Polizeikontrolle

Donnerstag 17.06.2021
44° 51,56 N 013° 49,07 E   Log 3505,3  4,9 sm
Wasser 23,3 ° Luft 25,5°  Betr. Std. 566,9
Festland  Bucht Stoja     Ankern 10 m

Lange schlafen, alles in Ruhe angehen lassen. Gemütlich Frühstücken und dann zusammenpacken. Kurz bevor wir losfahren wollen, fährt der Deutsche Segler der gestern auf dem Slip stand und heute nach der Wasserung gleich weitergefahren ist, wieder herein in die Bucht. Fährt nahe an uns ran und sagt, dass sein Motor recht heiß läuft. Da denkt man zuerst an den Impeller aber der wurde gerade erneuert. Jetzt wollen sie dass Andraŝ sich das noch mal anschaut. Nur jetzt wird er keine Zeit haben, denn mittlerweile steht ein neuer Segler in der Werft. Die Beiden ankern in unmittelbarer Nähe neben der Slipanlage und warten erst mal. Was dabei herauskommt erfahren wir vielleicht einmal, wenn sich unsere Wege zufällig wieder kreuzen. Wir fahren jetzt erst mal weiter und hätten gerne mal unsere Segel gesetzt, aber es gibt nicht mal einen Hauch von Wind. So motoren wir die kurze Strecke zur Bucht Stoja. Drei Segler liegen vor Anker. Wir suchen nach einem geeigneten Platz, der nicht so sehr tief ist . Die Frau von einem Boot ruft uns zu herüber, dass sie jetzt weiter fahren wollen und fangen gerade an ihren Anker herauf zu holen. Perfekt für uns, wir können auf noch 10 Metern ankern.

An der Südseite der Bucht wird ein neues Hotel gebaut und am Campingplatz wurden einige baufällige Anlagen restauriert.

Plötzlich sehe ich Fische, viele Fische um unser Boot herum schwimmen. Die werde ich sofort mit meinem restlichen alten Brot füttern und davon gibt es noch einiges. Bald ist alles aufgefuttert.
Danach wird notgedrungen ein bisschen für die Arbeit getan und dann können wir endlich ins Wasser. Wolfgang versucht sich wieder auf dem Board und ich schwimme in der Nähe des Bootes herum. Eine Weile sitzen wir dann gemütlich gemeinsam auf dem Bord und lassen uns vom Wasser hin und her schaukeln. Derweilen kommt ein deutsches Segelboot und lässt seinen Anker direkt vor unserer Nase ins Wasser. Dicht vor unserem Bug binden sie dünne Schnüre an etwas Schweres und lassen es mit der Ankerkette ins Wasser. Ich glaubte Anfangs sie hätten Schwierigkeiten mit dem Anker. Wolfgang meint, was sie da schweres zum Anker reingelassen haben ist ein Ankergewicht. Er hätte nur noch niemals gesehen, dass es jemand hier benutzt aber wir hätten auch so eins für schwierige Ankersituationen. Danach holen sie von irgendwo her ein Gestell, das sie an die Badeleiter schnüren. Aus unserer Sicht eine gefährliche Sache, denn die beiden dünnen Rohre die nach oben zeigen sind offen, doch diese umwickelt jetzt ein Crewmitglied mit Isolierband. Dann wird diese Konstruktion wiederum mit dünnen Schnüren an der am Heck hochgebundenen Gangway befestigt.
Ein weibliches Crewmitglied möchte jetzt ins Wasser, dazu rüttelt sie erst mal an den beiden dünnen Rohren, die in ihrer Hand hin und her zu bewegen sind, befindet sie für gut und benutzt sie als Handlauf für ihre Badeleiter. Die restliche Mannschaft macht es ihr nach.
Jetzt möchten wir erst mal etwas essen, aber nichts Großes. Da wir kein Brot mehr haben und es zum Brötchen aufbacken zu warm ist, wollten wir Knäckebrot essen, das sich noch in einem unserer Schapps befindet. Schön in einer Tüte verpackt, damit das Brot trocken bleibt. Doch als ich es heraus nehme wimmelt es von winzigen kleinen Individuen. Schnellstens bringe ich es an Deck. Wolfgang untersucht die Packung und entleert sie dann in einen Eimer. Ich prüfe derweilen die anderen Sachen aus dem Schapp auf Schädlingsbefall, doch Alles ist gut. Zum Glück habe ich alles eingetuppert, so konnten wir diese Insektensiedlung auf das Knäckebrot beschränken. Vorsorglich habe ich noch schnell alles ausgewischt. Nun setze ich mich erneut auf das Heck vom Schiff und füttere Fische, diesmal einen Eimer voller Knäckebrot. Auch der war schnell verputzt. Doch was essen wir jetzt. Da wir ziemlich gut mit Proviant ausgestattet sind, haben wir noch Zwieback zur Auswahl, da lebt wenigstens niemand drin.

