Schüssel aufs Dach

Samstag 23.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda   Luft 9°

Heute herrscht trübes Wetter und die Sonne will nicht aufstehen, wir auch nicht, tun es ungern, aber doch, denn es gibt noch viel zu tun.

Wolfgang startet schon mal den Versuch das Kabel für das Radar durch ein Trägerrohr zu ziehen. Alleine gelingt es ihm leider nicht. Gemeinsam mit viel Kraft schaffen wir es dann doch.
Nach dieser Aktion wollten wir eigentlich zum Markt, doch dann kommt unerwartet noch Bosko. Er hat den Schreiner her zu uns ans Boot bestellt, weil Wolfgang ihm heute morgen den Auftrag gab, sich um einen Halter für den Außenborder zu kümmern. Es soll ein neuer an den Geräteträger montiert werden.
Bis der Schreiner kommt, zeigt und erklärt uns Bosko verschiedene Möglichkeiten. Am besten würde uns einer gefallen der aus massiven Holz ist und bei dem die Schrauben durch Holzstopfen verdeckt sind.
So nebenbei erfahren wir auch noch von einem Geschäft das alles für den Handwerker hat. Laut Bosko bekommt man dort noch sämtliche Kleinteile einzeln zu kaufen. Klasse, da gehen wir anschließend hin.

Mit dem Schreiner ist alles schnell geklärt. Wir sagen ihm mit Hilfe von Bosko was wir gerne haben möchten. Dann nimmt er gleich Maß und schreibt alles in sein Auftragsbuch das noch kleiner ist, als das von Stefano. Beim nächsten Mal wenn wir wieder kommen, sagt er, ist der Halter für den Außenborder fertig. Wir werden sehen.

Auch Bosko hat den Weg zum Handwerkerladen gut beschrieben. Wir sind überwältigt, was die alles haben und wirklich, es gibt fast alles einzeln. Den neuen Stopfen den Wolfgang kaputt gemacht hat, als er das Kabel heute morgen durchziehen wollte, haben sie da, einzeln. Da nehmen wir lieber einen mehr auf Reserve mit.

Nach unserem Stopfenkauf fahren wir in die Stadt. Ich möchte auf dem Markt Blitva kaufen und mit nach hause nehmen. Den gibt es bei uns so im Moment nicht, da gibt es nur Wintermangold und der schmeckt uns nicht so.

Und wenn wir schon mal hier sind, gehen wir natürlich wieder bei den Einheimischen essen. Der eine Mann von letzter Woche sitzt auch wieder hier bei einem Gläschen Wein und lächelt, als wir uns an den Nebentisch setzen.

Heute habe ich Glück, es gibt noch Sarma. Das möchte ich unbedingt probieren. Wolfgang bestellt sich lieber Schnitzel und wartet wie es schmeckt. Ich habe zuhause auch schon mal Sarma nach angeblich kroatischem Rezept gekocht. Das war aber so sauer, dass Wolfgang dachte, es könnte Löcher in die Kochtöpfe ätzen. Also nicht wirklich gut. Obwohl ich gerne sauer mag, war das doch eindeutig zu viel.

Als das Essen dann kommt, lief mir schon das Wasser im Mund zusammen. Es sah gut aus und es schmeckte total lecker.

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Das fand auch Wolfgang nachdem er mal probiert hatte. Teuer war es auch nicht, es hat gerade mal 5.00 € gekostet. Für insgesamt 13.50 € haben wir beide gut und ausreichend gegessen und getrunken.

Mal sehen ob der freundliche Herr beim nächsten Besuch auch wieder hier sitzt.

Mein Essen hat mich inspiriert, ich möchte es doch noch mal zuhause nachkochen. Auf dem Rückweg laufen wir wieder durch den Markt. An einem Stand haben sie dieses Kraut noch, das man für Sarma braucht. Wenn das keine Fügung ist. Die Marktfrau sagt ausdrücklich dass es istrisches Kraut sei, warum auch immer.

Oh Graus, wir haben Niedrigwasser und zwar sehr niedrig. Unsere Gangway führt sehr steil nach unten auf unser Schiff. Da bin ich meinem Käpten für seine Hilfsbereitschaft sehr dankbar, als er mir beim Abstieg bremsen hilft.

