Am Abend wurde es windig

Montag 10.08.2015   

44°39,43N   014°15,46 E     Log 2334,5  10,6 sm    Ankern 10m

Insel Unije   Bucht Podkujni  Luft 34°  Wasser 28°    Betr. Stunden 411,2

Bald aufstehen an Land fahren und einkaufen, die Verkäuferin von gestern hat nicht zu viel versprochen, sie haben alles, alles was wir brauchen. Brot.

Jetzt wo wir die Bucht verlassen, fahren wir ganz nah an dem historischem Segler vorbei. Es ist wirklich ein Schmuckstückchen.

Wieder fast kein Wind. Nach einer Weile ein bisschen. Der Käpten lässt die Segel setzten.

Dann holt er auf einmal die Unterwasserkamera und bringt auch gleich Gewebeband mit. Mir schwant schlimmes. Als er dann noch den Bootshaken holt, frage ich nur:“ Bist du irre“

Er befestigt die Kamera mit Gewebeband am verlängertem Bootshaken.

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Dann hält er sie am Heck ins Wasser. Mir gibt er Anweisung den Gashebel auf Neutral und dann auf Rückwärts zu stellen. Kurz darauf holt er die Kamera wieder an Bord. Lange wäre sie aber nicht mehr am Bootshaken kleben geblieben. Er sagt nur:“ Es hat mir gereicht“. Es hat sogar funktioniert. Er konnte sehen wie sich der Drehflügelpropeller in Segelstellung verhält, das wollte er schon lange mal überprüfen.

Digital Video Camera

Als wir immer langsamer werden Motoren wir gar zur Bucht. Dort finden wir noch genügend Platz. Der Anker hat sich super im Sand vergraben, auch das hat er fotografiert.

Digital Video Camera

Ich gehe wieder schnorcheln, diesmal mit T-Shirt da ich mir bei Silba einen roten Rücken zugezogen habe.

Unter Wasser ist es hier nicht so prickelnd, das Wasser ist zwar ziemlich klar und warm, aber die lebendige Schönheit fehlt hier. Fast nur alte Muscheln, wenig Fische und ein langer Streifen mit großen kieselartigen Steinen auf denen nicht mal Algen wachsen. Ich bin die halbe Bucht abgeschnorchelt, überall sah es so aus. Ich war sehr enttäuscht. Jetzt strecke ich mal meinen Kopf aus dem Wasser um zu sehen wo unser Boot ist. Da sind plötzlich viele Schiffe und unsere Samoa kann ich nur von weitem an der Frankenflagge erkennen. Auf meinem Rückweg kommt mir Wolfgang mit der Unterwasserkamera entgegen und holt mich ab. Dabei wird natürlich ein bisschen fotografiert.

Das kleine gelbe Segelschiffchen von gestern ist jetzt direkt hinter uns. Mir gefallen sie einfach, die älteren klassischen Formen.

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An Bord merke ich wie meine Beine auf der Rückseite bis zum Po und meine Arme da wo kein T-Shirtarm mehr war alles brennt. Total rot von der Sonne. Wieder zu lange unterwegs gewesen.

Es werden immer mehr Boote. Am Abend zieht sich auf einmal der Himmel zusammen und es wird windig. Jetzt arbeiten alle an ihren Booten herum. Auch wir. Wir nehmen den Fliegenschutz herunter, schließen die Luken und räumen alles auf. Dann befestigen wir noch unseren Kettenhaken. Nun wird es aber frisch, denn der Wind nimmt immer mehr zu.

Auf einmal gibt es Aktion am Ankerplatz. Da kommt ein Italienischer Segler und quetscht sich vorne mit seinem großen Boot zwischen drei seiner Landsleute. Die heben dann alle ihren Anker und machen weiter weg erneut fest.

Vom kleinen gelben Segelboot hinter uns rutscht der Anker und das hängt bald auf seinem Hintermann. Also wird auch hier der Anker gezogen. Die haben fast nur Leine und nur am Ende ein Stücken Kette an einem ganz einfachen Anker.

Nun haben wir etwas mehr Platz nach hinten und Wolfgang gibt noch Kette nach.

Vom gelben Segelschiff wird der Anker noch öfters gezogen und noch mit zwei weiteren Leinen verlängert. Es dauert noch lange bis da der Anker hält, in der Zwischenzeit hat noch ein slowenischer Segler sein Boot verlegt, weil es in seiner Ecke auch recht eng wurde. Momentan haben wir alle einen großen Schwojkreis und werden schön hin und her geschubst. Nun ist es bereits stockdunkel als noch ein Segler hier ankommt und meint weit nach vorne in die Buchtspitze zu müssen. Das dauert dann auch noch bis der einen geeigneten Platz findet. Ganz vorne kommt was größeres angefahren. Durch mein Fernglas kann ich ein größeres Fischerboot erkennen. Die haben wohl irgendein Problem, denn der eine Fischer werkelt am Heck des Bootes herum. Gleich darauf brennt das rote Licht für manövrierbehindertes Fahrzeug.

Zu guterletzt prescht noch an steuerbord von uns ein großer Katamaran vorbei und fährt auch vor zur Spitze. Der bleibt aber dort, er hat auch nicht viel Tiefgang.

So langsam haben alle ihren Platz gefunden und es wird wieder ruhiger in der Bucht.

Nach drei Stunden ist der Wind genauso schnell wieder weg wie er gekommen war. Vielleicht waren das Ausläufer von einem Gewitter in der Nähe, die waren ja heute örtlich gemeldet.  

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