Als Wolfgang später nach seinem abendlichen Bad aus dem Wasser kommt und einen Blick auf die Instrumententafel wirft, traut er seinen Augen nicht. Der Tiefenmesser funktioniert schon wieder nicht. Er probiert erneut verschiedenes aus, doch es tut sich nichts. Da müssen wir wohl nächstes mal ein Ersatzgerät mitbringen.

Jetzt ist es bereits stockdunkel, aber überall blitzt und leuchtet es am gesamten Ufer auf. Viele Nachteulen leuchten ins dunkle Wasser um die Fische in der Dunkelheit zu irritieren, in der Hoffnung dass ein Fischlein in den Haken ihrer Angel beißt. Auch von Booten aus, glaube ich, werden so manche Fischchen mit Schnüren zu ködern versucht. Doch die schlaueren sind hier bei uns, denn da gibt’s Brot, ohne dass die Sache einen Haken hat.

Wir sitzen so schön in unserem Cockpit es ist bereits 23:30 Uhr, da sagt Wolfgang:“ Da kommt ein großes Boot hell erleuchtet und fährt direkt auf den Segler vor uns zu.

Ich guck vor und sage das ist die Policia. Sie halten kurz an dem Segler an und fahren dann langsam weiter. Plötzlich fahren sie dicht an unserem Schiff von hinten kommend zu uns heran. Schauen zu uns ins Cockpit und fahren weiter. Fahren ein paar Meter und drehen um. Leise kommt ihr langer Bugspried an der Seite unseres Schiffes zum vorschein. Drei Mann sind in dem Patrouillienboot, so wie ich sehen konnte war einer bewaffnet. Der eine sagt :“Policia, Kontrolle“. Er spricht englisch und will Papiere sehen. Während Wolfgang die Papiere holt, werde ich gefragt seit wann wir schon hier sind. An Bord kommen sie nicht. Sie wollen eine Crewliste, doch wir haben keine. Die brauchen wir auch nicht, denn unser Schiff liegt hier in Kroatien und wir sind nicht von der Seeseite her eingereist. Dann will er das Permit, Wolfgang gibt es ihm, der bewaffnete schreibt auf einem winzigen Block etwas auf. Nun möchte er noch den Bootsführerschein, auch hier schreibt der andere Beamte noch etwas auf. Nun bekommen wir unsere Papiere wieder. Er hätte auch noch mehr sehen können, Wolfgang hat ihnen gleich den ganzen Bootsdokumentenordner mitgebracht. Sie waren jetzt zufrieden und wünschen eine gute Nacht.

Schnurstracks fahren sie jetzt zu dem 3. Segler und wollen auch die Dokumente sehen. Bei dem dauert es länger. Ich verhänge unser Cockpitlicht, damit sie mich nicht sehen können wenn ich mit dem Fernglas alles beobachte. Das hat man ja nicht jeden Tag. Etliche Male geht ein Beamter ins innere des Polizeibootes, dann wird es ziemlich laut da drüben, um was es geht können wir nicht verstehen. Der Segler hat eine Angelrute am Heck stehen, vielleicht hat er dafür keine Genehmigung. Wir spekulieren etwas. Das Polizeiboot verbringt eine halbe Stunde bei dem Segler. Dann rauschen sie in ziemlichen Tempo ab und verschwinden letztendlich um die Nordspitze der Stojabucht.

  

Vom Segler vor uns wollten sie keine Papiere, bei denen war alles dunkel, oder sie haben so getan, weil dieser Krach und dieses helle Licht, war bestimmt nicht zu übersehen und hören.