Unsere nächste Amtshandlung ist das Radar. Es soll auf jeden Fall noch montiert werden.
Dazu muss das Bimini etwas abgebaut werden und Wolfgang muss sich strecken um das schwere Radar auf seinen Bestimmungsort zu hieven. Jetzt nur nicht loslassen und schnell eine Sicherungsschraube reindrehen. 

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Als die Radarantenne fest montiert ist, schließt sie Wolfgang mal provisorisch an.

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Das Kabel das wir heute durchgezogen haben muss erst noch ordentlich verlegt werden, das machen wir aber erst wenn wir das nächste mal wieder hier sind. Den Plotter einschalten und warten. Toll es funktioniert. Wieder was geschafft.

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Jetzt kommt das übliche, an Deck alles überprüfen und unter Deck einpacken und aufräumen.

Halt, Wolfgang hat sich ja noch mal mit Block, Stift, Meter und Schieblehre aufs Vorschiff zum Anker auf gemacht um auszumessen. An dem sollen ja auch noch Veränderungen vorgenommen werden. 

Als ich später seine Aufzeichnungen sehe, muss ich sagen die sehen sehr kompliziert aus.

Jetzt müssen wir mit unseren Arbeiten Schluss machen, denn es ist schon spät geworden.

Noch mal ein Vergleich

vorher                                                und                 nachher

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Richtfest

Freitag 22.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 9°   Luft 9,4°

Heute Morgen spricht Wolfgang mit Bosko. Der erzählt, dass er gestern bei Stefano war und dass der Träger gut aussieht. Heute kommt er dann auf jeden Fall, nur wann?

Wir beeilen uns mit unserem Frühstück, damit wir noch genug Zeit haben, alles aus dem Weg zu räumen, was Stefanos Arbeiten behindern könnte.

Genauso wie gestern die Gästekabine wieder leer räumen, die Kisten mit Werkzeug und Leinen aus der kleinen Backskiste unter Deck in unsere Kabine schleppen. Aus der großen Backskiste befördert Wolfgang den Außenborder und die Klappfahrräder auf den Steg. Die langen Sachen, wie Bootshaken, Schrubber und Paddel kommen unter das Sprayhood.

So, das müsste genügen damit sich Stefano und sein Mitarbeiter einigermaßen bewegen können, um die Gegenplatten vom Geräteträger zu verschrauben.

Wir haben schon wieder 10.00 Uhr und er ist noch nicht da. So langsam strapaziert er unsere Nerven. Wir wollten anschließend noch mal zur Ölmühle und Wolfgang wollte  noch das Radar auf den Träger schrauben. Wenn noch genügend Zeit wäre könnte Wolfgang auch noch die dazugehörigen Kabel verlegen und anschließen. Wenn, wenn, wenn… Leider haben wir nur noch einen Tag hier und ob der noch dafür reicht? Naja wir werden sehen.

Gegen 10,30 Uhr kommt Bosko nochmal um Bescheid zu geben, dass Stefano gleich da sein muss so in einer viertel Stunde oder ein bisschen später. Aber er kommt und er beteuert noch mal, dass der Träger super aussieht.

Immer wieder läuft mal jemand am Steg entlang und jedes mal springen wir hoch, bis wir wieder merken, dass es jemand von Bosko ist der sich um die Onze gegenüber kümmert, also mal den Motor laufen lässt, lüftet usw.

Kurz nach halb Zwölf kommt unser ersehnter Besuch. Sie legen das glänzende Gestänge mit den darauf angebrachten Solarmodulen auf den Steg und beginnen sofort mit ihrer Arbeit. Die Solarmodule hatten wir schon vorab mit der Post hierher geschickt, damit der Halter optimal angepasst werden konnte. Zuerst bohren sie unser Schiff für die Halteplatten an, das dauert eine ganze Weile. Danach wird der Träger an Bord gebracht, da hilft sogar mal kurz der Arbeiter von Bosko. Dieser zieht das Boot von Marco etwas an den Steg, hüpft dann drauf und kommt von dort aus auf unser Schiff.

Mit sehr viel Temperament springt der Mitarbeiter von Stefano auf unserem Cockpit hin und her, während Stefano auf der Gangway steht und das schwere Teil hält. Manchmal stehen aber auch beide gleichzeitig auf der Gangway, wobei uns etwas mulmig wird. Sie wird schon hoffentlich halten und nicht kaputt gehen.

