sohn auf der Bildfläche erscheint. Daran haben wir schon gar nicht mehr geglaubt. Aber froh darüber sind wir trotzdem, kann man das ein oder andere, doch noch mündlich abklären. Nach etwa einer Stunde waren sie mit der Schablone fertig und haben auch noch unser Vordach mitgenommen, welches das Sprayhood mit dem Bimini verbindet.

Jetzt gehen wir erst mal essen, damit es nachher nicht so spät wird. Im Volaria ist es schon ziemlich voll. Die Bedienungen sind heute nur zu dritt und flitzen von einem Gast zum anderen. Das sind wir so nicht gewöhnt im Volaria.
Vom Nebentisch zieht Qualm von Zigarillos zu uns herüber. Kurz darauf fragt uns der rauchende Herr aus den neuen Bundesländern, in gebrochenem Englisch, ob er unseren Aschenbecher bekommen kann. War ja nicht schwierig zu erahnen was er will. Wolfgang sagt zu ihm. “Sie können mit uns auch deutsch sprechen“, worauf er antwortet: “Das steht aber nicht auf eurem Rücken, dass ihr Deutsche seid“.
Wir freuen uns, dass wir nicht so typisch deutsch erscheinen und alle Lachen. Halt Ostgoten. Als wir gehen wünschen wir ihnen noch einen schönen Abend.
Der Himmel ist ganz dunkel geworden.
An Deck müssen wir noch den vorderen Wassertank füllen, unsere Luken abdecken und den Rest von unserem Verdeck anbringen, bevor wir unten die Kleinigkeiten für Morgen bereitlegen.
Wie aus dem Nichts fängt der Wind an tüchtig zu heulen und kurz darauf fängt es an zu regnen, begleitet von einigen Blitzen. Natürlich gerade heute, hat Refko unser schützendes Verbindungsteil mitgenommen. Da mussten wir unseren Niedergang schließen, weil es natürlich rein geregnet hättet.
Ist ja eh schon dunkel und wir werden bald ins Bett gehen.

Wir müssen noch etwas gestehen.
So schlimm wie der Corona Virus auch ist. Wir konnten ihm auch positives abgewinnen. Mit weniger Touristen ist das Land doppelt so schön.
Von den vielen italienischen Bootsfahrern, die um diese Zeit immer in der Mehrzahl sind, war keiner zu sehen.

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Alles Optimisten

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Donnerstag 18.06.2020
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3380,3   3,2 sm Steg
Wasser 23 ° Luft 24 ° Betr. Std. 545
Marina Veruda

Da wir unser Schiff schon bald wieder verlassen müssen, wollen wir den schönen Tag noch mal nutzen. Schon vor dem Frühstück, fahren wir in die schöne, gegenüberliegende Bucht Soline. Dort holen wir dann unser Frühstück nach und lassen die Seele etwas baumeln. Danach sucht sich jeder einen Zeitvertreib. Wolfgang putzt oben an Deck und ich teste mal die Swiffer Gratis Probe, die ich schon zwei Jahre im Schrank liegen und vergessen hatte. Eigentlich finde das Ding müllig, aber wenn es schon mal da ist, probier ich halt mal.
Nachdem ich in kurzer Zeit das ganze Boot entstaubt habe, auch in den schmalen Ritzen, in die man fast nicht rein kommt, bin ich total begeistert. Deshalb kommt noch der „Tierhaartest“. An Deck haben sich in einer Ecke Haare angesammelt, die sollen ja angeblich auch aufgenommen werden, also wedel ich da mal drüber. Toll die Haare von uns Viechern hängen jetzt im Swiffer. Vorsichtig möchte ich den Wedel entsorgen und stürze dabei rückwärts den Niedergang hinunter und prelle auf die übersehene Stufe. Zum Glück habe ich Kühlpads aus der Apotheke im Kühlschrank liegen, die ich sofort auf mein abgeschabtes Schienbein lege.
Danke Nici.
Jetzt das Bein erst mal hoch legen und eine Weile warten.
Plötzlich gibt es im Funk eine Durchsage von Rijeka Radio. Warnung an der Insel Krk bei Omišalj wird an Gas-Pipelines gearbeitet. Dort finden heute Unterwasser-Sprengungen statt. Es ist strengstens verboten, auf 800 Metern dort einzufahren. Derzeit sind wir nicht in dieser Gegend, aber wir hatten dort auch schon mal geankert, da wäre so eine Information durchaus hilfreich.
Später ruft Wolfgang, „Schau mal, die Kinder mit den kleinen Schiffen“,
In der Nähe von unserem Schiff übt eine ganze Rotte Optimisten, mit ihren Lehrern. Sie versammeln sich um ihn und lauschen seinen Anweisungen. Immer wenn ein Tuten ertönt, ist es das Startsignal. Sie machen sich auf den Weg zur grünen Boje. Diese müssen sie umrunden und zurück segeln. Dabei wird schon mal ein Begleitboot gerammt, oder Mitsegler kurzzeitig außer Gefecht gesetzt in dem man zu nah auffährt. Ja, jeder will er erste sein. Schön den Kindern zuzusehen.