Boot glänzt wieder

Mittwoch 16.06.2021
44° 49,49 N 013° 52,98 E  Log 3500,7
Wasser 22 ° Luft 24°  Betr. Std. 565,8
Festland Bucht Paltana Ankern 5 m

Um 7:30 Uhr ist Andraŝ schon da und schmiert die Rollen von seinem Slipwagen.
Das nutzt Wolfgang gleich um zu bezahlen. Den Termin für nächstes Jahr haben wir bereits, wir können aber einen Tag vorher dazu bekommen, um genug Zeit für die zusätzlichen Arbeiten mit dem Dichtgummi vom Saildrive zu haben. Ein weiterer Termin für übernächstes Jahr ist auch schnell gefunden.
Punkt 8:00 Uhr werden wir ins Wasser entlassen.

Wir wünschen Andraŝ, seiner Familie und seinen Leuten alles Gute für die Zukunft.

Nach der Wasserrung sagt Wolfgang auf einmal: „Unser Tiefenmesser geht wieder“. Wir fahren zurück zum Slipwagen und sagen es Andraŝ, denn weitere Tests bringen nichts, wenn es funktioniert. Irgendwie müssen wir aber den Elektriker noch für seine Bemühungen bezahlen. Andraŝ winkt ab und sagt: „Ist alles gut ich erledige das schon, wir machen das beim nächsten Mal“.

Im Wasser ankern wir erst mal und machen Frühstück.

Der Segler aus Mannheim hebt jetzt seinen Anker und will weiter fahren, aber vorher kommt er mit seinem Schiff dicht zu uns herangefahren um unser frisch poliertes Boot zu bestaunen. Er erzählt dass er bei der Werft nachgefragt hat, ob seine Schiffsgröße noch auf den Slip passen würde. Die Länge von 18 Metern würde noch passen, nur sein Tiefgang ist zu groß. Da gehen nur 2,10 Meter. Der Skipper findet es schade, weil auch er die Arbeitsweise der Werft gut findet.
Wir verabschieden uns mit „Fair Winds“ dann geht es für ihn weiter.

Wolfgang putzt unsere Fender, damit unser sauberes Boot nicht gleich hässliche Streifen bekommt. Die vier älteren Fendern werden wir demnächst mit ersetzen, denn die fangen an klebrig zu werden.
Nachmittags um 15:00 Uhr gibt es heute ein deutsches Sonntagsessen. Frische Klöße mit Bröckerla und Rouladen. Nach dem gemeinsamen Spülen, pumpen wir gemeinsam das Paddelboard auf. Danach gehen wir ins Wasser. Bei mir dauert es etwas länger trotz 24° Wassertemperatur. Wolfgang schwingt sich aufs Board und sticht in See.

Später will ich noch unser altes Brot an die Fische verfüttern, aber es kommen keine. Dafür kommt eine Möwe angeflogen und tut so als wenn sie nur am vorbei schwimmen ist. Schnell schnappt sie dann zu, guckt wieder unschuldig in die Luft und verdrückt dann den Rest der eigentlich für die Fische gedacht war.

Am Abend ist das Meer spiegelglatt.




Der Flaschenfisch Luca

Dienstag 15.06.2021
44° 49,15 N 013° 52,14 E Log 3500,3
Wasser 22,9 ° Luft 24° Betr. Std. 565,3
Festland Bucht Paltana Werft

Laut Wolfgangs Telefongespräch gestern mit Andraŝ, hätten wir heute bis 9:00 Uhr Zeit haben sollen, bis wir zum Slippen dran sind. Zum Glück sind wir schon frühzeitig aufgestanden und beobachten seit 8:00 Uhr das Ufer. Der Segler ist bereits im Wasser, aber der Slipwagen bewegt sich keinen Meter um das Motorboot abzuholen. Ich sage zu Wolfgang: „Ich glaube wir sind schon dran, die stehen auf den Brettern und schauen in der Gegend herum als ob sie warten würden.“ Schnell hole ich den Anker auf und Wolfgang fährt gleich auf den Slipwagen zu. Andraŝ und sein Mitarbeiter haben wirklich auf uns gewartet, denn das Motorboot das auch ins Wasser sollte ist nicht fertig geworden.

Bevor das Boot gewaschen wird, spricht Wolfgang mit Andraŝ über unseren Propeller und unser Problem mit dem Tiefenmesser. Gleich ruft er einen bekannten Elektriker an der sich auskennen soll und fragt nach. Dieser will im laufe des Tages mal vorbeischauen, nur wusste er nicht wann.
Bevor die große Bootswäsche anfängt, befüllt Wolfgang noch unseren Wassertank.


Danach gehen wir erst mal was fürs Frühstück kaufen.