Kurzzeitig sperrt Stefano seinen Mitarbeiter mal eben in die große Backskiste, weil er von oben die Schrauben gegenhalten muss, während sein Kollege in der Kiste die Muttern festzieht.

Wolfgang beobachtet wieder alles vom Steg aus, um nicht im Weg herumzustehen. Dabei immer die Hände in den Taschen, denn es ist sehr frisch.

Ich bleibe heute lieber unter Deck, mit Heizlüfter. Aber so wirklich warm ist es hier unten  auch nicht, weil der Niedergang die ganze Zeit offen steht, schließlich muss auch von der Gästekabine aus geschraubt werden. Aber ich kann wenigstens sitzen.

Nach zwei Stunden sind sie erst mal soweit fertig und fahren mal weg. Kommen aber noch mal wieder um das Gestänge fürs Beiboot und zwei neu ausgemessene Rohre mit Biegung für unser Bimini anzufertigen und mitzubringen. Das brauchen wir deshalb, weil das Gestänge fürs Bimini aus Platzgründen etwas versetzt werden muss.
Kurz nach 15.00 Uhr sind sie samt Dinghibügel und den Rohren fürs Bimini wieder da.
Die Teile werden angebaut und Wolfgang bekommt noch eine Einweisung wie man den Bügel für das Dinghi einsetzt.
Da uns der Träger ein klein bisschen zu Instabil wirkt, macht Stefano uns auf Wunsch demnächst wenn er an der Onze arbeitet noch zwei kleine Verstrebungen zur Reling hin.

Ist schon komisch, auch hier verständigt man sich am besten mit englisch.

Um 16.00 Uhr ist alles fertig und Besprochen. Nun können wir bezahlen. Als kleine Zugabe bekommt er noch eine Brotzeit in Form von Wurstdosen. Jetzt sind alle erst mal zufrieden.

Schnell verstauen wir noch unsere Klappräder und den Außenborder wieder in der Backskiste bevor wir uns eiligst auf den Weg nach Banjole machen. Sonst hat die Ölmühle zu. Dort angekommen ist schon bereits seit einer halben Stunde Feierabend. Da uns aber der nette Herr vom letzten Mal wieder über den Weg läuft, frage ich trotzdem mal nach. Wie ich im inneren gehofft habe, schließt er tatsächlich noch mal auf und verkauft uns welches. Jetzt bin ich überglücklich.

Weiter geht’s zum Baumarkt, wir brauchen noch Schrauben, Beilagscheiben, aus der Norm fallende Muttern und Endstopfen für unser Edelstahlrohr. Leider bekommen wir nur einen Teil von dem was wir brauchen, dafür entdecke ich Edelstahlkabelbinder die wir natürlich als Reserve unbedingt mitnehmen sollten, wie ich finde. Hergestellt sind sie Made in Germany. Was sagt man dazu, habe ich bei uns noch nicht gesehen.

Inzwischen ist es stockdunkel als wir den Baumarkt verlassen und nach hause fahren. Dort erwartet uns noch eine menge Arbeit an Deck. Es ist kalt und Lust haben wir auch keine mehr.

Daher machen wir Arbeitsteilung, Wolfgang säubert die Backskisten, räumt sie ein und macht noch das Verdeck ran und ich kümmere mich um unser leibliches Wohl und den Abwasch. Zuletzt noch die Gästekabine einräumen.

In der Pantry gibt es auch was zu reparieren, der Bodenheber vom Kühlboxdeckel ist gebrochen. Der muss erst bestellt werden. Aber jetzt ist erst mal Schluss für heute.

Wir trinken noch ein Gläschen auf unser Richtfest.




Noch einen Tag warten

Donnerstag 21.01.2016

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 10°   Luft 9°


Wir machen schon mal die drei Seitenteile vom Verdeck weg und räumen die Gästekabine leer. Alles muss nach hinten in unsere Koje. Wenn Kristina Bescheid gibt, wann Stefano kommt, haben wir nicht mehr viel Zeit den Außenborder abzumontieren und die beiden Backskisten auszuräumen, damit er gleich loslegen kann mit dem Anbau unseres Geräteträgers.
Ab 9,00 Uhr wollte er kommen. Wir warten und warten, gegen Mittag kommt endlich Kristina, aber nur um uns zu sagen dass Stefano heute nicht mehr kommen wird, weil er mit unserem Träger noch nicht fertig ist. Er kommt Morgen um 9.00 Uhr. Na super. Jetzt schleppen wir wieder alles von unserer Koje zurück in die Gästekabine, denn wir wollen ja heute Abend gerne in unserem Bett Platz haben.