  
Auf einmal müssen wir lachen, das gelbe Schlauchboot mit den Luftsackbesitzern fährt an uns vorbei.
Unsere neuen Fender in einer sagenhaften Umgebung.

 

Noch eine ganze Weile sitzen wir im Cockpit und lassen diese wunderschöne Bucht bei herrlichsten Wetter auf uns wirken, dann müssen wir leider zusammenpacken und in die Marina fahren. Dort werden wir gleich von zwei Marineries erwartet die uns helfen wollen.

Gut angelegt und geduscht, haben wir Zeit mit unseren beiden Nachbarn zu plauschen. Wir verstehen uns, man spricht deutsch.

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Windige Schablonen

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Mittwoch 17.06.2020
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3377,2 0 sm Steg
Wasser ° Luft 25 ° Betr. Std. 544
Marina Veruda

Heute heißt es früh aufstehen, das gilt auch für den Käpten. Es könnte ja sein, dass der Segelmacher schon bald vor unserem Steg steht. Das Frühstück gibt es unter Deck, damit oben alles frei ist und er sich gut bewegen kann. Es vergeht noch einige Zeit, dann taucht er plötzlich mit einer Folie unterm Arm und Werkzeug auf. Nette Begrüßung, wie es uns denn geht und er hat viel Arbeit. Nur die Schablone will er heute nicht machen, weil wir am Wochenende heim fahren und das Verdeck bis dahin eh nicht fertig werden wird. Wenn er die Schablone am Freitag macht, da hilft ihm sein Vater, das geht dann besser. Wolfgang erklärt sich bereit, ihm zu helfen, aber er wehrt ab, es ist ihm auch zu windig. Wir können auch nach Hause fahren. Nächste Woche macht er es dann fertig und schickt uns dann ein Bild. Beim Bezahlen ist auch alles gut, das können wir dann, wenn wir wiederkommen und wir können ihn auch jederzeit anrufen. Mit einem „Good Bye“ verschwand er wieder. Wir müssen das so akzeptieren.

Nun widmet sich Wolfgang den Fendern, die alten werden kontrolliert und die klebrig gewordenen gleich aussortiert. Die kommen auch vor die Mülltonnen zum mitnehmen. Übrigens, die alten Leinen sind schon weg.
Unsere neuen Fender werden aus der Backskiste genommen, aufgepumpt, mit den neu angefertigten Leinen versehen und sogleich an die Reling gebunden.
Derweilen wird von Frankos Putzkolonne ein roter Gummihandschuh in einer Brühe aus Putzmitteln zu unserem Boot herüber getrieben. Alles was ins Wasser fällt, bleibt drin liegen.

Etwas später klettert Wolfgang über den Seezaun in das Beiboot, das ich vorgestern nur schnell beim rückwärts Anlegen am Bug angebunden habe und rudert es an den Steg. Da hieven wir es wieder heraus und säubern es, bevor es in der große Backskiste verstaut wird.
Als nächstes fahren wir nach Pula, um unsere leeren Flaschen abzugeben, doch dort werden sie nicht angenommen, weil die Behälter dafür voll sind und erst abgeholt werden müssen. Das wird heute aber nicht mehr geschehen. Also packen wir unsere zwei vollen Tüten wieder ins Auto und gehen danach noch mal rein, um Salat und Essig, auch für daheim zu kaufen, denn der ist wirklich gut.
Nun nehmen wir noch eine Empfehlung von Willi wahr und fahren nach Banjole zur Pizzeria Nina, die können wir im August auch vom Boot aus gut erreichen. Willi hat nicht zu viel versprochen. Die Bedienung ist sehr aufmerksam, das Essen gut und der Preis passt auch. Einen Tisch vorbestellen, wäre im August sicher ratsam.

Als wir dann nach hause in die Marina fahren, wird es bereits dunkel.

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Noch mal gespleißt

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44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3377,2   0 sm Steg
Wasser ° Luft 26 ° Betr. Std. 544
Marina Veruda

Mal wieder ruft Wolfgang als erstes den Segelmacher an. Der hat uns im Herbst versprochen, dass er unser Sprayhood erneuert. Aber nichts war in der Zwischenzeit geschehen. Die letzte Info war, dass er die Maße und Schablonen schon abgenommen hat und das Sprayhood letzte Woche fertig werden sollte. Jetzt sagt er auf einmal, dass er nicht weitermachen konnte, weil seine Schablonen nicht stimmen und wir mit dem Boot nicht hier waren, um erneut zu messen. Was für ein dummer Zufall. Jetzt hat er Wolfgang versprochen er wird kommen, heute oder morgen. Diese Präzision kommt uns bekannt vor.
Unsere im Januar vorbereiteten Festmacherleinen kommen auch zum ersten Einsatz.