Auf den Weg dorthin begegnet uns ein Fisch aus Draht namens Luca, der auf einem Sockel thront, angefüllt mit Plastikflaschen in seinem Bauch. Auf der dazugehörigen Tafel steht, dass er der einzige Fisch auf der ganzen Welt ist, der gerne Plastikflaschen frisst und man doch bitte ihn füttern soll, bevor die Flaschen im Meer landen. Welch eine schöne Idee, wir hoffen dass sich viele Menschen davon leiten lassen.

An der Uferpromenade vorm Hotel ist fast nichts los, genauso wie im Laden.
Für den Fall dass der Elektriker kommt, wollen wir uns in der Nähe aufhalten. Deshalb gehen wir nur an das bewaldete Ufer neben der Werft um zu Frühstücken. Nach einer Weile glauben wir eine andere Stimme aus der Werft zu hören. Wolfgang läuft gleich rüber während ich unseren Platz warm halte. Da Wolfgang lange nicht erscheint nehme ich an, dass der Elektriker da ist.
Vorbei an meinen Füßen läuft eine kleine Eidechse zu einem Stein, findet scheinbar etwas Essbares und kaut sehr lange darauf herum. Zeit um zu beobachten habe ich ja genug.

Etwas später erscheint Wolfgang auch wieder und sagt dass der Elektriker zwar nicht gekommen ist, aber wie es voraussehbar war, ist beim Zinkanoden wechseln tatsächlich die Sicherungsschraube vom Propeller abgerissen. Diese Schraube hatten wir beim Propellerhändler schon vorsorglich bestellt, aber sie wurde leider nicht mitgeliefert. Aber auch wenn wir eine passende Schraube gehabt hätten, hätte das jetzt wenig geholfen, weil das abgerissene Gewindestück in der Propellerwelle vom Antrieb steckt und herausgebohrt werden muss. Die in dieser Situation beste Lösung ist es deshalb, ersatzweise unseren alten Propeller zu montieren, denn für den dabei verwendeten Befestigungskonus gibt es ein Sicherungsblech, das die abgerissene Sicherungsschraube überflüssig macht. Ist halt immer gut wenn man ein paar Ersatzteile dabei hat.

Bei der Gelegenheit kommt das Gespräch auch auf das Thema Abdichtgummi von unserem Antrieb. Da er laut Volvo Penta alle 7 Jahre gewechselt werden sollte, sind wir ein bisschen überfällig. Andraŝ sieht das wie die meisten auch, nicht so eng. Aber 18 Jahre sind dann doch schon eine gute Zeit, um den Gummi sicherheitshalber mal zu erneuern. Das meint Andraŝ schließlich auch und sagt, dass er das zusammen mit einem Mechaniker schon ein Paar Mal gemacht hat. Wir bräuchten dazu aber dann 2 Tage, weil es doch ziemlich aufwendig ist und er es mit dem Mechaniker zeitlich auch abstimmen muss. Wolfgang bittet ihn sich darum zu kümmern. Da bei dieser Arbeit sowieso der komplette Antrieb ausgebaut werden muss, kann dann auch die abgerissene Schraube ausgebohrt und das Gewinde sauber nachgeschnitten werden.

Nach dem Strandbesuch machen wir es uns wieder in der Werft auf den Bänken vom Lokal bequem und warten auf den E-Mann. Gegen Mittag trifft er mit einem Mitbarteiter bei uns ein.

Andraŝ erklärt ihm nochmal unser Problem. Dann gehen die Fachleute mit Wolfgang aufs Boot und machen genau das, was Wolfgang gestern auch schon getan hat und finden auch nicht mehr heraus wie er. Jetzt kann der Elektroniker nur noch ein anderes Gerät anstecken und prüfen ob es am Instrument selbst liegt oder am Geber. Das geht aber nur im Wasser. Auch das haben wir vorher schon gewusst. Morgen Früh kommt er noch mal vorbei, wenn wir wieder im Wasser sind.
Jetzt ist erst mal alles geklärt, so dass wir etwas Zeit haben um das Werftgelände zu verlasen. Wir verspüren Appetit auf ein Eis. Die Eisverkäuferin ist zwar nicht ganz so langsam wie die in den Vorjahren, aber sehr viel Lust scheint sie auch nicht zu haben. Hier wird man anscheinend nur fürs gut Aussehen bezahlt, aber wenn´s sein muss, wird auch mal ein Kunde bedient.
Der angrenzende Strand ist fast menschenleer, keine vermieteten Tretboote, Roller, Fahrräder oder sonstiges unterwegs. Auch das Glasbodenboot bleibt am Abend an der Boje hängen. Kein Ausflugsboot lässt am Abend Gäste aussteigen. Im Lokal oder in der Paltana Bar sähe es nicht anders aus, wenn sich Abends nicht noch ein paar Einheimische auf ein Bierchen treffen würden.