Zur Abwechslung fahren wir mal rüber zur Westseite nach Verudela an den Strand.
Keine Menschenseele hier. Das Wasser ist wieder glasklar. Auf den großen Kieselsteinen aber wurde so allerhand organisches aus dem Meer angeschwemmt, von dem wir nicht wissen was es ist. So weiche grünliche Substanzen und längliche wabbelige  Überreste die unseren dunklen Nacktschnecken ähneln, könnten auch Seegurken sein. Und noch jede Menge mehr, wie Seeigel, die schon ausgefressen sind aber ihre Stacheln

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noch haben. Oder dieser kleine Seestern, der schon recht fest ist aber noch nicht richtig ausgetrocknet. Dann finde ich noch einen Schatz, eine Münze in der Größe eines 50 Cent Stückes überzogen mit Grünspan. Ein paar Schulps, den kleinsten Seeigel den ich je fand, der höchstens 1cm Durchmesser hat, einige gedrehte kleine Schneckenhäuser die vielleicht endlich mal ohne Bewohner sind und einige kleine Muscheln.

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Inmitten von kahlen Felsen entdecke ich noch dieses lilafarbene kleine Pflänzchen.

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Wolfgang treibt mich ein bisschen an, er möchte nach hause weil er friert.

In der Marina werden wir kurz vor unserem Parkplatz ausgebremst, denn hier wird am Steg 11 gearbeitet. Ein kleiner Bagger schaufelt vom Hafenbecken den Untergrund mit Steinen und Dreck dicht ans Ufer.
Was soll das bloß werden?

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Wolfgang wärmt sich auf und ich geh einstweilen Duschen, jetzt ist die wärmste Zeit vom Tag. Von außen dringt ständig Lärm in den Duschraum.

Auf das Ausgebaggerte kippt jetzt ein Lkw mehrere Fuhren große Steine ins Wasser, diese werden dann festgedrückt. Sieht aus als wollte man den Steg verbreitern. Das ganze spielt sich vor dem Bug der großen Motorjacht ab, die uns gegenüber liegt.

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Jetzt fährt der kleine Bagger mit einer großen Stütze an den beiden vorderen Rädern auf den aufgeschütteten Haufen und reicht so weiter ins Hafenbecken um es weiter ausschaufeln zu können. Aha, das Schiff braucht am Bug mehr Tiefgang.

Zu fortgeschrittener Stunde als sie mit ihrer Arbeit fertig sind, wird alles wieder weggeräumt. Das heißt ausbaggern, alles auf den Lkw laden und wieder abtransportieren. Das Ganze dauert bis spät in den Abend, danach ist von dieser Aktion nichts mehr zu sehen.  

Kein Lärm mehr, dafür bläst jetzt der Wind.

Uns ist das egal, wir trinken gemütlich einen oder zwei Brandy und bekommen schöne rote Backen und schwitzen.




Fast nichts gearbeitet

Mittwoch 20.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 10°   Luft 9°


Warten auf Nachricht von Stefano, aber es kommt bis Mittag keine. Das hatten wir uns schon gedacht, dass er bis heute mit dem Geräteträger nicht fertig werden kann, denn es war noch sehr viel zu schweißen und polieren wollte er ihn ja auch noch.

Bei dem schönen Wetter im Boot rumsitzen und länger warten brauchen wir aber auch nicht.

Außerdem ist unser Brot alle und wir wollen in Pjescana Uvala im Dorfladen welches kaufen. Von dort aus gehen wir zum Strand um nach gebrauchsfähigen Strandgut zu suchen. Der wurde ausgerechnet heute vom Müll befreit, denn die vollen Säcke stehen noch da. Also gibt es auch keine Schulps, denn die werden dann auch mit dem Unrat auf dem sie häufig liegen mit zusammengerecht. Macht nichts, ein paar Kleine hatten wir ja schon neulich gefunden und ein paar Tage haben wir auch noch.

