Richtfest

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Freitag 22.01.2016  

44°50,61N   013°50,78 E     Log 2374,4  0sm    Steg

Marina Veruda    Wasser 9°   Luft 9,4°

Heute Morgen spricht Wolfgang mit Bosko. Der erzählt, dass er gestern bei Stefano war und dass der Träger gut aussieht. Heute kommt er dann auf jeden Fall, nur wann?

Wir beeilen uns mit unserem Frühstück, damit wir noch genug Zeit haben, alles aus dem Weg zu räumen, was Stefanos Arbeiten behindern könnte.

Genauso wie gestern die Gästekabine wieder leer räumen, die Kisten mit Werkzeug und Leinen aus der kleinen Backskiste unter Deck in unsere Kabine schleppen. Aus der großen Backskiste befördert Wolfgang den Außenborder und die Klappfahrräder auf den Steg. Die langen Sachen, wie Bootshaken, Schrubber und Paddel kommen unter das Sprayhood.

So, das müsste genügen damit sich Stefano und sein Mitarbeiter einigermaßen bewegen können, um die Gegenplatten vom Geräteträger zu verschrauben.

Wir haben schon wieder 10.00 Uhr und er ist noch nicht da. So langsam strapaziert er unsere Nerven. Wir wollten anschließend noch mal zur Ölmühle und Wolfgang wollte  noch das Radar auf den Träger schrauben. Wenn noch genügend Zeit wäre könnte Wolfgang auch noch die dazugehörigen Kabel verlegen und anschließen. Wenn, wenn, wenn… Leider haben wir nur noch einen Tag hier und ob der noch dafür reicht? Naja wir werden sehen.

Gegen 10,30 Uhr kommt Bosko nochmal um Bescheid zu geben, dass Stefano gleich da sein muss so in einer viertel Stunde oder ein bisschen später. Aber er kommt und er beteuert noch mal, dass der Träger super aussieht.

Immer wieder läuft mal jemand am Steg entlang und jedes mal springen wir hoch, bis wir wieder merken, dass es jemand von Bosko ist der sich um die Onze gegenüber kümmert, also mal den Motor laufen lässt, lüftet usw.

Kurz nach halb Zwölf kommt unser ersehnter Besuch. Sie legen das glänzende Gestänge mit den darauf angebrachten Solarmodulen auf den Steg und beginnen sofort mit ihrer Arbeit. Die Solarmodule hatten wir schon vorab mit der Post hierher geschickt, damit der Halter optimal angepasst werden konnte. Zuerst bohren sie unser Schiff für die Halteplatten an, das dauert eine ganze Weile. Danach wird der Träger an Bord gebracht, da hilft sogar mal kurz der Arbeiter von Bosko. Dieser zieht das Boot von Marco etwas an den Steg, hüpft dann drauf und kommt von dort aus auf unser Schiff.

Mit sehr viel Temperament springt der Mitarbeiter von Stefano auf unserem Cockpit hin und her, während Stefano auf der Gangway steht und das schwere Teil hält. Manchmal stehen aber auch beide gleichzeitig auf der Gangway, wobei uns etwas mulmig wird. Sie wird schon hoffentlich halten und nicht kaputt gehen.

Kurzzeitig sperrt Stefano seinen Mitarbeiter mal eben in die große Backskiste, weil er von oben die Schrauben gegenhalten muss, während sein Kollege in der Kiste die Muttern festzieht.

Wolfgang beobachtet wieder alles vom Steg aus, um nicht im Weg herumzustehen. Dabei immer die Hände in den Taschen, denn es ist sehr frisch.

Ich bleibe heute lieber unter Deck, mit Heizlüfter. Aber so wirklich warm ist es hier unten  auch nicht, weil der Niedergang die ganze Zeit offen steht, schließlich muss auch von der Gästekabine aus geschraubt werden. Aber ich kann wenigstens sitzen.

Nach zwei Stunden sind sie erst mal soweit fertig und fahren mal weg. Kommen aber noch mal wieder um das Gestänge fürs Beiboot und zwei neu ausgemessene Rohre mit Biegung für unser Bimini anzufertigen und mitzubringen. Das brauchen wir deshalb, weil das Gestänge fürs Bimini aus Platzgründen etwas versetzt werden muss.
Kurz nach 15.00 Uhr sind sie samt Dinghibügel und den Rohren fürs Bimini wieder da.
Die Teile werden angebaut und Wolfgang bekommt noch eine Einweisung wie man den Bügel für das Dinghi einsetzt.
Da uns der Träger ein klein bisschen zu Instabil wirkt, macht Stefano uns auf Wunsch demnächst wenn er an der Onze arbeitet noch zwei kleine Verstrebungen zur Reling hin.

Ist schon komisch, auch hier verständigt man sich am besten mit englisch.

Um 16.00 Uhr ist alles fertig und Besprochen. Nun können wir bezahlen. Als kleine Zugabe bekommt er noch eine Brotzeit in Form von Wurstdosen. Jetzt sind alle erst mal zufrieden.

Schnell verstauen wir noch unsere Klappräder und den Außenborder wieder in der Backskiste bevor wir uns eiligst auf den Weg nach Banjole machen. Sonst hat die Ölmühle zu. Dort angekommen ist schon bereits seit einer halben Stunde Feierabend. Da uns aber der nette Herr vom letzten Mal wieder über den Weg läuft, frage ich trotzdem mal nach. Wie ich im inneren gehofft habe, schließt er tatsächlich noch mal auf und verkauft uns welches. Jetzt bin ich überglücklich.

Weiter geht’s zum Baumarkt, wir brauchen noch Schrauben, Beilagscheiben, aus der Norm fallende Muttern und Endstopfen für unser Edelstahlrohr. Leider bekommen wir nur einen Teil von dem was wir brauchen, dafür entdecke ich Edelstahlkabelbinder die wir natürlich als Reserve unbedingt mitnehmen sollten, wie ich finde. Hergestellt sind sie Made in Germany. Was sagt man dazu, habe ich bei uns noch nicht gesehen.

Inzwischen ist es stockdunkel als wir den Baumarkt verlassen und nach hause fahren. Dort erwartet uns noch eine menge Arbeit an Deck. Es ist kalt und Lust haben wir auch keine mehr.

Daher machen wir Arbeitsteilung, Wolfgang säubert die Backskisten, räumt sie ein und macht noch das Verdeck ran und ich kümmere mich um unser leibliches Wohl und den Abwasch. Zuletzt noch die Gästekabine einräumen.

In der Pantry gibt es auch was zu reparieren, der Bodenheber vom Kühlboxdeckel ist gebrochen. Der muss erst bestellt werden. Aber jetzt ist erst mal Schluss für heute.

Wir trinken noch ein Gläschen auf unser Richtfest.

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