Als wir in die Werft zurückkommen, sind die Arbeiter längst nach hause gegangen, dafür wurde alles für die Gäste des Restaurants vorbereitet.
Wir setzen uns nieder. Andraŝ hat neues Personal. Der aufmerksame junge Kellner kommt sogleich um uns zu Bedienen. Das Essen das er uns dann bringt sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch hervorragend.

Kurzzeitig sind wir die einzigen Gäste. Da der Kellner im Moment etwas Zeit hat putzt er den Feuermelder oder gießt die Blumen in den Kästen. Solche Mitarbeiter sind sehr rar.

Jetzt kommen so nach und nach Gäste und er widmet sich wieder seiner eigentlichen Arbeit.

Wir verlassen jetzt das Lokal und klettern wieder über die Leiter auf unser Boot. Über den Köpfen der Fischer die jetzt so nach und nach aufs Meer raus fahren beginne ich mit meinem Tagebuch. Wolfgang holt sich eine Decke und schläft eine Runde im Cockpit, bis ich ihn wecke, weil die Stechbiester trotz Autan zubeißen .

Außerdem können wir eigentlich auch gleich in unsere Koje gehen, da wir heute Nacht sicher das ein oder andere Mal wegen unserer Schieflage wach werden,




Unser Echolot spinnt

Montag 14.06.2021
44° 44,156N 013° 52,02E  Log 3500,3  4,9 sm
Wasser 22,9 ° Luft 24°   Betr. Std. 565,3

Festland Bucht Paltana Ankern ?

Draußen ist alles still, nur der Wind pfeift noch kräftig, also machen wir auch keinen Krach und starten unseren Motor nicht, um die schlafenden Segler nicht zu stören. Ist natürlich Quatsch, bei dem Wind haben wir es auch nicht eilig.

Wolfgang ruft bei SVB an um unser Leid mit dem Solarmodul zu klagen. Der nette Herr am Telefon kann leider nicht helfen, gibt aber der zuständigen Dame Bescheid, die uns etwa in einer Stunde zurück rufen wird. Also machen wir erst mal nichts, das können wir am Besten.

Jetzt wird es Mittag und ich mache Salat. Wir warten auf den Anruf der Moduldame, der aber nicht kommt. Also ruft Wolfgang noch einmal an. Diesmal ist zwar eine Frau am Telefon, aber wieder die falsche. Abermals wird wird uns versprochen, dass Frau Johanna P. Uns zurückrufen wird. Gegen 14:00 Uhr haben wir die Nase voll und räumen alles für die Weiterfahrt zusammen, obwohl es hier besonders schön und ruhig ist. Morgen früh werden wir aus dem Wasser gezogen, deshalb wollen wir gleich vor Ort sein.

Wolfgang löst die Bojenleine und ich schippere unser Schiff aus der Bucht. Draußen setzen wir unsere Segel und fahren erst eine Weile gemütlich Richtung Westen, wenden und fahren zur Bucht Paltana. Dort ankern wir zwischen zwei Seglern. Wegen der Kettenlänge frage ich Wolfgang nach der Tiefe, der sagt: “Es gibt keine“. Die Tiefenanzeige blinkt und zeigt 8 Meter an. Das kann unmöglich stimmen, denn das wäre mit unserem Tiefgang 10 m Wassertiefe und seit Jahren ankern wir hier auf höchstens 6 Meter. Also geht Wolfgang ins Wasser vor zur Ankerkette und taucht hinunter. Als er zurück kam meint er: “ Niemals sind das 10 Meter, denn dann könnte ich nicht bis zum Anker hinunter tauchen. Es können höchstens die üblichen 6 Meter sein“, das heißt unsere Tiefenanzeige ist auch kaputt.

Irgendwie sind wir ein bisschen zu nahe an dem einen Segler. Doch zunächst überlegen wir mal und trinken dabei einen Eiskaffee, dann schaut Wolfgang noch mal in die Betriebsanleitung, ob wir vielleicht etwas machen können. Doch wir bleiben ratlos.