Derweilen verbringen wir unseren Tag mit Nachbarschaftsplausch, Brot backen und einem erneuten Versuch die Fenderleinen zu spleißen. Jetzt werden sie deutlich besser, ich will ja nicht sagen Profihaft.:)

 Abends machen wir noch einen Spaziergang zum Trockendock, legen aber vorher unsere alten Festmacherleinen sauber gebündelt vor die Mülltonnen, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch Verwendung finden werden.

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Luftsack

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Montag 15.06.2020
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3377,2  1,8 sm Steg
Wasser 23° Luft 24 ° Betr. Std. 544
Marina Veruda

Es hat heute Nacht sehr leise geregnet, aufgewacht sind wir jedenfalls nicht davon. Der Himmel sieht heute aus, als wollte er weinen und eilig haben wir es auch wieder nicht. Gemütlich und in aller Ruhe lassen wir uns vom Wind, der jetzt aus Norden kommt hin und her drehen.

In der Soline Bucht hängen sehr viele Boote meist von Einheimischen aus Vinkuran an Bojen. Dann kommt es schon mal vor, dass so ein Boot leider auch verwaist, wie dieser Segler. Bei ihm hat sich sicher schon vor längerer Zeit das Vorsegel gelöst und ausgerollt. Im laufe der Zeit hat es der Wind übel zugerichtet. Die Möwen sitzen auch gerne auf dem Großbaum von dem Schiff und haben schon alles versaut. Auch der Rest vom Boot scheint zu verkümmern. Schade um das Schiffchen. Sehr schade ist auch, dass niemand sich ein Herz genommen hat und ist mal auf das Schiff gestiegen und hat das Segel wieder eingerollt, als es noch im intakten Zustand war. Aber so ist es halt überall mit den Menschen, es heißt meistens, was gehen mich die Sachen anderer an.

Es gibt aber auch lustige Sachen zu beobachten. Zwei Leute im gereiften Alter kommen mit ihrem Hund in einem schönen gelben Schlauchboot angefahren und landen an einem mini Strandabschnitt. Da möchte es sich der Herr, in seinem vermutlich neuen Luftsack bequem machen. Dazu stellt er sich in den Wind und lässt die Luft in den Sack strömen. Als dieser voll war, wird der Sack verknotet und der Luftsackbesitzer muss sich ganz schnell darauf legen. Ein kurzer Moment Genuss und die Luft ist wieder raus. Das Spielchen wiederholt sich einige Male, dann hielt der Knistersack etwas länger durch.Wir haben so gelacht, die Luftsackbesitzer aber auch. Das ist mal wieder so ein Teil, was die Menschheit nicht braucht und sicher bald zum Müll wird. Aber schee wars.

Eigentlich wollten wir noch in die Stojabucht fahren, aber angesichts des Wetters und dem Umstand, dass wir dringend unseren Segelmacher benötigen, geht’s erst mal in die Marina. Dort dauert es nicht lange und es gibt einen ordentlichen Regenguss.

Abends beginnt Wolfgang mit dem Spleisen einer Fenderleine. Das ist am Anfang gar nicht so einfach mit dem quadratgeflochtenen Tauwerk. Gemeinsam sitzen wir da und überlegen. Das lernvideo dazu, gibt auch öfter mal den Geist auf und irgendwie sieht unser erstes Exemplar nicht so aus wie auf dem Bild. Wolfgang will noch weiter probieren, ich nicht und verziehe mich in meine Koje.

   

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Kreuzen im Fažanski Kanal

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Sonntag 14.06.2020
44° 49,76 N 013° 51,39 E Log 3375,4 22,1 sm Boje 135 Kuna
Wasser 23° Luft 24 ° Betr. Std. 543,5
Festland Bucht Soline

Das war eine Nacht gestern. Gegen halb zwei am Morgen blies der Westwind recht kräftig in die Bucht und brachte dicke Wellen mit. Blitze und Regen kamen gleich hinterher. Ich stehe, wie immer in solchen Situationen auf, sitze dann am Naviplatz, beobachte die Instrumente und gelegentlich mache ich einen Rundumblick. Wolfgang ist da cooler, bei Windstärke 4-5 schläft er gut weiter und die Wellen die uns kräftig hin und her rollen, bezeichnet er als etwas ungemütlich.
Am späten Vormittag, nachdem der Käpten erwachte, lege ich mich noch für zwei Stunden in meine Koje. Verspätetes Frühstück gibt es erst jetzt zur Mittagszeit. Teller und Tassen stehen bereits oben im Cockpit. Plötzlich ein lautes, scheppernd und klirrendes Geräusch von oben. Eilig schauen wir nach, eine Welle hat das gesamte Geschirr vom glatten Cockpittisch rutschen lassen, dabei ist ein Teller in tausend Teile zersprungen. Daraufhin kommen unsere gummiartigen Deckchen das erste Mal zum Einsatz.

