Kettenpflege

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Dienstag 15.10.2019
44° 50,61 N 013° 50,58 E Log 3324,4 0sm
W 20 ° L 20,5° Betr. Std. 537,7
Marina Veruda Steg

Heute ist es eher grau in grau und es gibt Ostwind. Zwar nicht sehr stark, aber unser Segel hätten wir heute wohl nicht so leicht bergen können wie gestern. Hätte leicht sein können, dass da ein Teil im Wasser gelandet wäre. Da hatten wir ein gutes Näschen. So jetzt erst mal Refko den Segelmacher anrufen, damit wir das nicht vergessen. Der soll nach langem überlegen, doch ein neues Sprayhood machen. Dazu hätte er die Wintermonate genügend Zeit. Am Telefon sagt er dann, dass er jetzt nicht in Pula ist, aber vielleicht heute Nachmittag oder morgen. Genau mit so einer exakten Terminangabe haben wir gerechnet.
Als nächstes muss mal wieder der Warmwasserboiler leer gepustet werden, damit das anschließend eingefüllte Chlor auch dort in voller Konzentration ankommt.
Danach macht sich Wolfgang dran, am Anker noch zwei der fünf Kettenglieder zwischen Anker und „Banane“ abzusägen, damit der Anker an der Bugrolle nicht so sehr hin- und herschwingt.

Und wo „gesägt“ wird da fallen bekanntlich auch Späne. Das große alte Schneidbrett, das Wolfgang untergelegt hat, ist samt Spänen in den Ankerkasten gefallen. Fazit, wenn wir die Metallspäne nicht herausbekommen, wird unsere Kette Flugrost ansetzen. Also wird die Kette erst mal schön in Schleifen auf einen Teppichrest auf dem Vorschiff ausgelegt. Danach sehen wir erst mal, was für ein Dreck so im Ankerkasten liegt. Wolfgang legt sich auf den Bauch um an den Wust heranzukommen. Da liegen unter anderem jede Menge farbige, abgeplatzte Kettenmarkierungen. Bei dieser Gelegenheit wird wenigstens mal wieder alles sauber gewischt.
Die Kette hängen wir dann Stückchenweise über den Seezaun und Wolfgang spritzt sie mit dem Wasserschlauch ab. Das gesäuberte Stück Kette lasse ich dann wieder in den Ankerkasten gleiten. So verfahren wir mit unserer 78 Meter langen Kette bis alles sauber ist. Das hat eine ganze Weile gedauert und anstrengend war es auch, aber gelohnt hat es sich alle mal. Nun putzt Wolfgang noch die Flugrostflecken vom Ankerkasten und dem angrenzenden Vorschiff. Ich darf dafür danach das Deck abspritzen. 

Plötzlich erscheint der Angestellte vom Segelmacher am Boot. Wir bitten ihn herüber zu uns und Wolfgang erklärt ihm in englisch genau wie wir unser Sprayhood gerne hätten. Ein paar Kleinigkeiten von unseren Vorstellungen müssen wir überdenken. Dann erscheint plötzlich noch Refko, der war nur zwei Boote weiter hinten. Wir sollen ihnen eine E-Mail schreiben, dass sie uns ein Preisangebot machen können. Und schon sind sie wieder fort. Das ging zu unserem Erstaunen aber schnell heute.
Als Belohnung für unsere Arbeit und natürlich auch gegen den Hunger gibt es danach Salat im Cockpit.
Ausgeruht wird sich natürlich noch nicht, es sind noch jede Menge Kleinigkeiten zu erledigen. Erst die Dunkelheit zwingt uns zum Rückzug, nach unten in unseren gemütlichen Salon.

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