Bei so einem super Wetter brauchen wir nicht mal unsere Winterjacken, da putzen wir doch gleich ein bisschen am Schiff herum. In der Sonne ist es richtig schön warm.

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An Bord wird geschweißt

Dienstag 19.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 10°   Luft 3,5°

Heute Nacht war es hier auch ganz schön frostig. -3° zeigte unser Thermometer für den Außenbereich an. Der Steg und die Scheiben von unserem Auto waren leicht angefroren. Jammern dürfen wir aber trotzdem nicht, denn bei uns zuhause soll es schon deutlich kälter sein, heute Nacht könnte es in Deutschland sogar um die – 21° geben.

So, heute sind wir auf der Suche für einen geeigneten Platz für unseren WLan-Router. Der Platz dafür darf nicht feucht sein, man darf nicht hin stoßen können und er darf nicht soweit weg von der Antenne sein, weil das dazugehörige Kabel nur 5 m Länge hat und die schnell verlegt sind. Wenn die Möglichkeit besteht, könnten wir von der großen Backskiste aus durch die Wand nach innen in einen Badezimmerschrank gelangen und den Router dort montieren. Mal sehen ob es klappt.

Gegen Mittag hat sich Stefano angekündigt. Von der Zeit her ein bisschen rauf oder runter, war wieder eher rauf. Diesmal sind Stefano und sein Angestellter voll bepackt mit Arbeitsmaterial und natürlich unserem Geräteträger. Dieser lässt sich zusammengeschweißt nur sehr schwer durch das Tor am Steg manövrieren. Am Steg wird er erstmal abgelegt.

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Bevor er an Bord gebracht wird, müssen noch Vorbereitungen getroffen werden. Dann ist es soweit. Da Stefano sehr genau arbeitet, wird alles exakt vermessen, mit Leinen fixiert, mit der Wasserwaage ausgerichtet und mit Zwingen befestigt. Da das natürlich eine ganze Weile dauert und Wolfgang sowieso aufpasst, schlendere ich am Steg entlang und beobachte mein näheres Umfeld. Zum richtigen Zeitpunkt steh ich am Ende vom Steg, denn da fährt gerade im Schritttempo ein nicht sehr großes Schlauchboot vorbei. Im Schlepptau hängt ein abgesoffenes Schiff, von dem nur noch ein Verdeckgestänge oder ähnliches  aus dem Wasser ragt. Mit gelben Luftsäcken wird es an der Wasseroberfläche gehalten. Am hinteren Ende des abzuschleppenden Schiffes hält sich ein Taucher fest, der nur mit Kopf und ein wenig Oberkörper aus dem kalten Wasser ragt. In seiner Gänsehaut möchte ich jetzt auch nicht stecken.

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Ein Stückchen weiter hinten verschwinden sie dann zwischen anderen Booten bei der gegenüberliegenden Marina Bunarina.
Für mich gibt es davon weiter nichts mehr zu sehen, deshalb schaue ich jetzt wieder bei uns nach dem Rechten.
Hier ist alles soweit vorbereitet und die Platten für die Trägerfüße angepasst. Jetzt heftet Stefano mit seinem Schweißgerät das Gestänge an die Befestigungsflansche.

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Wolfgang und ich können dabei leider nicht helfen und stehen uns die Beine in den Bauch. Nach Beendigung von Stefanos Schweißarbeiten besprechen wir noch mal alle Details. Und wieder müssen sich Wolfgang und Stefano erst über die Höhe der Stange für das Radar einigen. Bei den Ringen, Haken und dem Anbau für den Außenborder sind wir uns jetzt schneller einig. Stefano freut sich dass auch ich zufrieden bin. Er sagt:“Wenn Frau zufrieden, dann alles gut“.

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Nach zwei Stunden arbeiten und frieren, verstaut Stefano und sein Helfer wieder alles samt unserem Geräteträger in seinem Auto. In seiner Werkstatt wird er jetzt alles fertig bauen. Morgen oder übermorgen werden wir dann von Bosko oder Kristina Bescheid bekommen zu welcher Zeit er wiederkommt.