Nun überlegen wir, ob wir bleiben oder weiterfahren. Es könnte noch mal so eine Nacht geben. Ich bin fürs Fahren und der Käpten schließt sich mir an. Schnell ist alles verstaut, denn ein paar Stunden fahren wir doch und es ist bereits 14:00 Uhr durch. Also Leinen von der Boje lösen und weiter geht’s.

Unter Segel machen wir gute Fahrt, den Segler, der neben uns in die gleiche Richtung fährt, lassen wir bald weit hinter uns.
Kurz machen wir sogar 8 Knoten fahrt, ansonsten sind es fast immer 6-7 Knoten. Bei unserem eingeschlagenen Kurs werden wir aber nicht außen an Brijun vorbeikommen, deshalb fahren wir wieder durch den Fažanski Kanal. Nach der ersten Hälfte im Kanal, lässt der Wind deutlich nach und um wieder auf die offene Meerseite zu gelangen, müssen wir etliche Male kreuzen. Später auf dem offenen Meer müssen wir unseren Kurs mit einer Wende noch mal korrigieren.
In der Nähe von Pula ankert die Simona, ein über hundert Meter langer maltesischer Frachter, er wartet wahrscheinlich hier, bis er in Pula einlaufen darf. Wer ist mutig genug, um mit dem Rettungsboot herunter zu rutschen?

 

An der steilen Westseite sind noch immer Überreste vom Krieg.
Der Segler natürlich nicht, das ist mein Käpten.

 

Nach einer Weile ist der Wind fast weg und wir fahren die restliche Strecke mit Motor zur Bucht Soline. Diesmal sind ein paar Boote mehr anzutreffen. Wir schnappen uns eine Boje weiter hinten und wollen gerade festmachen, als der Kassierer auch schon ankommt. Sicher wollte er seinen Arbeitstag beenden, denn es war bereits 19:00 Uhr durch. Zum Abschluss des Tages gibt es heute frisch gemachte Lasagne.

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Altes Gemäuer

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Samstag 13.06.2020
45° 03,44 N 013° 37,46 E Log 3353,3 3,2 sm Boje 170 Kuna
Wasser 24° Luft 24 ° Betr. Std. 542,4
Insel Sv. Andrija (Crveni Otok die Rote Insel)

Vor dem Frühstück wollen wir erst mal an Land fahren und Brot kaufen. Die Auskunft vom Obst- und Gemüsehändler gestern, der gesagt hat, dass der Bäcker heute morgen neben seinem Stand Brot verkauft, war gelogen, denn da ist nämlich immer noch zu. Also schauen wir uns nach dem kleinen Supermarkt um. Auf den Weg dort hin sehen wir, dass neben der Straße noch viele Hauszelte mit festem Holzboden aufgebaut werden.

 

Etwas weiter vorne, so ziemlich am Anfang vom Campingplatz taucht dann der Markt auf.

An der Eingangstür hängt ein Schild dass Rucksäcke nicht mit in den Laden genommen werden dürfen. Also entscheidet Wolfgang, mit dem Rucksack vor der Tür zu warten. Innen stehen die Leute im vorgeschriebenen Abstand hintereinander. Alle die warten, und das sind einige, warten auf Brot. Da hat man genug Zeit sich etwas umzusehen. In den meisten Regalen des Supermarktes steht nichts. Beim Obst und Gemüse gibt es eine Kiste mit Zwiebeln, ein Paar braune Bananen, ein paar Äpfel und Zitronen. Auf einer Palette stehen vier Kästen Bier, ein paar Packs mit verschiedenem Wasser in zwei Größen und ein paar Limoflaschen. Von der übrigen Produktpalette die so ein Markt normalerweise vorzuweisen hat, gibt es schon einige Waren aber in geringer Menge. Ach ja, ich hatte noch nicht erwähnt, dass in der kleinen Brotabteilung selbstgebacken wird, wie bei uns im Discounter. Die haben hier aber nur zwei kleine Backöfen. Nachdem die vier Leute, die vor mir gewartet hatten dran waren, war schon wieder alles weg. Das hieß nochmal warten. Das Gebäcksortiment besteht aus kleinen Baguettes und Croissants. Ich kaufe nach der Wartezeit nur Baguettes, denn die Hörnchen dauern noch mal 20 Minuten. Das ist mir zu lange und Wolfgang hat sich vor dem Laden wahrscheinlich auch schon die Füße in den Bauch gestanden.
Tomaten und Weintrauben nehmen wir dann noch an dem kleinen Obst und Gemüsestand mit. Nun kehren wir zu unserm Boot zurück und wollen endlich Frühstücken, da kommt der Kassierer, es ist ein anderer als gestern und der verlangt von Wolfgang 154 Kuna. Da er nicht rausgeben konnte, fuhr er noch mal an Land um zu wechseln. Als er zurückkam, er kam ja wenigstens, gab er mir 40 Kuna zurück. Die anderen 6 Kuna hat er selbstverständlich als Trinkgeld behalten.