Kurze Zeit später bekommen wir Besuch. Der Skipper vom nahegelegenen Boot fragt ob wir über Nacht bleiben werden. Da wir bejahen, bittet er uns etwas mehr Kette zu stecken. Wir plaudern noch eine Weile miteinander, dann fährt er zurück zu seinem Schiff.

Wolfgang probiert unser Problem mit dem Aus und Einschalten der Instrumente zu lösen, doch es tut sich noch immer nichts.

Um halb acht beschließen wir unseren Anker doch etwas weiter nach vorne zu verlegen. Jetzt sind sicher Alle zufrieden. Nur auf den Anruf von Frau Johanna P. brauchen wir heute wohl nicht mehr zu warten.

Vielleicht kann uns Morgen Andraŝ von der Werft bei unserem Echolot-Problem weiterhelfen.




Festland Bucht Soline Boje

Sonntag 13.06.2021
44° 49,68N 013° 51,08 E Log 3495,4 0,9 sm Steg
Wasser 22 ° Luft 28,4° Betr. Std. 564,5

Heute Morgen ist es lange bewölkt, aber es ist trotzdem sehr warm, deshalb frühstücken wir wieder an Deck.

Konrad läuft zu seinem Boot, geht unter Deck und kommt mit zwei Kiwis wieder nach oben. Jetzt kommt er rüber zu uns und streckt sie mir entgegen. Er hat welche von kroatischen Bekannten bekommen, die wachsen bei denen über der Terrasse als Sonnenschutz, werden dann im Winter geerntet und sind seitdem gelagert worden. Das haben wir noch nie gehört, dass man Kiwis als Sonnenschutz benutzen kann. Was für eine Coole Sache. Über die lange Lagerung werde ich mich noch schlau machen, da wusste Konrad auch nicht Bescheid. Wir sollen sie uns schmecken lassen. Das werden wir bestimmt tun.

Hier die kroatischen Kiwis                                 Oben im Vergleich welche von Lidl.
.                                                                                 Herkunft  unbekannt.

Der laue Wind nimmt zu, trotzdem packen wir jetzt alles zusammen und wollen endlich raus aus dem Hafen. Weit soll es nicht gehen, nur eben mal kurz die Segel ausrollen.

An der Einfahrt pfeift es ganz schön, deshalb entscheiden wir anders und steuern unser Boot in die Bucht Soline. Dort bläst die Bora zwar auch rein, aber es gibt Bojen. Einige Schiffe treiben hier schon hin und her. Unsere ausgesuchte Boje hängt gleich beim ersten Anfahren am Haken. Es ist wie immer schön hier. Wolfgang geht gleich ins Wasser um wie üblich die Bojenblöcke zu betrachten, doch es ist keiner da. Sehr erstaunt meint er: Die Boje hängt an einem Stab“ Ich.“ wie jetzt, wie soll das denn halten“.

Später googelt Wolfgang mal danach, kann aber nichts finden. Ich koche derweilen ein Wintergemüse, Rosenkohl mit Kartoffeln.

Gegen Abend lässt der Wind nach.




Solarmodul mit geringer Lebensdauer

Samstag 12.06.2021
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3380,3 0 sm Steg
Wasser 22 ° Luft 24 ° Betr. Std. 545
Marina Veruda

Heute sagt Wolfgang: “Schau mal, unsere Nachbarn haben auch ihre Muringleinen markiert genau wie wir, nur mit einer anderen Farbe“. Ich schau mir das Ganze mal genauer an. Dann fällt mir auf, dass alle Murings an unserem Steg markiert sind. Ich hole mein Fernglas und recherchiere mal ein bisschen bei den anderen Stegen. Die Marina- Jungs haben das wohl bei uns gesehen und es für gut befunden und überall nachgerüstet. Es gab ja oft genug vertauschte und verdrehte Muringleinen und manchmal gab es auch nicht so nette Auseinandersetzungen, wenn dann auch noch der Bootseigner gerade an Bord ist. Die freundliche Ansage ist dann: Halloooo, das ist meine“.

Wir haben öfter mal so kleine Ideen, die zum Nachahmen anregen.