Nachdem das alles doch recht lange gedauert hat und die Sonne auch schon bald untergeht, haben wir heute mal keine Lust mehr zum Spazierengehen und machen es uns unter Deck gemütlich.

Wolfgang freut sich schon auf Sauerbraten und Klöße, ich natürlich auch.




Gutes Öl

Montag 18.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 11°   Luft 4,7°

Für die Kabelverbindungen braucht Wolfgang noch ein paar Flachstecker, mal sehn ob wir die bei Wasi bekommen. Der hat leider keine, aber er beschreibt uns den Weg zu einem Elektriker.

Auf dem Rückweg will gerade ein Einhandsegler anlegen. Wolfgang ist bei der Leinenübergabe behilflich, dabei fällt ihm seine Brille samt Etui ins feuchte Nass . Glücklicherweise ist es ruhig auf dem Wasser und der Skipper vom Segelschiff kann die vor dem Boot treibende Brille retten. Die wird gleich mit Frischwasser gespült.

Nach der Mittagspause begeben wir uns mal auf den Weg zum Elektriker, den Wasi gut beschrieben hat. Der kleine Elektroladen ist wirklich klein, aber er hat was wir brauchen. Er beschränkt sich mehr auf Material und nicht auf Elektrogeräte. Ein paar Lampen und Batterien hat er schon.

Weiter geht’s zur Ölmühle. Dort war ja im Spätherbst schon alles ausverkauft, aber jetzt sollten wir welches bekommen. Wir können sogar zwei Öle verkosten. Das im Geschmack etwas mildere stammt aus der Pressung von November / Dezember, das andere mit für uns zu bitteren Nachgeschmack, von den Vormonaten. Unsere Wahl fällt auf das später gepresste Öl und auf die Variante in Plastikflasche, die deutlich günstiger ist, als die  dekorative Glasflasche. Der junge Mann füllt uns das flüssige Gold aus einem größeren Edelstahlfässchen in die Plastikflasche ab. Zuhause habe ich mehrere dieser Glasflaschen und werde es dann selbst umfüllen. Jetzt haben wir wieder ein qualitativ hochwertiges Olivenöl. Es hat aber auch seinen Preis, aber es ist es uns wert.

Wieder zuhause möchte ich die auf dem Markt gekauften Kartoffeln kochen. Es scheint die gleiche Sorte mit der roten Schale zu sein wie die, die ich auch zuhause von einem Bauern meines Vertrauens gekauft habe. Mit Schale schauen sie gut aus, aber wehe sie sind geschält. Dann kommen die vielen dunklen tief in die Kartoffel eindringenden Flecken zum Vorschein. Mal wieder Pech gehabt.

Gegen Abend dann, sind die durchgefrorenen Arbeiter von der gegenüberliegenden Poolbaustelle auch nach hause gegangen. Da nutzen wir mal die Gelegenheit, bevor es dunkel wird und schaun mal nach wie weit sie seit dem letzten Jahr gekommen sind. Die Veränderungen sind deutlich zu erkennen. Wenn wir das nächste mal wieder kommen, werden die Arbeiten sicher fertig sein.

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Weiter vorne auf dem Trockendock, entdecken wir das Motorboot von unserem fischenden Bootsnachbarn. Wir hatten uns schon gewundert, dass das Boot in dieser frostigen Zeit solange weg war.  Es hat außen einen neuen Anstrich bekommen und sieht fast aus wie neu .

Nun verarbeitet Wolfgang noch seine Flachstecker.




Lümmel neu geölt

Sonntag 17.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 11°   Luft 7,5°

Heute Nacht hörten wir in unserer Koje ein nerviges knarren und knatzen oben an Deck, das durch den Wind ausgelöst wurde.

Nach dem Frühstück geht Wolfgang mit einer Dose WD40 an Deck, um das vermutete Problem zu lösen. Tatsächlich, es ist nur der Lümmel der etwas Öl vertragen kann und schon ist unsere Nachtruhe wieder hergestellt.

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Wenn wir schon mal an Deck sind, testet Wolfgang schnell noch den von gestern neu eingebauten Schalter von der Ankerwinsch. Hört sich gut an, sie läuft.

Ich beobachte unterdessen einen Wasservogel der vor unserem Bug hin und her schwimmt und immer mal wieder abtaucht, aber nie was im Schnabel mit hoch bringt.

