Bastelecke

Samstag  16. August 2014

44°50,61N   013°50,57E     Log 1812,7     0sm

Festland  Marina Veruda  Luft 25° Wasser 25°   Am Steg

Nach einer erholsamen Nacht, gönnen wir uns auch noch ein ausgiebiges Frühstück. Jetzt sind wir richtig „zuhause„ angekommen.

Nach einigen Überlegungen was wir zuerst tun werden, ist die Wahl auf den Naviplatz gefallen. Das heißt, Wolfgang prüft ob die neue Frontplatte, die er zuhause angefertigt hat, auch passgenau die Ausschnitte für die Anzeigen und das Funkgerät hat.
In der Zwischenzeit möchte ich unsere Deutschlandflagge in den Flaggenstock stecken, dabei bemerke ich, dass das obere Band der Flagge seinen Geist aufgibt und bald durchreißt. Diesmal repariere ich es noch, aber das nächste mal wird die ausgeblichene Flagge gegen eine Neue ausgetauscht.

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Jetzt braucht mich der Käpten und ich werde als Frontplattenhalter befördert. Die vielen Kabel und Stecker müssen neu verlegt oder verlötet werden.

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Nach eineinhalb Stunden verkrampften stehen, wären wir fast fertig gewesen. Doch dann passierte das Malheur, der Käpten verursachte beim letzten Kabel einen Kurzschluss. Ausgerechnet für diese 20 Ampere Sicherung die durchgebrannt ist, haben wir keinen Ersatz an Bord.

Bei einem kurzem Rundumblick überrascht Wolfgang unseren Bootsnachbarn auf der Backbord Seite wie er ins Wasser, in Richtung unseres Schiffes pinkelt. Erschrocken hält er inne und verschwindet bei sich unter Deck. Bei manchen Menschen würde man so etwas nicht erwarten.

Da wir Armen schon seid fast 10 Stunden nichts mehr gegessen haben und wir schon sehr geschwächt sind, schleppen wir uns ins Volaria. Wir haben noch gute Platzwahl, da es den halben Tag sintflutartig geregnet hat und die Leute jetzt erst so langsam aus der Versenkung auftauchen.

Beim Essen beschließen wir, da wir nicht alkoholisiert waren noch mal nach Pula zu fahren. Dieses Vorhaben macht uns Nives zunichte, indem sie uns noch einen Schnaps  spendiert.
In Kroatien gibt es die Null-Promille-Grenze.

Deshalb laufen wir nach Pjescana Uvala zur schwimmenden Tankstelle um dort vielleicht die 20 Ampere Sicherung zu bekommen. Leider haben sie keine. Und der Herr vom Marina Service verkauft uns heute auch keine, erst am Montag.

Zurück am Schiff beschließen wir kurzerhand, dass wir inzwischen wieder verkehrstauglich sind und fahren doch noch in die Stadt.

Als erstes steuern wir unseren Baumarkt an, der hat noch bis 21.00 Uhr offen. Wir teilen uns auf und rennen durch die Gänge um nach Sicherungen zu suchen. Finden aber keine. Nach Anfrage bei einem sehr freundlichen Angestellten der sich in seiner Abteilung auskennt, bekommen wir die Bestätigung, dass es hier keine gibt. Beschreibt uns aber ausführlich den Weg zu einem Laden wo wir welche bekommen können. Wir müssen uns nur beeilen, denn die machen gleich zu. Also rennen wir weiter. Plötzlich ruft Wolfgang „stopp“. Im selben Gang nur etwas weiter hinten, wo der freundliche Verkäufer uns beraten hatte, hängen unsere Sicherungen zwar nicht einzeln sondern nur im Set, im Regal. Gut dass man das Sortiment seiner Abteilung so gut kennt:)

Nun heißt es weiter zu Lidl und Getränke, Obst und Gemüse kaufen. Der hat sogar bis 24 Uhr offen.

Nach unserem Großeinkauf, geht es weiter Richtung Hafenamt. Da fahren wir erst mal lange durch die Gegend um einen Parkplatz zu finden.
Im Hafenamt sitzt der Käpitän und langweilt sich. So können wir unsere Formalitäten in Ruhe erledigen und ihn auch noch verschiedenes Fragen. Sehr freundlich wickelt er alles ab, denn um 22.00 Uhr ist in seiner Amtsstube selten etwas los. Dieses Amt ist rund um die Uhr geöffnet, da hier ein Zolllhafen ist.

In der Stadt herrscht reges Treiben.
Wir kaufen uns jetzt erst mal ein Eis. Setzen uns auf eine winzige Bank unter der Obhut einer Kirche. Leider schmeckt das Eis sehr künstlich.

Sollte zuhause noch mal jemand sagen, unser Garten sieht schlimm aus oder die Fugen sind schlecht ausgefugt, werden wir darauf hinweisen, dass bei uns alles sehr mediterran ist.
So jetzt stehen nur noch Urlaubskarten auf unserer Liste. Isabella möchte gerne eine „Hallo Kitty Karte“. In der ganzen Innenstadt gibt es wie überall, nur den normalen „Touristenmüll“ zu kaufen. Karten gibt es, aber nichts für Kinder. Uns schmerzen inzwischen auch die Füße. Es ist sehr anstrengend auf diesem, mit vielen riesigen Fugen und Löchern ausgestattem Straßenpflaster zu laufen. Auf dem Rückweg zum Auto, werden wir in Sachen Karten doch noch fündig. Zwar gibt es keine Kitty-Karte, aber dafür was mit Glitzer. Was tut man nicht alles für sein Enkelkind. Nur Briefmarken müssen wir am Montag noch auf der Post besorgen.

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Jetzt ist es fast Mitternacht und die Läden haben immer noch offen. Das arme Personal.

Freudig über die doch noch erhaltene Sicherung baut sie der Käpten zu hause gleich ein. Nur als er jetzt auch noch den Generator ausprobieren möchte, bremse ich ihn aus. Schließlich ist es jetzt 1 Uhr 30 und die Leute in den Nachbarbooten möchten bestimmt gerne schlafen.

Wir tun das jetzt auch.