Es war dann bereits Mittag als wir zur Insel Sv. Andrija aufbrechen. Das Meer war sehr bewegt. Erst wollten wir auf der Ostseite Ankern, das wäre besser, wenn der Wind sich dreht, aber hier ist nicht so sehr viel passender Ankerplatz, also schippern wir weiter zur Westseite der Insel.
Von den sieben Bojen ist nur eine belegt, ein Motorboot ankert und sechs haben an der kleinen Mole angelegt, die damit voll ist. Wir haben an unserer Boje gerade mal festgemacht, als der Kassierer bereits mit seinem Schlauchboot angedüst kommt und fragt ob wir über Nacht bleiben wollen. Da wir das wollen sagt er, dass er nochmal wieder kommt und uns hilft, unsere Leine an der Unterseite der Boje richtig einzufädeln, denn das ist sicherer. Es dauert nicht lange und er ist wieder da und kassiert gleich noch 170 Kuna. Er sagt: „Heute Nacht könnte es Regen geben und vielleicht ein bisschen Wind aber nichts Spezielles“.
Der Wind und die Wellen wurden etwas stärker. Wolfgang möchte einen Landgang machen und will die kurze Strecke paddeln. Ich weis nicht so recht, hinüber zu kommen ist ja kein Problem, da werden wir ja schon vom Wind unterstützt, aber wie ist es beim zurück paddeln und was ist, wenn die Wellen stärker werden. Wolfgang meint nur wir schaffen das:)
Auf der Insel haben wir an der Kaimauer angelegt. Jetzt müssen wir uns entscheiden welchen Weg wir laufen wollen. Das große Hotel hat noch geschlossen. Außer uns und den Bootsbesatzungen ist kein weiterer Besucher auf der Insel. Unser Blick richtet sich auf den Kirchturm, na dann schlagen wir den Weg dahin mal ein.
Das schmiedeeiserne Tor von dem Gebäude steht etwas offen, vorsichtig treten wir ein. Im Vorraum sind zwei große Gedenktafeln an verstorbene Frauen mit deutscher Inschrift.

Gegenüber sind in einer Vitrine sechs alte Gästebücher aus den 60er Jahren ausgestellt, in denen sich deutsche Touristen verewigt hatten. Eine Eintragung war aus dem Jahre 1965, von drei jungen Mädchen, die Anfangs nicht so recht hier her wollten, dann aber vom Meer, der Sonne und der Ruhe sehr angetan waren. In einem anderen Buch war eine Bleistiftskizze, die von einer Bootsüberfahrt im Sturm berichtet, bei der viele Menschen über die Reling spuckten.
Die anderen Räume waren wegen Restaurierung nicht zugänglich.
Die Kirche war anfänglich, im 6.Jahrhundert eine Benediktinerkirche, dann eine Franziskanerkirche. Danach war sie mal kurzzeitig zu einer Zement und Kalkfabrik geworden.
Zum Schluss hat sie der Baron Johann, Georg, Ritter von Hütterott, ein österreichischer Industrieller der von 1852 -1910 gelebt hatte, erworben und zu seinem Sommerhaus gemacht. Die vielen Bäume die er damals pflanzen lies, sind noch heute eine Bereicherung für die Insel.

     

Im nördlichen Teil ist ein Kai für Fähren und Schiffe, die Hotelgäste zur Insel bringen sollen. Zur Zeit aber eher nicht.

  

   

Auf dieser Bahnlinie kann man wahrscheinlich auch nicht sehr weit fahren.

Nebenan, bei einer kleinen Anlegestelle, sammeln sich kleine weise Quallen zwischen angespültem Müll.

Zur Zeit scheinen die Möwen die Insel zu beherrschen. Sie sitzen überall, unter anderem auch auf einem alten Grabstein. Angst verspüren sie vor Menschen sowieso nicht.

 

Ein schöner Weg unter Nadelbäumen führt am Meer entlang rund um die Insel.

      

Nach unserem Rundgang gehen wir noch über den künstlich aufgeschütteten und befestigten Steg zur kleinen Nachbarinsel Maškin.

Dort entdecke ich unter einem Busch einen Fasan mit Familie. Sie dulden uns in ihrer Nähe, die Henne schaut aber schon, dass wir ihrem Küken nicht zu nahe kommen.

  

Weiter gehen wir die Stufen hoch zu dem im 19. Jahrhundert erbautem Mausoleum der Familie Hütterott. Hier hat man das Gefühl an einem magischen Ort zu stehen, an dem schon lange keiner mehr war.

  

Wieder am Kai sind alle Schiffe bis auf zwei, weggefahren.
Es ist fast windstill und das Paddeln zurück zum Schiff ist ein schöner Abschluss von unserem Inselrundgang.
Noch ein kurzes Bad im 24° warmen Meer und dann schnell heraus. Der Abendhimmel wird immer dunkler. Ein Segler kommt noch spät an und fragt ob der Kassierer schon da war.
Wir räumen an Board alles zusammen und gehen bald schlafen, denn der Wind wird wieder stärker und Gewitter kann es auch geben.