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Nachmittags als wir vom Strand zurückkehren, wärmen wir uns mit einem heißen Kakao und testen meinen vor zwei Jahren gebackenen Apfelkuchen im Glas. Der sieht noch gut aus und schmeckt schön saftig. Mit Puderzucker wäre er bestimmt noch besser.

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Gestärkt und aufgewärmt, baut Wolfgang den Generator ans Boot. Wir hatten ihn beim letzten Mal mit nach Hause genommen und seinem Erbauer geschickt, weil noch etwas geändert werden musste. Jetzt muss Wolfgang die Länge des Kabels neu ausmessen und noch einen Stecker montieren.

Nach getaner Arbeit tun wir das, was wir zur Zeit nicht gerne machen, nämlich Duschen. In den Sanitäranlagen sind die Temperaturen fast so wie draußen. Es ist nur ein Unterschied, es ist hier Windstill. Wir haben also die Wahl zwischen müffeln und frieren. Weil man aber so manches aushalten kann, entscheiden wir uns für angenehm riechen. Dieser Vorgang wird von uns Beiden aber ziemlich flott ausgeführt.

Um so mehr schätzen wir danach die angenehme Wärme in unserem Schiff.




Strahlender Sonnenschein

Samstag 16.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 10°   Luft 7°

Heute ist mal shoppen angesagt. Aber vorher gehen wir zur Posta, nachfragen ob das Ansichtskartenporto noch aktuell ist, nicht dass unsere Isabella noch Strafporto bezahlen muss. Beim Kapetanija auf dem Hafenamt ist auch alles schnell erledigt, das neue Permit gilt nun bis 31.12.2016.

Auf dem Parkplatz gleich um die Ecke vom Hafenamt hat man eine sehr gute Sicht hinauf zur Arena. Die sieht heute irgendwie anders aus als sonst, bis uns auffällt dass das Baugerüst nicht mehr vorhanden ist.

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Jetzt im Winter werden anscheinend nicht so viele Parkplätze benötigt. So ist es kein Problem, dass auf einem Teil der Parkflächen eine mobile Eisbahn in einem Zelt aufgebaut wurde. Hier tummelt sich Groß und Klein. Für kleine, faule oder ungeübte Schlittschuhläufer, kann ein Schneemannmobil mit Kufen ausgeliehen werden, das dann von einer gutmütigen Person geschoben werden darf. Nebenan wird für das leibliche Wohl, mit Popcorn, Getränken und Essen  gesorgt.

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Als Gegensatz zur Winterstimmung beim Schlittschuhzelt, sprudelt hier ein Brunnen wie im Hochsommer.

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Ganz in der Nähe ist die Markthalle und die davor aufgebauten Verkaufsstände.

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Hier schlendern wir ein bisschen, um noch Zutaten für einen Salat zu kaufen. Viele Stände sind schon leergeräumt oder haben nur noch vereinzelte Waren da. Deshalb werden wir wohl von allen Seiten angesprochen, denn jeder will noch schnell was an den Mann beziehungsweise die Frau bringen. Angeboten wird hier fast nur Wintergemüse und nur ganz wenig Treibhausware die es um diese Jahreszeit sonst nicht geben würde. Nicht so wie in den Supermärkten, wo man das ganze Jahr über alles bekommt. Hier verkauft man ganz in unserem Sinne.

In unserem Sinne ist auch die Kneipe,

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wo sich die Einheimischen nach ihren Einkäufen auf dem Markt noch ein gemütliches Glas Wein, oder auch mehrere, gönnen. „Mann“ trifft Freunde und gute Bekannte und man staune, es wird noch richtig miteinander gesprochen. Nur ein allereinziges Mal hat jemand, in der Zeit als wir da waren, sein Handy herausgeholt und das nur, um mit dem gerade zur Tür hereingetretenen Kapitän ein Erinnerungsfoto zu machen.

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Wir bestellen uns wieder aus der Bilderspeisekarte was zu Essen.
Der Fisch mit Mangold, Kartoffeln und Brot war wieder super lecker und günstig.

Gestärkt setzten wir unseren Weg fort.

Sehr engagiert und freundlich ist die junge Verkäuferin in einer Boutique, als Wolfgang sich eine Jeans kaufen möchte. Das ausgesuchte Exemplar fällt leider nicht unter die
30 % Waren, die am Schaufenster angepriesen werden, aber sie passt sehr gut und deshalb wird sie auch gekauft.