Jetzt wo Wolfgang gerade mal so am Heck vom Boot steht, meint er, er überprüft gleich noch unsere Solarmodule. So ein Mist, ein Großes vom Bimini bringt keine Leistung, schnell kontrolliert er auch noch die anderen. Das Kleine am Bug geht auch nicht. Das haben wir schon ersetzt bekommen, weil es schon mal defekt war und jetzt geht auch dieses nicht mehr. Wolfgang misst die Anschlüsse durch. Das große Modul am Bimini hatte einen Wackelkontakt, jetzt funktioniert es wieder. Aber das Neue scheint tot zu sein, wie ärgerlich.

Unsere Vorsegelpersenning wird es auch nicht mehr lange machen, aber das war schon lange abzusehen und so machen wir eine Kleinigkeit nach der anderen. Dann reden wir mal mit Bosko, der am Boot gegenüber zu tun hat und erfahren dabei, dass alle Bedienungen im Volaria bereits geimpft sind. Das war Voraussetzung um dort Arbeiten zu können. Irgendwann haben wir dann keine Lust mehr und machen uns auf zum Strand um ein Eis zu essen, mit Blick aufs Meer.

Am Abend machen wir noch Brotzeit an Deck.
Nach einiger Zeit streckt Konrad seinen Kopf aus seinem Niedergang und kommt nach oben. Wir kommen ins Gespräch und reden gemütlich von Boot zu Boot bis nach Mitternacht.




Formalitäten erledigen

Freitag 11.06.2021
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3380,3 0 sm Steg
Wasser 22 ° Luft 24 ° Betr. Std. 545
Marina Veruda

Heute Morgen können wir erst mal so richtig unser schmutziges Boot in Augenschein nehmen. Nur nichts unnötig anfassen oder gar hinsetzen.

Lieber erst mal nach Pula zum Hafenamt fahren. Dort haben sie zur Parkplatzeinfahrt jetzt eine Nummernschild Erkennung. Der Preis für das Permit ist glücklicher Weise nicht erhöht worden. Die Kurtaxe die wir Online bezahlen konnten auch nicht.

Anschließend fahren wir nach Banjole zur Werft. Andraŝ ist nicht zu finden. Wir fragen einen Einheimischen der dort an seinem Boot arbeitet. Der nette Arbeiter ruft einen Mann und erzählt von unserem Anliegen. Der fordert uns auf mitzukommen. Holt sein Handy vom Auto und ruft Andraŝ an, gibt es dann an Wolfgang weiter und der kann mit Andraŝ abklären, dass am Dienstag alles klar geht.
Nun gehen wir zum Hotel um festzustellen, dass der Laden dort auch geöffnet hat.

Der Gemüsestand an der Straße wo wir letztes Jahr so gute Waren gekauft hatten, ist nicht mehr da, dafür aber eine Baustelle. Dann müssen wir eben, außer unseren Getränken auch das Obst und Gemüse bei Lidl einkaufen.

Jetzt ist alles außerhalb der Marina erledigt.
Nun werden wir erst mal unsere restlichen Brötchen von der Fahrt essen.

Als nächstes ersetzt Wolfgang die defekte Starterbatterie für den Motor.

So jetzt wollen wir noch ins Marina Büro. Beim Auto treffen wir unseren deutschen Bootsnachbarn vom Segelboot nebenan. Der erzählt uns dass ihre Eignergemeinschaft aufgelöst und ihm das Schiff alleine überlassen wurde.

Im Marina Büro geben wir noch die gewünschten aktuellen Papiere zum kopieren ab. Da Wolfgang gestern von der Marina eine Mail bekommen hat, dass wir uns einen Marina-Wimpel abholen können, fragen wir nach, was es damit auf sich hat.

Also wir verstehen es so: An den Stegen eins bis zwölf sind ausschließlich Eignerboote, von dreizehn bis neunzehn liegen Charterschiffe. Da jetzt auch das Volaria noch Parkplätze bekommen hat, will die Marina, dass an den Samstagen und Sonntagen, die Parkplätze von Steg eins bis Steg zwölf ausschließlich für die Eigner frei gehalten werden sollen. Dazu bekommen wir, wenn wir möchten so eine Art Wimpel, den sollen wir im Auto an den Spiegel hängen, damit wir Dauerlieger vom Personal gleich erkannt werden und durchfahren können. Die Autos von den Chartergästen sollen hier nicht mehr Parken dürfen. Mal sehen wie das funktionieren soll.

Am Schiff quatschen wir noch mal mit unserem Nachbarn, bevor wir endlich loslegen und unser übelst schmutziges Schiff säubern. Lange Zeit lag es verlassen am Steg.