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Campinplatz-Besichtigung

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Freitag 12.06.2020
45° 02,97 N 013° 41,13 E Log 3350,1 0 sm Boje 140 Kuna
W 24° L 23 ° Betr. Std. 541,5
Festland Campingbucht Veštar

Früh morgens ist alles ruhig und friedlich, die Campinggäste schlafen fast alle noch. Gegen 9:00 Uhr fährt der Kassierer ans Boot und möchte 140 Kuna Bojengebühr für letzte Nacht. Er ist sehr freundlich und nimmt gleich noch den Müll mit. So langsam steht auch mein Langschläfer auf. Da wir kein Brot mehr haben gibt es heute ofenfrische Brötchen dazu frisch gemahlenen Kaffee, oben an Deck im Sonnenschein.
So langsam beginnt jetzt auch das Leben am Ufer, etwas später machen sich schon die ersten Urlauber bereit, um mit ihren kleinen Böötchen in eine Badebucht zu fahren. Die kommen dann erst wieder gegen Abend zurück.
Stand-Up-Paddler und Kanuten erobern jetzt ebenfalls das Wasser.

Am kleinen Uferabschnitt neben dem kleinen Steg wird sechs Mann stark gearbeitet. Der ganze Strandabschnitt liegt voll mit Teilen dieser hässlichen, hüpfburgartigen Wasserspielplätze, die aufgeblasen werden müssen.

Als die riesigen Teile voller Lupft gepumpt waren, wurden sie aneinander gehängt und mit dem Jetski zu einer Boje gezogen und zwischengelagert, bis auch die anderen Teile soweit waren. Danach zog ein junger Mann die einzelnen Teilstücke mit dem Jetski Richtung Buchtmitte, wo schon seine Kollegen darauf warteten sie zusammen zusetzen.

  

Jetzt kommt auf den kleinen Anleger ein LKW mit kleinem Kran, der wird benötigt um ein kleines Boot vom Trailer aus ins Wasser zu heben.

Wie überall hier, wurde die letzten Tage in der Bucht eifrig geputzt, geschrubbt und hergerichtet, denn dieses Wochenende soll der Tourismus nach Corona offiziell wieder eröffnet werden.

Ich werkle gerade unter Deck als Wolfgang ruft: “Das musst du dir ansehen, da fährt einer Surfboard mit Antrieb!“ Da muss ich natürlich wirklich mal nachsehen, nicht dass der Arme einen Sonnenstich hat. Tatsächlich heizt ein Mann mit seinem Board, als würde er Wellenreiten. Genauso steht er auch drauf, manchmal sieht es auch aus, als würde er mit seinem Skateboard die Straße, in diesem Fall die Wasserstraße entlang fahren. Zwischenzeitlich legt er sich kurz mal zum Ausruhen auf sein Bord. Dann düst sein Board wieder los, er steht ganz entspannt drauf und fährt zwischen den Bojen zum Ufer. Dort nimmt er es hinter den kleinen Booten aus dem Wasser. Leider konnten wir nicht sehen wie das Teil genau aussah. Doch kurz darauf trug er auf seiner Schulter eine Art dickere, schwarz-weise Platte über den Campingplatz. Das war sicher der Akku von seinem Board. Wolfgang hat danach mal gegoogelt, so ein Board gibt s wirklich und kostet so ab 10.000,- €. Wohl nicht für jeden Geldbeutel geeignet.

 

Nachmittags haben wir unser Dinghi aufs Vorschiff gebracht, aufgeblasen, über den Relingzaun ins Wasser gelassen, und auch gleich den Außenborder montiert. Danach haben wir uns umgezogen und sind an Land gefahren. Dort gibt es einen Laden, das hat der Kassierer zu mir heute Morgen gesagt, den suchen wir jetzt.

Die Campinganlage ist riesig, was vom Wasser aus, durch die naturbelassenen Bäume und Büsche nicht zu erahnen ist. Wir fragen jemanden nach dem Weg, ganz einfach, wenn man kroatisch kann. Spass, das waren natürlich auch deutsche die wir gefragt haben, andere Nationalitäten haben wir noch nicht angetroffen, außer ein paar vereinzelte Österreicher. Wir laufen weiter an einem sehr großen Pool und an hunderten leeren mit kleinen Hecken umrandeten Parzellen für die Reisemobile, das man vom Wasser aus, auch nicht sieht.

Unterwegs betrachten wir noch, zumindest von außen die Bungalows.

 

Aber den Markt finden wir noch immer nicht, dann glauben wir ihn entdeckt zuhaben, aber es war nur ein fester Stand mit Obst, Gemüse und Käse. Der sah aber sehr einladend aus. Der Verkäufer fragt was wir denn wollen. Brot gibt es heute keines mehr, aber morgen früh öffnet der Bäcker nebenan, seinen Stand. Gut zu wissen, dann brauchen wir morgen nicht vor zu dem Markt laufen. Wir drehen um und gehen zu dem einzigen Lokal am Ufer essen.