Im Müller-Markt und beim Bäcker werden wir auch noch Geld los.
So jetzt reicht es aber erst mal mit dem Einkauf.
Wir marschieren zum Auto, verstauen unsere Einkäufe und ziehen dann noch mal los zum
Hafen. Dort ist es zwar schön und es gibt nicht so viel Rummel wie im Sommer, aber durch den Wind fühlt es sich sehr kalt an, deshalb sind wir uns einig und fahren lieber wieder zurück zum Schiff.

Dort schließen wir gleich unser Verdeck und lassen den Wind draußen.
Ich bevorzuge ja gleich unter Deck ins gemütlich Warme zu gehen. Wolfgang möchte noch ein bisschen werkeln und montiert den Schalter für unsere Ankerwinsch an die Steuersäule.
Als er damit fertig war ist es auch dunkel geworden. Nun verbringt er noch etwas Zeit mit Kabeln hinter der Schalttafel.  




Geräteträger anprobieren

Freitag 15.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda     

Draußen ist es dunkelgrau und es regnet in Strömen, genauso wie gestern am späten Abend bei unserer Ankunft.

Jetzt packe ich erst mal meinen Waschbeutel und bin mal gespannt, ob ich die Sanitäranlagen bei uns gegenüber benutzen kann. Wolfgang hat gestern Abend ein Schild an der Tür gesehen wo in vielen Sprachen draufstand, dass die Sanitäranlagen repariert werden und geschlossen sind. Aber alles war einsatzbereit wie immer und auch die Tür war offen. Das könnte natürlich auch daran liegen dass auch das Schloss defekt ist.

Dort treffe ich die Putzfrauen und wir grüßen uns freundlich. Alle drei gehen wir rein, keiner sagt was wie „du kommst hier nicht rein“. Also ist doch alles bestens.

Auf dem Rückweg treffe ich Bosko, der war schon bei Wolfgang und hat uns in einer Stunde das erscheinen von Stefano angekündigt.

Darüber sind wir sehr erstaunt und natürlich auch sehr erfreut, nur hatten wir am ersten Tag nicht wirklich damit gerechnet. Aus einer Stunde wurde natürlich nichts, denn es goss wie aus Eimern. Nach drei Stunden als der Regen nachgelassen hatte, kam dann Stefano mit einem Angestellten und Bosko als Übersetzer. Die riesige Edelstahlkonstruktion die sie mitgebracht haben hat Stefano nur zusammengepunktet und noch nicht richtig verschweißt. Jetzt können wir alles anschauen und eventuell auch noch was ändern, wenn wir denn wollten. Der arme Helfer steht auf der Gangway und muss den Träger solange halten bis wir alles geklärt haben.

Stefano das Schlitzohr hat den Geräteträger etwas niedriger gemacht als wir es eigentlich wollten, aber wie er immer wieder sagt, baut er seine Sachen so, dass es auch gut zum Schiff passt.

Letztendlich sind wir uns einig und sie können den Träger wieder auf ihr Auto laden. Stefano wird aber noch zwei bis drei Mal  kommen müssen um alles zu montieren. Bosko als Vermittler gibt uns dann wieder Bescheid.

Jetzt lockt uns die Sonne nach Pjescana Uvala an den Strand.

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Hier wurde schon wieder allerhand Unrat angespült.

Ein paar kleine Schulps habe ich auch gefunden und inmitten von angeschwemmtem alten Seegras entdecke ich eine Babuška, eine olivgüne Käferschnecke, das heißt was von ihr übrig ist.

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Ein Prachtexemplar, denn normalerweise soll sie ja nur 2,5 cm groß werden. Ihre Schale besteht aus 8 Platten, die zu Lebzeiten beweglich miteinander verbunden waren.

Als die Sonne hinter den Bäumen verschwinden will, gehen wir wieder zurück, denn kalt wird es jetzt auch.

Unser kleiner Heizer schafft heute nur knapp 18° und das ist doch ein bisschen frisch so beim dasitzen. Deshalb kramen wir noch den kleinen Radiator unter unserer Koje hervor, damit er dem Heizerchen zu Hilfe kommt.