Wir bleiben noch

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Dienstag 09.10.2018
44° 49,72 N 013° 51,13E Log 3122,8 0 sm
W 19,5° L 22° Betr. Std. 504,5 Boje
Festland Bucht Soline

Im dunkeln kam gestern Nacht noch eine Yacht mit österreichischer Flagge an, und hatte heute Morgen als wir aufgestanden sind bereits ihre Boje wieder verlassen. Vielleicht wollten sie die Bojengebühr unterschlagen.
Bei uns kam gestern keiner zum Bojen kassieren, mal sehen ob das heute anders ist.
Segeln waren wir diesmal nicht, weil der Wind etwas aufgefrischt hat und Lust zum kreuzen, so richtig dick eingepackt hatten wir auch nicht. Wir blieben lieber noch in der fast leeren Bucht und ließen uns vom Wind hin und her drehen. Das ist fast wie fernsehen, nur schöner.

Da kam am späten Vormittag eine Charteryacht mit vier jungen Männern und wollten an die Boje. Nicht so ganz leicht bei Wind, diese zu erwischen. Ist auch zwei mal fehlgeschlagen. Danach hatte Einer die Boje mit dem Bootshaken erwischt, dumm war nur, dass sein Kollege zu lange gebraucht hat um die Leine einzufädeln. Der Wind hatte die Boje samt Bootshaken, mit dem der eine junge Mann die Boje hochgezogen hatte, mit sich gerissen und der Bootshaken lag im Wasser. Jetzt musste dieser erst mal wieder mühselig aus dem Wasser gefischt werden. Danach standen alle vier hinten am Heck und versuchten ihr Glück erneut. Die Boje war gefangen, nur wie bekommt man sie jetzt nach vorne zum Bug? Kurzerhand haben sie es aufgegeben und die Boje am Heck hängen lassen. Ist halt etwas ungewöhnlich, dieser Anblick.
Unsere deutschen Bojennachbarn waren mal wieder mit ihrem Hund im Dinghi zum Gassi gehen unterwegs. Das Bootfahren auch im flotteren Stil schien ihm sehr zu gefallen.

Einige Zeit später haben dann die vier Bojenkünstler die Bucht wieder Richtung Marina verlassen.
Nachmittags lässt auch der Wind wieder deutlich nach.
Zur selben Zeit wie gestern, kamen drei Einheimische Frauen mit ihren beiden Hunden ans Ufer und setzten sich auf einen der älteren kleinen Stege.

Die älteste, sehr dünne Frau rauchte gleich eine Zigarette und unterhielt sich mit ihrer lauten, tiefen Stimme kurz mit einem Fischer. Danach zog sie genau wie gestern ihr Kleid aus und ging nackt nur mit Taucherflossen ins Wasser. Tauchte kurz ins Wasser ein, zog ihre Flossen an und kraulte an uns vorbei. Ziemlich weit entfernt, dreht sie dann um und kam brustschwimmend, dann wieder kraulend zurück zu ihrem Steg. Dort gab ihr die junge Frau ein Handtuch und sie trocknete als erstes ihre dünnen, langen Haare ab. Als sie sich wieder angezogen hatte, rauchte sie erneut eine Zigarette. Respekt vor dieser alten Dame, wie sie recht flott im kühlen Wasser ihre Bahn gezogen hat. Vermutlich macht sie das jeden Tag. Ein schönes Ritual und dann soll noch mal einer sagen rauchen schadet.
In der Zwischenzeit machen sich unsere deutschen Nachbarn auch klar um weiterzufahren.
Nun bearbeitet mich Wolfgang, auch mal ins Wasser zugehen und bringt gleich unsere Handtücher mit. Er geht als erster rein, während ich zunächst mal mit den Füßen teste und dann entscheide, dass es mir doch zu kalt ist. Lange bleibt er auch nicht drin, als ich ihm sage:“ Schau mal, eine kleine Qualle wie in Pješčana uvala“. Diese Gelegenheit nutzt er, um schnell aus dem Wasser zu kommen, ich glaube aber das war ein guter Aufhänger, wegen der Kälte.
Viel gemacht haben wir heute nicht, nur ein paar Fender geputzt.
Jetzt am Abend ist unsere Samoa das einzige Schiff an der Boje. Es ist wieder sehr still geworden, das Meer ist spiegelglatt und gelegentlich hüpft immer mal wieder ein Fisch neben unserem Boot aus dem Wasser. Vom Land ertönt wieder Vogelgezwitscher und wir genießen mit allen Sinnen diese herrliche Umgebung. Was für ein Traum.

Nun trinken wir noch einen Cognac gegen die kühlen, nächtlichen Temperaturen.

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