Wie schon vom Boot aus zu sehen, sind die Tische schön weit auseinander gestellt. Die Hände sollen bevor man ins Lokal tritt mit dem bereitgestellten Desinfektionsmittel eingerieben werden.
Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick auf die Bucht.

   

Auf der Speisekarte gibt es meist deutsche Gerichte und diese alle ohne Beilagen. Nachdem wir gewählt hatten, kam unser Essen auf einem Holzbrett mit bedruckter Papierauflage. Wolfgangs Schnitzel sah darauf etwas einsam aus, so alleine. Die extra dazu frittierten Kartoffelspalten wurden separat auf einem „Papierbrett“ serviert. Bei mir, wie auch bei den anderen wenigen Gästen sah es ähnlich aus. Das essen war gut, aber für einen Campingplatz recht teuer. Familien mit Kindern werden hier wohl nicht sehr oft kommen. Wir jedenfalls nicht mehr.

Danach fahren wir zurück zu unserem Schiff, dort hängt Wolfgang noch das Dinghi an den Geräteträger, zieht es hoch und geht noch mal Baden. Er fragt nach der Wassertemperatur, weil es ihm so warm erscheint. Es waren jetzt 24°.

Schon wieder ist ein Tag vergangen.

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Campinglatz voll verändert

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Donnerstag 11.06.2020
45° 02,97 N 013° 41,13 E Log 3350,1 17,3 sm Boje 140 Kuna
W 22° L 21,9 ° Betr. Std. 541,5
Festland Campingbucht Veštar

Grau in grau ist heute Morgen der Himmel. Im Norden donnert es. Wieder sind wir unschlüssig was den Tagesablauf angeht. Also hängen wir erst mal ab. Gegen Mittag meint Wolfgang wir könnten doch weiter nördlich zum Campingplatz Veštar fahren. Erst war ich nicht so begeistert, weil dort der Südwind reinblasen kann. Doch der soll laut Wetterbericht heute Abend weniger werden. Na dann schauen wir mal. Jedenfalls packen wir alles zusammen und fahren kurz vor Mittag los.
Am Meer haben wir wenig Wind dafür werden wir ordentlich von den südlichen Wellen durchgeschaukelt. Mit 2-3 Knoten fahrt schaukeln wir so dahin. Nach eineinhalb Stunden sind wir gerade mal bei der Einfahrt nach Pula. Deshalb beschließt der Käpten am Brijuni Nationalpark nicht westlich wie anfangs geplant vorbei zu segeln, sondern die Route zwischen Festland und Nationalpark anzusteuern.

 

Hier ist es deutlich ruhiger und der Wind nimmt auch etwas zu, so sieht die Sache schon besser aus. Wir segeln zwischen zwei Wetterzonen. Auf der Steuerbordseite ist es dunkelgrau und laut Radar regnet es dort in Strömen, auf der Backbordseite hingegen herrscht strahlender Sonnenschein durchzogen mit einzelnen Wolken.
Brijuni auf der Backbordseite ist eine kleine Inselgruppe in der kroatischen Adria. Sie liegt vor der Westküste von Istrien 12 km vom Zentrum der Stadt Pula entfernt und gehört zur Ortschaft Fažana. Brijuni besteht aus 14 einzelnen Inseln und steht insgesamt unter Naturschutz. Die Hauptinsel Veli Brijun kann mit Ausflugsbooten oder in organisierten Führungen besucht und besichtigt werden. Es gibt auch ein Hotel und Anleger für große Yachten. Die anderen Inseln sind teilweise in staatlichem oder privatem Besitz und werden bewacht.

Hier ein paar Fotos von unserer Durchfahrt. Auf der Steuerbordseite die dunkle Küste vom Festland.

Auf einmal wird der Wind schwächer und urplötzlich stehen wir still. Null Knoten Fahrt und Null Knoten Wind. Es ist eine seltsame Situation. Nach einer kurzen Weile können wir unsere Fahrt fortsetzen. Anfänglich noch mit Segel, dann aber doch lieber mit Motor, sonst kommen wir heute nicht mehr an.

Nach 16:00 Uhr haben wir den Campingplatz erreicht. Auf einmal piepst unser Alarm. Wolfgang hat nicht aufgepasst und wollte die Durchfahrt zwischen der keinen Insel nehmen, die hat aber nur etwa 2,40 Meter Tiefe. Das heißt, mit 40 cm unter dem Kiel hätten wir es vielleicht schaffen können, aber das ist schon sehr riskant. Also mit größter Konzentration zurück fahren und den Weg um die keine Insel herum einschlagen.

Die Bucht hat sich seit dem letzten Mal total verändert. Sie ist voller Bojen und auf der Nordseite ist eine riesige Campinganlage mit kleinen Bungalows entstanden.

