Als wir 2018 die selbstgebaute Lithium-Bordbatterie eingebaut hatten, mussten alle Ladegräte angepasst werden.
Das Landstrom-Ladegerät im Victron Inverter bietet viele Einstellmöglichkeiten und hat eine Ladekennlinie für LiFePo Batterien, das war also einfach.
Der Solar-Laderegler war dafür noch nicht vorbereitet und musste über einen Widerstand am Anschluss für den Temperatursensor auf die erforderlichen Spannungen eingestellt werden.
Das einzige Gerät, das nicht richtig angepasst werden konnte war die Lichtmaschine am Dieselmotor.
Die gemessene Ladeschlussspannung war noch in einem Bereich der für die Lithiumbatterie akzeptabel ist, also konnte das erstmal so bleiben.
Das Problem besteht aber darin, dass Lithiumbatterien schnelladefähig sind, sie können also viel mehr Strom aufnehmen als Bleibatterien.
Dieses Verhalten ist grundsätzlich ein Vorteil, für die Lichtmaschine jedoch eine Gefahr. Die entladene Lithiumbatterie nimmt praktisch alles ab, was die Lichtmaschine liefern kann, wodurch diese immer auf Maximalleistung läuft.
Da ich schon vermutet hatte, dass dies zu einer Überhitzung führen könnte, wurde die Lichtmaschine zunächst mit einem Temperatursensor abgesichert. Der Ladevorgang wurde also unterbrochen, wenn die Lichtmaschine über 100°C erreicht.
In der Praxis wurde dann klar, dass die Temperaturabschaltung sehr oft eintritt. Auch bei mehreren Stunden Motorfahrt wurde die Bordbatterie deshalb nicht ausreichend geladen.
Um bei der schlechten Durchlüftung im warmen Motorraum ausreichend Strom zu erzeugen müsste eine Lichtmaschine verbaut werden, die deutlich Leistungsfähiger ist und besser gekühlt ist.
Damit diese Lichtmaschine dann nicht wieder an ihrer Leistungsgrenze arbeitet, soll ein Ladebooster den maximalen Ladestrom begrenzen und die Lithiumbatterie mit der passenden Ladekennlinie versorgen.
Diese Teile sollen also im Batteriefach unter der Sitzbank eingebaut werden.
So viel Platz ist da nicht mehr, aber zum Glück ist der Victron Ladebooster Orion XS 12/12-70A recht kompakt.
Die störrischen Kabel mit 25 mm² Querschnitt machen die Arbeit etwas aufwendig. Die Kabelschuhe müssen natürlich ordentlich verpresst werden, was mit einem hydraulischen Presswerkzeug gut funktioniert.

Zum Befestigen eines der Kabel mussten wir eine Edelstahlschraube auf die passende Länge absägen.
Das ist mit einer kleinen PUK-Säge recht mühsam, wobei ich noch erwähnen muss, dass wir keinen Schraubstock hatten, denn Elke wollte nicht, dass ich sie so nenne.
Am späten Nachmittag ist dann der Ladebooster mit den zwei 80A Sicherungen an Ort und Stelle befestigt und angeschlossen.
Gut, dass wir jetzt den Strom wieder einschalten können, denn es wird schon dunkel und der Spaziergang fällt heute aus.