Da geht ordentlich Dreck runter. Auf dem Biminidach sind seltsame Flecken. Bei näherem hinsehen sieht Wolfgang, dass es viele einzelne kleine Krabbenbeine sind. Da haben wohl die Vögel Brotzeit auf unserem Bimini gemacht.
Es hat lange gedauert bis wir endlich fertig waren. Jetzt fühlen wir uns wieder wohl auf unserem Schiffchen.
Allerdings haben wir Beide schwarze Flecken am Hinterteil unserer Hosen. Wir suchen die Ursache. Für die Ausbesserungsarbeiten am Deakbelag haben wir wohl damals ein falsches Sikkaflexs genommen und dieses wurde jetzt ziemlich weich und hat sich beim hinsetzen im Cockpit an unsere Klamotten geheftet. Wolfgang kratzt die weichen Stellen noch aus, damit wir uns nicht noch mehr beschmieren.

Zur Belohnung und weil es so heiß ist, gibt es heute einen guten Obstsalat. Zum Schluss lassen wir den Tag mit einem Sundowner an Deck ausklingen.




Inzidenz klein, Freude groß

Donnerstag 10.06.2021
44° 50,61N 013° 50,58 E  Log 3380,3  0 sm Steg
Wasser 22 ° Luft 24 ° Betr. Std. 545
Marina Veruda

Die Corona-Inzidenz-Zahlen sind endlich in ganz Kroatien gefallen, wobei sie in Istrien seit Wochen schon ganz niedrig sind. Daher wird seit kurzem Kroatien von unserer Regierung nicht mehr als Risikogebiet eingestuft.

Ich bin schon das zweite Mal geimpft und Wolfgang ein Mal, mit diesen guten Voraussetzungen starten wir endlich wieder einmal Richtung Süden.

An der österreichischen Grenze gibt es keine Kontrolle mehr. Super, wir kommen gut voran.

Dann bekommen wir einen Anruf von unserem sehr aufgeregten Mitarbeiter, der wollte uns gleich mitteilen, dass er seine Prüfung als PI bestanden hat. Uns fällt ein Stein vom Herzen, denn jetzt können wir entspannter in die Zukunft blicken.

Nun stehen wir erst mal in einem Stau. Der Ofenauer Tunnel ist total gesperrt, dort ist nach dem Tunnel ein LKW von der Fahrbahn abgekommen und hat sich auf die Seite über die Straße gelegt. Jetzt muss erst ein Spezialkran kommen um ihn wieder aufzurichten, doch der steht noch im Stau, genau wie wir. Nicht weit von uns ist eine Abfahrt nach Golling, da verlassen viele Autos die Autobahn, wir folgen ihnen.

In idyllischer Landschaft fahren wir die Paß-Lueg-Straße 159 an der Salzach entlang, vorbei an der Erlebnisburg Hohenwerfen zur Anschlussstelle Pfarrwerfen und dann wieder auf die Autobahn A10. Nach dem Karawankentunnel gibt es auch hier keine Kontrolle. Einzig an der Grenze Slowenien-Kroatien werden unsere Pässe, unsere Negativ-Tests und unsere Einreise- Anmeldung kontrolliert. Das hat nicht lange gedauert und wir waren in Kroatien.
Nach elf Stunden kamen wir in der Marina an. Viele leere Parkplätze, wie schön. Doch fünf davon sind jetzt für das Volaria reserviert, also wieder welche, die den Bootseignern nicht zur Verfügung stehen. Wir haben aber trotzdem Glück und parken nahe am Steg.

Alles mitgebrachte schleppen wir erstmal an Bord und lassen zunächst alles stehen und liegen, nur die Kühlbox haben wir schnell noch ausgeräumt. Wolfgang wollte gerne noch ins Volaria zum Pizza essen. Das war sehr gut besucht. Die Bedienungen waren alle neu und trugen nach Vorschrift einen Mundschutz. Die Tische standen ausreichend weit entfernt von einander.

Wir studieren jetzt die neuen Speisekarten, was uns sofort auffällt sind die erhöhten Preise. Das Essen war sehr gut und die neuen jungen Bedienungen waren sehr nett.

An Bord geht es noch mal ans Eingemachte. Nach dem Einräumen fallen wir müde in unsere Kojen. Wir können es noch gar nicht so recht glauben, dass wir wirklich hier sind.