 

Natürlich sind auch Stellplätze für Zelte, Wohnanhänger und Wohnmobilen vorhanden. Direkt am Ufer ist ein Lokal, dort stehen die Tische schön weit auseinander. Sehr viele Urlauber sind noch nicht da. Auch hier spricht man überwiegend deutsch. Wir haben noch keinen einzigen Italiener getroffen.

Die Boje an der wir festgemacht haben ist überdimensioniert groß, von denen sind einige im äußeren Bereich der Bucht verankert.

  

Weiter innen kommen unserem Anschein nach, sehr viele kleine Bojen die etwas eng bei einander liegen.

Wolfgang prüft nach dem Festmachen gleich mal die Lage vom Wasser aus. Anschließend meint er, der Verankerung nach können an den Großen Bojen Megayachten festmachen, für unsere Größe würden auch die kleineren Bojen reichen. Aber jetzt wo wir schon mal gut hängen und eh keine Megayachten in Sicht sind ist alles gut so. Kassierer ist noch keiner im Anmarsch, also wollen wir auch nicht mehr warten und uns waschen. Das Wasser mit seinen 22° fühlt sich im Moment für mich zwar immer noch „huch“ an, aber mit wenig Wind doch deutlich besser als gestern. Der Sonnenuntergang ist wieder ein Traum und die kleinen Bungalows haben in der Nacht auch ihren reiz.

 

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Ein Stückchen weiter

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Mittwoch 10.06.2020
44° 49,69 N 013° 51,13 E Log 3332,8 5,7 sm Ankern
W 22,5° L 21,4 ° Betr. Std. 540,2
Festland Bucht Soline

Wolfgang war gestern noch lange über einem Gutachten gesessen, deshalb lasse ich ihn länger schlafen.
Kurz nach 7:00 Uhr gibt es ein Gewitter und es schüttet wie aus Kübeln. Da verpassen wir eh nichts. Ich setze mich einstweilen ins Cockpit und beobachte das Geschehen um uns herum.
Andraŝ setzt das kleine Motorboot vom Slip ins Wasser und wartet. Der österreichische Segler will in den Slip einfahren, aber Andraŝ winkt ab, er wartet noch auf ein Motorboot. Doch das kommt nicht. Die Zeit vergeht und es beginnt wieder zu regnen. Ein Angestellter bringt Andraŝ Vater einen Regenschirm und den wartenden auf dem Slipwagen Regenjacken. Es tut sich noch lange nichts, dann endlich kommt vom Meer her ein kleineres Motorboot und steuert auf die Werft zu. Darauf haben sie gewartet. Nun kann es mit größerer Zeitverzögerung bei ihnen endlich weitergehen.
Jetzt ist auch Wolfgang aufgestanden und wir können Frühstücken. Bis Mittag waren wir etwas unentschlossen wie es weitergehen soll. Der Wetterbericht kann uns mit den wechselnden Windrichtungen auch nicht so überzeugen.
Nachdem der Wind etwas nachgelassen hat, starten wir am späten Mittag doch. Heute werden wir mal wieder unsere Segel setzen, wenn auch nur für kurze Zeit.

  

Wir genießen diese Fahrt. Nach knapp zwei Stunden fahren wir in die Bucht Soline, hier liegen viele Bojen aus. Die Auswahl ist also groß. Im südöstlichen Zipfel der Bucht machen wir fest. Einige Segler mit Kind und Kegel liegen schon an Bojen und planschen teilweise im Wasser.
Wir betrachten erst mal die Lage, dann macht Wolfgang das Gutachten fertig und ich schau mal drüber.
Es fängt an zu Rumpeln und der Wind nimmt wieder zu. Schnell mache ich unser Essen, damit wir fertig werden, falls es zu uns herüber zieht. Währenddessen kommt der Kassierer und verlangt 135 Kuna für die Boje. Später geben wir per Telefon und vom Laptop aus, unserem Mitarbeiter Anweisungen zum Ausdrucken des Gutachtens.

Wir sind in der Bucht gut geschützt, während an der Durchfahrt zum offenen Meer das Wasser mit Schaumkronen vorbei peitscht.
Am Abend ist es fast windstill. Die Bootsfahrer mit ihren Familien räumen ihre Paddelboards auf die Schiffe und es wird ruhig im Bojenfeld.
Wolfgang nimmt noch ein Bad und meint, es ist wärmer als letzten Sonntag. Da waren die Leute von den Nachbarbooten aber anderer Meinung, aus einigen Mündern kam ein „ist das aber kalt!“. Der Meinung bin ich heute auch noch.
Wenn ich so herumschaue habe ich den Eindruck, dass hier die ganzen deutschen Corona-Flüchtlinge herumhängen.
Wolfgang tauscht noch ein paar Schäkel am Anker und dann trinken wir in der schönen Umgebung noch einen Sundowner und lauschen dem Volgelgezwitscher.

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