Alles Optimisten

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Donnerstag 18.06.2020
44° 50,61N 013° 50,58 E Log 3380,3   3,2 sm Steg
Wasser 23 ° Luft 24 ° Betr. Std. 545
Marina Veruda

Da wir unser Schiff schon bald wieder verlassen müssen, wollen wir den schönen Tag noch mal nutzen. Schon vor dem Frühstück, fahren wir in die schöne, gegenüberliegende Bucht Soline. Dort holen wir dann unser Frühstück nach und lassen die Seele etwas baumeln. Danach sucht sich jeder einen Zeitvertreib. Wolfgang putzt oben an Deck und ich teste mal die Swiffer Gratis Probe, die ich schon zwei Jahre im Schrank liegen und vergessen hatte. Eigentlich finde das Ding müllig, aber wenn es schon mal da ist, probier ich halt mal.
Nachdem ich in kurzer Zeit das ganze Boot entstaubt habe, auch in den schmalen Ritzen, in die man fast nicht rein kommt, bin ich total begeistert. Deshalb kommt noch der „Tierhaartest“. An Deck haben sich in einer Ecke Haare angesammelt, die sollen ja angeblich auch aufgenommen werden, also wedel ich da mal drüber. Toll die Haare von uns Viechern hängen jetzt im Swiffer. Vorsichtig möchte ich den Wedel entsorgen und stürze dabei rückwärts den Niedergang hinunter und prelle auf die übersehene Stufe. Zum Glück habe ich Kühlpads aus der Apotheke im Kühlschrank liegen, die ich sofort auf mein abgeschabtes Schienbein lege.
Danke Nici.
Jetzt das Bein erst mal hoch legen und eine Weile warten.
Plötzlich gibt es im Funk eine Durchsage von Rijeka Radio. Warnung an der Insel Krk bei Omišalj wird an Gas-Pipelines gearbeitet. Dort finden heute Unterwasser-Sprengungen statt. Es ist strengstens verboten, auf 800 Metern dort einzufahren. Derzeit sind wir nicht in dieser Gegend, aber wir hatten dort auch schon mal geankert, da wäre so eine Information durchaus hilfreich.
Später ruft Wolfgang, „Schau mal, die Kinder mit den kleinen Schiffen“,
In der Nähe von unserem Schiff übt eine ganze Rotte Optimisten, mit ihren Lehrern. Sie versammeln sich um ihn und lauschen seinen Anweisungen. Immer wenn ein Tuten ertönt, ist es das Startsignal. Sie machen sich auf den Weg zur grünen Boje. Diese müssen sie umrunden und zurück segeln. Dabei wird schon mal ein Begleitboot gerammt, oder Mitsegler kurzzeitig außer Gefecht gesetzt in dem man zu nah auffährt. Ja, jeder will er erste sein. Schön den Kindern zuzusehen.

  
Auf einmal müssen wir lachen, das gelbe Schlauchboot mit den Luftsackbesitzern fährt an uns vorbei.
Unsere neuen Fender in einer sagenhaften Umgebung.

 

Noch eine ganze Weile sitzen wir im Cockpit und lassen diese wunderschöne Bucht bei herrlichsten Wetter auf uns wirken, dann müssen wir leider zusammenpacken und in die Marina fahren. Dort werden wir gleich von zwei Marineries erwartet die uns helfen wollen.

Gut angelegt und geduscht, haben wir Zeit mit unseren beiden Nachbarn zu plauschen. Wir verstehen uns, man spricht deutsch.

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