Einstürzende Altbauten

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Dienstag 27.09.2016
44°51,56 N  013°49,12 E     Log 2587,3  17,98 sm   Ankern  9m Sand
Festland, Bucht Stoja   Luft 24°  W 20,8°      Betr. Std. 438,2 

Heute morgen, als ich um 5.30 Uhr aufgewacht bin, gefiel mir das Wetter überhaupt nicht. Der Himmel voller Wolken und Wind, da bin ich gleich noch mal in meine Koje. Um 8:00 Uhr sah es nicht besser aus, kalt war es aber nicht. Unser Frühstück nahmen wir im Cockpit ein und ließen die Bucht auf uns wirken. Am Ufer sahen wir nur ein paar Jogger, die anderen Hotelgäste ließen auch noch auf sich warten. Auch auf dem Meer weit und breit kein Schiff zu sehen, außer zwei großen Fischerbooten, die brachten ihren Fang nach hause. Dann kam ein kleines Schlauchboot in die Bucht gefahren an dem hing vorne am Bug unter Wasser ein Taucher dran. So fuhren sie quer durch die Bucht, als suchten sie etwas am Meeresgrund. Nach einer Runde verließen sie wieder die Bucht. Seltsam, seltsam.
Der Kassierer für die Boje wollte gestern und auch heute morgen kein Geld mehr von uns.
Wir warteten noch eine Weile und machten uns dann Startklar. Vom Wetterbericht her, sprach nichts dagegen.
Erst wollten wir wieder in die nahegelegene Bucht Sv. Pavao, aber bei dem Wind so glaubten wir, segeln wir gleich weiter nach Stoja.
Diesmal fuhren wir an dem südlichen Teil von Sv. Andrija vorbei. Hier steht ein leeres idyllisch gelegenes Haus, früher war es mal ein Restaurant.

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Wir haben bereits Segel gesetzt und können jetzt von der anderen Seite auf die rote Insel schauen (Woher der Name stammt, wissen wir nicht).

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Kurze Zeit kommen wir gut voran, dann war auf einmal der Wind weg. Geduldig schaukeln wir so zwei Stunden in der Gegend herum um nicht wirklich vorwärts zukommen. All die anderen Schiffe denen wir jetzt begegnen, haben den Motor an. Der Käpten meint wenn in einer halben Stunde noch immer kein Wind da ist, dann motoren wir doch nach Sv.Pavao. Das wollten dir dann auch tun und haben schon gewendet, als ich sehe, dass weiter draußen am Meer die Schiffe fast alle Segel gesetzt haben und auch vorwärts kommen. Wir wenden erneut und steuern kerzengerade Richtung Westen und bekommen auch gute Fahrt. Nach einer Weile fährt mit einem Affenzahn ein voll besetztes Tauchboot an uns vorüber.

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Plötzlich sehe ich weiter weg von uns einen Delfin. Es dauert nicht lange und ich erspähe noch einen auf der anderen Seite. Zwischendrin grüßt uns ein allein segelnder „alter Schwede“.

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Dann taucht noch ein einzelner Delfin auf. Was für eine Freude.

Jetzt sind wir schon sehr weit westlich der Brijuni Inseln gesegelt. Da muss man nämlich viel Abstand einhalten, wegen des Naturschutzgebietes. Nun aber machen wir eine Wende um unserem eigentlichen Ziel näher zu kommen. Verdammt, in diese Richtung haben wir fast keine Geschwindigkeit mehr. Wolfgang meint, mit Schmetterling könnte es klappen, dass wir wieder Fahrt ins Boot bekommen.

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Das haben wir dann auch gemacht.

Nun tauchen erneut zwei Delfine auf, diesmal ganz dicht an unserem Boot, dann ein paar Minuten später nochmal in der Nähe unseres Hecks. Von dem Entdecken der Delfine bis zum holen des Fotoapparates vergeht jedes mal zu viel Zeit, so dass wir nie fotografieren können, immer sind sie dann schon wieder abgetaucht.
Aber ein glücklicher Zufall ist es schon, sieben Delfinen an einem Tag zu begegnen.
Kurz vor unserem Ziel überholt uns ein Frachter, der nach Pula will.

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Entgegengesetzt kommt gerade ein anderer Frachter aus dem Hafen von Pula.

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Nach sechs Stunden segeln erreichen wir die Bucht Stoja. Auf der westlichen Seite des Campingplatzes stehen sehr schöne Häuschen für die Feriengäste bereit.

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Zwei Segler ankern bereits hier und wir gesellen uns dazu.

Auch diesmal hat sich unser Anker gut eingegraben.

Weil gerade niemand in der Nähe ist, gehe ich schnell ins Wasser um mich zu waschen, als hinter mir plötzlich mit lautem Knall ein Teil von einem Gebäude einfällt. Es scheint niemandem zu stören und keiner schaut mal nach ob unter dem Geröll ein Mensch oder ein Hund verschüttet liegt. Ja es kommt noch nicht mal jemand, um sich das mal anzusehen. Bei uns wären da aber ziemlich schnell diverse Behörden zur Stelle.
Andere Länder, andere Sitten.
Als es dunkel wurde kamen einzelne Fischer in ihren kleinen Booten und warfen ihre Netze zwischen unseren Yachten in der Bucht aus.

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